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Puzzle League DS

Puzzle League DS

OldMacMario

Ob Super Nes, Game Boy, Game Boy Color, Game Boy Advance oder Nintendo 64 - all diese Plattformen bekamen bereits eine Episode der langlebigen Panel de Pon/Tetris Attack/Puzzle League-Reihe spendiert. Nun kann das Spielchen auch auf dem DS gezockt werden - gibt es was Neues, oder wird uns lauwarmer Kaffee vorgesetzt? Fesselt das Gameplay immer noch soviel wie früher, oder setzt das Spielprinzip langsam Staub an? Hier könnt ihr es nachlesen!

Puzzle League DS

NDS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NDS
Spieler
1–4 lokal

Sieht man sich die Vertreter des Genres „Puzzle“ etwas genauer an, so findet man zwar gewiss auch originelle Schöpfungen, aber allem voran unzählige Vertreter weniger Serien: Tetris ist hier natürlich der absolute Klassiker und existiert in sehr vielen Varianten und Geschmacksrichtungen, aber auch Bust-A-Move (aka Puzzle Bobble) und Puyo Puyo zählen zu den Dauerbrennern. Auch schon des Öfteren gesehen haben wir Panel de Pon/Tetris Attack/Puzzle League, welches wir hierzulande schon als Yoshi's Island-Variation (Tetris Attack für SNES und GB), Pokémon-Variante (Pokémon Puzzle League für N64, auch ein GBC-Port existierte) und „pur“ (u.a. Dr.Mario & Puzzle League, GBA) spielen durften – außer der grafischen Gestaltung und der unterschiedlichen Modi-Vielfalt waren die Unterschiede zwischen jenen Titeln aber nur marginal. Jetzt steht die DS-Variante in den Kaufhäusern – mal was Neues oder wieder mal das alte Lied?

Tetris Attack!

Um für alle Neulinge kurz das Grundprinzip zu erläutern: Auch wenn eine frühere Version den Namen „Tetris Attack“ trug, haben wir hier gewiss keinen einfallslosen Tetris-Klon vor uns; das Spielgefühl ist gänzlich anders (wenn man dies will, kann man es eher noch mit dem Klassiker Yoshi's Cookie vergleichen. Folgendes ist zu tun: Ein Stapel von mit verschiedenen Symbolen (Punkte verschiedener Größe, Farbe und Anzahl; z.T. kann deren Design auch stark verändert werden) versehenen Blöcken wächst langsam (bzw. in höheren Levels auch schneller) aber sicher von unten nach oben und eure Aufgabe ist – unschwer zu erraten – jene Objekte verschwinden zu lassen. Dies lässt sich anstellen, indem mindestens drei Würfel der gleichen Art waagrecht oder senkrecht miteinander in Berührung kommen; die Schwierigkeit – oder besser gesagt das Charakteristikum – dieser Sache ist jedoch, dass ihr immer nur zwei waagrecht nebeneinander liegende Blöcke tauschen könnt (deshalb steuert ihr auch eine Art „Doppel-Cursor“). Und das ist eigentlich auch schon die – völlig ausreichende – Grundidee: Natürlich bleibt es nicht beim simplen Hin- und Herschieben; bald giert es den Spieler danach, mehr als drei Blöcke aneinander zu binden (Kette) oder es so anzustellen, dass die Explosion von einer Gruppe an Objekten ausreicht, um automatisch (also ohne sein Zutun) eine weitere Gruppe vom Bildschirm zu verbannen (Kettenreaktion) – hier ist es freilich Pflicht, um die Ecke zu denken. Es kann auch vorkommen, dass metallene Hindernisse (die so genannten “Blocker”) vom Himmel fallen und auf dem Stapel landen – dieser Bedrohung (schließlich bedeutet ein an den oberen Bildschirmrand stoßender Stapel „Game Over“!) kann nur beigekommen werden, wenn sich benachbarte Blöcke auflösen. So, das war nun eigentlich alles, was es zum Spielprinzip zu sagen gibt; auf jeden Fall verdient es die „Einfach, aber genial“-Plakette, da es den Spieler wirklich in Anspruch nehmen kann, sodass er nur noch daran denkt, wie er mehr und bessere Kettenreaktionen erzielen kann. Ich kann mich auf jeden Fall lebhaft an den Sommer 2002 erinnern, in dem ich ständig Pokémon Puzzle League spielte – sah ich damals eine Mauer an, wurden die Steine vor meinem geistigen Auge sofort zu Puzzle League-Steinchen, rutschten hin und her, rückten von unten nach oben nach und lösten sich auf.

Anno 2007

Aber um jene Pokémon-Version soll es jetzt ja gar nicht gehen, sondern vielmehr um Puzzle League DS - die Frage also: Gibt es hier Neuerungen? Schauen wir doch mal: Sofort ins Auge sticht auf jeden Fall, dass der Titel nun auch komplett per Stylus gespielt werden kann – wird gleich mal ausprobiert und siehe da, es funktioniert wunderbar. Einfach einen Block antippen und ihn nach links oder rechts ziehen – komfortabler geht es kaum; nun ist es völlig egal, wo sich der Cursor gerade befindet: Ist er etwa links unten und ihr merkt gerade, dass rechts oben wohl ein Objekt verschoben werden sollte, müsst ihr ihn nicht nach oben bewegen, sondern einfach den besagten Würfel antippen – sofort ist auch der Cursor an dieser Stelle. Keine Kritik hier; jene wäre nur angebracht, wenn dieses neue System es Veteranen verunmöglichen würde, auf ihre liebgewonnenen Old-School-Kontrollen zurückzugreifen. Aber dies funktioniert ebenfalls – Steuerkreuz zum Bewegen des Cursors, ein Button zum Tauschen der benachbarten Blöcke und eine andere Taste zum Erhöhen der Wachstumsgeschwindigkeit des Stapels (hilfreich z.B., wenn man in kurzer Zeit möglichst viele Blöcke löschen will; natürlich weniger sinnvoll, wenn überhaupt kein Platz für weitere Objekte mehr da ist) – mehr braucht es gar nicht (letztgenannte Funktion wird mittels der Stylus-Steuerung ausgelöst, indem man auf ein bestimmtes Feld am Screen tippt). Der Default-Mode ist übrigens, dass das Geschehen an den DS-Screens im Hochformat dargestellt wird; hier muss also der DS, wie etwa zuvor schon bei Dr. Kawashima's Gehirnjogging oder Hotel Dusk geschehen, wie ein Buch gehalten werden. Klar aber, dass es bei dieser Haltung nur sehr unkomfortabel möglich ist, auf die traditionelle Art und Weise zu spielen – wer bei Steuerkreuz und Buttons bleiben will, der kann aber ganz einfach im Options-Menü auf die traditionelle Darstellung umschalten. Ach ja, und was noch ganz praktisch ist: Es muss nie explizit zwischen den beiden Steuerungs-Varianten gewechselt werden; wer will, kann sogar im laufenden Spiel den Stylus aus der Hand sund selbige an die Buttons legen.

Roter Alarm! Nein, noch schlimmer – ZEIT-ALARM!

Soviel zur Steuerung, aber ebenso wichtig ist freilich die Frage nach der Modi-Vielfalt – und hier macht sich für Kenner der Vorgänger doch etwas Ernüchterung breit; alles nur allzu bekannt oder nur leicht abgewandelt: Im „Zeitalarm“ müssen innerhalb von zwei Minuten möglichst viele Punkte gemacht werden (in verschiedenen Varianten), während es im „Puzzle“ deutlich gemütlicher, aber dafür kniffliger abgeht (Wie räume ich den Screen mit einer begrenzten Anzahl an Zügen komplett frei?) und „Endlos“ vor allem eines ist, nämlich, nun ja, endlos (Der Ofen ist erst dann aus, wenn der Spieler versagt und der Stapel bis zum oberen Bildschirmrand wächst). Zwei weitere Einspielermodi gibt es noch – in „Blocker“ müssen möglichst viele Blocker (die oben erwähnten Metall-Hindernisse) durch benachbarte Explosionen in „normale“ Steine umgewandelt werden und „Vs. COM“ ist, wie nicht schwer zu erraten ist, ein Duell gegen einen Computergegner (praktisch: Auf dem nicht für das eigene Spiel genutzten Bildschirm kann hier der Gegner beobachtet werden) – gelungene Kettenreaktionen sind hier der Schlüssel zum Sieg, da jene Blocker auf das Feld des Gegners fallen lassen. Wieder anders ist das „Ziellinie“-Spielchen; um hier in den nächsten Level zu gelangen, müssen alle Blöcke, welche sich über einer halbtransparenten Ziellinie befinden, gelöscht werden. Zuletzt gibt es dann noch das sogenannte „Tagessspiel“, dessen drei Varianten allerdings genau den drei „Zeitalarm“-Variationen entsprechen – die nette Idee dabei ist allerdings, dass jeder dieser „Tagesspiel“-Modi (wer errät es?) eben nur einmal am Tag gespielt werden kann, wodurch eine Dr.Kawashima-mäßige Statistik entsteht, an welcher man schön die Steigerung von Spiel zu Spiel (sofern denn eine vorhanden ist) ablesen kann.

Kettenreaktion!

Wie im vorherigen Satz schon angedeutet, stellen die meisten der oben besprochenen Modi auch noch verschiedene Varianten zur Auswahl: Beim Zeitalarm kann etwa ausgewählt werden, ob es um gelöschte Reihen, aufgelöste Blocker oder einfach nur erreichte Punkte geht. Und jede Variante wiederum verfügt über mehrere Schwierigkeitsgrade und über jeweils eine Vielzahl an Levels. Kurz: Es gibt viele, viele Spielmöglichkeiten und der Umfang ist alles andere als klein; nur fehlt ein wirklich neuer, frischer Modus – alles ist hier den Vorgängern sehr ähnlich; die einzige wirklich signifikante Änderung ist die neue Stylus-Steuerung. Ach ja, und die Möglichkeit, sich über das Internet Puzzle-Duelle zu liefern, ist erstmals mit der aktuellen Episode möglich und natürlich eine wirklich tolle Sache; wer lieber offline spielt, darf das natürlich auch tun (bis zu vier Spieler), und hier sind sowohl Single- als auch Multi-Karten-Spiele möglich.

Keine Promis diesmal...

...denn in der aktuellen Variante ist nichts von den Nintendo-Stars zu sehen, welche in manchen vorherigen Versionen noch vorhanden waren. Stattdessen ist die Optik komplett abstrakt; neben den bunten Steinchen sind im Hintergrund noch mehr oder weniger psychadelische Farbspielereien zu sehen und der Sound liegt irgendwo zwischen Mega Man und Elektroplankton – irgendwie rockig, schmeckt auch ein bisschen nach Techno, aber vor allem einfach entspannend und ganz gewiss nicht nervig, jedoch auch ohne Ohrwurmcharakter. Diese Tatsache werde ich natürlich keinesfalls als „gut“ oder „schlecht“ titulieren; die einen puzzlen gerne mit prominenten Zuschauern, die anderen fühlen als Puristen eher in neutralen Umgebungen zu Hause. Nur eines: Etwas schade ist es schon, im Vs. COM-Modus gegen gesichtslose, immer stärker werdende Gegner antritt, während es in den Vorgängern noch NPCs waren, welche eigene Hintergründe und z.T. Sprachsamples mitbrachten.

Rauchende Köpfe

Irgendwie gibt es kaum Reviews zu Puzzle-Spielen, welche ohne eine Variante der folgenden Floskel auskommen – also bitte: Wenn es ein Genre gibt, bei welchem die Technik wirklich vollkommen egal ist, dann jenes der Puzzle-Games. Wobei in die Grafik in unserem Fall aber sicher nicht hässlich ist, der futuristische Stil und die flirrenden Hintergründe sind wirklich ganz nett, aber eben gänzlich unspektakulär; und der Sound schneidet sogar wirklich gut ab, auch wenn er keine echten Ohrwürmer enthält. Aber das Wichtigste ist hier freilich das Gameplay, und in diesem Bereich gibt es wenig zu bemängeln; sowohl Single- als auch Multiplayer bieten Spaß zuhauf.

8.0Wertung

Fazit

Ein toller Puzzle-Titel, nur – um es vorsichtig auszudrücken – alles andere als innovativ; wirkliche Neuerungen werden Kenner der Vorgänger vergeblich suchen. Und wer auf rasante Action steht, ist hier definitiv an der falschen Adresse; fandet ihr Tetris schon langweilig, dann werdet ihr mit Puzzle League DS auch sicher nicht glücklich. Ansonsten aber alles in grünem Bereich: Online-Multiplayer, perfekte Steuerung, viele Einspielermodi, viele Levels, viel Spaß. Wer nach Tetris DS nach neuem Knobelfutter sucht, ist hier genau richtig.

Design
6.0
Sound
7.5
Online Multiplayer
8.0
  • süchtig machendes Spielprinzip
  • makellose Steuerung
  • viele Modi, viele Levels
  • WiFi-fähig
  • kaum Neuerungen
  • grafisch (natürlich) unspektakulär

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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