
Final Fantasy IV
Ja, ich weiß, dass sich dieses Review leider viel zu lange verzögert hat; als kleine Entschädigung ist es aber quasi ein Doppel- oder Vergleichstest: Final Fantasy IV gibt es ja nun sowohl für DS als auch für GBA - welche Version ist zu bevorzugen? Um genau diese Frage zu beantworten, habe ich heute erstmals auch zwei Gäste eingeladen. Hier beginnt die Diskussion - aber Vorsicht: Es könnte albern werden...

Final Fantasy IV
NDS
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Final Fantasy
- Entwickler
- Square Enix
- Publisher
- Square Enix
- Konsole
- NDS
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Fliegende Schiffe, dunkle Ritter, leuchtende Kristalle
Was würdest du tun, wenn dein König und Ziehvater dich – Kommandant der Luftschiff-Armada des Baron-Reiches – beauftragen würde, mit deinen Leuten in ein friedliches Nachbarland einzufallen, Unschuldige den Stahl deines Schwertes schmecken zu lassen und ihnen ein heiliges Artefakt zu rauben? Gewiss würdest du diesen Befehl verweigern, als edler Ritter, der du bist! Wie? Nein? Du würdest diesen ruchlosen Feldzug ausführen und erst danach, ebenso wie deine Mannschaft von Schuldgefühlen zerfressen, deinen königlichen Arbeitgeber um Auskunft bitten, warum er diese Taten denn für notwendig hielt? Ganz, ganz schlechte Idee...
Denn genau dies tut Cecil, seines Zeichens Dunkelritter und Protagonist von Final Fantasy IV. Dunkle Rüstungen sind ja generell eher ein Indikator für bösartigen Charakter (siehe neben diversen Sagen auch Fire Emblem, Sonic and the black Knight, Batman – ach nein, der nicht) – unser 20jähriger Held hingegen erlernte die vielerorts geächtete Schwarzkunst seinem König zuliebe, welcher sich in letzter Zeit ganz schön verändert hatte und so rein gar nicht mehr wie ein gütiger Monarch wirkte. Cecil hingegen wandelte sich trotz seiner neuen Kräfte und Bekleidung nicht zum Schurken, sondern führte die Mission trotz seines starken Gerechtigkeitssinns nur deshalb aus, da seine Loyalität zum Herrscher und Quasi-Vater noch größer war.
Doch letztendlich stellt er jene verhängnisvolle Frage über die Motive des Königs, die ihm Titel, Arbeitsstelle und Vertrauen des Königs kosten; als Kindheitsfreund Kain (glücklicherweise heißt unser Held nicht Abel, sonst wäre die Geschichte wohl sehr rasch zu Ende...) für seinen Kumpel einstehen will, bedeutet es auch für ihn das absolute Karriere-Aus.
Eine scheinbar klassische Drachentöter-Aufgabe, die ihnen König Baron aufgibt, soll für die beiden nun die letzte Chance sein, ihre früheren Positionen wieder zu erlangen. Doch diese ist ein abgekartetes Spiel, und ehe es sich die beiden jungen Arbeitslosen versehen, müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass sie ungewollt wiederum zahlreiche unschuldige Todesfälle verursacht haben. Nun wird es Cecil endgültig zu bunt: Das Baron-Imperium muss zahlen – und ihm Rede und Antwort stehen! Der Dunkelritter a.d. macht sich auf die Reise, andere Nationen vor der aggressiven Regierung seiner Heimat zu warnen und herauszufinden, wie sein Ziehvater nur zu dem werden konnte, was er nun ist. Während eben jener bereits einen neuen Luftflotten-Kommandant eingestellt hat, der um ein Vielfaches skrupelloser operiert als Cecil. Seine Mission: Sämtliche Gegenstücke zu eingangs erwähntem heiligen Artefakt – die magischen Kristalle, die momentan im Besitz anderer königlicher Familien sind – zu rauben. Und wenn er die Welt dabei in Trümmer legen müsste...
Back to the Nineties
Wenn man bedenkt, dass das besprochene Spiel ursprünglich Anfang der Neunziger für das SNES erschien, kann man sich wohl vorstellen, dass diese Story damals ziemlich revolutionär gewesen sein dürfte – ein Ritter, der schreckliche Taten begangen hat, Reue über jene verspürt und sich danach gegen sein Heimatland wendet, das gab´s noch nie. Auch heute mutet sie gut an und hat durchaus auch etwas Fesselndes – was ich aber leider sagen muss: Sie hält nicht, was sie verspricht. Ich will hier keineswegs ins Detail gehen – bewusst habe ich selbst die einführende Storyline zum Teil eher kryptisch geschildert; nur soviel: Es gab definitiv Momente, in denen ich über sie enttäuscht war und sehe jene auch als objektive Kritikpunkte – denn die Geschichte ist in einem Rollenspiel nun mal extrem wichtig.
Aber alleiniges Thema dieses Artikels soll die Story natürlich auch nicht sein – also gehen wir weiter: Vergangenes Jahr erschien Final Fantasy IV zum zweiten Mal für eine europäische Nintendo-Konsole, vertrieben und übersetzt von Koch Media; bereits im Sommer 2006 durften wir es allerdings schon in Form eines GBA-Moduls aus dem Hause Nintendo spielen. Die deutschsprachigen Versionen unterscheiden sich spürbar – ob nun in Bezug auf Formulierungen, Namen oder anderen Aspekten. Da ich nun einerseits nicht die Zeit habe, nach dem japanischen Original Ausschau zu halten und es mit den lokalisierten Varianten zu vergleichen und andererseits das Japanische eine sehr kontextabhängige Sprache und in der Regel nicht “eindeutig” zu übersetzen ist, verbleiben wir einfach dabei, dass ich keine Ahnung habe, ob deutsche DS- oder GBA-Version sprachlich näher an der Vorlage sind und dass sowohl Nintendo als auch Koch Media einen guten Job gemacht haben.
Game Boy Advance oder DS – das ist hier die Frage!
Die große Frage ist natürlich, welche Version die bessere ist oder gleich, ob sich die DS-Version lohnt, wenn man bereits eine frühere gespielt hat. Bevor ich mich an einen Versuch, dies zu beantworten, wage, sehen wir uns doch zuerst einmal an, was – abgesehen von der Story, die natürlich auch nicht wesentlich verändert wurde – denn in den beiden Modulen gleich ist.
Ganz grundsätzlich haben wir es gameplaymäßig mit einem einem klassischen RPG der 16Bit-Ära zu tun: Cecil kann bis zu vier seiner Kumpels, die von der Story abhängig immer wieder mal kommen und gehen (vor albernen, melodramatischen und nur allzu vorhersehbaren Heldentoden, die letztendlich eigentlich nur dazu dienen, die Party neu zu gruppieren, bleibt ihr leider auch in der Neuauflage nicht verschont), in seiner Gruppe haben, und jene kämpfen im rundenbasierten Stil gegen Monster und Baron-Anhänger. Wobei “rundenbasiert” nicht komplett stimmt – mit FFIV wurde ja in der Serie das “Active Time Battle System” eingeführt: Hier kommt nicht brav einer nach dem anderen dran, während Gruppenmitglieder und Monster gesittet abwarten, sondern jedem Kämpen ist ein Balken zugeordnet, der sich nach und nach auffüllt; ist er voll, kann jener angreifen. Bestimmte Zaubersprüche können diese Wartezeit übrigens auch verkürzen, was äußerst praktisch sein kann – im Gegenzug werden die Viechereien und feindlichen Soldaten sicher nicht auf euren Angriff warten, während ihr das weitere Vorgehen überlegt; wenn ihr zu lange in seiner Tasche kramt, um den passenden Heiltrank zu suchen, bestraft euch ein Monster-Angriff und ihr werdet besagten Trank vielleicht gar nicht mehr nutzen können, da ihr platt am Boden liegt. Im Optionsmenü lässt sich dieses harte System allerdings ein wenig entschärfen.
Sonst gibt es zu den Kämpfen nicht allzu viel zu sagen – wer auch nur ein rundenbasiertes RPG gespielt hat, wird sich gleich heimisch fühlen: Normale Angriffe mit Waffen, von magiekundigen Kumpanen gewirkte Zaubersprüche, die Freunde heilen oder Gegner in Feuerstürme hüllen, zu Eis erstarren lassen und vieles mehr, Monsterbeschwörungen, die eure Gefährtin Rydia beherrscht und in der Regel gleich allen feindlichen Kreaturen auf einmal einheizen sowie die eine oder andere charakterspezifische Spezialfähigkeit (Kain kann etwa mit einem riesigen Satz den Bildschirm kurz verlassen, wodurch er unangreifbar wird, und danach mit Schmackes einen Gegner aus der Luft angreifen, dem dies gar nicht schmecken wird) – irgendwelche totalen Überraschungen dürft ihr euch von einem frühen SNES-RPG nun mal nicht erwarten.
Reise um die Welt, lerne nette Leute kennen – und noch viel mehr Monster!
Sonst unterhaltet ihr euch eben in Dörfern mit Passanten oder Händlern, lauft über eine Genre-typische Weltkarte und duelliert euch dort wie in den vielen, aber insgesamt wenig komplexen und mit kaum Rätseln bestückten Dungeons alle paar Schritte mit bösartigen Kreaturen: Sicherlich ist es Geschmackssache, aber die extrem vielen Random Encounters können bisweilen echt nerven – insbesondere, wenn man nach einem längeren Kampf nicht sofort präsent hat, woher man eigentlich kommt und wohin man gehen muss, dabei den falschen Weg einschlägt und, sobald man dies realisiert, schon wieder in einen Kampf stolpert. Mitbewerber wie Tales of Symphonia, Paper Mario oder Lufia gehen da einen weitaus angenehmeren Weg, indem man die Gegner einfach zu jeder Zeit sieht und der Kampf bei einer Berührung mit ihnen startet.
Der Schwierigkeitsgrad ist in der DS-Version übrigens einen Tick höher ausgefallen als am GBA; das SNES-Original gab es auch in zwei Varianten, “Easy” und “Hard”. Soweit ich weiß, orientieren sich dennoch beide Handheld-Versionen eher an der “Hard”-Version, was ich allerdings nicht beschwören kann – auf jeden Fall ist das runderneuerte 3D-Remake ein wenig schwieriger als der 2D-SNES-Port, was man man begrüßen kann oder auch nicht; objektiv ist es weder positiv noch negativ.
Final Fantasy IV auf GBA und DS: Pro und Kontra
Aber jetzt wollen wir uns einmal die deutlicheren Unterschiede zwischen DS- und GBA-Version ansehen und bewerten. Zu diesem Zweck habe ich diesmal übrigens zwei Gäste eingeladen – die Herrschaften “TehREALsephir0th” und “King_Kefka_81”. Würdet ihr unseren Lesern einmal ganz kurz verraten, welche Version ihr denn bevorzugen würdet?
TehREALsephir0th: Klar! Guckt einfach auf meinen Nick, das sagt schon alles.^^ Solange es Final Fantasy nur für diese Nintendo-Systeme gegeben hat, war es voll die Grütze – da tut sich am Bildschirm einfach nix, wenn du verstehst, was ich meine! Ohne die ganzen coolen FMVs ist ein RPG sowieso zum Vergessen, aber das Ärgste: Die bösen Viecher stehen halt so da, meine Kumpels fuchteln mit dem Schwert in der Luft herum, plötzlich verschwindet das Vieh – hallo?! Ich will natürlich sehen, wie wir die Monster plätten und die dann umkippen! Wenn ich mir was vorstellen will, dann les´ ich ein Buch – in einem Game will ich was sehen! Die DS-Version ist schon cool, ganz klar – aber am GBA ist es noch langweiliger als diese Pokemons, oder wie die heißen.^^
King_Kefka_81: Oh. Mein. Gott. Leute wie du sind Schuld daran, dass sich die Serie so mies entwickelt hat, wie sie jetzt ist...null Charme, null glaubwürdige Charaktere, nur Effekthascherei. Die Figuren sehen jetzt so pseudo-realistisch aus – vollkommen austauschbar, der ganze Japano-Charme ist weg. Und ich frage mich wirklich, ob du FF 1-6 überhaupt gespielt hast – dieser alberne “uuh-ich-bin-ja-so-cool-und-GOTHIC”-Sephiroth ist wirklich NICHTS gegen Kefka! Ach, entschuldige – wahrscheinlich weißt du ja gar nicht, aus welchem Teil der stammt, oder? Du hast ja sicher erst bei FFVII überhaupt erst zum Spielen angefangen – jaja, der absolute Tiefpunkt der Serie, der Veteranen mit unsympathischen Charakteren und albernem, unpassenden Technik-Kram glatt ins Gesicht schlägt!
TehREALsephir0th: Na sag mal, geht´s noch? Beleidigst du gerade ernsthaft den Gott der Videospiele?
King_Kefka_81: Oh, bitte...dir ist doch wohl hoffentlich klar, dass du dich mit dieser Aussage selbst deklassiert hast. Also, sag deinen Lesern folgendes, OldMacMario (Meine Güte...dieser Nick, dieses Avatar...): Wenn ihr schon kein US-SNES mit der Original-Cartridge habt (SEUFZ...), dann schnappt euch halt die GBA-Version. Verglichen mit dieser DS-Beleidigung ist sie sowieso das einzig Wahre!
Dankeschön, Leute. Also dann, wenn ich wieder das Wort ergreifen darf – sehen wir uns doch einmal die Unterschiede zwischen den beiden Versionen genauer an!
TehREALsephir0th: Nix da! Jetzt entschuldigst du dich erstmal, du Besserwisser!
King_Kefka_81: Du kannst dir nicht vorstellen, was für eine Angst ich vor einem Kiddie wie dir habe (SEUFZ). Komm nur her! Ich habe schon Top-RPGs gespielt, als man dir noch die Windeln wechseln musste!
Leute, bitte es reicht langsam! Könntet ihr bitte endlich mal auf- auf...hö...reeeeen...
King_Kefka_81: Was soll das? Keine Angst, es wär schon nichts passiert – ich hätte diesem Kiddie nur eine kleine Abreibung verpasst, da musst du nicht gleich dazwischen gehen! He? Was ist mit dir? Hallo?
TehREALsephir0th: Verdammt! Ich fürchte, ich hab ihn mit einem kritischen Treffer erwischt! Der war eigentlich für dich gedacht! Glaubst du, der steht wieder auf?
King_Kefka_81: Kein Problem! Bringen wir ihn eben in eine Herberge; wenn er morgen aufwacht, hat er alle Lebenspunkte wieder regeneriert. Ihn brauchen wir nicht, um darüber zu diskutieren, welche FFIV-Version besser ist – auch wenn du wohl nicht fähig zur Diskussion bist und das Ergebnis von Anfang an feststeht...
TehREALsephir0th: Hättest du wohl gerne! Schau dir mal die Grafik an – komplett polygonal, mit super Texturen, und deutlich besser als in Final Fantasy III am DS, wo die Helden sich doch sehr ähnlich sahen und kaum Emotionen gezeigt haben. Aber hier kann sogar Cecil sein Helmvisier auf- und zuklappen, ist doch was! Und sowohl die Party als auch die Monster sind voll animiert – ganz im Gegenteil zu deinen geliebten Standbild-Gegnern und kaum animierten Helden! Gerade die Viecher sehen ähnlich gut aus wie ihre Kollegen in FFIX für PlayStation.
King_Kefka_81: Dafür ist der 2D-Look in sich stimmig, ganz im Gegensatz zur Polygon-Optik! Schau dir mal den einleitenden Renderfilm an – da sehen die Leute alle so übertrieben realistisch wie in den späteren Teilen aus. Im Spiel selbst wirken sie wieder eher wie Anime-Kopffüßler. Sorry, aber das nimmt der Welt ihre ganze Glaubwürdigkeit.
TehREALsephir0th: Pah! In deiner GBA-Version gibt es ja überhaupt keine richtigen Filmsequenzen! Nur herumstehende Sprites und Texttafeln – langweilig! Am DS gibt´s ein wunderschönes Render-Intro, das DS-weit seinesgleichen sucht, und während des Spiels Unmengen an ebenfalls sehr sehenswerten Sequenzen in Spielgrafik, die mit super Sprachausgabe unterlegt sind!
King_Kefka_81: Mag sein! Aber sieh dir doch mal an, was wegen deinem ach so hübschen FMV-Vorspann rausgeflogen ist: Am GBA kann man sich bei jedem Einschalten eine wirklich nette Sequenz ansehen, in der die Hintergrundgeschichte und das Szenario erzählt und erklärt werden – beim DS-Äquivalent ist der einzige Text jener, der die Entwickler des Spiels aufzählt. Eine schöne Metapher – das GBA-FFIV legt mehr Wert auf die Story, jenes am DS auf die Effekthascherei! Und das wunderschöne Musikstück, welches das GBA-Intro begleitet, findet man logischerweise auch nur dort.
TehREALsephir0th: Ach ja, die Musik! Du willst mir doch nicht erzählen, dass dir die läppische, auf den GBA übertragene SNES-BGM besser gefällt als die orchestralen Stücke der Neuauflage?!
King_Kefka_81: Du hast Recht, das will ich dir wirklich nicht erzählen! Wenn man wie du nicht imstande ist, den herrlichen Charme von Musik aus der 16Bit-Ära zu erfassen, dann findet man wohl jedes einigermaßen orchestral klingende Gedudel besser als kompositorisch geniale MIDIS. Von daher werde ich mit dir nicht darüber sprechen – da könnte ich gleich gegen eine Wand reden! Freilich sind die DS-Tracks nicht schlecht – sind im Grunde ja immer noch dieselben wie früher – aber den Charme der SNES-Zeiten versprühen sie ganz und gar nicht mehr!
TehREALsephir0th: Also gut – reden wir über Features, die in früheren Versionen einfach gar nicht existiert haben; bin gespannt, über was du denn jetzt auch noch nörgeln willst! Am DS gibt es eine Automap am Touchscreen, die dir sogar sagt, wieviel Prozent des aktuellen Dungeon-Teiles du schon erforscht hast! Und wenn du 100% erreichst, dann bekommst du sogar gratis Items! Wenn das nicht etwas ist, weiß ich auch nicht mehr!
King_Kefka_81: Meine Güte...du hast das vielleicht nötig! Aber RPG-Veteranen brauchen keine aufgezwungene Karte – die Dungeons sind sowieso übersichtlich genug! Und Items, die man weder in Truhen findet, noch von besiegten Gegnern erhält, noch im Laden kauft – was soll das? Ist das eine Art Cheat, oder wie? Kann ich wirklich nicht gebrauchen – warum nicht gleich ein Modus, in dem das Game Over einfach abgeschafft wird?
TehREALsephir0th: Pah! Items sind nun mal dazu da, um eingesetzt zu werden! Und was ist mit der Möglichkeit, wahlweise per Steuerkreuz oder per Stylus zu steuern? Oder damit, den Partymitgliedern sogar Fähigkeiten fremder Charakterklassen beizubringen?
King_Kefka_81: Ich bitte dich...wer steuert ein spielerisch immer noch de facto zweidimensionales RPG mit einem Touchpen? Vollkommen unnötig! Und den Helden andere Fähigkeiten beizubringen – ja, wenn das System ausgefeilt genug und auf Jobs aufgebaut ist, wie etwa Final Fantasy V, dann gut. Aber dieses Fähigkeiten-Wechsel-Feature in FFIV habe ich genauso wenig genutzt wie etwa das ähnliche Feature in Fire Emblem Shadow Dragon – nämlich gar nicht. Hüben wie drüben ist jeder Charakter für sich sinnvoll gestaltet, und es ist überhaupt nicht nötig, irgendwas zu verändern.
TehREALsephir0th: Also gut! Aber es gibt einen komplett neuen Charakter – einen Beschwörbaren, den Rydia zur Hilfe rufen kann und der sie sogar im Kampf komplett ersetzen kann! Pochka heißt er, aber man kann ihn sogar selbst benennen, sein Gesicht zeichnen, ihm Attacken zuweisen und ihn mit witzigen kleinen Minispielen aufleveln! Sowas gab´s früher nie!
King_Kefka_81: “Beschwörbarer”? Aaaargh! “Summon Spirit”, “Eidolon” oder “Esper”, aber doch nicht “Beschwörbarer”! Man fasst es nicht, was die Übersetzer alles anrichten! Ja, das Viech ist eine ganz lustige Idee, aber gebracht hat es mir de facto nichts. Ich meine – ich habe weder die Zeit noch die Lust, mich ständig durch irgendwelche Minigames zu kämpfen, nur damit das Wesen in den Fights brauchbar wird! Hallo, ich habe ein RPG gekauft, und ein solches will ich auch, nichts anderes! Ach ja: Gerade in Rollenspielen erhöht es die Atmosphäre ungemein, wenn man den Charakteren auch eigene Namen geben kann. Aber hier ist es abgesehen von diesem Summon Spirit unmöglich – alle “richtigen” Partymitglieder behalten ihre Original-Namen, nur damit die verdammte Sprachausgabe “weiß”, wie die Figuren heißen. Super, riesiger Fortschritt!
TehREALsephir0th: Jetzt habe ich aber genug, echt mal! Du kannst nix anderes als nörgeln! Komm her, und wir regeln das wie Männer!
King_Kefka_81: Auch recht! Aber von einem Wicht wie dir bekomme ich sicher fast gar keine Erfahrungspunkte!
Neue Makronen Zeitung, Ausgabe vom 20.3.2009
Die bislang gut beleumundeten Thorsten P. und Daniel L. wurden am Nachmittag des 19.3.2009 von der Polizei aufgegriffen, als sie sich in einer heftigen Rauferei befanden und sich dabei kryptische Beschimpfungen an den Kopf warfen. Expertenmeinungen zufolge spielen beide Raufbolde schon seit ihrer Kindheit sogenannte “RPG”-Computerspiele (eine Abkürzung für “Rennen, Prügeln & Garaus machen”), deren Ziel es jeweils ist, möglichst viele “Gegner” abzuschlachten, mithilfe der dadurch gewonnenen “Erfahrungspunkte” stärker zu werden und durch Nutzung der neuen Kraft noch mehr Terror und Verwüstung anzurichten. Namhafte Politiker denken darüber nach, Spiele dieser Art komplett zu verbieten; ebenso gilt der Schritt, die USK-Logos (geben die Altersbeschränkung an, Anm. d. Red.) auf Spieleverpackungen nun um 350% zu vergrößern und mit in allen Regenbogenfarben schillernden Hologrammen zu versehen, bereits als sicher. Ein Detail führt allerdings noch zu Verwunderung bei jenem Polizeibeamten, welcher P.s und L.s Rauferei beendete und die beiden festnahm: “Sie standen sich gegenüber und schlugen sich abwechselnd. Dabei kam es mir vor, als würden dabei immer wieder kurz Zahlen in der Luft erscheinen und wieder verschwinden.”, so der Beamte.
Ausklang
Ummmm...wo bin ich hier? Scheint so eine Art Hotel zu sein...was ist passiert? Und vor allem, wie weit bin ich jetzt mit meinem Review? Diese Kopfschmerzen...kann mich nicht erinnern. Ich weiß nur noch eines: Dass ich erwähnen wollte, dass FFIV für DS noch einen kleinen Zweispieler-Modus enthält, in dem man sein Pochka-Monsterchen (ein Beschwörbarer, den man durch Minispiele aufleveln kann; ich weiß nicht genau, ob ich ihn schon erwähnt habe) gegen einen Kollegen aus einem anderen Modul antreten lassen kann. Bewertung will ich hier fairerweise aber keine abgeben – die Tierchen kämpfen selbstständig gegeneinander (man kann ihnen die nutzbaren Attacken zuvor in einem Menü zuweisen); somit hat man selbst kaum Einfluss auf die Kämpfe – nur insofern, als dass man sein Pochka vorher möglichst gut trainieren sollte. Von einem echten “Zweispieler-Kampfmodus” will ich also nicht sprechen, wohl aber von einem ganz netten Extra.
So, jetzt aber nichts wie weg hier, wo immer ich hier auch bin...wie? Oh, guten Tag? Sie sind also...der Wirt dieser Herberge, ach ja. Bitte? Ob ich nicht etwas vergessen habe? Die Bezahlung des Nachtlagers? Ach so. Wie viel würde das denn machen? 1000 Gil? Ähhh...wie viel ist das in Euro...?
Fazit
Genug des ganzen Unsinns – reden wir Klartext: FFIV ist auf beiden Systemen ein tolles RPG; das DS-Remake bietet freilich technisch viel mehr, aber am GBA hat es auch ihren eigenen Charme. Wegen Unzulänglichkeiten in der Story und etwas nervig vielen Kämpfen kommt die Wertung aber nicht über 8 Punkte (gilt auch für den GBA) hinaus. Innovationen aus heutiger Sicht dürft ihr in beiden Versionen freilich nicht erwarten.
- Spitzengrafik
- sehr schöne Musik
- massig Sprachausgabe, tolle Zwischensequenzen
- gutes, solides Kampfsystem...
- ...das heutzutage natürlich längst nicht mehr innovativ ist
- ziemlich lineare Dungeons, sehr wenige Rätsel
- alle paar Schritte wartet ein Zufallskampf
- Story beginnt sehr interessant, aber enttäuscht im Verlauf
Vielen Dank an die Firma Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.


