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The Legend of Zelda: Spirit Tracks

The Legend of Zelda: Spirit Tracks

Mana Drache

Es sieht aus wie der Vorgänger und spielt sich auch so. Aber macht es genauso viel Spaß? In unserem nahezu Spoiler-freien Test erfahrt ihr, wie sich "Spirit Tracks" vom Vorgänger "Phantom Hourglass" unterscheidet und wie es sich positiv und negativ von der Serie abhebt. Macht Link auch auf der Lok eine gute Figur?


- Zum "Spirit Tracks"-Test

Wir möchten euch außerdem die geniale deutsche Komplettlösung unserer Partnerseite ZFans.de ans Herz legen, die mit viel Liebe zum Detail entstanden ist. Kommt ihr im Spiel mal nicht weiter, findet ihr ihr hier schnell und übersichtlich Hilfe!

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Als Prinzessin hat man es nicht leicht! Und auf welche Königstochter passt dieser Spruch (abgesehen von Marios Peach) wohl besser als auf Zelda. Und auch diesmal steckt das Blaublut in Schwierigkeiten: Der fiese Dämonenkönig Marardo hat es auf den Körper der blonden Schönheit abgesehen… Aber nicht etwa, weil es ihm im Schoße juckt, sondern weil er ihren Körper als materielles Gefäß für seinen Geist verwenden will, um Unheil über die ganze Welt zu bringen. Zusammen mit einem intriganten Hofbediensteten gelingt es ihm auch, Zeldas Geist von ihrem Körper zu trennen und sich davonzumachen. Der angehenden Lokführer Link wird mir nichts, dir nichts in Zeldas Schicksal hineingeworfen und muss beweisen, dass er mehr ist als nur ein… Lokführer. Und anstatt sich der Rolle des hilflosen Opfers zu ergeben, packt Prinzessin Zelda (genauer: ihr Geist) nun selbst mit an und beweist nicht nur, dass sie Link eine unentbehrliche Hilfe sein kann, sondern auch, dass sie keinesfalls auf den Mund gefallen ist. Mit der Unterstützung der Lokomos, allen voran der weisen Shiene, machen sich die beiden Jugendlichen ins bedrohte Hyrule auf…

Phantom Hourtracks

Euch wird die Welt von „Spirit Tracks” sehr vertraut vorkommen, hat sich doch neben dem Zeichentrick-Design auch am grundlegenden Gameplay von „Phantom Hourglass“ so gut wie nichts verändert. Das ganze Spiel, Menüführung inklusive, steuert ihr über den Touchscreen. Ergo: Link bewegt sich dorthin, wo ihr mit dem Touchpen hinzeigt und interagiert mit den Objekten, Personen oder Feinden, die ihr antippt. Euch steht allerdings frei, an einigen Stellen die Knöpfe mit einzubeziehen, insbesondere, wenn ihr bei stressigen Situationen Zeit sparen könnt: Drückt ihr zum Beispiel die L-Schultertaste, zückt Link den Hilfsgegenstand sofort und ihr müsst diesen nicht mehr über eine Schaltfläche auf dem Bildschirm an- und ausstellen. Die gesamte Steuerung funktioniert wunderbar: Euer Held lässt sich intuitiv und präzise durch die Spielwelt navigieren und auch der Einsatz der „Sekundärwaffen“ geht problemlos von Statten. Nur die Schwertkämpfe sind manchmal etwas chaotisch, da sie tendenziell in unkoordiniertes Getippe und wildes Eisenschwingen ausarten.

Es fährt ein Zug nach nirgendwo…

Ihr werdet euch in Links zweitem DS-Abenteuer also schnell zurecht finden. Oder etwas negativer ausgedrückt: Die Neuerungen halten sich arg in Grenzen, sodass sich „Spirit Tracks“ eher wie ein erweitertes, verfeinertes „Phantom Hourglass“ anfühlt. Die größte Innovation ist sicherlich, dass es keine völlig frei zugängliche Oberwelt wie ein Meer oder eine Steppe und damit keine ausschweifende Exploration mehr gibt, die viele Zelda-Fans sicherlich für einen wesentlichen Bestandteil der Serie halten. Was die Dörfer und Dungeons hier miteinander verbindet, ist ein Schienennetz, das sich im Laufe des Abenteuers erweitert und peu à peu neue Spielabschnitte (und Klimazonen) freigibt. Die Fahrt mit der Lokomotive ist ein ganz eigenständiger Spielmodus, bei dem es darum geht, eure Geschwindigkeit zu regeln, Weichen zu stellen, Bahnhöfe anzusteuern, feindseligen Lokomotiven auszuweichen oder mit der Bordkanone Wildschweine, Raubvögel oder Riesenkäfer in die Flucht zu schlagen. Im späteren Spielverlauf versucht sich Link dann noch im Personen- und Güterverkehr; hier kommt es darauf an, anspruchsvolle Fahrgäste und Waren unbeschadet zu einem Zielort zu bringen und sich dabei an bestimmte Regeln zu halten, wie etwa die Beachtung von Tempo-Limits. Trotz Warp-Toren und Nintendos Bemühen, euch während der Zugfahrt immer bei Laune zu halten, ist der Schienenverkehr doch etwas statisch und träge umgesetzt und die Umgebung nur spärlich ausgestattet. An einigen Stellen gibt es zwanzig Sekunden lang nichts Sinnvolleres zu tun, als Steine abseits der Strecke zu zerschießen oder euch in der Gegend umzuschauen. Hier stellt sich das Gefühl ein, dass das Abenteuer durch die häufigen Zugfahrten künstlich in die Länge gezogen wird. Wenigstens entschädigen einige wirklich spannende Passagen, bei denen aus vollen Rohren geschossen werden darf, für so manche einschläfernde Kaffeefahrt von A nach B.

Rätselfeinkost

Brilliert hat die Zelda-Serie vor allem in den Verliesen und Tempeln, in denen der volle Einsatz eures Equipments – und damit auch eurer Gehirnzellen – gefordert wird. „Spirit Tracks“ macht hier keine Ausnahme und setzt sogar noch einen drauf: Die Tempel mögen zwar nicht mehr den Wiedererkennungswert vergangener Spiele aufweisen, dafür gehören die Rätsel zu den besten der Reihe – und das will was heißen! Der so genannte „Turm der Götter“ ist das zentrale Dungeon, das ihr im Verlauf des Spiels immer wieder aufsucht. Der Turm ist ganz auf das Zusammenspiel zwischen Link und Zeldas Geist ausgelegt, die sich den Körpern der dort Wache schiebenden Phantome bemächtigen kann. Mittels Touchpen malt ihr eine Route für das Zelda-Phantom oder ruft es einfach herbei. Für mehr Komplexität sorgt der Umstand, dass es unterschiedliche Arten dieser Phantome gibt: Eines trägt zum Beispiel ein Feuerschwert und entzündet damit Fackeln, ein anderes verfügt über Warp-Fähigkeiten. Zusammen mit Links Gegenständen ergibt sich daraus eine Vielzahl von Rätseleinlagen, bei denen euch stellenweise der Kopf rauchen wird. Die Qualität der Rätsel setzt sich aber auch in den „normalen“ Dungeons fort, in denen Link mehr auf sich allein gestellt ist. Obwohl es nur etwa eine Handvoll Waffen im Repertoire des Helden gibt, werden diese gebührend häufig eingesetzt und deren Anwendungsmöglichkeiten kombiniert und ausgeschöpft. Mit den Schatztruhen, kleinen und großen Schlüsseln, Schaltern und prächtigen, meist beide Bildschirme füllenden Endgegnern mit versteckten Schwachstellen stellt sich innerhalb der Verliese eine sehr reine, intensive Zelda-Erfahrung ein, die euch vor beide Bildschirme fesseln wird.

Nebensächlich

Auch abseits der Dungeons gibt es in den vielen kleinen, sehr detailliert ausgestalteten Orten einiges zu entdecken. Wieder habt ihr mit unterschiedlichen Völkern zu tun, deren Hilfe ihr benötigt, um zum Beispiel Schienen zu reparieren oder das Geheimnis eines Gleis-Irrgartens zu lösen. Neben dem Haupthandlungsstrang könnt ihr Aufträge von Bewohnern annehmen, bestimmte Gegenstände für sie zu besorgen. Diese Side-Quest, die typisch für das Zelda-Universum sind, fallen aber qualitativ gegenüber den Vorgängern ab, da es sich meist nur um Aufträge handelt, bei denen ihr mit der Lok eine Person heil befördert oder einen Gegenstand bei A auf- und ihn möglichst unversehrt bei B abladet. Für Suchwütige bietet „Spirit Tracks“ viele Schätze, mit denen ihr eure Lok und deren Wagons „aufmotzt“, neue Herzen für die Lebensanzeige oder Stempel, die ihr als Erinnerungsstücke aus Dörfern oder Tempeln mitnehmt.

Technisch alles herausgeholt

Grafisch ähnelt „Spirit Tracks“ seinem direkten Vorgänger wie ein Ei dem anderen und greift ebenfalls den „Wind Waker“-Comic-Look auf. Schon „Phantom Hourglass“ hat die Fähigkeiten des DS nahezu ausgenutzt, daher ist auch „Spirit Tracks“ eines der schönsten Spiele auf dem System. Besonders positiv fallen die sehr dynamischen, stimmungsvollen Videosequenzen in Spielgrafik auf, die dramaturgisch sehr gut gemacht sind. Die starke deutsche Synchronisation sorgt ebenfalls dafür, dass ihr euch in die Charaktere hineinversetzen und über die vielen humorvollen Andeutungen und Namen (Shiene, Delok…) auch in unserer Sprache schmunzeln könnt. Musikalisch bedient sich Links und Zeldas neuestes Abenteuer einiger klassischer Melodien, die durch eingängige neue ergänzt werden. Das Ganze klingt wirklich richtig gut! Da Link schon seit geraumer Zeit ziemlich musikalisch ist, gibt er auch in „Spirit Tracks“ sein instrumentales Stelldichein. Mit einer Panflöte spielt ihr magische Melodien, die ihr (wenn ihr ungefähr 30cm Abstand haltet) prima über das Mikrofon erklingen lasst.

Und außerdem…

Als nette Dreingabe, mehr aber nun wirklich nicht, spendiert Nintendo dem Spiel noch einen Mehrspieler-Modus, bei dem ihr mit bis zu vier Freunden in sechs Arenen Kristalle in eure Lager schafft, ohne dass euch ein Phantom beim Diebstahl ertappt. Für ein kurzes Spiel zwischendurch bietet sich die Kristalljagd zwar an, auf lange Frist fehlt es aber einfach an Abwechslung.

8.5Wertung

Fazit

„The Legend of Zelda: Spirit Tracks“ punktet vor allem durch erstklassige Rätselkost und hervorragend entworfene Dungeons, die euch für viele Stunden in ihren Bann ziehen. Das unverbrauchte Thema des Schienenverkehrs leidet aber an vielen langatmigen Zugfahrten. Auch wenn sich das Spiel mit Innovationen zurückhält, reiht es sich ohne Probleme in die ehrwürdige Zelda-Reihe ein!

Design
9.5
Sound
9.0
Online Multiplayer
6.0
  • tolle Rätsel
  • gut durchdachte Dungeons
  • starke Technik
  • wenig Innovation
  • Zugfahrten zum Großteil langatmig

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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