
Final Fantasy III
Obwohl das Remake von Final Fantasy III auf dem Nintendo DS schon seit einiger Zeit auf dem deutschen Markt ist, möchten wir euch einen Test nicht vorenthalten. Lest daher in unserem Review, ob sich die Portierung vom NES auf den DS gelohnt hat und welche Teile des Spiels wirklich angepasst wurden!

Final Fantasy III
NDS
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Final Fantasy
- Entwickler
- Square Enix
- Publisher
- Square Enix
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Es war einmal 1990, da nahm Square mit Final Fantasy III Abschied vom Nintendo Entertainment System. Und wenn es nicht gestorben ist, bekommt es ein Remake, wie schon andere Final Fantasy’s, in diesem Fall auf dem Nintendo DS. Die Entwickler haben sich nicht lumpen lassen und dem Spiel eine brandneue Grafik, überarbeitete Musikstücke, neue Hauptfiguren und eine erweiterte Geschichte verpasst, um von dem DS-Erfolgskuchen ein Stück abzubekommen. Doch die Realität lehrt uns, dass ein Lifting allein niemanden 20 Jahre jünger sein lässt, und das trifft auch auf Final Fantasy III zu. Denn auch wenn uns die Grafik blendet, uns die Musik betört, hat es die Alterschwächen die alle frühen Spiele haben. Welche es sind? Lest selbst.
Die lasche Legende
Der Protagonist Luneth wird von einem der vier Lichtkristalle auserwählt, die Gefahr der Dunkelheit zu bannen. Begleitet von seinem schüchternen Freund Arc, treffen sie auf ihrer Reise die von zuhause ausgerissene Refia und den schweigsamen Ritter Ingus. Zu viert machen sie sich als die Krieger des Lichts auf den Weg, die Welt zu retten. Dazu müssen sie 3 weitere Lichtkristalle aufsuchen. Auf ihrer Reise durch die Städte ihrer Welt, begegnen ihnen verschiedene Figuren, wie zum Beispiel den Luftschiffbesitzer Cid, welchen sie helfen müssen, oder welche sie kurzzeitig begleiten. Was mit einer wirklich intensiveren Überarbeitung durchaus Potential zu einem spannenden Plot gehabt hätte, dümpelt leider mit ziemlich mageren Dialogen und wenig Persönlichkeit der Hauptfiguren dahin. Sogar die Nebencharaktere haben mehr Persönlichkeit als der Protagonist. So bleibt die Geschichte leider nur knapp über dem Niveau von 1990 und ist ein tiefer Einschnitt in das Gesamtbild des Spiels.
Die dritte Dimension
Final Fantasy III kommt mit einer sehr schön anzusehenden Grafik daher. Während die Oberwelt und Dungeons sich in Sachen Details eher schlicht halten, sprühen die Dörfer und Städte vor Farben und Leben. Die Orte, ob Höhle, Festung oder Stadt wurden individuell gestaltet, so dass jeder Ort seinen eigenen Charme entwickelt. Auf der Oberwelt und innerhalb der Gegenden gibt es einen Zoom-Modus, bei dem man versteckte Gegenstände entdecken kann. Diese sind durch ein Glitzern gekennzeichnet. Auch die Figuren an sich sind für DS-Verhältnisse sehr gut umgesetzt, was gerade bei den mannigfaltigen Berufen – beispielsweise ein charaktertypisches Halstuch bei Arc – auffällt. Der Kampfbildschirm wartet mit den üblichen Umgebungsverdächtigen auf, Wüsten, Sümpfe oder Wälder werden prächtig in Szene gesetzt. Jeder Fortschritt im Spiel wirft neue Gegner - oder besser alte Gegner in neuen Farben ins Gefecht. Die wenigen nicht miteinander verwandten Arten sind aber hübsch bis eindrucksvoll gestaltet worden. Der Kampf selbst ist da vielseitiger: Bei magischen Angriffen der Figuren glitzert, blitzt und rüttelt es während die Animation der Schläge und das Aussehen der Waffen variieren. In Final Fantasy III wird, wie in allen guten, alten Final Fantasy’s, der Abstand zum Gegner gewahrt, bei einem Angriff sind also ein oder zwei Meter zwischen Täter und Opfer. Die musikalische Untermalung wurde komplett neu aufgenommen und unterstreicht in Ohrwurmqualität die Atmosphäre der einzelnen Gegenden.
Der komplexe Klassenkampf
1990 war das in Final Fantasy III vorkommende Klassen- oder Berufssystem eine Innovation. Und was damals schon gut war, kann heute nicht schlecht sein, dachten sich die Entwickler und übertrugen es quasi eins zu eins auf den DS. Der Spieler startet als relativ schwaches Multifunktionstalent und kann nach jedem besuchten Kristall fünf bis sechs neue von insgesamt 23 Berufen wie Magier, Ritter oder Bogenschütze lernen. Ihre Schwächen und Stärken kann man in der Spielanleitung oder von bestimmten Personen erfahren. Nach dem zu jeder Zeit möglichen Wechsel müssen eine bestimmte Anzahl von Kämpfen vollzogen werden, bis der Beruf in seiner nicht abgeschwächten Form zu nutzen ist. Bei den einzelnen Berufen kann man stark zwischen nutzlos und überlebensnotwendig unterscheiden, wobei auch die Aufteilung der Berufsklassen innerhalb des Teams eine enorm wichtige Rolle spielt. So sollte man nie ohne Heiler das Feld betreten. Alle Berufe sind auflevelbar, so dass neben der normalen Stufe und Ausrüstung auch noch die Berufsstufe die Stärke des Einzelnen definiert. Wichtig ist, dass jeder Streiter mehr als einen Beruf erlernt, damit man im Notfall auf eine gut trainierte Alternative wechseln kann. Ist für den kommenden Endboss eine besondere Klasse erforderlich, so werden meist schon einige Zeit vorher Hinweise in Form von informierenden Mitbürgern und vermehrten Ausrüstungsfunden gegeben. Mit den richtigen Klassen bzw. einem ausgeglichen Team ist dann fast jeder Endboss beim ersten Durchgang zu schaffen. Falls nicht, muss man nicht zwangsweise aufleveln, sondern bastelt ein wenig an der Kombination und versucht es noch mal. So kann man sehr gut weitere frustrierende Stunden Gemetzel umgehen.
Weitere Winzigkeiten
Eine Katastrophe dagegen ist das Speichersystem. Gespeichert werden kann nur auf der Oberwelt. Zwar gibt es eine Schnellspeicherfunktion, jedoch löscht sich der Speicherstand beim Fortsetzen des Spielstandes. Gerade nach hinten hin muss man deshalb mit der permanenten Angst leben, dass der folgende Endkampf die letzten 45 Minuten bis 2 Stunden zunichte macht. Da sollte man sich dreimal überlegen, ob man nicht doch via Zauberspruch mit den bereits erhaltenen Schätzen an die Oberfläche zurückkehrt, um noch mal eine Stunde in Training zu investieren. Das ist teilweise ein guter Rat, da der Schwierigkeitsgrad von einem Dungeon zum nächsten scharf anziehen kann. Ein paar Sidequests wären hier gut zur Überbrückung der langweiligen Aneinanderreihung von Kämpfen gewesen, aber auch die sucht man die meiste Zeit vergeblich. Lediglich drei optionale Endgegner warten auf euch, welche aber auch erst gegen Spielende zu schaffen sind.
Im Spiel selbst gibt es keine Heranführung an das Berufssystem oder an überhaupt irgendetwas. Deshalb sollte man sich unbedingt die Spielanleitung im Voraus ansehen. Man kann wahlweise zwischen Stylus- und normaler Steuerung entscheiden, wobei die Stylussteuerung eher zum Laufen und die normale Steuerung eher im Gefecht wegen der deutlicheren Zuweisung von Angriffen geeignet ist.
Ein weiteres Manko ist die Item-Organisation: Findet sich eine neuer Ausrüstungsgegenstand, kann man entweder raten, für welchen Beruf sie geeignet sind, oder ausprobieren. Wenn man dann auch noch mehrere Berufe in Ausbildung hat, wirft man vielleicht etwas Veraltetes weg, um später herauszufinden, dass ein anderer Beruf nun keinen Schutz mehr hat. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Nachschub an Ausrüstung, Magie etc.: Teilweise ist es empfehlenswerter den Beruf zu wechseln, weil die Waffen vom aktuellen einfach zu schwach werden. Einige sehr wichtige Items wie die Phönixfeder zum wieder beleben kann man nicht nachkaufen. Dass anfangs die heilenden Quellen und Rasthäuser keinem Toten wieder zurück auf die Beine helfen, macht die Sache da nicht einfacher. Irgendwann sind die Kapazitäten eures Rucksackes übrigens voll, und es bleibt euch nichts anderes übrig, als den Überschuss entweder zu verkaufen oder dem fetten Chocobo zu überlassen, den man hin und wieder antrifft. Alles in allem zeigt sich beim Gameplay das noch unausgereifte System des Ur-Spiels.
Fazit
Square-Enix’ bekannter Grafik-Fetisch ist in diesem Spiel zulasten des Gameplays gegangen. Eine Anpassung an die heutigen Standards fehlt praktisch vollkommen. Spieler, die Final Fantasy III für das NES schon mochten, werden Final Fantasy III für DS definitiv lieben. Allen Spielern, die mit solchem Urgestein noch keine Erfahrung haben, ist ein Anspielen dringend zu raten, da man von heutigen Standards ein wenig zu verwöhnt ist.
- Aufgebohrte Grafik
- Toller Soundtrack
- Technisch altbacken
- Kein Speichern in Dungeons
- Schwache Story
Vielen Dank an die Firma Koch Media für die Bereitstellung des Testmusters.

