
Tenchu - The Dark Secret
Stealth Action ist angesagt, denn die Azuma Ninja Rikimaru und Ayame sind zurück.
Ob das Schleichen, Tarnen und Meucheln auch auf dem Nintendo DS ein Erfolg ist, lest ihr in unserem Review.
Konsole
Nintendo DS
NDS
Anno 1998 erschien auf der Playstation ein Spiel, das ein Genre zu neuem Leben erweckte: Die Stealth-Action. Nun bekommen auch auf dem Nintendo DS die beiden Azuma-Ninja Rikimaru und Ayame ein Abenteuer spendiert.
Die Story dazu klingt zunächst sehr spannend:
In Zeiten des Krieges verloren die beiden Ninja-Schüler des Azuma Shinobi Ryu Ninja-Clans Meister, Freunde und ihr Zuhause. Nach dem siegreichen Kampf gegen den Dämon Kageroza wurde Rikimaru das Oberhaupt des Clans und erhielt das legendäre Schwert Izayoi. Rikimaru und seine 14-jährige Schulerin Ayame schworen dem Matsunoshin von Gohda die Treue und dienten ihm zwei Jahre lang.
Doch nun wartet eine neue Aufgabe auf die beiden bzw. auf euch. Eure Reise führt euch in das kleine Grenzdorf Saiga um Prinzessin Shizu zu finden. Banditen haben das Dorf überfallen und dabei auch die Prinzessin verwundet. Rikimaru schwört Vergeltung, während sich Ayame um Shizu kümmert.
Rache für die Prinzessin
Hier startet für euch das Spiel, eure erste Mission ist dabei eine Art Tutorial. Hier lernt ihr, wie ihr die Banditen auf verschiedene Arten zur Strecke bringen könnt. Zunächst natürlich mit eurem Schwert: Schleicht ihr euch von hinten an den Gegner heran, wird er mit einem Streich getötet. Mit dem B-Knopf kann euer Ninja springen und mit der A-Taste die meisten Angriffe der Gegner blocken. Aber ein echter Ninja bringt den Bösewichten nicht nur mit dem Schwert den Tod. Auch Krähenfüsse, Giftreisbällchen oder die Bambusfalle stehen euch dafür anfangs zur Verfügung. Mit L oder R ausgewählt könnt ihr diese mit dem X-Button einsetzen. Giftreisbällchen und Krähenfüsse lähmen den Gegner, während die Bambusfalle euren Gegner nach Berührung direkt tötet. Doch Vorsicht! Denn letztere ist neutral und kann somit auch eurem Ninja erheblichen Schaden zufügen. Die Bambusfalle könnt ihr immer wieder einsetzen. Sie wird im Verlauf des Spiels neben dem Schwert zum wichtigsten Utensil werden. So befördert ihr fünf Banditen ins Jenseits und erfüllt damit eure Mission. Dies macht erstmal Spaß.
Nach jedem Level erhaltet ihr Punkte für eure Leistung. Bliebt ihr beispielsweise unentdeckt oder nahmt keinen Schaden, bringt euch das die volle Punktzahl in der jeweiligen Kategorie. Einen weiteren Zweck der Punktbewertung konnte ich im Spiel nicht entdecken. Nach dem Abspann seht ihr aber die Gesamtpunktzahl und könnt somit im zweiten Durchgang (identisch zum ersten Durchgang nach einem kurzem Anspiel) die Punktestände einzelner Missionen verbessern.
Nachdem das Dorf vorerst in Sicherheit ist eilt ihr zu Shizu. Ihr erzählt dem Bürgermeister, der die Prinzessin bei sich aufnimmt, vom dem Gerücht, dass Prinzessin Shizu vor ihrem Mann Kagemasa dem Herrscher von Hakkaku geflohen ist. Sie solle ihm ein Auge ausgestochen haben. Seit einem Jahr sind beide vermählt, ihre Ehe dient der Stabilisierung von Hakkaku und Ayama. Da die Prinzessin eine wichtige Person, auch für Gohda ist, erzählt ihr ihm von eurem Auftrag, Shizu ins Schloss von Gohda zu geleiten. Doch ihre Wunde ist tief, aber nicht tödlich. Ihr werdet also eine Weile im Dorf bleiben müssen.
Verteidigt das Dorf Saiga
In verschiedenen Missionen erfüllt ihr nun mit Ayame oder Rikimaru Aufträge.
Das Dorf wurde durch den Überfall der Banditen schwer beschädigt und muss nun wieder aufgebaut werden.
Bevor es in die Missionen geht könnt ihr im Dorf verschiedene Aktionen durchführen, am interessantesten sind der Marktplatz und die Ausrüstung. Mit fortschreitender Missionsanzahl erneuert sich das Dorf und ihr könnt auf dem Marktplatz unterschiedliche Gegenstände zum Angriff oder zur Heilung erwerben. Unter dem Menüpunkt Ausrüstung könnt ihr selbst welche herstellen, vorausgesetzt ihr habt vorher in den Missionen die entsprechenden Zutaten wie z. B. Pilze oder Hanf eingesammelt.
Nun auf in die Missionen.
In einer Schräg-von-Oben, halben 3-D Perspektive, steuert ihr euren Ninja im oberen Schirm, während ihr auf dem Touch-Screen eine Karte des Geländes seht.
Auf dem oberen Bildschirm habt ihr unten links eine Anzeige, die euch verät, wie weit ihr vom nächsten Feind entfernt seid.
Eigentlich zum Aufspüren gedacht, erweist sich dieses Feature jedoch als weniger nützlich, denn es geht noch viel einfacher.
Schaut einfach auf den unteren Bildschirm, die Wege eurer nahen Gegner werden euch dort als Pfeil gezeigt.
Natürlich laufen diese immer die gleiche Route auf und ab :-(
Ein gezielter Schlag in den Nacken ist somit ein Leichtes, genauso wie das Platzieren einer Falle direkt im Rücken des Gegners.
Langsam wird es langweilig
Was anfänglich noch, auch unter zur Hilfenahme der Fallen, viel Spaß macht, wird zunehmend immer langweiliger. Auch eure Aufträge sind mit der Zeit einfach nur noch stumpfsinnig. Irgendwann rettet ihr zum fünften Mal einen Handwerker oder metzelt einfach alle Gegner nieder, in den seltensten Fällen ist es dabei das Missionsziel, nicht entdeckt zu werden. Werdet ihr sonst entdeckt macht das gar nichts. Euer Rivale ruft dann zwar Verstärkung, aber die ist leicht ausgeschaltet. Einfach stehen bleiben, ein bisschen blocken und schlagen und schon war es das. Euer erster Gegner bleibt sowieso stehen. Länger als fünf Minuten benötigt ihr für die allermeisten Missionen nicht. Wirklich schade, denn wie viel man aus diesem Spielprinzip hätte machen können, haben Vorgänger-Versionen gezeigt. Auch die Story, die zu Beginn spannend ist, flacht im Laufe des Spiels einfach nur ab. Belanglose Sequenzen und zusammenhanglose Texte folgen dem Ganzen, es fehlt einfach ein roter Faden. Platt gesagt geht es nur noch um Rache und das Töten irgendwelcher Personen, zum Ende hin wird sich dann noch des Dämonenthemas bedient. Ein Spiel, das den Erwartungen nicht gerecht wird und nach ca. fünf Stunden den Abspann sehen lässt.
Grafik und Sound:
Die Grafik ist zweigeteilt. Zwischen den Missionen erwarten euch toll animierte Zwischensequenzen, in den Missionen hingegen matschiger Einheitsbrei. Die Farben braun-grau für Untergrund und grün für Büsche zu verwenden ist schon in Ordnung, artet aber nach einer Zeit einfach in Monotonie aus. Erschwerend kommt da noch hinzu, dass sich Landschaften einfach komplett wiederholen. Der Sound ist soweit in Ordnung. Die Soundeffekte passen und die Musik erzeugt einen stimmungsvollen Hintergrund. Aber auch hier wirkt das Ganze gepaart mit der Grafik und den Missionen sehr abwechslungsarm.
Multiplayer und Wi-Fi:
Ein Test des Multiplayermodus war leider nicht möglich, da jeder Spieler eine eigene Tenchu DS Karte benötigt. Dass sich dies lohnen dürfte, ist aufgrund des restlichen Ergebnisses eher zweifelhaft. Laut Spielanleitung stehen euch drei Modi zur Verfügung: Tötet alle, Reisbällchen futtern und schleichen. Bei letzterem muss ein Spieler von den anderen gefangen werden. Über den Wifi-Modus könnt ihr mit anderen Gegenstände und Zutaten tauschen. Ihr könnt laut Anleitung auch so in den Genuss exklusiver Items kommen. Da ihr diese aber praktisch kaum benötigt, ist auch hier der Anreiz relativ gering. Habt ihr selbst Erfahrungen mit dem Multiplayermodus gemacht, könnt ihr gerne einen Leserkommentar hierzu verfassen.
Fazit
30 Prozent - Wertungen, wie auf anderen Mags, hat das Spiel meiner Meinung nach nicht verdient. Anfänglich ist das Ganze nämlich durchaus motivierend. Jedoch wurde ein interessanter Ansatz, der das Spiel einst zum Genre-Begründer auf der PSX gemacht hat, enttäuschend umgesetzt. Immer ähnliche Missionen und das nahezu nutzlose Schleichen sind die größten Mankos, das Spiel hat dabei ungewollt etwas von einem Hack’n Slay. Fans der Serie würde ich das Spiel nicht empfehlen, die sind auf der Playstation bei weitem besseres gewohnt.
- Viele Items, die auch selbst herstellbar sind
- Interessantes Stealth-Gameplay ...
- ... das nahezu unnötig ist aufgrund schwacher KI
- Monotonie (Missionen, Grafik, Sound ...)
- 5 Stunden für ein Vollpreisspiel
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


