
Ben 10: Protector of Earth
Ben ist ein bisschen anders als die anderen Jungs in seinem Alter. Schuld daran ist ein ominöses Alien-Accessoire namens Omnitrix, das er im Wald gefunden hat. Damit ist es ihm möglich, sich in außerirdische Monster zu verwandeln und nach der Schule die Welt zu retten. Cooler Typ. Ob auch das Videospiel zur Zeichentrickserie ungeheuerlich gut ausgefallen ist, erfahrt ihr in unserem REVIEW!

Ben 10: Protector of Earth
WII
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- High Voltage
- Publisher
- D3 Publisher
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Nehmt euch ein Beispiel an Ben Tennyson, ihr Lausebängel dieser Welt! Im Gegensatz zu euch hängt er nicht den ganzen Tag vor dem PC und lädt allerlei Multimedia-Inhalte aufs Handy. Ben ist da anders. Nun ja, er rettet gelegentlich die Welt.
Opa, ich bin dann mal die Welt retten…
Dieses außergewöhnliche Hobby, das offensichtlich Kompetenzen abverlangt, die über die Fähigkeiten eines Dreikäsehochs hinausgehen, hat er einem Zufall zu verdanken. Ben ist nämlich in einem Wäldchen über ein extraterrestrisches Relikt gestolpert, das sich wie eine Armbanduhr tragen lässt. Omnitrix, so der Name des außerirdischen Accessoires, versetzt Ben von nun an in die Lage, sich in monströse Super-Aliens zu verwandeln. Das Spiel basiert auf einer US-Zeichentrickserie, die bei uns zwar noch nicht übermäßig bekannt ist, aber sich einer wachsenden Fangemeinde erfreut. Im Videospiel werden Ben auf mysteriöse Weise seine Kräfte gestohlen – das muss der Anfang einer interdimensionalen Krise sein. Zahlreiche, aus der Serie bekannte Charaktere wie Dr. Animo oder Kevin 11 sind in die Story eingewoben, die immer wieder durch nette, bunte Standbilder mit deutschem Bildschirmtext vorangetrieben wird.
Monsterschüler und Action alter Schule.
Was sich spielerisch hinter Ben 10 verbirgt, ist ein sehr konventionelles Action-Spiel, bei dem ich euch durch eine zweidimensionale Umgebung von rechts nach links und von oben nach unten (oder vice versa) prügelt. Über eine Landkarte navigiert ihr eurer Wohnmobil zu diversen Einsatzorten in den USA – „from coast to coast“ sozusagen. Ihr besucht zum Beispiel die Straßen von San Francisco, Mount Rushmore oder den Hoover-Damm. Die Szenarien sind zwar recht abwechslungsreich gestaltet. Das gilt aber ganz und gar nicht für das Gameplay, das eigentlich nur aus größtenteils stumpfsinnigem Prügeln besteht. Dabei liefert die Vorlage mit Bens Monster-Verwandlungskünsten doch eigentlich genug Potenzial. Denn jedes Monster verfügt neben einer Palette von leichten und harten Schlägen über individuelle Fähigkeiten. Wählt ihr über den Touchscreen beispielsweise das träge „Kanonenkugel“-Biest aus, könnt ihr euch zu einem Ball zusammenrollen und besondere Vorrichtungen nutzen, die euch zu höher gelegenen Passagen katapultieren. „Flashlight“ ist ein behänder Feuerteufel, der nicht nur den zahllosen Feinden einheizt, sondern auch Brandherde löscht und somit neue Abschnitte zugänglich macht. Für jedes der Monster, die übrigens nicht alle von Anfang an anwählbar sind, dürft ihr nach dem Ende eines Levels neue Kombinationen freikaufen. Insgesamt könnt ihr das Schlagrepertoire eurer Alters Egos um achtzig Manöver erweitern. Schade nur, dass ihr die meiste Zeit gar nicht auf diese zurückgreifen müsst, sondern die Fieslinge durch einfaches Button-Mashing von Y oder X mit Leichtigkeit aus dem Weg räumt. Für ein bisschen Brisanz bei dem allgemein sehr niedrig gehaltenen Schwierigkeitsgrad sorgt der Umstand, dass ihr nur über einen bestimmten Zeitraum in Monstergestalt kämpft und dann wieder in den recht verwundbaren Ben verwandelt, bis sich eure Omnitrix wieder in etwa zehn Sekunden aufgeladen hat. Jede eurer ungeheuren Persönlichkeiten spielt sich wirklich unterschiedlich, das repetitive Gameplay ohne Rätseleinlagen lässt diesem interessanten Feature aber kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Das Dauergekloppe macht zwar kurzfristig durchaus Spaß, mittelfristig mangelt es aber einfach an Abwechslung.
Ein bisschen mehr von allem, bitte!
Als kleine Höhepunkte des durch und durch mittelmäßigen Spielvergnügens lässt sich da noch der eine oder andere Endgegner bezeichnen, die teilweise fordern und auch hübsch animiert sind. Summa summarum krankt es aber auch hier daran, dass taktisches Vorgehen wegen zu weniger und zu berechnender Angriffsphasen kaum abverlangt wird. Dem Eindruck der Mittelmäßigkeit wird auch die Technik gerecht: Die grafische Gestaltung der 2D-Szenarien ist recht vielfältig, manchmal jedoch etwas karg. Die plötzlich auftauchenden Feinde sind zwar nett animiert, allerdings gibt es zu wenige unterschiedliche. Auch die Musik fällt nicht sonderlich auf, unterstützt die Action auf dem Schirm aber durch treibende Melodien. Der Mehrspielermodus für bis zu acht menschliche Spieler ist hingegen kaum der Rede wert und unterhält höchstens für ein paar Minuten. Es geht lediglich darum, in einem Rennen auf einem Schrottplatz so viele Autos wie möglich zu zerstören. Hier zeigt sich dann, wer mit welchem Monster am meisten Schaden anrichtet. Insgesamt ist Ben 10 eine der vielen TV-Umsetzungen der vergebenen Chancen. Auch wenn die Zielgruppe jüngere Spieler sind, wird einfach zu wenig Variation geboten.
Fazit
Ben 10 ist ein Lausebängel, der sich in unterschiedliche Monster verwandeln kann. Dieses Konzept sollte doch eigentlich genügend Stoff für ein abwechslungsreiches Videospiel bieten. Ansätze sind in der DS-Version zwar zu finden, leider fällt das Gameplay viel zu monoton aus und beschränkt sich auf stupides Kämpfen. Ein paar Rätsel hätten hier sicherlich für Abwechslung gesorgt. Beim nächsten mal ein bisschen mehr Engagement, Ben, wenn du auch Spieler außerhalb deiner Fangemeinde überzeugen willst!
- Monster spielen sich unterschiedlich
- ordentliche Steuerung
- Gameplay beschränkt sich auf Prügeln
- sehr einfach
- technisch gerade Mittelmaß
Vielen Dank an die Firma D3 Publisher für die Bereitstellung des Testmusters.


