Eindrücke zum 3DS

Eindrücke zum 3DS

Sehr schade, dass sich der von der Spielerschaft mit Hochspannung erwartete 3DS in der Entertainment Area der gamescom rar machte – nur als Fachbesucher oder Journalist hatte man die Gelegenheit für ein erstes Hands-On. Unsere vierköpfige NFans-Delegation durfte im Rahmen eines einstündigen Nintendo-Termins einen ausgedehnten Blick auf die kleine Wundermaschine werfen – selbstverständlich geben wir unsere Eindrücke im Folgenden an euch weiter!

Schon schick, das gute Gerät, auch wenn es sich optisch nicht unbedingt innovativ gibt: Abgesehen von Stick, zusätzlichen Knöpfen und unterschiedlichen Formaten der beiden Screens erinnert es stark an den DSi. Aber wer weiß – das Design könnte sich bis zum Release noch etwas ändern.

Davids Meinung:

Auf kaum etwas war ich so gespannt wie auf die Präsentation des 3DS. Da ich auf einem Auge ein stark vermindertes Sehvermögen habe, war ich neugierig ob sich das in irgendeiner Form auf die Wahrnehmung dieses Effekts auswirken würde. Als erstes fielen mir einige Dinge am Design des Gerätes auf die ich etwas seltsam fand. So schloss das Gerät zum Beispiel nicht vollständig. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass dies nicht das finale Design sei. Zu Beginn hatte ich einige Probleme, das Gerät so zu justieren und zu halten, dass ich den 3D Effekt wirklich genießen konnte. Was ich danach sah war aber wirklich fantastisch. Davon abgesehen, dass die gezeigte Grafik schon ohne 3D einfach umwerfend für einen Handheld war, war es mit Tiefenwirkung eine wirklich neue Spielerfahrung. Anders als erwartet vermittelte mir der der Bildschirm meist eher, dass die Objekte in die Tiefe gehen und nicht wie aus dem 3D-Kino bekannt aus dem Bildschirm heraus ragen. Leider muss man schon ziemlich gerade vor dem Screen positioniert sein, da der Effekt sonst verloren geht. Nach einiger Spielzeit merkte ich schon das meine Augen dadurch sehr angestrengt wurden. Vielleicht ist das nur eine Gewöhnungssache, aber nach der momentanen Erfahrung würde ich sagen, dass ein dauerhaftes Spielen mit voll angeschaltetem 3D nicht wirklich möglich ist. Zum Glück kann man den Effekt aber stufenlos zurück regeln bzw ausschalten, was es jedem ermöglicht, die für ihn ideale Einstellung zu finden.

Mich hat Nintendo mit dem Gerät auf jeden Fall überzeugt. Der 3D Bildschirm und das Slidepad funktionieren einwandfrei und bieten wirklich einen ganz neuen tragbaren Spielgenuß. Die Positionierung des On/Off-Schalters, die stellenweise kritisiert wurde, stellt meines Erachtens nach übrigens kein Problem dar.

Mario Kart nutzte den 3D-Effekt ausgezeichnet – im Gegensatz den meisten anderen Titeln nicht nur mit Tiefen-, sondern auch Höhenwirkung: In Situationen wie dieser scheint Mario auf seinem Kart geradezu aus dem Screen heraus zu ragen.

Simons Urteil

Auf der gamescom hatte ich innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal die Möglichkeit den 3DS zu testen. Meine Eindrücke aus meinem vorherigen Artikel haben sich bestätigt und ich freue mich weiterhin auf Nintendos neue Hardware. Für mich war eher interessant zu sehen, wie meine Kollegen auf den neuen Handheld reagieren würden. Für uns alle steht fest, dass der 3DS in jedem Fall sehr gerade und ruhig gehalten werden muss, sonst „fliegt“ man schnell aus dem dreidimensionalen Bild heraus; die Augen müssen sich dann wieder neu justieren. Während die Möglichkeit Fotos in 3D zu schießen in Frankfurt nicht überzeugen konnte, gelang die Demonstration in Köln zwar besser, ich bleibe aber dabei, dass diese Funktion ein Gimmick ist, wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht: Mit viel Probiererei gelang mir zwar ein halbwegs gutes Foto, aber eine andere Peron muss eventuell erneut justieren, um den Effekt zu erkennen. Darüber hinaus ist das Bild natürlich an den kleinen Screen gebunden und somit nicht ernsthaft zu nutzen. Über die kommenden Spiele kann man wenig sagen, ich bin gespannt, was Shigeru Miyamoto in den nächsten Monaten präsentieren wird und bin sicher, dass schon der Launchtitel für Furore sorgen wird.

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Kid Icarus Uprising: Sieht verdammt vielversprechend aus, der 3D-Effekt scheint hier aber vergleichsweise sparsam eingesetzt zu werden.

Ulrichs Eindruck

Als wir zum Nintendo-Termin marschierten, war ich so richtig aufgeregt. Immer wieder quälte mich die Frage, ob wir den Nintendo 3DS zu Gesicht bekommen, der ja für den Rest der Messe nicht zu sehen war. Als dann die Türe ins Hinterkämmerchen aufging, sah ich gleich vier davon auf einem weißen Tischchen liegen. Wenn ich jetzt zuhause gewesen wäre und nicht hier auf einem Termin, wo man doch eher sachlich sein muss, so wäre ich wahrscheinlich irgendwo herumgehüpft und hätte vor Freude geschrien. Nach unzähligen Trailern und kurzen Demos hier nun mein Fazit.

Obwohl das Design noch nicht fix ist, was ich begrüße, da es noch einige Makel aufweist, war es trotzdem das Beste, was ich je bei bzw. in einem Handheld gesehen habe (und ich hatte schon viele, inkl. PSP). Tolle Grafik, auch im 2D Modus und ein 3D-Effekt, der sich sehen lässt. Ohne Brille so ein geiles Gefühl zu haben ist echt ein Wahnsinn, leider auch nicht ganz ohne Folgen. Kleine Minispiele und langsame Animationen sind noch erträglich. Bei schnellen Szenen jedoch, wie es sie bei Metal Gear zu sehen gab, ist man teilweise überfordert und ich habe den Effekt ab- bzw. nur heruntergeschaltet, da mir etwas schwindelig wurde. Ich bin aber zuversichtlich, dass es sich hier nur um eine reine Gewöhnungssache handelt. Es wäre schade, wenn der 3D-Effekt vorwiegend bei Minigames einsetzbar ist, beispielsweise jedoch bei epischen Rollenspielen, wo man schon einmal Stunden investiert, diesen man nur bei wirklich sehenswerten Szenen einschaltet, um nicht überfordert zu werden oder überhaupt gleich nach 30 Min. wieder abschaltet. An die Gamer-Gemeinde da draußen kann ich nur diese Worte richten: "Freut euch auf den Release, denn ihr werdet das Teil nicht mehr so schnell aus der Hand legen!"

Die versprochenen Katzen waren in Nintendogs + Cats zwar noch nicht zu sehen, aber dafür gut gelaunte Hündchen, die fast aus dem Bildschirm zu springen schienen – ziemlich beeindruckend.

Lukas´ Vorabwertung

Ich gebe es zu: Ganz am Anfang war ich etwas enttäuscht, denn gerade bei der ersten gezeigten Demo – Kid Icarus Uprising – dachte ich mir „So richtig 3D sieht das aber nicht aus!“ und spielte ein wenig am 3D-Slider herum: Ein Unterschied zwischen den Einstellungen war schon merkbar, aber der Effekt wirkte ein wenig sparsam. Doch bei den nächsten gezeigten Spielen wandelte sich das Bild: Mario auf seinem Kart und die Nintendogs drohten, aus dem Handheld zu springen, die anderen Titel setzten eher, wie es David schon schön formulierte, nicht auf aus dem Bild hinaus ragende Elemente, sondern eher auf solche, die in die Tiefe des Screens hinein gehen, was, sobald man sich daran gewöhnt hatte, überaus beeindruckend war.

Der Höhepunkt – sowohl in Bezug auf die eigentliche Grafik als auch auf den 3D-Effekt – war die Demo zu Metal Gear Solid 3 – The Naked Sample: Mit der Serie an sich hatte ich bisher kaum etwas zu tun, weshalb ich beim Ansehen wohl nicht so in den sieben Himmel entschwebte wie es sicher ein MGS-Fan getan hätte, aber diese tragbare Episode war einfach enorm beeindruckend. Spielbar zwar noch nicht, doch konnte die Kamera während der in Spielgrafik gehaltenen Footage stets bewegt werden, wodurch Render-Schummeleien ausgeschlossen werden konnten. Und wenn dann Krokodile ihre Rachen gen Zocker strecken oder Snake am Ende auf einer wunderschönen Blumenwiese gegen seine Erzfeindin antritt und Unmengen an Blüten in unsere Richtung wirbeln lässt, steht einem fast schon der Mund offen.

Ihr merkt es: Ich schreibe hier bislang nur über die Grafik. Denn spielbar waren nur drei der vielen Demos, und diese auch nur sehr eingeschränkt: Eine Flugzeug- und eine Jetpack-Disziplin in Pilot Wings, ein paar Spielzeuge und Verkleidungen für den Nintendogs-Hund und ein Minispielchen in einem mir bis dato unbekannten, in Hollywood angesetzten Krimi-Spiel. Knöpfe und Stick machten einen guten Eindruck, die ebenfalls integrierte Möglichkeit zur Bewegungssteuerung kam jedoch nicht zum Einsatz.

Ach ja, restlos überzeugen konnte mich auch das 3D-Film-Feature: Ein enorm aufwendig gerendeter Animationsstreifen (sah nach einem Fantasy-Schinken mit Eulen in der Hauptrolle aus) kam auf dem kleinen Display ebenso gut wie im Kino. Nur vom Foto-Gimmick bin auch ich noch nicht ganz überzeugt: Geknipste Bilder können in ihrer 3D-Gestalt ebenfalls von einem Slider verändert werden – ich glaube, es ging hier um den individuellen Augenabstand der jeweiligen Spieler – doch auf der Suche nach der perfekten Einstellungen begannen meine Augen doch etwas zu tränen. Mal sehen, wie die Endversion dieser Spielerei aussieht – cool wären dreidimensionale Fotografien zweifellos, auch wenn die Auflösung jener wie beim DSi sehr begrenzt ausgefallen ist.

Aber abgesehen davon hatte ich die ganze Vorführung über absolut keine Kopf- oder Augenschmerzen und kann mir gut längere Spielesessions bei höchster 3D-Einstellung vorstellen. Ich bin sehr optimistisch, dass Nintendo mit diesem Gerät mal wieder alles richtig macht und auch gerade Hardcore-Spieler sehr ansprechen dürfte. Hätte nur gerne ein paar spielbare Demos mehr ausprobiert.

verfasst von „NFans-Staff“

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Letzte Aktualisierung: 24.08.2010, 12:33 Uhr