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Need for Speed ProStreet

Need for Speed ProStreet

Ti3R!

Eine Konsole ohne Need for Speed ist mittlerweile unvorstellbar. Man könnte fast die Uhr danach stellen, wann dieser Multiplattformer ein neues Update erhält. So langsam müsste den Jungs von EA doch mal die Puste ausgehen. Ob das wirklich so ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Was ist so sicher wie das Amen in der Kirche? Richtig ein neues Need for Speed. Bereits seit 1994 dürfen wir in heißen Schlitten an legalen und zuletzt immer wieder illegalen Rennen teilnehmen. Da das Flensburger Punkteregister einiger NFS Spieler wohl schon zum bersten gefüllt worden ist, verfrachtet EA das geschehen wieder auf richtige Rennpisten. Also

raus aus den Bobby-Cars und rein ins Vergnügen.

Brumm!

Das Spiel geht los aber erstmal heißt es das übliche Prozedere über sich ergehen zu lassen. Startet ihr das Spiel werdet ihr zunächst dazu aufgefordert ein Profil anzulegen. Habt ihr dann auch brav euren Namen per Bildschirmtastatur eingegeben, müsst ihr euch entscheiden, ob ihr als Casual, Racer oder King an den Start geht. Dies hat folgenden Hintergrund: Startet ihr als „Casual“ übernimmt das Spiel das Bremsen und hilft euch auf der Ideallinie zu bleiben. Als „Racer“ geschieht dies nur in schwierigen Kurven. Aber jetzt mal im Ernst. Wer schon ein paar Rennspiele hinter sich gebracht haben oder die, die schon einen Führerschein besitzen: Stellt euch vor, euch würde ein imaginärer Fuß vor einer schwierigen Kurve auf die Bremse latschen. Keine schöne Vorstellung oder? Im „King“-Modus (das klingt nach Spiel) seid ihr auf euch allein gestellt. Habt ihr euch für eine der Varianten entschieden, könnt ihr eure Karriere und damit euren Aufstieg zum „Street-King“ starten.

Brems!

Im Karriere-Modus nehmt ihr an den unterschiedlichsten Rennen teil. Die entscheidet ihr entweder im Drag Race durch permanentes schalten und Gas geben, durch die schnellste Rundenzeit oder im klassischen Modus, indem ihr als erster das Ziel erreicht(oh Wunder). Außerdem werdet ihr durch altbekannte Modi wie Drift Race oder dem neuen Wheeli-Wettbewerb gefordert. Gesteuert wird das ganze allein durch die Wiimote, die ihr, wie in Mario Kart, quer haltet und alternativ auch im Wii-Wheel unterbringen könnt. Eine alternative Steuerungsmöglichkeit wird euch leider nicht geboten. Auf 2 wird beschleunigt, auf 1 wird gebremst, auf A wurde die Handbremse platziert und das Steuerkreuz dient zum schalten und nach hinten schauen. Der B-Knopf beheimatet das obligatorische Nitro. Gewohnheitsgemäß wird durch kippen der Fernbedienung gelenkt. Klingt schön, fährt sich aber während der ersten paar Rennen wie ein Kettcar im Rückwärtsgang. Neigungssensoren hin oder her, aber ein Analog-Stick kann nicht durch Kippen der Wiimote ersetzt werden. Ich denke einige von euch werden schon etwas Erfahrung damit gemacht haben und mir zustimmen. Meiner Meinung nach überzeugte in Sachen Wiimote-Only-Steuerung bisher nur Excite Truck. Aber zurück zum Thema. Die aus den Vorgängern bekannten Drag Races benutzen dagegen eine sehr sinnvolle Variante der Steuerung. Ihr haltet die Wiimote wie einen Schaltknüppel in der Hand (na ja fast, denn sie zeigt tendenziell eher zum Fernseher). Mittels B gebt ihr Gas, gelenkt wird durch Kippen der Wiimote. Bevor es los geht müsst ihr eure Reifen aufwärmen, damit ihr einen besseren Start als die Konkurrenz hinlegt. 3…2…1…LOS! Jetzt drückt ihr den B-Knopf bis zum Anschlag durch und reißt die Wiimote nach oben (Vorsicht nicht zu weit). Schon ist der erste Gang drin. Weiter Kette geben, schalten und siegen. Der Drag-Modus ist wirklich gelungen und hebt sich sehr positiv vom Rest ab. Außerdem macht die Steuerung und das Nutzen der Steuerungsmöglichkeiten endlich Sinn! Die anderen Modi bieten wie gesagt durchschnittliches Rennvergnügen. Ihr sammelt Geld und Punkte und versucht euch immer weiter an die Spitze zu fahren. Ihr dürft tunen bis euch das Geld ausgeht und zudem massenweise neu Wagen erstehen. Typisch NfS halt. Siege bringen Geld mit dem ihr Autos kaufen könnt, die ihr je nach Anforderung tunen müsst. Macht euer Gefährt Drag tauglich, um in diesem Wettbewerb besonders hervorzustechen oder legt euer Feintuning auf Kurvenverhalten fest, um in einem richtigen Rennen bestehen zu können und so weiter. Im Westen nichts Neues. Leider.

Mantafahrer aller Länder vereinigt euch

Die vielen Rennmodi machen trotz aller Kritik nach ein bisschen Eingewöhnungszeit trotzdem Spaß und das, obwohl die Präsentation der selbigen wirklich klischeehaft ist. Während ihr euch im Event-Modus ein Rennen aussucht, brabbelt ein durchaus unsympathischer Moderator die ganze Zeit etwas von heißen Frauen, tollen Autos und so weiter. Auch während des Rennens bleibt ihr nicht verschont. Das zeugt meiner Meinung nach nicht unbedingt von der Kreativität der Entwickler. EA wollte den Schritt aus der illegalen Rennszene in eine semilegale Rennliga schaffen und übernimmt dabei genau die Ideen und Konzepte der Vorgänger.

Nur ein Lackschaden...Schade

Die grafische Präsentation bei NfS Pro Street ist leider wieder das, was man von EA bereits vom Gamecube gewöhnt war. Hier wurde getreu dem Motto verfahren: „Jup, das hätten wir auch besser hinkriegen können, aber auf der Wii interessiert die Grafik ja keinen.“ Ich möchte jetzt nicht in den Raum stellen, dass die Grafik schlecht ist, da aber die Rennen in einer farblosen Umgebung am helllichten Tage bestritten werden, möchte einfach nicht so richtig Stimmung aufkommen. Ein Traum in Pastell. Gut gelungen sind die Automodelle mit netten Spiegeleffekten und einem ausgeklügelten Schadensmodell… Ne Moment. Schadensmodell? Laut Hersteller gibt es dieses Feature wohl, denn zumindest wird dies auf der Rückseite der Verpackung hoch angepriesen. Gehalten wird dieses Versprechen aber nicht. Das einzige was eurem Wagen bei einem Crash passieren kann, sind ein paar läppische Kratzer. Eine Schadensanzeige soll netterweise das Schadensmodell ersetzen. Bei einem Totalschaden ist das Rennen vorbei, aber eurem Auto selbst könnt ihr dies nur schwer ansehen. Oh Oh. Das gibt Abzüge in der B-Note. Ältere Semester von euch sollten zum Beispiel noch Destruction Derby kennen, denn selbst da gab es ein Schadensmodell, das sowohl Auswirkungen auf das Aussehen, als auch auf das Fahrverhalten der Autos hatte. Sogar bei einem weniger auf Zerstörung ausgelegten Spiel wie Top Gear Rally auf dem Nintendo 64 war es möglich das Auto zu verbeulen und das vor über zehn Jahren. Warum nicht hier? Der Eindruck erhärtet sich, dass die Luft aus der NfS Reihe raus ist.

Sound

Rockige Tracks, gute Motorengeräusche, quietschende Reifen, Sprachausgabe, alles da. Gut so. Nur die Rennkommentatorentexte hätte man sich sparen können. Aber alles in allem kann sich das Gesamtpaket hören lassen.

6.5Wertung

Fazit

NfS Pro Street ist nicht schlecht aber auch nicht gut. Der Einsatz der Neigungssensoren ist teilweise löblich, teilweise unnötig. Ein paar Alternativen hätten dem Spiel gut getan. Die Präsentation läuft über vor Klischees und ich kann mir schwer vorstellen, dass das übliche NFS Klientel noch lange Lust darauf hat. Die Grafik hätte etwas mehr Farbe vertragen können und das fehlende Schadensmodell ist eine Farce. NfS ist aber in Anbetracht der wenigen ernstzunehmenden Konkurrenz auf der Wii nicht von der Hand zu weisen. Solide aber ausbaufähig.

Design
6.5
Sound
7.0
Online Multiplayer
6.5
  • guter Drag Race Modus
  • Sound ganz ordentlich
  • ich mag nicht mehr, der Zug ist abgefahren
  • Klischeehaft bis mir schlecht wird

Vielen Dank an die Firma EA für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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