Zum Inhalt springen
Monster Hunter Tri

Monster Hunter Tri

Nimmerlandjunge

Monster Hunter ist in Japan bereits eine große Marke! In Europa kennt man die Serie von Ablegern für die PSP und die Wii (zur Review).

Wie nun dem 3DS-Blog zu entnehmen ist, häufen sich die Gerüchte, dass "Monster Hunter" auch für den 3DS erscheinen soll. Im Zuge des Capcom-Events "Captivate (Start: 6. April) , soll angeblich der Titel für den Handheld angekündigt werden. Ursprünglich sollte die Bekanntmachung bereits am 13. März über die Bühne gehen, wurde aber aufgrund des Erdbebens abgesagt.
Wir können also gespannt sein!!

Monster Hunter Tri

WII

Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
WII
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 12

Jagdgeschichte

Nachdem der erste Teil von Monster Hunter bereits im März 2004 in Japan erhältlich war, mussten sich die Spieler in unseren Gefilden noch über ein Jahr gedulden, bis sie den lokalisierten Titel erwerben konnten. Der zweite Teil der Serie schaffte es gar nicht erst auf den amerikanischen und europäischen Markt. Als Grund nannte der Entwickler und Publisher Capcom die schlechten Absätze des ersten Parts auf diesen beiden Märkten.
Neben den Titeln für stationäre Systeme, erschienen auch diverse Monster Hunter Spiele für die PSP und ein weiterer Teil für Mobiltelefone. Mit Monster Hunter Tri erscheint nun auch in Europa ein weiteres Kapitel des Rollenspiels für eine Heimkonsole. Den Vertrieb hierfür übernimmt in diesem Fall Nintendo selbst.

Man könnte fast meinen, Capcom wolle sich bei den hiesigen Fans der Serie für den nicht erschienenen zweiten Teil entschuldigen. Nicht nur, dass wir, im Gegensatz zu unseren Kollegen aus Japan, nichts für den Online-Modus zahlen müssen – nein, wir dürfen uns zusätzlich noch über die WiiSpeak Unterstützung freuen. Ausgeliefert wird das Spiel bei uns in drei verschiedenen Versionen. - Monster Hunter Tri
- Monster Hunter Tri + Classic Controller Pro
- Ultimate Hunter Pack, welcher das Spiel, eine Monsterfigur, WiiSpeak und den Classic Controller Pro enthält.
Ihr könnt euch also je nach Bedarf mit dem passenden Jäger-Equipment eindecken.

Auf, auf zur fröhlichen Jagd

Beim Gameplay wurde auf alt bewährtes zurück gegriffen. Um es kurz zu fassen: Ihr müsst immer größer und stärker werdende Monster jagen, um Belohnungen einzustreichen und Materialien von ihnen zu erbeuten. Tatsächlich ist das Ganze natürlich wesentlich komplexer und erfordert einiges an Einarbeitung. Im Prinzip gibt es drei verschiedene Arten von Aufgaben die euch im Laufe des Spiels begegnen:
-“Sammle oder erbeute x mal Gegenstand y“
-“Töte x mal Monster y“
-“Fange Monster y“
Hierzu werden oftmals spezielle Werkzeuge wie Spitzhacken, Fangnetze oder bestimmte Fischköder benötigt. Nicht alle Gegenstände die ihr für eure Unternehmungen benötigt, können käuflich im Laden erworben werden. Dementsprechend müssen Rohstoffe gesammelt und kombiniert werden, um diese zu erschaffen. So ergibt die Mischung aus Kräutern und Blaupilzen zum Beispiel einen Heiltrank. Mischt man diesen wiederum mit Honig, so verbessert sich dessen Wirkung nochmals.
Um nicht ständig selber alles zusammentragen zu müssen, könnt ihr je nach Spielfortschritt eine Fischerflotte aussenden und beim örtlichen Gärtner diverse Pflanzen anbauen lassen.

Im Unterschied zu anderen Rollenspielen steigen die Attribute eures Charakters im Laufe des Abenteuers nicht. Statt dessen lasst ihr euch gegen Bezahlung von Schmieden, aus den von euch gesammelten Monsterteilen, neue Rüstungsgegenstände und Waffen anfertigen und verbessern um euren Jäger stärker und widerstandsfähiger zu machen.

Auch wenn das Spiel über eine umfangreiche Offline-Kampagne verfügt, so ist das Herzstück des Spiels jedoch der Online-Modus. Dort können sich bis zu vier Jäger zu einer Jagdgruppe zusammenschließen, um gemeinsam wahrhaft riesige Bestien in die Knie zu zwingen. Nach dem, ähnlich wie bei einer Serversuche, ein Stadttor gewählt wurde, könnt ihr euch auf die Suche nach Gleichgesinnten machen.

Im Allgemeinen sind die Quests, die online erledigt werden müssen immer ein wenig schwerer als diejenigen aus dem Einzelspielermodus. Dafür erhaltet ihr für erfolgreich absolvierte Aufgaben allerdings auch Jägerpunkte, die euch im Rang aufsteigen lassen. Durch einen höheren Rang wiederum stehen euch neue oder auch spezielle Aufgaben zur Verfügung.
Egal ob nun alleine oder in der Gruppe, stehen euch pro Quest drei Versuche zur Verfügung. Danach gilt die Aufgabe als gescheitert, und ihr müsst von vorne anfangen. Teilerfolge, wie zum Beispiel das Erbeuten eines bestimmten Gegenstandes, verfallen dadurch.
Einmal auf der Jagd, muss man mit dem zurechtkommen, was eingepackt wurde. Es ist euch also nicht möglich, während einer laufenden Jagd Heiltränke nach zu kaufen, oder die Waffe zu wechseln. Dementsprechend sollte der Jäger vorher gut ausrüstet sein und eine Taktik zurecht gelegt werden. Natürlich kann euer Charakter nicht unbegrenzt Gegenstände mit sich herum tragen, also gilt es auch hier sinnvoll zu haushalten. Es gibt nichts ärgerlicheres, als einen Quest aufgrund eines fehlenden Gegenstandes nicht beenden zu können.

Pro Jagd sind 50 Minuten angesetzt. Dies mag zuerst lange erscheinen aber je mächtiger die Monster werden, um so eher kann man schon mal zeitlich in die Bredouille geraten.
Wie schon erwähnt, verfügt euer Jäger über eine begrenzte Anzahl von Gegenständen, die er mit sich führen kann. Da man natürlich nicht alles momentan unnütze wegwerfen will, steht einem praktischerweise eine Truhe zur Aufbewahrung zur Verfügung. Leider zeigt sich hier eine der Schwächen von Monster Hunter. Gerade die Menüs für den Austausch und die die Benutzung von Items sind wahnsinnig verschachtelt und teilweise sehr irreführend. An dieser Stelle hätten die Entwickler auf ein simpleres Prinzip zurück greifen sollen.

Zu den Waffen

Das Spiel bietet nicht nur unzählige Monster die es zu erlegen gilt, sondern stellt euch auch ein ordentliches Waffenarsenal dafür zur Verfügung. Je nach eurem bevorzugten Kampfstil könnt ihr euch frei zwischen den verschiedenen Gattungen entscheiden. Allerdings gibt auch oft die Art des agiler handeln zu können, während in anderen Fällen einfach die pure Schlagkraft von Bedeutung ist. Aber Achtung, die dicke Panzerung eurer Gegner wird auch die beste Waffe mit der Zeit beschädigen. Achtet also immer darauf, Wetzsteine am Mann zu haben, so dass ihr eure Klinge im Bedarfsfall nach schärfen könnt. Aber werfen wir doch einfach mal einen Blick darauf, was Capcom unseren tapferen Recken zur Verfügung stellt.

--- Schwert & Schild Auch wenn die Durchschlagskraft dieser Waffe eher überschaubar ist, so gleicht sie das durch eine hohe Angriffsrate und die Möglichkeit einen Schild zu führen aus. Die schnellen Attacken erlauben es wesentlich einfacher durch Ausweichmanöver einem Monsterangriff zu entkommen. Außerdem kann der Jäger während er mit dem Schild blockt weiterhin angreifen.
----Großschwert Diese mächtigen Zweihandwaffen lehren jedem Ungeheuer das Fürchten. Sie richten wesentlich mehr Schaden als das einfache Schwert an, sind dafür aber langsamer im Handling, und die Klinge wird zum Blocken benötigt.
----Hammer Wer es richtig brachial mag, sollte zu dieser Waffengattung greifen. Auch wenn sie langsam ist und euch keinerlei Block zur Verfügung steht, so richtet sie doch einen immensen Schaden an und zwingt somit eure Gegner schneller in die Knie.
-----Lanze Eine wahrhaft ritterliche Waffe steht euch ebenfalls zur Verfügung. Mit Hilfe des Blockvorstoßes könnt ihr gegnerische Attacken abwehren. Dies ist sehr wichtig, da euch diese Waffe sehr verlangsamt und ihr keinerlei Ausweichmanöver durchführen könnt.
----Morph-Axt Eine Wunderwaffe der neusten Technologie. Sowohl als Schwert als auch als Axt einsetzbar. Durch eingebaut Phiolen können besondere Attacken ausgelöst werden.
----Langschwert Eine weitere mächtige Klingenwaffe aus dem euch zur Verfügung stehenden Arsenal. Als Besonderheit bei dieser Waffe steigt ihre Angriffskraft mit jedem gelungenen Angriff. Aber Vorsicht, dass ihr euch nicht verausgabt !
----Armbrust Die einzige Fernkampfwaffe und zugleich auch die variantenreichste. Durch verschiedene Munitionsarten können Elementarangriffe durch geführt, Explosivgeschosse abgefeuert oder sogar der Status der Monster geändert werden.

Die Technik

Grafisch bietet Monster Hunter Tri einen wirklichen Augenschmaus. Die Umgebung ist wirklich sehr schön in Szene gesetzt, und die verschiedenen Landschaften wirken sehr realistisch. Allerdings wäre es wünschenswert gewesen, wenn in es in der freien Natur ebenso belebt wäre wie im Dorf bzw. der Stadt. Denn leider ist es in den einzelnen Abschnitten bis auf ein paar Saurier meist recht unbewegt und leer.

Die Charaktermodelle der Menschen und Tiere sind sehr schön modelliert und anzusehen. Durch die schier unendliche Vielzahl von Rüstungen und Waffen wirken die Jäger stets unterschiedlich und geben dem Spieler das Gefühl von Individualität. Ebenfalls nett ist die Option sich für die eigene Hütte Einrichtungsgegenstände anzuschaffen und bei Wunsch die Optik des Charakters zu ändern.

Die Zwischensequenzen sind fantastisch gerendert und runden die Atmosphäre perfekt ab. Leider verzichtet das Spiel komplett auf Sprachausgabe. Gerade im Einzelspielermodus wäre diese aber mehr als wünschenswert gewesen, da sich vor allem Einsteiger so durch wahnsinnig viel Text kämpfen müssen.

Die Hintergrundmusik dümpelt gemütlich vor sich hin und erzeugt eine gemütliche bis idyllische Stimmung. In Kampfszenen fügt sich die rasanter werdende Musik gut ein und vermittelt sehr gut die vom Gegner ausgehende Gefahr. Die Soundeffekte hätten gerade bei den größeren Monstern etwas wuchtiger ausfallen können, sind aber alles in allem gut gelungen.

Die Steuerung bei Monster Hunter ist ebenso wie die Menüführung teilweise zu verschachtelt bzw überladen.
Klar ist es schwierig die Steuerung eines so komplexen Titels auf so wenig Tasten zu legen, aber wäre es in dem Fall nicht eventuell sogar sinnvoll gewesen eine Tastatur, anstatt eines erweiterten Classic Controllers beizulegen?
Spieler, die nur ab und zu spielen, werden wohl ihre Probleme mit der teilweise doppelten Tastenbelegung haben.

Die Angriffsbewegung der Jäger kann einen stellenweise zur Weißglut treiben. Einmal gestartet, schlägt der Charakter stur nach vorne, auch wenn der Gegner längst seitlich ausgewichen ist. Bei schweren Waffen wir dem Hammer eventuell noch realistisch, bei einem Schwert allerdings nicht wirklich nachvollziehbar. Es ist schon sehr frustrierend wenn die Hälfte der Angriffe ins Nirgendwo gehen. Zumal man während dieser Zeit natürlich seitlich angreifbar ist.

Ebenfalls fraglich ist, ob die manuelle Kamerasteuerung in allen Fällen sinnvoll ist. Gerade in laufenden Kämpfen ist es eine zusätzliche Herausforderung die Blickwinkel so einzustellen, dass man einen guten Überblick auf das Geschehen hat.

Die Server für den Onlinemodus sind größtenteils stabil und laggfrei. Es kann aber durchaus vorkommen, dass eure Jagdpartie kurz vor einem Erfolg getrennt wird, und die bisherigen Anstrengungen umsonst waren.
Da man im späteren Spielverlauf Hack and Slay alleine nicht mehr zum Erfolg führt, ist eine taktische Absprache mit den Jagdkumpanen unerlässlich. Dazu kann entweder WiiSpeak für den Voicechat, oder aber ein normaler Textchat verwendet werden . Bei letzterem ist die Verwendung einer externen Tastatur zu empfehlen, da die Eingabe über den Controller viel zu lange dauert und zu kompliziert ist.

Besonders zu erwähnen ist noch, dass Capcom komplett auf die von Nintendo verwendeten Freundescodes verzichtet, und eigens dafür angelegte Capcom-IDs nutzt.

8.5Wertung

Fazit

Abgesehen von der teilweise überladenen Steuerung und dem, durch die hohe Komplexität, nicht ganz so leichten Einstieg, ist Monster Hunter technisch gesehen ein absoluter Toptitel für die Wii. Sowohl optisch, als auch akustisch ist eure Jagd nach immer größer und gefährlicher werdenden Ungetieren ein atmosphärisch kompaktes Erlebnis. Hauptanreiz für Spieler dürfte der wirklich gut auf-und ausgebaute Mehrspielermodus sein. Allerdings sollte man eine Affinität für Spiele dieser Art haben, da sonst schnell Langeweile oder Frust entstehen dürfte.

Design
8.5
Sound
8.0
Online Multiplayer
9.5
  • tolles Setting
  • Technik der Wii gut ausgereizt
  • super Online-Modus
  • sehr umfangreich
  • überladene Steuerung
  • wenig Abwechslung
  • komplexe Menüführung

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!