
The Legend of Spyro: The Eternal Night
Nachdem sich der ein oder andere "dunkle Drache" ins Team von Nintendofans verirrt hat, muss nun ein kleiner, lila Drache den bösen Affenkönig Graul aufhalten und den Drachentempel retten. So viel Drachenpower muss gefeiert werden und zwar in einem Testbericht zu The Legend of Spyro: The Eternal Night. Wie sich Spyro in seinem neusten Abenteuer macht, lest ihr im Test.
Da das mein erster Test ist, wäre ich über Kritik und Verbesserungsvorschläge dankbar, damit ich in Zukunft eure Erwartungen erfüllen kann.

The Legend of Spyro: The Eternal Night
NDS
- Genre
- Jump ’n‘ Run
- Entwickler
- Amaze Entertainment
- Publisher
- Sierra
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 6
Nach seinem ersten Auftritt auf der Playstation war schnell klar: Der lila Drache hat mächtig was auf dem Kasten. Doch schon kurz nach den ersten großen Hits flachte der Spielspaß der Spyro-Spiele leider stark ab und Spyro fand sich nur noch im Bereich der mittelmäßigen Spiele wieder. Mit der neuen Trilogie besannen sich die Entwickler aber wieder auf dem alten Charme der Serie und nach A New Beginning kommt nun der zweite Teil, The Eternal Night, auf den Markt. The Legend of Spyro: The Eternal Night ist die direkte Fortsetzung von The Legend of Spyro: A New Beginning und erzählt die Story weiter, die im dritten Teil der Trilogie zu Ende geführt werden soll.
Die Kraft der Elemente
Wie auch im Vorgänger, schlüpft ihr in Spyro: The Eternal Night in die Rolle von Spyro, dem lila Drachen. Nachdem Spyro in A New Beginning den bösen Drachen Cynder besiegt hat, verwandelt sich dieser in ein kleines Drachenmädchen zurück und Spyro bringt dieses zurück in ihre Heimat, den Tempel der Drachen. Cynder flüchtet jedoch und während Spyro sie verfolgt, wird er Zeuge eines Angriffs des Affenkönig Graul (manchmal auch „Gaul“). Nachdem Spyro zusammen mit seinem Freund Sparx, der Libelle, die anderen Drachen gewarnt hat, macht sich Spyro daran Graul aufzuhalten und das Spiel nimmt seinen Lauf.
Wer vorher kein Spyro-Spiel gespielt hat, merkt schnell, dass der Schwerpunkt des Spiels die Kämpfe sind. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich gegen die Gegner zu wehren. Im Verlauf des Spiels lernt Spyro dabei verschiedene Elemente zu nutzen. Zuerst lernt Spyro das Feuer kennen, danach das Eis und später Erde und Elektrizität. Einmal erlernt kann beliebig zwischen den Elementen gewechselt werden. Jedes der Elemente ermöglicht Spyro eigene Angriffe und Spezialtechniken. Mit dem Feueratem kann man so Fackeln anzünden, mit dem Eis-Element wird aus Wasser und anderen Flüssigkeiten eine Eisscholle, auf der Spyro laufen kann.
Die Wahl des richtigen Elements kann sehr wichtig sein: So sind einige Gegner auf bestimmte Elemente anfällig und somit leichter zu besiegen. Ein Geist zum Beispiel, segnet schnell das Zeitliche, wenn man ihn mit dem Erdelement konfrontiert.
Die Kämpfe laufen im Großen und Ganzen rund ab und machen viel Spaß. Allerdings ist zu erwähnen: Das Spiel ist extrem schwer. Das liegt nicht nur daran, dass man viel Können braucht, sondern auch an vielen unfairen Situationen. Da kommt es öfters mal vor, dass ihr einmal einen Treffer einsteckt und bevor ihr euch wieder bewegen könnt, kommt schon der nächste Treffer. Zwar spendiert euch das Spiel unendlich Versuche, aber die Rücksetzpunkte sind manchmal nur spärlich verteilt. Wenn ihr also schon im ersten Level oft umkippt, liegt das nicht nur an euch! Auch bei den Hüpfeinlagen kommt es häufig vor, dass man einfach abrutscht und Spyro scheint seinen Doppelsprung einfach nicht immer ausführen zu wollen.
Obwohl solche Momente das Spielgeschehen ungemein stören ist die Spielbarkeit von The Legend of Spyro: The Eternal Night insgesamt gut. Egal wie oft man stirbt, man will es schaffen und man will wissen wie es weiter geht. Neben Kämpfen und Sprungeinlagen gibt es hin und wieder noch einige kleine Rätsel, die allerdings kaum erwähnenswert sind, da sie meist darin bestehen, etwas von A nach B zu schieben. Das sind dann entweder Statuen oder Kanonenkugeln, die in eine Kanone gesteckt werden wollen. Die Rätsel sind wirklich simpel, fast schon banal, bringen aber eine angenehme Pause von der Action mit sich. Seid ihr gerade nicht mit Kämpfen und „Rätseln“ beschäftigt, begebt ihr euch mit Spyro auf die Suche nach diversen Items, die entweder gut versteckt oder nur schwer erreichbar sind. Bei diesen handelt es sich um Federn, Drachenmasken in Gold sowie grüne und blaue Kristalle. Die blauen Kristalle sind besonders interessant, da man mit ihnen die Angriffe des Helden verbessern kann. Auch die Gegner hinterlassen nach ihrem Tod etliche Kristalle. Rote Kristalle füllen die Lebensanzeige auf, grüne das Mana und lila Kristalle die „Schwallenleiste“, die für einen mächtigen Spezialangriff wichtig ist. Dieser macht so ziemlich jeden Gegner in der Nähe dem Erdboden gleich.
Wenn einem dennoch alles über den Kopf wächst, sollte man die Drachenzeit zum Einsatz kommen lassen. Spyro hat, wie viele andere Helden auch, die Fähigkeit die Zeit zu verlangsamen und sich so einen Vorteil gegenüber den Gegnern zu verschaffen. Das sieht nicht nur cool aus, sondern vereinfacht das sowieso zu schwere Spiel zum Glück etwas. Aber nicht nur in den Kämpfen kann euch die Drachenzeit helfen. Bei besonders kniffligen Hüpfereien, mit sich bewegenden Plattformen, ist es durchaus ratsam die Drachenzeit zu nutzen, da man sonst oftmals überhaupt keine Chance hätte heil auf der anderen Seite anzukommen.
Musik, die die Grafik wettmacht
Für die Technik, gibt es bei Spyro sowohl Lob als auch Tadel. Die Grafik entspricht dem Durchschnitt der bisherigen Wii-Titel: Sie ist nicht gerade berauschend, gerade jetzt, wo uns Mario gezeigt hat, dass Wii-Spiele auch gut aussehen können. Die Texturen sind nicht besonders scharf und mehr Polygone wären definitiv machbar gewesen. Man kann sagen, dass selbst die, im Vergleich zu anderen Nextgen-Konsolen schwache Rechenpower der Wii ziemlich unterfordert ist. Das fällt glücklicherweise nicht zu stark ins Gewicht, da der Grafikstil und die Mischung aus Comic und dem düsterem Touch einfach klasse wirken und Spyro und die zahlreichen Effekte wirklich cool aussehen.
Der Sound des Spiels ist makellos toll. Egal in welcher Situation ihr seid, die Musik passt einfach und klingt prima. Da gibt es dramatische Momente und ruhige und vieles mehr.
Dazu kommt die gute, wenn auch nicht atemberaubende, deutsche Sprachausgabe. Zwar gibt es da hin und wieder einige Momente, die unauthentisch wirken, doch die kommen höchstens von den kleinen Nebenrollen. Der größte Teil der Videosequenzen kommt sehr gut rüber, auch wenn das meiste weit entfernt von Lippensynchronität ist. Spyro wird übrigens von Elijah Wood gesprochen, der wohl hauptsächlich aus Herr der Ringe als Frodo bekannt ist. Die Sprachausgabe gehört vielleicht nicht zu den besten, wer aber einige kennt, kann diese hier beruhigt zu den besseren zählen. Die Spannung und die Aufregung durch die Kämpfe werden durch den Witz und den Charme der Gespräche zwischen Spyro und Sparx aufgelockert und man schaut sich die Videosequenzen einfach gerne an.
Die Steuerung ist wiederum schlicht ausgefallen. Innovation in Sachen Wii-Steuerung war für die Entwickler wohl kein großes Thema. Da ist zwar das übliche Wiimote-Schütteln, aber die Tatsache, dass sich das Spiel alternativ auch mit dem Classic-Controller steuern lässt sagt eigentlich schon aus, dass man eigentlich auch auf die bewegungssensitive Steuerung der Wii hätte verzichten können. Trotzdem steuert sich das Spiel nicht schlecht, auch wenn meiner Meinung nach, die Steuerung mit dem Classic-Controller besser funktioniert. Die Kamera muss leider sehr oft selbst nachjustiert werden, da einem sonst der Überblick fehlt und man schnell Opfer der Angriffe der Gegner wird. Das Spiel scheint es allgemein zu mögen, den Spieler sogar während der Kämpfe, von hinten aus mit jeglichem Projektil zu beschießen. Hat man die Kamera aber erstmal korrekt positioniert, hat man das Geschehen gut im Blick und man kann sich den Gegnern widmen.
Keine leichte Entscheidung
Spyro macht es einem nicht leicht. Wer auf lange Kämpfe mit tausenden von Gegnern steht, wird das Spiel sicher klasse finden. Story und Atmosphäre gehen auch voll in Ordnung und der Sound ist klasse. Aber da gibt es trotzdem so viele Sachen, die man besser hätte machen können. Da seien vor allem diese unfairen Momente erwähnt, die es einem echt schwer machen, im Spiel weiter zu kommen. Auch kleine Patzer wie der oft falsch geschriebene Name des Oberbösewichts, von dem man annehmen kann, dass er wohl eher Graul statt Gaul heißen soll. Abgesehen davon wird man zu Anfang des Spiels auch ohne jegliche Vorgeschichte oder Erklärung am Ende des Vorgängers abgeworfen. Jemand der die Spielereihe vorher nicht kannte, wird sich also erst einmal fragen was überhaupt los ist. Dem Spiel fehlt außerdem die Individualität. Da gibt es einfach nichts, durch das sich das Spiel zu etwas ganz besonderem macht. Über die Tatsache, dass sich Grafik und Steuerung ebenfalls ins 08/15 Wii-Umsetzungs-Schema einreihen, sieht man da ja noch mal hinweg. Es macht wirklich Spaß den kleinen Drachen zu begleiten, Gegner für Gegner zu verkloppen und dann seine Attacken zu verstärken um danach in Zeitlupe noch mehr Gegner zum Teufel zu schicken. Auch die Sprachausgabe mit Elijah Wood leistet einen guten Dienst, doch da gibt es eben diese Makel, die man hätte vermeiden können. Wer über fehlende Innovation und mittelmäßige Grafik hinwegsieht, Patzer wie den lieben Gaul verschmerzt und über einen hohen Schwirigkeitsgrad nur lachen kann wird mit einer netten Story, einer guten Sprachausgabe und coolen Kämpfen belohnt. Wer sich hingegen schon mit diversen anderen Spielen in Punkto Schwierigkeit überfordert fühlt oder nach unermesslichem Ideenreichtum sucht, sollte besser die Finger von Spyro lassen.
Fazit
Wer das endlose Vermöbeln von Gegnern liebt und schwere Spiele nicht gleich aus dem Fenster wirft, dürfte mit The Legend of Spyro: The Eternal Night seinen Spaß haben. Zwar ist die Grafik sicher nicht die beste, aber der Sound und die Sprachausgabe wissen zu überzeugen. Unfaire Situationen machen es dem Spieler oftmals nicht leicht. Für Einsteiger der Spyro-Serie ist der Titel eher weniger empfehlenswert, da man zumindest den direkten Vorgänger kennen sollte.
- Grandiose Musik
- Spaßige Kämpfe
- Netter Grafikstil
- …,der sich jedoch teilweise auf PS2-Niveau bewegt
- Unfair schwer
- Wenig Innovation und Individualität
Vielen Dank an die Firma Vivendi Games für die Bereitstellung des Testmusters.


