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Wii Party

Wii Party

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Jedem Nintendo-Fan dürfte Mario Party ein Begriff sein. Seit dem letzten Teil sind allerdings bereits 3 Jahre vergangen - Anstatt Mario hat sich Nintendo nun jedoch entschieden, für die wuselnden Miis eine Party zu schmeißen.



Wie gut das funktioniert hat - inkl. Vergleich zur Mario Party-Serie - könnt ihr in unserem Test nachlesen.


Wii Party

WII

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
WII
Spieler
1 lokal

Jedem Nintendo-Fan ist Mario Party bestimmt ein Begriff – Insgesamt 10 Teile sind davon auf verschiedenen (auch portablen) Konsolen erschienen. Der letzte Heimkonsolen-Vertreter Mario Party 8 für Wii ist mittlerweile schon 3 Jahre alt. Doch diesmal hat Nintendo auf den Klempner verzichtet, auf die Miis gesetzt und Wii Party herausgebracht.

Bunt gemischt

Wii Party ist prinzipiell wie Mario Party aufgebaut: Im regelmäßigen Zeitabschnitten werden in fast allen Modi Minispiele gespielt. Das Hauptmenü ist in Gesellschaftsspiele, Teamspiele und Zimmerspiele gegliedert. In den Gesellschaftsspielen wird immer zu viert gespielt, wobei egal ist, wie viele menschliche Spieler das sein müssen. 1-gegen-3-, 2-gegen-2- und 1-gegen-1-Minispiele können bei Gesellschaftsspielen nur über Aktionsfelder gespielt werden, wobei die normalen (4-gegen-4) immer wieder von alleine auftauchen. Da die Gesellschaftsspiele untereinander verschieden sind, werden sie unten genauer erläutert. Bei den Teamspielen müssen immer 2 Leute miteinander spielen. Hier kommen vor allem die 1-gegen-1- und die 2-Spieler-Team-Minispiele zum Einsatz. Bei den Zimmerspielen geht es eher um Modi, die auch ohne Minispiele auskommen. Als letztes wäre da noch der kleine „Minispiele“-Button in der unteren Ecke, der zu weiteren 5 untergeordneten Spielen führt. Auch die restlichen Modi werden unten genauer erläutert. Zuerst will ich allerdings noch einen kleinen Vergleich zur Mario Party-Serie aufstellen, um zu erläutern, was in der Mii-Variante besser oder schlechter gemacht wurde.

Mario vs. Mii

Optik: Marios Feiern sind immer schön bunt gestaltet, wobei die Mario-Charaktere einfach einen gewissen Charme haben und schön ins Spiel integriert sind. Auch die Miis haben eine recht farbenfrohe Party bekommen, doch leider haben mich die wuselnden Figuren nie wirklich überzeugen können. Dennoch passen sie in das Schema und haben den Vorteil, dass sie individuell gestaltet werden können. Mario hat mich hier dann aber doch mehr überzeugt und bekommt den Punkt.

Abwechslung: Bei Wii Party gibt es 4 größere Kategorien mit einigen Spielmodi, während Mario Party meistens mit dem Solo-, Party-, Minispiel- und oft noch einem Bonus-Modus ausgestattet ist. Kommen wir nun zur Abwechslung zwischen den verschiedenen Modi: Wii Party besticht mit unzähligen einzelnen Spiele-Varianten, die sich untereinander zwar teils ähneln, aber unterm Strich dann doch einigermaßen unterschiedlich sind. Bei Mario Party gibt es hauptsächlich nur ca. 6 Spielbretter, die jedoch größer und mit viel mehr Liebe zum Detail erstellt wurden. Auch wenn diese untereinander doch recht abwechslungsreich sind, bekommen in diesem Fall die Miis einen Punkt.

Minispiele: In diesem Fall ziehe ich besonders Mario Party 8 zum Vergleich her, da es bisher der einzige Wii-Vertreter der Serie ist. Hier muss ich sagen, dass mir Wii Party eindeutig mehr zusagt. Viele neue Ideen, die Wii-Fernbedienung in den Spielen einzusetzen, ordentliche Abwechslung zwischen den Minispielen und der neue Teamspieler-Modus haben mich absolut überzeugt. Die Minispiele von Mario Party 8 haben nichts wirklich Neues mit sich gebracht und waren meiner Meinung nach nicht so unterschiedlich, weshalb Wii Party jetzt einen weiteren Punkt bekommt.

Übersichtlichkeit: Die teils umständlichen Formulierungen in Wii Party sorgen dafür, dass man nicht alles sofort verstehen kann. In den Minispielen, vor allem bei denen mit Zielkreuz, hat das Spiel jedoch einen überaus nützlichen Vorteil: Jeder Spieler hat seine Farbe, der er immer folgen kann. Bei Mario Party kann es in dieser Hinsicht doch zu Problemen kommen, wenn (angenommen) der 3. Spieler nicht weiß, dass er das grüne Fadenkreuz bedient. Ich würde sagen, dass es in Punkto Übersichtlichkeit auf ein Unentschieden hinausläuft.

Sound: Nette, doch relativ langweilige Melodien verbirgt die Disc von Wii Party. Im Gegensatz dazu hat Mario dann doch den längeren gezogen, da seine Party mit besseren und schwungvolleren Tracks besticht.

Glücksfaktor: Was mich an Wii Party besonders stört: Es geht viel zu sehr um Glück. Man hat auf Details und Extras verzichtet und das meiste von den Minispielen abhängig gemacht. Klar, in Mario Party geht es auch um Würfelglück, man hat hier jedoch Items, viele Aktionsfelder und abgezweigte Wege, wodurch man auch gewisse Züge planen kann. Der Punkt geht daher eindeutig an Mario.

Preis-/Leistungsverhältnis: Während Mario Party-Ableger immer Vollpreisspiele waren, bekommt man bei Wii Party eine zusätzliche Fernbedienung mitgeliefert, sodass das Spiel nur ca. 5 Euro kostet. Eindeutiger Pluspunkt für die Miis.

Wenn man die Punkte zusammenrechnet, kommt man auf einen Gleichstand. In Bezug auf den Wii-Titel Mario Party 8 passt das, wie ich finde, auch perfekt. Allerdings haben mir die früheren Ableger der Serie doch etwas mehr als Wii Party gefallen. Letzteres weist einige Parallelen zu Marios Vertretern auf, hat jedoch auch viel Neues zu bieten. Ob man nun eher auf die Spielbretter oder die Auswahl mehrerer verschiedener kleinerer Spiele setzt, bleibt jedem selbst überlassen. Mir persönlich gefällt das Mario-Prinzip besser, aber ich konnte mich auch mit den Miis anfreunden.

Gesellig

Kommen wir nun zu den Details von Wii Party. Ich beginne einmal damit, die Gesellschaftsspiele genau zu erläutern und jedem eine Wertung zu geben:

„Insel der Abenteuer“ ist das erste Gesellschaftsspiel, welches wie ein Brettspiel aufgebaut ist. Vor jeder Runde wird ein Minispiel um die Zugreihenfolge gespielt. Je höher der Rang, desto früher kommt man im nächsten Zug an die Reihe. Des Weiteren bekommen die ersten drei einen zusätzlichen Würfel für die nächste Runde, der je nach Platzierung mehr oder weniger Augen hat. Ihr bewegt euch dabei auf Feldern, die Fluch, Segen oder auch einfach neutral sein können. Außerdem gilt es, während des Spiels Hindernisse zu überwinden, was nur durch Würfelglück zu schaffen ist. Gewonnen hat derjenige, der als Erster die Spitze der Insel erreicht. „Insel der Abenteuer“ erinnert vom Design her an Mario Party, ist aber bei weitem nicht so vielseitig. Da es keine Sammelobjekte gibt, sind die Ereignisse von Aktionsfeldern auch stark begrenzt. (Wertung: 6,5/10)

Bei „Weltreise“ machen sich die Miis auf eine Tour über den gesamten Globus. Dabei gilt es, zu bestimmten Orten zu reisen und dort Erinnerungsfotos zu schießen, wobei nur ein Foto pro Ort gemacht werden kann. Zu Beginn eines Zuges hat der Spieler fünf Reisekarten, die entweder die normalen Werte 1-3 aufweisen oder andere spezielle Fähigkeiten haben. Die Karte entscheidet, wie viele Felder vorgerückt werden darf. Findet man in einer Runde keine Sonderkarte, so bekommt man am Ende des Zuges eine normale zugewiesen, sodass man wieder 5 hat. Auf dem Weg gibt es einige Aktionsfelder, bei denen alles Mögliche passieren kann. Vor jeder Runde kommt ein Minispiel, dass entscheidet, wie viel Reisegeld man bekommt und wann man an der Reihe ist. „Weltreise“ ist sicherlich der vielseitigste Modus in Wii Party, da hier einfach das Meiste los ist – Dennoch gibt es leider nicht sonderlich viele Felder. (Wertung: 8/10)

Im Modus „Zweimal Drei“ besitzt jeder Spieler 6 Miis mit verschiedenfarbiger Kleidung. Ziel ist es, zweimal je 3 Figuren mit derselben Farbe in den eigenen Bereich zu bringen. Dafür stehen vier Miis, auch wieder spezielle, in der Mitte zur Auswahl, wobei die Zugreihenfolge wieder durch ein Minispiel entschieden wird. Nach 5 Zwei-mal-drei-Runden werden die Punkte abgezählt, die jeweils von verschiedenen Faktoren abhängen. Das Prinzip ist zwar ganz lustig, wird aber – vor allem bei 5 Runden – schnell langweilig, da immer so gut wie dasselbe passiert. (Wertung: 5/10)

„Münzrad“ ist das 4. Gesellschaftsspiel im Bunde. Alle Spieler müssen Münzen sammeln und drehen einfach nacheinander das Münzrad, wobei es natürlich positive, negative und Minispiel-Felder gibt. Hier gibt es auch einen Jackpot, der durch verschiedene Methoden geknackt werden kann. Dieses Spiel ist zwar recht einseitig, macht aber trotzdem auch auf längere Zeit Spaß. Warum? Die nette Casino-Atmosphäre passt einfach und es ist einfach lustig zuzusehen, wie das Geld umherwandert. (Wertung: 7/10)

„Bingo“ ist das letzte Gesellschaftsspiel. Hier werden die Zahlen, die sonst in einem normalen Bingo-Spiel üblich sind, durch Mii-Gesichter gespeicherter Miis ersetzt. Der Zufall entscheidet natürlich, wer gezogen wird. Dabei können auch Minispiele gezogen werden, deren Gewinner dann ein beliebiges Mii auf seinem Bingo-Plan auswählen darf. Dieser Modus ist relativ langweilig, da man selbst so gut wie nichts machen muss und zumeist der Zufall entscheidet – Dafür endet es nach einer vollständigen Reihe sofort. (Wertung: 4,5/10)

Partnerarbeit

Unter dem Menüpunkt „Teamspiele“ verbergen sich 3 weitere Modi für 2 Spieler: In „Wellenlänge“ geht es um die Harmonie zwischen den zwei Spielern. Diese wird durch ein kleines Quiz und einem Minispiel festgestellt. Bei „Schlagseite“ müssen die 2 Spieler in 10 Minispielen kooperieren, um Miis zu bekommen. Diese müssen dann auf einem großen Mast eines kleinen Schiffes platziert werden und dürfen bis zum Ende nicht umkippen. Verliert man beim Minispiel, so bekommen die 2 Spieler Miis verschiedener Größen, wodurch es schwieriger wird, das Gleichgewicht zu halten. Beim letzten Modus „Farb-Kuppler“ handelt es sich um eine abgewandelte Form von Memory mit Miis und Minispielen. Alle Modi sind hier sehr unterhaltsam und abwechslungsreich, vor allem, da man hier die Team- und 1-gegen-1-Minispiele besser kennenlernt. (Teamspiele-Wertung: 8,5/10)

Party im Wohnzimmer!

Auch „Zimmerspiele“ teilt sich in weitere Modi – Fünf, um genau zu sein. Dabei wurde auch etwas Neues ins Leben gerufen: Mehr Wii-Fernbedienungen als Spieler können mitmachen. So werden im „Tierquiz“ 2-4 Wiimotes nebeneinander gelegt, wobei aus einer ein Tiergeräusch zu hören ist. Hier geht es darum, schnell zu sein und als Erster die Fernbedienung zu packen. Auch bei der „Wii-FB-Jagd“ wird diese Funktion eingesetzt. Dabei versteckt ein Spieler alle Wiimotes im Zimmer, worauf die anderen Mitspieler danach suchen müssen. Beim den Modi „Zeitbombe“ und „Quiz-Bombe“ ist es jedoch genau umgekehrt: Hier darf nur eine Fernbedienung mitspielen, die immer weitergereicht wird. Zu guter Letzt wäre da noch das „Kumpel-Quiz“, bei welchem auf die Probe gestellt wird, wie gut man einander kennt. Übrigens werden in keinem Zimmerspiele-Modus Minispiele ausgetragen. Während sich der Spaß beim Tierquiz in Grenzen hält, weiß die Wii-FB-Jagd zu überzeugen. Wenn man „Zeitbombe“ und „Quiz-Bombe“ richtig spielt, kann es eine Menge Spaß machen. Allerdings wird es hier wahrscheinlich öfters zu Streitigkeiten kommen. Das Kumpel-Quiz ist auch ganz witzig, aber nichts Besonderes. (Zimmerspiele-Wertung: 7,5/10)

Minispielwahnsinn!

„Über 80 Minispiele“ werden auf der Verpackung versprochen – Doch sind die untereinander wirklich verschieden? Ja, allerdings. Die Minispiele in Wii Party sind zwar in typischer Mario Party-Manier gehalten, finden bei mir aber vom Prinzip her mehr Gefallen als die von Mario Party 8. Sie sind um einiges abwechslungsreicher und innovativer. Auch die Team-Minispiele für 2 kooperierende Spieler sind sehr gut gelungen. Die 1-gegen-3-Minispiele sind zwar nicht immer ganz fair, dafür gibt es auch nicht viele davon – Wozu auch, wenn sie nur durch gewisse Felder in den Gesellschaftsspielen hervorgerufen werden. Für mich eindeutig ein Plus-Punkt des Spiels. (Wertung: 9/10)

Ein kleiner Button in der rechten unteren Ecke führt noch zur Kategorie „Minispiele“, die auch wieder in 5 kleine Modi unterteilt ist. Hier gibt es das freie Spiel, wo man alle Minispiele von Wii Party auswählen und spielen kann. Beim Minispiel-Turnier geht es darum, gegen die Kontrahenten zu spielen und möglichst viele Minispiele zu gewinnen. Die Solo-Herausforderung kann, wie der Name schon sagt, nur alleine gespielt werden. Hier geht es in erster Linie darum, einfach Minispiele zu gewinnen, um einen mit Spielchen bestückten Weg zu bestreiten. Der Profi-Modus ist sehr unterhaltsam. Hier werden spezielle, komplexere Minispiele angeboten, die allesamt richtig gut gelungen sind. Als Letztes findet man unter „Minispiele“ noch „Schnapp den Schummler“, was auch sehr witzig ist. Einer wird als Schummler ausgewählt und erhält einen Vorteil beim Minispiel. Die anderen müssen danach den Schwindler erraten. Insgesamt sind die Minispielmodi sehr unterhaltsam, weshalb ich dafür 9 von 10 Punkten vergebe.

Technische Umsetzung

Leider wurde hier ein wenig gepatzt. Während die Grafik standardmäßig noch in Ordnung ist und ihren Zweck vollkommen erfüllt, ist der Soundtrack zwar halbwegs nett, wird jedoch schnell langweilig und ist für eine Party eher ungeeignet. Vor allem von den deutschen Texten war ich relativ enttäuscht. Einige umständliche Schreibweisen, eher durchschnittliche Übersetzung und sogar wenige Grammatik- und Rechtschreibfehler sind mir über den Weg gelaufen. Das klingt vielleicht schlimmer als es ist, aber von nintendoeigenen Produktionen bin ich einfach besseres gewohnt. Von der Steuerung her ist das Spiel aber top, wobei weder Nunchuk noch Wii Motion Plus benötigt werden. (Wertung: 6,5/10)

Allgemein würde ich sagen, dass Wii Party eher für Gelegenheitspieler interessant sind, was aber für andere kein Grund sein soll, sich das Spiel nicht zuzulegen. Dadurch, dass eine Wii-Fernbedienung enthalten ist, kostet das Spiel nur ca. 5 Euro; Ein Betrag, der das Spiel allemal Wert ist.

7.5Wertung

Fazit

Mario Party-Fans werden von dem Spiel eher enttäuscht sein. Dennoch handelt es sich bei Wii Party um ein sehr unterhaltsames und abwechslungsreiches Party-Spiel, dass sich aufgrund des hervorragenden Preis-/Leistungs-Verhältnisses keiner entgehen lassen sollte.

Design
7.5
Sound
5.0
Online Multiplayer
8.5
  • abwechslungsreich
  • ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis
  • große Auswahl an Spielmodi
  • unpassender Soundtrack
  • mäßige Deutsch-Übersetzung
  • kein Mario Party-Feeling

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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