
DJ Hero
Ehrlich gesagt finde ich es schade, dass dem Spiel DJ Hero so wenig Aumerksamkeit geschenkt wurde. Es hat sich sogar so schlecht verkauft, dass einige Händler den Preis bereits nach wenigen Wochen massiv heruntergesetzt haben, weshalb dass Spiel nun schon seit längerem als Schnäppchen zu haben ist. - Und das, obwohl das große Vorbild Guitar Hero so erfolgreich war! Das mag vielleicht daran liegen, dass die meisten nicht mit dem Musik-Genre zurecht kommen. Oder ist das Spiel tatsächlich so übel und hat sich mit Recht so mies verkauft?
Wir haben das Spiel für euch unter die Lupe genommen!
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DJ Hero
WII
- Genre
- Musikspiel
- Entwickler
- FreeStyleGames
- Publisher
- Activision
- Konsole
- WII
- Spieler
- 1–2 lokal
Musikspiele sind heutzutage keine Seltenheit mehr – Seit Guitar Hero kommen solche Spiele sehr erfolgreich an und werden auch schon von anderen Herstellern produziert – Doch nach Plastikgitarre, Schlagzeug und Mikrofon hat Activision was neues auf Lager: Ein schickes DJ-Turntable mit dem Spiel DJ Hero. Doch ob das Mixen auch so viel Spaß machen kann wie das Rocken in Guitar Hero erfahrt ihr im folgenden Text.
Grandioses Spielprinzip
Auf den ersten Blick mag DJ Hero nicht vielseitig erscheinen, doch schon beim wirklich hilfreichen Tutorial wird man bereits vom Gegenteil überzeugt. Neben dem schlichten Drücken von Tasten kann man scratchen, crossfaden und darf auch hin und wieder die Tonhöhe auf dem Drehregler verändern. Bei den schwierigeren Stufen werden die Grundbefehle noch etwas verändert, um das Spiel anspruchsvoller zu gestalten. Das sorgt für jede Menge Abwechslung – Und davon hat DJ Hero wirklich mehr als genug. Eine richtige Story hat das Spiel nicht, was bei diesem Genre aber auch nicht weiter stört.
Makellose Steuerung
Eines schon mal vorweg: Das Turntable passt zum Spiel wie die Faust aufs Auge. Während sich rechts der Plattenteller mit drei farbigen Tasten befindet, hat man links ein Schaltbrett mit Crossfader, Drehregler, „Euphorie“-Taste, Plus- und Minusknopf und einen Analogstick. Letztere dienen jedoch hauptsächlich für Menünavigierung und weniger für das Mixen selbst. Um im Spiel zu scratchen, muss man eine der drei Tasten gedrückt halten während man den Plattenteller originalgetreu auf- und abbewegt. Mit dem Crossfader (Schieberegler) wechselt man hin und wieder zwischen den einzelnen Liedern im Mix. Des Weiteren hat man manchmal die Möglichkeit, einen coolen individuellen DJ-Kommentar abzugeben oder mit dem Drehregler die Tonhöhe zu verändern. Außerdem kommt noch die Taste, die Euphorie (vergleichbar mit der Starpower aus Guitar Hero) aktiviert, hinzu. Im Großen und Ganzen hält das Turntable was es verspricht, weshalb eine makellose Steuerung garantiert ist. Allerdings wirkt der Crossfader etwas billig verarbeitet, wovon man beim Spielen aber nichts bemerkt. Der Controller benötigt übrigens keine Batterien, da für die Wireless-Verbindung einfach die Wii-Fernbedienung in eine Vorrichtung steckt, die leider etwas zu klein geraten ist. So steht der Deckel doch meistens eine Fingerbreite offen, was zwar für den ein oder anderen optisch störend wirken kann aber sich keineswegs auf das Spielerische auswirkt. Wer die Fernbedienung so reinstecken kann, dass man den Deckel zubekommt, schickt uns bitte ein Foto. Scherz beiseite, aber ich hab es wirklich nicht geschafft – Da müsste man wohl brachiale Gewalt anwenden.
Musikalisch nicht jedermanns Geschmack
Kommen wir nun zum 2. wichtigen Punkt eines Musikspiels: Der Tracklist. Mit 93 Mixen intus wird die Disk ausgeliefert – Hier bekommt man also was für sein Geld! Dennoch handelt es sich hauptsächlich um Partymixes, die nun mal nicht jedermanns Geschmack sind. Vor dem Kauf sollte man also sichergehen, dass die Songs zumindest teilweise ansprechen.
Schöne Optik
Auch wenn die Grafik bei solch einem Spiel eher eine Nebenrolle spielt, ist sie ein wahrer Augenschmaus, wobei immer wieder viele Details zum Vorschein kommen. Übrigens kann man netterweise wieder die Latenz für Flachbildfernseher kalibrieren, wenn dieser Bild oder Sound minimal zeitversetzt übertragen sollte.
Zu zweit Mixen
Hier hat sich Activision wieder einmal selbst übertroffen. Die meisten Mixe kann man mit Freunden, die ebenfalls ein DJ-Turntable besitzen, spielen, die restlichen können mit einer Gitarre begleitet werden. Dabei funktioniert alles super, ohne irgendwelche Peripherien hundert Mal ab- und anzumelden. Beide Tonspuren werden dabei einfach nebeneinander auf dem Bildschirm angezeigt. Doch auch online kann über die Nintendo WFC gespielt werden. Dabei sind keine Freundescodes mehr von Nöten; Der andere Spieler muss lediglich als Wii-Freund gespeichert sein. Ist einer online, wird dieser angezeigt und man bekommt angeboten, dem Freund eine DJ Hero-Einladung zu senden. Es ist auch möglich, gegen andere Online-Spieler anzutreten. Dabei hat man immer die Möglichkeit, mit Gitarre kooperativ oder mit Turntable gegen den anderen Spieler anzutreten. Doch ganz egal wie oder gegen wen man nun spielt: Die Verbindung verlief bei mir bis jetzt ausnahmslos absolut ruckelfrei, ich bin absolut begeistert. Außerdem kann man, wenn man ein USB-Mikrofon für die Wii besitzt, dieses benutzen um zu den Mixen zu singen – Ohne Wertung oder spezielle Anzeige, versteht sich.
Renegade Edition
Das Spiel ist auch in der sogenannten Renegade Edition erhältlich. Diese enthält eine Doppel-CD von Jay-Z und Eminem, die durchaus seinen Reiz hat. Des Weiteren wird das Turntable ein einem robusten Koffer geliefert, der zum Transportieren gut geeignet ist. Der Controller ist in einer edlen Klavierlack-Optik gehalten, Drehregler und Crossfader wurden vergoldet. Im Gegensatz zur Standard-Version sind auch die Plattenteller-„Noppen“ vergoldet, welches aber sehr schnell runtergeschwitzt wird. Das Silber der einfachen Version hält im Gegensatz dazu um einiges besser. Fingerabrücke sind unvermeidlich und sind dann doch sehr auffällig. Der Koffer kann übrigens auch noch als DJ-Pult genutzt werden, da auch Aufstellfüße vorhanden sind, die an den Koffer angeschraubt werden können. Leider ist dies eine sehr wackelige Angelegenheit, weswegen man dann doch lieber auf dem Schoß oder dem Tisch spielt. Insgesamt sei also gesagt, dass der Koffer zwar ganz nett gemacht ist, aber nicht mehr als 20 Euro Aufpreis von der Standard-Edition wirklich wert ist.
Klare Kaufempfehlung?
Meines Erachtens wird DJ Hero eindeutig unterschätzt. Das Spielprinzip ist echt klasse und vielseitiger als bei Guitar Hero, das mitgelieferte Turntable lässt sich gut bedienen und die Musikauswahl ist riesig. Abgerundet wird das Paket mit einem genialen Mehrspielermodus, der sowohl offline als auch online reibungslos funktioniert und eine ganze Menge Spaß mitbringt, wobei das Umgehen der Freundescodes ein Extralob verdient. Der Musikgeschmack sollte aber zumindest halbwegs in Richtung Partyhits gehen. Ich habe das Spiel vor einigen Monaten um einen sehr guten Preis erworben, wobei ich sicher nicht viel mehr dafür ausgegeben hätte. Vielleicht hätte ich für das Spiel sogar die ganzen 110 Euro gezahlt, wenn ich schon gewusst hätte, dass mich so ein tolles Spiel erwartet. Hiermit spreche ich also eine klare Kaufempfehlung für jene aus, die dem Musik-Genre nicht gänzlich abgeneigt sind. Übrigens solltet ihr das Spiel schon für unter 80 Euro bekommen.
Fazit
DJ Hero ist definitiv keine reine Geldmacherei. Das sehr abwechslungsreiche Gameplay und die perfekte Steuerung mit dem mitgelieferten DJ-Turntable machen Laune und die riesige Mix-Auswahl sorgt für lange Spielzeit. Hinzu kommt noch ein grandioser Mehrspieler-Modus, der sowohl offline als auch online vollends zu überzeugen weiß. Ob man nun auf solche Lieder steht oder nicht, ist aber reine Geschmackssache.
- genialer Controller
- riesiger Umfang
- spektakulärer Mehrspieler-Modus
- schöne Optik
- Musik nicht jedermanns Geschmack


