
Lost Identities
Adventures zählen zu einem der ältesten Genres der Videospiele und ein solcher Vertreter ist kürzlich mit Lost Identities auf dem Nintendo DS erschienen. Dabei ist das übliche Vorgehen gefordert: Mit Personenn sprechen, ihnen Beweise vorlegen, Tatorte untersuchen und richtig kombinieren. Darüber hinaus müssen auch noch kleinere Minispiele gelöst werden.
Ob uns der Titel überzeugt hat, erfahrt ihr im Test zu Lost Identities!
Lost Identities
NDS
- Genre
- Adventure
- Entwickler
- dtp entertainment
- Publisher
- dtp entertainment
- Konsole
- NDS
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Für Fans von Adventures gibt es auf dem Nintendo DS mittlerweile einen großen Markt. In diesem versucht nun auch Lost Identities von sich reden zu machen. Dabei handelt es sich um ein klassisches Point’n’Click-Abenteuer. Zwei Agenten werden auf das mysteriöse Verschwinden von drei Teenagern angesetzt und sollen deren Verbleib aufklären. Die einzige Verbindung der Jugendlichen ist die Schule, auf die sie gingen. Also wird in diesem Umfeld ermittelt, mit Zeugen gesprochen und nach Beweisen gesucht. Nach und nach deckt der Spieler so ein Komplott von weit größerer Tragweite, als ursprünglich vermutet, auf. Ein Biopharmaunternehmen scheint in den Fall verwickelt zu sein und hat offenbar auch aus Eigennutzen die Schule finanziell unterstützt.
Gameplay im Korsett
Lost Identities macht es dem Spieler leicht direkt in die unterhaltsame Geschichte einzusteigen. Die Locations, von denen es nur drei Stück gibt, sind alle sehr überschaubar gestaltet und auch die verschiedenen Charaktere sind an beiden Händen abzählbar. Es wurde sich also auf das Wesentliche beschränkt: Eine Unterhaltung bringt neue Hinweise oder schickt den Spieler zu einem Ort, wo es weitere Informationen gibt. Leider gelang es den Entwicklern nicht, dem Spieler ein Gefühl der Freiheit zu vermitteln. Gespräche können nicht beeinflusst werden und nur in seltenen Fällen muss überlegt werden, welcher Gegenstand präsentiert werden sollte, um Weiteres zu erfahren. Die einzelnen Trigger, die ein Vorankommen ermöglichen, sind recht plump und zuweilen einfallslos umgesetzt. Ein Informant meldet sich beispielsweise und versteckt mehrfach im gleichen Mülleimer Unterlagen. Damit aber nicht alles auf einmal enthüllt wird, muss der Spieler zwischendurch den Abfall in einem anderen Stockwerk untersuchen. Das ohnehin kurze Spielerlebnis musste so durch zweifelhafte Designentscheidungen gestreckt werden.
Es wurden aber auch gute Entscheidungen getroffen: Ein Symbol signalisiert, wenn in einem Raum noch unentdeckte Geheimnisse warten. Diese Funktion ist auch dringend nötig, denn durch die limitierten Schauplätze, finden sich je nach Fortschritt immer neue Gegenstände in einem Raum. Eine Reihe von Minispielen lockert das statische Geschehen allerdings auf. Dabei geht es um Geschicklichkeits- und Logikaufgaben. Probiert man zu lange herum, kann das Rätsel auch automatisch gelöst werden. Die einzige Ausnahme sind Wortpuzzles, bei denen ein richtiger Begriff gefunden werden muss. Hier gibt es keine Hilfe, obwohl gerade dieses Minispiel frustrierend sein kann. Es gibt nämlich mehrere Wörter, aber das Spiel akzeptiert nur eines davon – nur weiß der Spieler nichts davon.
Trotz veralteter Technik einen Blick wert
Auch technisch präsentiert sich das Spiel nur auf mittlerem Niveau. Statische Hintergründe sind zwar bei den meisten Adventures an der Tagesordnung, aber eine Mindestmaß an Animation wäre schön gewesen. Vor allem die fehlende Abwechslung bei den Räumlichkeiten kann nicht überzeugen. Die wenigen Musikstücke passen zwar zum Setting, sind aber schnell vergessen. Die solide Steuerung mit dem Stylus geht hingegen vollkommen in Ordnung.
Trotz dieser deutlichen Schwachstellen macht Lost Identities Spaß. Die Geschichte unterhält gut und die geringe Interaktionsmöglichkeit ermöglicht ein rasches Vorankommen, so dass sich die Erfolgsmomente schnell einstellen. Zudem merkt man dem Projekt an, dass es durchaus mit Herzblut entwickelt wurde. Ein Tagebuch erzählt die Geschichte nach und die Minispiele wurden zusätzlich noch um zehn der aktuell beliebten (?) Wimmelbilder aufgestockt. Auch ein kleiner Cliffhanger könnte einen zweiten Teil sehr gut möglich machen. Wenn die Entwickler dann aus ihren Fehlern lernen, begleite ich ihre Helden gerne auf ein weiteres Abenteuer.
Fazit
Lost Identities kann in keinem Aspekt in der oberen Liga der Adventures mitspielen. Dafür sind die Unzulänglichkeiten bei Gameplay, Grafik und Musik einfach zu groß. Dennoch unterhält es auf seine Weise und wurde ambitioniert umgesetzt. Als Erstlingswerk durchaus ansehnlich, beim eventuellen zweiten Teil sollte aber eine signifikante Steigerung das Ziel sein.
- Unterhaltsame Geschichte
- Minispiele
- Technisch altbacken
- Zu kurz
- Statisches Gameplay
Vielen Dank an die Firma dtp Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.


