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New Zealand Story Revolution

New Zealand Story Revolution

OldMacMario

Schöpfen wir doch mal im Fundus von Helden mit Pfeil und Bogen - auf was für große Persönlichkeiten stoßen wir denn da? Robin Hood. Wilhelm Tell (okay, da war es halt eine Armbrust). Link mit seinen Silberpfeilen. Erst mal beweisen muss sich aber Tiki - kann das Vögelchen seinen berühmten Kollegen schusstechnisch das Wasser reichen? Hier erfahrt ihr es!

New Zealand Story Revolution

NDS

Entwickler
Taito
Publisher
Rising Star
Konsole
NDS
Spieler
1–4 lokal

Erwartet hier keine lange Einleitung. Denn diese gibt es auch in New Zealand Story Revolution nicht – ein klassischeres Intro habe ich seit sehr, sehr langer Zeit nicht mehr gesehen (Was aber auch nicht weiter verwunderlich ist, handelt es sich doch um das Remake eines Klassikers aus NES-Tagen): Ein Zoo, Heimat vieler kleiner gelber Vögelchen, ist zu sehen. Korpulentes Viech – der Biologie-Laie denkt zunächst an ein Walross, es handelt sich allerdings um einen Seeleoparden – kommt mit einem großen, aber leeren Sack über den „Schultern“ ins Bild, läuft aus dem Bild und dann wieder hinein, jedoch diesmal ist besagter Sack mit einem – ja – einem ganzen Sack voll kleiner gelber Vögelchen gefüllt (Ich entschuldige mich für diese scheußliche Satzkonstruktion). Kleine gelbe Vögelchen werden weggeschleppt, doch zuvor gelingt es einem kleinen Vögelchen aus dem Sack zu springen. Aus. Also: Robbenviech = böse (der obligatorische Kidnapper; seine sicherlich hochkomplexen Motive, die ihn zu dieser Tat trieben, werden leider nicht näher erläutert), kleine gelbe Vögelchen = Kiwis (Nicht mit der gleichnamigen Frucht verwechseln) = gut, entkommenes kleines gelbes Vögelchen = Tiki = Held. Jener Tiki schnappt sich einen Bogen (unbegrenzter Pfeilvorrat inklusive) und geht auf Robbenjagd. So, und ab jetzt vermeide ich in diesem Artikel exzessive Wortwiederholungen und bescheuerte Satzkonstruktionen, versprochen.

Achtung, scharf schießende Vögel!

Eben jener Bogen ist auch eines der zentralen Elemente im Spiel, da er die einzige Möglichkeit ist, um die aggressiven Schalentiere, Bumerangwerfer und Konsorten, welche sich alle gegen den armen Vogel verschworen haben, aus dem Weg zu räumen. Ganz wichtig hierbei ist, dass mittels der Schultertasten der Schusswinkel verändert werden bzw. wieder zurückgesetzt werden kann – die Pfeile fliegen also nicht nur simpel nach links oder rechts und schwebende Schurken können so komfortabel aufs Korn genommen werden. Die übrige Steuerung allerdings gibt sich – logischerweise, da wir es hier wie erwähnt mit einem Klassiker-Remake zu tun haben – ausgesprochen einfach: Eine Taste zum Springen, eine zum Schießen, und es passt schon. Hier soll noch ein zweites wichtiges Element angesprochen werden: Der Doppelsprung, welcher mittels zweimaligem Betätigen von A ausgelöst wird (und selbsterklärend sein sollte); wer danach noch schnell hintereinander auf denselben Button klopft, darf noch ein wenig “fliegen” (Kiwis sind mit ihren kleinen Flügelchen nicht unbedingt die Könige der Lüfte – das Triggern resultiert also lediglich in einem langsameren Absinken, vgl. Bunny Mario aus Super Mario Land 2). Ja, das war es dann eigentlich schon – ab und zu steigt Tiki zwecks rascherer und komfortablerer Fortbewegung auch in Fahr- oder Flugzeuge um; ob aber zu Lande, zu Wasser (ja, natürlich gibt es auch die obligatorischen Wasser-Abschnitte) oder in der Luft, stets ist der Kiwi auf der Suche nach den erwähnten Entführungsopfern. Dazu bewegt er sich eben durch sehr klassische Jump&Run-Stages, die in kleine Bereiche aufgeteilt sind – sogenannte “Warp-Strudel” verbinden jene Areale miteinander, und am absoluten Ende eines Levels wartet ein Vogelkäfig (was sich darin befindet, muss ja wohl nicht näher erläutert werden); um ihn zu öffnen, muss allerdings noch anderswo ein Schlüssel gefunden werden (Allzu kompliziert sind die episodenhaft aneinandergereihten Unterlevels aber nicht aufgebaut; der begehrte Gegenstand ist selten sonderlich schwierig zu finden). Natürlich stolpert unser Tierchen auch immer mal wieder über Extras, die beispielsweise dem Bogen eisige,die Widersache einfrierende Projektile spendieren, und ab und zu wird das Vorangehen durch eine große Welle an Bösewichten unterbrochen, die alle besiegt werden müssen, bevor es weitergeht. Am Ende einer jeden Welt wartet natürlich auch der obligatorische Endgegner, welcher freilich eine Sonderbehandlung benötigt – Pfeile eignen sich aber glücklicherweise ausgezeichnet für eine Akupunktur. Insgesamt kann man also eines sagen: Bei New Zealand Story Revolution handelt es sich – was weder positiv noch negativ klingen soll – um ein sehr klassisches und konventionelles Jump&Run. Oder?

Viva la Revolution...?

Aber vollkommen ohne Grund wurde das “Revolution” dem Titel natürlich nicht hinzugefügt – eine dezente Übertreibung bleibt dieser Zusatz aber dennoch. Aber ich will nicht vorgreifen: Eines der DS-Features könnt ihr sicher erraten. Was sieht man auf dem zweiten Bildschirm, na? Na? Richtig: Eine Karte der aktuellen Umgebung! Was soll man dazu groß sagen – die einen finden's praktisch, die anderen ärgern sich ein wenig darüber, dass man so sofort sieht, wo denn das nächste Portal zu finden ist. Eben ein kleines, unspektakuläres Feature, dem jetzt schon zu viel Platz in diesem Review zugestanden wurde; erwähnt werden soll nur noch, dass in den genannten Situationen, in welchen eine bestimmte Anzahl an Gegner bezwungen werden muss, eben jene Menge numerisch am Touchscreen eingeblendet ist (so, und noch mehr Platz verschwendet). Und was ist mit dem Mikrophon? Nichts. Gar nichts. Aber warum auch – solange der Touchscreen vernünftig genutzt wird. Nur – wird er das? Schau'n 'mer 'mal: Ab und zu verschwindet die Karte vom jenem Bildschirm und es können über ihn bestimmte Aktionen ausgeführt werden. Diese reichen von komplett sinnlos (einen Türgriff drehen, um das dazugehörige Tor zu öffnen – wie herausfordernd und originell) bis zu nervig (an sich eine ganz süße Idee: Am Touchscreen wird die gleiche Szene wie am Topscreen gezeigt, nur verbirgt sich irgendwo ein Unterschied, den man finden und mit dem Stylus antippen sollte. Nur: Wenn sich die Sache über mehrere Bildschirme erstreckt, man nicht weiß, wo man suchen soll und derweil ständig neue Gegner nachkommen – für deren Bekämpfung man die Buttons benötigt – ist besonders "lustig", mitten im nicht enden wollenden Kampf auf den Touchpen umzugreifen und danach durch den nach gelöster Aufgabe erscheinenden Warp-Strudel zu springen. Auch toll, wenn man in einen bestimmten Abgrund fällt und plötzlich jenen Stift ziehen und Tiki damit antippen soll, um ihn zu retten – hätte man mit Buttons sicher sinnvoller lösen können). Manchmal läuft das Ganze aber auch recht nett ab (der Kiwi vollführt einen Seiltanz und der Spieler hat mittels Stift die beiden Enden der Balance-Stange zu bewegen und dadurch jene in eine möglichst gerade Position zu bringen) und der DS-Faktor ist in den Bosskämpfen zuweilen wirklich ganz spaßig: Wer etwa von dem ersten Boss – dem aus unerfindlichen Grund gefrorenen Wal – gefressen wird, muss sich nicht sorgen – man landet in seinem Inneren, sprich auf dem Touchscreen, und muss dort direkt sein ebenso kaltes Herz angreifen (interessante Anatomie, übrigens: Dieser Meeressäuger hat sein – frei umher schwebendes – Herz im Magen?!). Insgesamt also sind jene Features teils nett, teils belanglos, insgesamt wenig erwähnenswert, aber nur das “Such den Unterschied”-Spielchen behindert den Spielfluss und -komfort schon erheblich.

Sonst noch was?

Hm, tja – nein, eigentlich nicht. Es existiert zwar ein Multiplayermodus für bis zu vier Spieler, aber diesen wirklich “erwähnenswert” zu nennen, wäre eine glatte Lüge: Lediglich vier der erwähnten Touchscreen-Einlagen des Single Player können als Minigames gegeneinander gespielt werden – gut, kurzfristig vielleicht recht spaßig (“Wer findet den Unterschied?” kommt hier auch deutlich besser zur Geltung, da nicht hektisch ins Kampfgeschehen integriert), aber gewiss nicht sonderlich aufregend. Und was soll ich groß zu Grafik und Sound sagen? Irgendwo zwischen Segas “Flicky” und Zirkusmusik angesiedelt, dudelt die BGM vor sich hin, ohne besonders hervorzustechen, und die Grafik fällt überwiegend wirklich herzig, aber alles andere als dem DS angemessen oder gar beeindruckend aus. Das Fazit fällt also kurz aus: Ein nettes Jump&Run-Spielchen, das sich der Genrefan durchaus zulegen kann. Was aber definitiv dazugesagt werden muss: Zwischen New Zealand Story Revolution und den Super Mario Advance 1-4, New Super Mario Bros., Yoshi's Island DS oder auch Super Princess Peach liegen Welten bis Sonnensysteme.

7.0Wertung

Fazit

Wer mal wieder einen vollkommen klassisches Titel spielen will, liegt hier richtig: Die Geschichte aus Neuseeland fällt komplett ohne ausufernde Story und komplexe Steuerung aus – allerdings ebenfalls ohne echte Höhepunkte oder gar Innovation (letztere hätte man durch wirklich vernünftige Einbindung der DS-Features sicher zumindest teilweise erreichen können). DS-/GBA-User können aus einem riesigen Fundus von weit besseren Jump&Runs wählen – wer die aber alle schon durch hat, darf ruhig einen Blick riskieren.

Design
6.0
Sound
5.5
Online Multiplayer
5.0
  • solides Gameplay
  • ganz spaßige Boss-Kämpfe
  • kaum spielerische Höhepunkte
  • Grafik und Sound wenig DS-gerecht
  • teils nervige DS-"Features"
  • Multiplayer featuring Schmalhans als Küchenmeister

Vielen Dank an die Firma Dtp für die Bereitstellung des Testmusters.

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