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Wii Fit

Wii Fit

Mana Drache

Fit wie ein Turnschuh! Wir haben für euch geschwitzt, gekeucht und abgenommen. Mit Wii Fit will Nintendo euch einen Anreiz für mehr Sport geben und mehr Körperbewusstsein vermitteln. Wir haben die spielerische Trainings-Software für euch auf Herz und Nieren geprüft und sagen euch, ob Wii Fit euch auch längerfristig bei Laune halten kann. Auf die Plätze, fertig, L O S!

Wii Fit

WII

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
WII
Spieler
1 lokal

Zugegeben: Videospielen gilt nicht gerade als die gesündeste und sportlichste Freizeitbeschäftigung unter der Sonne. Bei den meisten Sportspielen lasst ihr die virtuellen Sportler für euch sprinten, grätschen, schwimmen, schlagen oder springen, während ihr es euch auf dem weichen Sofa mit Bier, Cola und fettig-süßen Knabbereien gemütlich macht. Für den einen oder anderen, der vielleicht mit Übergewicht oder Haltungsproblemen zu kämpfen hat oder einfach ein bisschen körperbewusster leben möchte, kann Wii Fit der nötige Ansporn sein, den Allerwertesten in Bewegung zu setzen. Aber aufgepasst: Wii Fit will und kann keinen richtigen Sport ersetzen – mit einem spielerischen Ansatz, der euer Fitness-Engagement stets belohnt, wird jedoch ein Anreiz geboten, euren Body auch abseits der Wii zu trimmen.

Mann-o-meter, du bist aufgegangen wie ein Hefeteilchen…

Wii Fit liegt das so genannte „Wii Balance Board“ bei, eine sehr präzise Waage, die neben eurem Gewicht auch euren Körperschwerpunkt nachvollziehen kann. Für etwa 90 € erhaltet ihr die Software und ein wirklich hochwertig verarbeitetes Eingabegerät, das mit zwei 1,5-A-Standard-Batterien den Betrieb aufnimmt. Bis zu 150 Kilogramm hält das gute Stück aus, das sicher und stabil auf dem Boden liegt und euren Füßen durch seine Noppenstruktur genügend Halt bietet. Ihr solltet auch gleich genügend Platz im Raum schaffen, denn ihr werdet nicht bloß stramm auf dem Balance Board stehen, sondern zum Beispiel auch Liegestütze ausführen. Gerade bei sehr kleinen Zimmern kann es daher zu Platzproblemen kommen. Schon nach kurzer Übungsdauer fällt zudem störend auf, dass ihr neben dem Board immer wieder auf die Wii-Fernbedienung (und manchmal auf den Nunchuk) zurückgreifen müsst, die ihr bei vielen Übungen gar nicht braucht und zur Seite legt. Eine Steuerung ganz über Balance Board wäre hier wünschenswert gewesen. Bei Donkey Konga für den GameCube und den beigelegten Bongos konnte man schließlich auch bequem mit den Trommeln durch das Menü navigieren.

Ich leide an Eingeweideverfettung. Bitte… sagt meiner… Mutter, dass ich… sie liebe.

Das Programm greift auf den etablierten Body Maß Index (kurz: BMI) zurück, der aus einem Verhältnis eures Gewichts und eurer Körpergröße ermittelt wird und idealerweise zwischen den Werten 20 und 25 liegen sollte. Dem metabolischen Syndrom oder auch Eingeweideverfettung (was für ein grässliches Wort) soll der Kampf angesagt werden. All diejenigen, die sowieso schon rank, schlank und trainiert sind, werden motiviert, ihr Gewicht zu halten. Ob dick oder dünn: Jeder kann sich ein eigenes Gewichtsziel setzen, das er oder sie in einer bestimmten Zeit zu erreichen versucht. Wer vielleicht zu ehrgeizig ist oder sich unterschätzt, kann alle zwei Wochen ein neues Ziel einstellen. Anhand der Körpertests, die ihr am besten täglich absolviert, wird nach einigen Balance-Prüfungen und der BMI-Bestandsaufnahme ähnlich wie Dr. Kawashimas Gehirn-Alter ein Wii-Fit-Alter errechnet. Lasst euch anfangs durch ein zu hohes Alter nicht aus der Ruhe bringen. Gerade zu Beginn muss man sich erst einmal mit dem Balance Board vertraut machen – ein Effekt, den die Software leider übergeht. Umso mehr freut ihr euch aber dann über die Fortschritte bei den nächsten Testläufen.

Wie Wii Fit beweist, versteht es Nintendo gut, den Nutzer sanft in die Software einzuführen. Der „human touch“ ist an vielen Stellen zu verorten und belebt die ansonsten recht sterilen, wenn auch sehr übersichtlichen Menüs. Die Einrichtung des Balance Boards wird von einem personifizierten Comic-Board im Programm selbst vorgenommen, in ein sprechendes „Schweinchen Fit“ wird für jede absolvierte Übungsminute eine Münze eingezahlt, die euch später neue Inhalte freigeben. Ganz hervorragend passen auch die Miis in das sportliche Szenario. Ihr erstellt ein Profil mit eurer virtuellen Karikatur, die sich auch vom Aussehen eurer Gewichtsstufe angleicht, was für den einen oder anderen Lacher gut ist. Aus der Wii Fit Lobby, einer Art Aufenthaltsraum für alle registrierten Miis, wählt ihr eures aus und startet in euer Fitness-Programm. Mithilfe einiger Diagramme lässt sich von hier aus stets einsehen, wie ihr euch im besten Fall Tag für Tag und längerfristig entwickelt. Wenn ihr eure Körperdaten und euren Fitness-Stand für Privatsache haltet, könnt ihr diese ganz einfach mit einem Passwort verschlüsseln.

Zehn Kilometer auf der Stelle treten – Hauptsache gesund.

Nach all der Vorbereitung startet ihr nun endlich in euer Workout, das sich in vier Übungsmethoden unterteilt: Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balancespiele. Der Reihe nach: Bei Yoga geht es im Kern darum, euer Körperbewusstsein zu stärken, euch zu entspannen und eure Haltung zu verbessern. Fünf Positionen stehen von Anfang an zur Wahl, weitere gesellen sich peu à peu dazu, wenn ihr euch eine bestimmte Zeit lang mit Wii Fit auseinandergesetzt habt. Gleiches gilt für die Muskelübungen, die euch wirklich fordern und auch sportliche Menschen ins Schwitzen bringen. Ein nach Wahl männlicher oder weiblicher Trainer erklärt euch wie beim Yoga die Übungen und deren Bewegungsabläufe vorab und kritisiert, lobt oder feuert euch an, Taillendreher und Konsorten bis zum Schluss akkurat durchzuführen. Die deutsche Sprachausgabe ist dabei gelungen und wirkt natürlich. Bei Aerobic wird eure Ausdauer auf die Probe gestellt. Hier könnt ihr euch mit Hula-Hoop-Reifen in Schwung bringen, indem ihr euer Körpergewicht rhythmisch von links nach rechts verlagert. Beim Joggen auf der Wifitty-Insel werden euch nach und nach immer längere Strecken zugetraut – insgesamt dürft ihr elf verschiedene ablaufen und dabei noch Nintendo-Gegenstände aufsammeln. Dabei gönnt ihr dem Balance Board eine kleine Auszeit und steckt euch nur die Wii-Fernbedienung in die Hosentasche oder haltet sie in der Hand. An euren Bewegungen auf der Stelle erkennt die Software euer Lauftempo. Besonders motivierend ist hier, dass euch ein Sportkollege begleiten kann. Die Balance-Spiele stellen eine wirkliche Abwechslung im anstrengenden Übungsalltag dar. Es ist wirklich schade, dass Nintendo nur so wenige integriert hat. Beispielhaft soll hier das Skispringen hervorgehoben werden, bei dem ihr euch auf dem Balance Board platziert und beim Anlauf auf der Schanze in die Hocke geht. In der Absprungzone streckt ihr eure Knie ruckartig durch und verlagert euren Schwerpunkt nach vorne, indem ihr auf den Zehenspitzen steht. Jetzt nicht zu sehr zittern und ein Sprung jenseits der 100-Meter-Marke sollte euch sicher sein. Ob Kopfballspiel, Kugellabyrinth oder Balanceakt auf einem Seil zwischen zwei Häuserdächern: Das Balance Board wird gerade bei den Spielen auf innovative Weise genutzt und deutet das Potenzial an, was in der Doppelwaage schlummert. Wii Fit ist zwar grundsätzlich auf einen Nutzer ausgelegt, gerade unter Freunden oder in der Familie macht das Zuschauen und Nacheinander-Spielen aber auch viel Spaß. Etwas umständlich ist nur, dass man erst in die Wii Lobby zurückkehren muss, um die Miis zu wechseln. Hier wäre es angebracht gewesen, etwa wie bei Big Brain Academy in Windeseile die Miis austauschen zu können. Die Motivation wird bei allen Modi immer hochgehalten, denn jedes eurer Ergebnisse wird fein säuberlich abgespeichert und in eine Rangliste eingetragen, zu der alle registrierten Miis beitragen können. Einer gesundheitsfördernden Highscore-Jagd steht also nichts mehr im Wege!

Wii Fit ist ein Paradebeispiel für ein „Serious Game“: Dem reinen Spaß am Spielen wird noch ein Zweck vorangestellt: körperliche Fitness. Nintendo beweist wirklich ein Händchen dafür, euch von diesem Zweck der Software zu überzeugen, einen leichten Zugang zu ermöglichen und euch durch viele Boni längerfristig bei der Stange zu halten. Das Balance Board erweist sich als ein intuitives Eingabegerät, auf dessen weitere Verwendung man in zig unterschiedlichen Genres und Spielesammlungen gespannt sein darf.

8.0Wertung

Fazit

Mit Wii Fit ist es Nintendo gelungen, ein langfristig motivierendes Fitness-Programm zu kreieren, das einfach zu bedienen ist und vielfältige Übungen bereithält. Das Wii Balance Board entpuppt sich als ein innovatives Eingabegerät, das sich hervorragend für das Körpertraining eignet. Kleinere Abzüge gibt es für den etwas zu geringen Umfang bei den Spielen und das etwas umständliche Bedienen mit der Wii-Fernbedienung. Wii Fit ersetzt zwar keinen richtigen Sport, kann aber ein Ansporn sein, den Körper in Bewegung zu setzen und in Form zu bringen.

Design
7.0
Sound
6.5
  • starke Präsentation und Erklärungen
  • motivierende Übungen
  • tolles Eingabegerät "Wii Balance Board"
  • sehr einsteigerfreundlich
  • zu wenig Spiele
  • Bedienung mit Wii-Fernbedienung und Balance Board umständlich

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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