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Englisch Buddy

Englisch Buddy

Shiek Katzenwald

Bereits seit einiger Zeit macht eine Lernsoftware namens Englisch Buddy in den Verkaufscharts von sich reden. Wir haben den DS angeschmissen und getestet, ob Buddy wirklich dazu taugt, die grundlegenden Englisch-Regeln zu lehren. Lest dazu unser aktuelles Review!

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass der Nintendo DS viel mehr als eine portable Konsole ist. Neben dem grundlegenden Gedächtnistraining werden nach und nach immer mehr klassische Schulfächer abgedeckt. Nintendo selbst hat bereits zwei Englisch-Sprachprogramme herausgebracht, aber die Weltsprache ist auch für andere Entwickler attraktiv. Mit Englisch Buddy ist ein weiteres Lernprogramm erschienen, das sich des Englischen annimmt. Ein weiterer Trend ist zudem auf der Packung des Spiels zu beobachten, auf der das Logo des renommierten Pons-Verlags prangt. Ähnlich wie die Süddeutsche Zeitung es bei „Kreuzworträtsel“ gemacht hat, versuchen klassische Medien mit ihrem guten Namen auch auf dem lukrativen Videospiel-Markt mitzumischen. Warum aber auch nicht? Solange die Qualität der Spiele stimmt, profitieren beide Seiten von diesen Deals.

Vielfältige Aufgaben warten auf ihre Entdeckung

Englisch Buddy richtet sich an die ersten Jahre des Englischunterrichts in der Schule. Die Präsentation ist deutlich verspielter, als z.B. bei Dr. Kawashima oder English Training. Buddy begrüßt den Spieler je nach Uhrzeit unterschiedlich und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Gleichzeitig übernimmt er auch die Rolle des Tutors, indem er die vielen verschachtelten Menüs erklärt. Vier Spieler können übrigens ganz unabhängig voneinander trainieren, da verschiedene Profile angelegt werden können. Die Steuerung geschieht ausschließlich über den Stylus.
Das Gym stellt das Herzstück des Spiels dar: Hier lassen sich Vokalen trainieren, Diktate schreiben oder grammatikalische Regeln lernen. Auf den ersten Blick kann die Vielzahl an Übungen und verschiedenen Modi erdrückend wirken, aber das Spielprinzip gleicht einem klassischen Videospiel zumindest in diesem Punkt nicht: Es geht nicht darum, Englisch Buddy durchzuspielen, sondern jeden Tag ein wenig zu tun, um sich langsam zu steigern. Dabei helfen detailliere Statistiken, die Verbesserungen, aber auch Rückschläge in einer Monatsübersicht darstellen. Für perfekt beendete Übungen gibt es einen Pokal und das Ergebnis wird dauerhaft gespeichert. Kleine Spiele lockern das Spielgeschehen zwar auf, aber der pädagogische Aspekt bleibt stets im Vordergrund. Kein Wunder, dass Englisch Buddy auch keine „normale“ USK-Freigabe hat, sondern direkt als Lern-Software eingestuft worden ist. Eine Parallele zu Dr. Kawashima, dem Spiel, das die Casual-Welle auf dem Nintendo DS entscheidend mitbegründet hat, drängt sich beim Spielen von Englisch Buddy allerdings auf: Sechs verschiedene Übungen müssen auf Zeit gelöst werden. Anschließend gibt Buddy ein Statement, wie beispielsweise „Briefe von Freunden aus Amerika sind kein Problem mehr für Dich“ ab. Zusätzlich erhält der Spieler einen Rang, der zukünftig auch direkt in der Profilübersicht angezeigt wird. Es geht zwar nicht um das geistige Alter, sehr wohl aber um eine Einstufung, die Tag für Tag verbessert werden kann.

Ein großer Pluspunkt ist das integrierte Wörterbuch, das sowohl Deutsch-Englisch, als auch Englisch-Deutsch übersetzen kann. Dabei wird ein solider Grundwortschatz abgedeckt und es eignet sich somit sogar um im Ausland schnell das passende Wort zu suchen. Gleichzeitig gibt das Wörterbuch auch den Wortschatz vor, auf den die zahlreichen Übungen zurückgreifen. Das Konzept von Englisch Buddy weiß zu überzeugen, hier war offenbar wirklich der Maßstab Wissen möglichst effektiv zu vermitteln, ohne eine gewisse Lässigkeit aus den Augen zu verlieren. Somit dürfte für viele User der Lernaspekt weniger im Raum stehen, da sie vielleicht vielmehr auf Pokaljagd oder dem besten Rang sind, als bewusst ihr Englisch zu verbessern. Sollte diese Formel aufgehen, existiert der Idealfall: Sinnvolles Lernen ohne Zwang und Mühe.

Technik ohne große Aussetzer

Die technische Seite von Englisch Buddy überzeugt ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen. Grafisch ist das Spiel in einem bunten zweidimensionalen Stil gehalten. Buddy selbst besteht aber aus einigen Polygonen. Die Aufgaben werden klar präsentiert, allerdings sind manchmal die Rahmen ungünstig gewählt, da man zwar darüber schreiben kann, dies aber zuerst nicht versucht wird, da der Rahmen eine visuelle Grenze darstellt. Spiele bei denen einzelne Buchstaben per Drag & Drop gezogen werden müssen, könnten ebenfalls noch optimiert werden. Oftmals entspricht der abgelegte Buchstabe nicht exakt dem Ort, an dem der Stylus den Touchscreen berührt hat.
Gut gefallen haben mir die kleinen Bilder und Piktogramme, die oft im Hintergrund auftauchen; somit wird neben den Texten auch eine bildliche Kontextualisierung vorgenommen. Die Musik spielt kaum eine Rolle und ist wie bei so vielen anderen Casual-Titeln bestenfalls Hintergrundgeduddel. Umso überraschender ist die wirklich gute Sprachausgabe, die von einem britischen Sprecher vorgetragen wird. Auch wenn manche Worte so ein wenig affektiert klingen, British English ist an deutschen Schulen nun mal der Standard. Quantitativ ist es erstaunlich, wie viele Worte und ganze Phrasen auf der kleinen DS-Karte schlummern!

8.5Wertung

Fazit

Für Schüler und Personen, die ihre Englisch-Kenntnisse auffrischen möchten, kann Englisch Buddy uneingeschränkt empfohlen werden. Die peppige Präsentation lockert das umfassende Lernprogramm auf, schmälert aber nicht den hohen Anspruch, der dahinter steht. Neben dem umfassenden Wörterbuch, laden Diktate, Bilderrätsel und Grammatik-Übungen zum Lernen ein.

Design
7.0
Sound
8.0
  • Sehr umfangreiche Lernsoftware
  • Lockere Präsentation
  • Hakeliges Interface
  • Menüs verschachtelt

Vielen Dank an die Firma Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.

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