Avatar: Frontiers of Pandors - From the Ashes DLC im Test (Playstation 5)

Avatar: Frontiers of Pandors - From the Ashes DLC im Test (Playstation 5)

Während der neueste Avatar-Kinofilm „Fire and Ash“ die Kassen klingeln lässt, veröffentlicht Ubisoft Massive passend einen neuen standalone Story DLC zu "Frontiers of Pandora" namens „From the Ashes“. Wie uns dieser gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Rückblick zu Frontiers of Pandora

Mit Avatar: Frontiers of Pandora lieferte Ubisoft Massive ein bildgewaltiges Abenteuer ab. Es erzählt die Geschichte eines jungen Na-vi, welcher bereits als Kind von der RDA entführt wurde. 16 Jahre später gelingt die Rückkehr nach Pandora. Ihr erkundet dabei eine riesige Open-World, müsst eure Identität wiederfinden, Vertrauen zu Clans aufbauen und habt euch der RDA entgegenzustellen, welche den Planeten ausbeuten möchte. Es geht um Kampf gegen das Böse, um Selbstfindung und die Wiederherstellung eines Ökosystems. So ähnlich kennen wir es aus den Filmen.

Ihr müsst die Hauptgeschichte nicht gespielt haben, um den DLC „From the Ashes“ im vollen Maß erleben zu können. Man sollte sich aber bewusst sein, dass zu Beginn ein kurzer Rückblick gezeigt wird und ihr, solltet ihr Frontiers of Pandora noch nachholen wollen, massiv gespoilert werdet.

So-lek is back!

Nach der Zusammenfassung geht es auch schon mitten rein ins actionlastige Abenteuer. Ihr erlernt im Tun die grundlegende Steuerung und eins ist klar – es wird kein Spiel für schwache Nerven. Statt der leuchtenden Farben von Pandora gibt es viel Rauch und Zerstörung. Ganze Landstriche wurden von Mangkwan-Clan, gemeinsam mit der RDA, verwüstet. So steht dieses Mal nicht nur der Kampf gegen die Menschen im Mittelpunkt, sondern auch gegen andere Na-vi. Der Kontrast zur Schönheit des Hauptspiels sticht einem sofort ins Auge, aber es funktioniert erstaunlich gut. Die Regionen sind rauer, felsig und deutlich linearer. Pandora zeigt sich auf der einen Seite wunderschön, auf der anderen auch sehr verletzlich.

Zu Beginn ist es zwar möglich, die Daten eures Charakters aus dem Hauptspiel in den DLC zu übertragen, aber dennoch schlüpft ihr dieses Mal in die Rolle von So-lek. Dieser war bereits in „Frontiers of Pandora“ eine wichtige Nebenfigur. Wie auch dort ist er gezeichnet vom Verlust seines Stammes – getrieben von Wut. Er passt dadurch hervorragend in das neue Setting. Es ist erneut eine Reise der Selbstfindung, getrieben von inneren Konflikten und der moralischen Frage: Wie weit darf man gehen, um seine Heimat zu schützen?

Die Story wird sehr spannend, aber viel kompakter als im Hauptspiel erzählt. Ihr werdet die Endcredits im Schnitt nach 15 Stunden Spielzeit erblicken, je nachdem, wie viel Energie ihr in die Erkundungen steckt. Das Schöne ist, dass sich Fans der Filme wieder sehr heimisch fühlen werden und viele Story-Elemente sich stimmig ins gesamte Franchise einfügen.

Third-Person-Modus

Im Punkto Gameplay hat sich einiges geändert. Das komplexe Gearscore-System gehört nun der Vergangenheit an, Jagd- und Crafting Elemente wurden deutlich reduziert. Stattdessen setzt „From the Ashes“ auf ein simples, aber effektives Skillpunkt-System. Einerseits gehen damit gewisse RPG-Elemente verloren, sorgt aber dennoch dafür, dass der Spielfluss besser funktioniert. Man folgt der Story, genießt die Schauplätze und man verliert sich nicht mehr in stundenlangen Nebentätigkeiten. Das kann ein Vor- oder Nachteil sein, je nachdem welcher Spielertyp man ist.

Es gibt wieder Ausrüstungsteile (Kopfschutz, Brustschutz, Knöchelschutz) die ihr anpassen könnt und über eigene Vorteile verfügen.

Das Ausrüsten aller Teile eines Sets gewährt einen mächtigen Set-Bonus – von dauerhaft regenerierender Gesundheit bis hin zur Möglichkeit, sich nach dem Spieletod einmal selbst wiederzubeleben.

Zusätzlich kann kosmetische Körperbemalung ausgerüstet werden, um das Erscheinungsbild von So-lek weiter zu individualisieren.

Die größte Neuerung ist sicherlich die Third-Person-Perspektive, die sowohl im DLC und nun auch im Hauptspiel wählbar ist. Dadurch verändert sich das Spielgefühl massiv, da die Bewegungen dynamischer wirken und die Inszenierung sich generell wuchtiger anfühlt – vor allem, was Nahkämpfe und die Finisher betrifft.

Jedoch gibt es Momente, wie etwa das Tauchen oder andere Interaktionen, während derer automatisch zurück in die Ego-Sicht gewechselt wird, aber gerade durch die Third-Person wirkt der DLC wie ein cineastisches Action-Abenteuer.

Das Missionsdesign

Auch im DLC heißt es klettern, springen und auf dem Rücken eines Ikran durch die Lüfte gleiten. Nebenbei gilt es, Gegner mit Waffen oder Stealth-Angriffen auszuschalten. Es stehen euch dabei eine Vielzahl von Waffen zur Verfügung – sowohl Na-vi, als auch menschliche Waffen. Selbst das Kampfsystem profitiert vom Perspektivenwechsel. Ein neuer „Warrior“-Modus erlaubt nun mächtige Angriffe. Dazu muss eine Leiste gefüllt sein, welche sich durch das Verteilen von Schaden und das Besiegen von Gegnern füllt. Dieser bringt euch kurz Vorteile, wie erhöhter Schaden, temporäre Immunität und Schadensreduktion, Gegner werden hervorgehoben und ihr erhaltet mehr XP, wodurch eine größere Chance auf einen Finisher gegeben ist. Diese könnt ihr mit einem Druck auf den Stick in bestimmten Momenten auslösen. Diese sehen gut aus, wiederholen sich aber leider recht schnell.

Zu erwähnen sind ebenfalls die neuen Na-vi-Gegner des Mangkwan-Clans. Diese treten meist als anspruchsvolle Bossfights auf und stecken enormen Schaden ein. Diese Fights können durchaus dauern und statt Taktik heißt es einfach Draufhauen. Für weitere Abwechslung sorgen erneut die RDA-Mechs und andere Gegnertypen der Menschentruppen.

Das Missionsdesign schwankt dabei sehr stark. Einige Quests schicken euch unnötig über die komplette Map, nur um dann eine kurze Aufgabe zu erledigen. Auch gibt es Untergrundpassagen mit schlecht sichtbaren Schaltern, die stellenweise für etwas Frust sorgen können. Der neue DLC kann, im Gegensatz zum Hauptspiel, nicht im Multiplayer-Koop gespielt werden.

Präsentation

„From the Ashes“ sieht, wie schon das Hauptspiel, wunderschön aus. Es gibt zwei Grafikmodi zur Auswahl. Der Performance-Modus erreicht 60 fps und läuft in der Regel sehr flüssig, während im Qualitymodus die Framerate auf 30 fps gedrosselt wird. Die verbrannten Biome, Rauchschwaden, Vulkanasche und die gesamte Lichtstimmung sind beeindruckend. Vereinzelt gibt es kleine visuelle Bugs, diese sind aber kaum der Rede wert. Der DualSense-Controller nutzt natürlich seine adaptiven Trigger für ein haptisches Feedback, was Kämpfe und Bewegungen spürbarer macht.

Der Soundtrack passt hervorragend zur Atmosphäre und ergänzt die Filme sehr gut mit cineastischen Tracks. Die Umgebungsgeräusche verstärken gekonnt die Immersion und es gibt eine deutsche Synchronisation.

FAZIT:

Avatar: Frontiers of Pandora – From the Ashes ist ein feuriges Highlight, welches Pandora von seiner düsteren Seite zeigt. Eine Erweiterung, die auf Atmosphäre und eine fokussierte Story setzt, ohne sich spielerisch in Nebenmissionen zu verzetteln. So-lek als Protagonist ist überzeugend und die neue Third-Person-Perspektive macht das gesamte Spiel noch erlebbarer. Das Kampfsystem wirkt dadurch sogar etwas dynamischer. Ihr kämpft nun gegen die RDA und das erste Mal gegen andere Navi in Form des Mangkwan-Clans. Hier und da trüben kleine technische und spielerische Macken den Spielfluss, aber in Summe erwartet euch ein cineastischer Abstecher nach Pandora. Fans des Vorgängers oder des Avatar-Universums kommen auf alle Fälle auf ihre Kosten.

PRO:
- Düstere Atmosphäre
- Stärkere Story als Hauptspiel
- Third-Person-Modus
- reduzierter Grind
- So-lek ein genialer Protagonist
- Stabile Performance

CONTRA:
- Lineare Areale und Laufwege
- dennoch nicht immer klar wo es weitergeht
- Missionsdesign nicht immer optimal
- Kein Koop-Modus

GRAFIK: 9
SOUND: 9
GAMEPLAY: 8
TECHNIK: 8
SPIELESPASS: 8
IMMERSION: 8.5
STORY: 8.5

GESAMT: 8.5/10

Danke an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.

verfasst von „Ulrich“

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Letzte Aktualisierung: 21.01.2026, 16:06 Uhr