Spieletest: Tokyo Scramble NSW2

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Weitere Infos

Releasedate:
11. Februar 2026

USK 16 keine Onlinefunktion Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Dinotypen mit unterschiedlicher Wahrnehmungsmechanik
Gute Audio- und UI-Hinweise
App-Mechanik mit Upgrades
Negativ:
Geringe Framerate, optisch Durchschnitt
Schwache Story
Teilweise repetitiv oder frustrierend
blasse Charaktere

Stell dir vor du stürzt in ein Erdloch und erwachst plötzlich in Trümmern und zwischen Dinosauriern? Genau dieses Szenario bietet das Game „Tokyo Scramble“. Der Titel erscheint exklusiv für die Nintendo Switch 2. Wie uns das nervenzerreißende Schleichspiel gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Bedrohung aus der Urzeit

Die Handlung von Tokyo Scramble ist einfach erklärt. Anne ist Mitglied der Band „Tokyo Scramble“. Innerhalb der Story wird dabei sehr wenig begründet. Zu Beginn stürzt ihr in ein Erdloch. Warum und Woher? Das wird eher als gegeben hingenommen, statt ausführlich erklärt. Jedenfalls erwacht ihr in einer U-Bahnstation, welche in Trümmern liegt. Ihr beginnt einen Weg nach draußen zu suchen, doch plötzlich tauchen Dinosaurier auf, die euch an den Kragen wollen. Diese Kreaturen selbst bezeichnet Anne als „Zinos“. Warum die Urzeittiere da sind, bleibt auch weitestgehend ein Mysterium. Zwischen den einzelnen Kapiteln erhaltet ihr immer wieder kurze Dialogsequenzen in Form von Textnachrichten der Bandkollegen. Diese dienen vor allem als Lore-Drops und liefern wenige Hintergrundinformationen zur Welt, zur Neon City und zu den mysteriösen Goldadern unter der Stadt.

Inhaltlich steht die Atmosphäre im Vordergrund anstatt des narrativen Elements und einer tiefgehenden Charakterentwicklung. Während man zu Anne zumindest gefühlt eine Bindung aufbauen kann, bleiben ihre Bandkollegen (bzw. eigentlich deren Texte) blass, teilweise sogar anstrengend. Statt packendem Survival-Drama erhaltet ihr eher eine funktionale Rahmenhandlung, die versucht, das Geschehen miteinander zu verknüpfen.

Schleichen statt Kämpfen

Das Gameplay von Tokyo Scramble ist schnell erklärt: Umgebung analysieren, Muster erkennen, Zinos umgehen und überleben. Beworben wird der Titel mit dem Versprechen, die Bewegungsroutinen der Gegner zu studieren. In der Praxis wirkt die KI nicht immer konsistent, aber zu Großteil bekommt man geliefert. Schwieriger ist da schon herauszufinden, wo es denn überhaupt lang geht. Die Biome bieten meist zwei oder mehr Möglichkeiten zum Zielpunkt zu gelangen. Oft weiß man, wo der nächste Checkpoint ist, dann wieder nicht. Und da wird’s oft schwer, wenn sich der Weg zwischen einem schmalen Spalt versteckt, den man von der Weite nicht erkennen kann. Um die 40 Spieltode oder mehr sind in einem Kapitel keine Seltenheit und manchmal kommt dabei schon etwas Frust auf, wenn man endlich an einem Zino vorbei ist und dann gefressen wird, weil man den Weg nicht findet. Auch verharren manche Kreaturen gelegentlich, ohne ersichtlichen Grund, auf ihrer Route zum nächsten Ziel, was einen schon aus der Immersion reißen kann.

Doch es geht nicht nur um Schleichen allein. Ohne der Interaktion mit der Umgebung wird es nämlich schwer. Alarmanlagen, Rolltreppen, Dinowürfe mit Baggern oder andere Mechanismen können via einer App genutzt werden, um Zinos abzulenken oder kurzzeitig außer Gefecht zu setzen. Ein weiteres Werkzeug ist Annes Taschenlampe. Damit könnt ihr kurzzeitig Kreaturen blenden, um im besten Fall entkommen zu können. Leider habt ihr oft nicht genug Akku und somit müsst ihr Stationen finden, wo ihr diese wieder aufladen könnt. Upgrades erweitern die Reichweite oder Wirkungsdauer, doch auch selbst diese versteckten Stationen müssen gefunden werden.

Am besten ihr macht keinen Mucks, denn die Zinos sind sehr geräuschempfindlich, vor allem das Fledermauswesen. Wird Anne entdeckt, beginnt die Verfolgung und euer Puls, den man immer im Überblick hat, schnellt in die Höhe. Daher sprintet ihr auch nur solange es eure Kondition zulässt – und die ist nicht gut. Schon nach kurzer Zeit macht das Mädchen bei einem Puls von 160 schlapp. Habt ihr es in einen, für die Zinos unzugänglichen Bereich geschafft, verlieren diese schnell das Interesse an euch. Doch werdet ihr erwischt, was nicht selten vorkommt, werdet ihr gefressen und das Spiel endet. Der Titel verzichtet dabei bewusst auf explizite Gewaltdarstellung. Man sieht nur die Dinoköpfe wie sie um sich schlagen, Anne zusammenbricht und der Game Over-Bildschirm erscheint. Ihr könnt danach jederzeit am letzten Checkpoint starten und die sind gut und in ausreichender Anzahl gesetzt. So etwas wie eine bestimmte Lebensanzahl gibt es nicht. Jedoch bestimmen die Zeit und die Anzahl eurer Spieltode das Ranking, welches ihr am Ende eines jeden Kapitels erhaltet.

Jedes Kapitel besteht aus mehreren Arealen mit unterschiedlichen Puzzle-Elementen. Hinzu kommen optionale Herausforderungen, die ihr absolvieren könnt, aber nicht müsst. Jedoch sorgen sie für eine bessere Bewertung am Schluss.

Die unterschiedlichen Zino-Typen sorgen für die nötige Abwechslung:

- Raptor-ähnliche Kreaturen: laufen und patrouillieren
- Fledermausartige Zinos: nahezu blind, aber extrem geräuschempfindlich
- Mantis-ähnliche Gegner: scharfer Blick, jedoch taub

Je nach Spielertyp werdet ihr ca. 8 bis 12 Stunden bis zum End-Credit-Screen brauchen.

Technisch Luft nach oben

Optisch hinterlässt Tokyo Scramble einen soliden, aber nicht perfekten Eindruck. Unserer Meinung nach kann man sich von einen Switch 2-Exklusivtitel mehr erwarten. Eher erinnert das Spiel an ein älteres Switch 1 Game. Die Dinos sehen visuell gut aus, aber die Umgebungen hingegen schwanken in ihrer Qualität. Einige Areale wirken atmosphärisch dicht, während andere funktional und eintönig sind. Auf der einen Seite sieht es schön aus, auf der anderen erwarten euch verwaschene Texturen und ein geringer Detailgrad. Auch muss man mit gelegentlichen Rucklern rechnen. In Summe merkt man, dass kein A-Titel-Entwicklerstudio das Steuer übernommen hat und wahrscheinlich das Budget gering war. Auch Anne sieht auf der einen Seite, selbst von den Animationen her, vielversprechend aus, aber guckt man beispielsweise auf die Haare, fühlt man sich an Wii U-Zeiten erinnert.

Positiv hervorzuheben sind die akustischen Signale und UI-Hinweise. Das Spiel kommuniziert klar, wann man entdeckt wurde, wann Bewegung sicher ist oder wenn ein Zino aufmerksam lauscht. Die Dino-Geräusche selbst lassen einem das Blut gefrieren, wenn man in der Deckung hockt und es plötzlich neben einem knurrt.

Fazit

Stealth trifft Dino in Tokyo Scramble. Solide Action, die das Blut gefrieren lässt, spielerisch und erzählerisch aber im Mittelfeld bleibt. Es ist ein Spiel, mit einer starken Grundidee, welches sicherlich für so manchen Nervenkitzel und spannende Momente sorgt. Dennoch bleibt das Game erzählerisch schwach und beantwortet gewissen Storyelemente kaum bis gar nicht. Besonders positiv fallen das klare Gegnerdesign und die unterschiedlichen Wahrnehmungsmechaniken der Zinos auf. Trotz Interaktion mit der Umgebung und einiger taktischer Komponenten wiederholt sich das Gameplay nach einigen Kapiteln. Auch kann es zu Frust führen, wenn man länger braucht den Weg zu finden. Das Setting bietet viel Potenzial, doch es wird nur oberflächlich ausgeschöpft. Unterm Strich ist Tokyo Scramble ein solides Schleichspiel mit interessanten Ansätzen, aber gerade als Exklusivtitel bleibt es hinter den Erwartungen zurück. Für ein paar unterhaltsame Stunden in Neon City dürfte es genügen.

Grafik
6
Sound
7
Gesamt
6

verfasst von „Ulrich“

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Vielen Dank an die Firma Binary Haze Interactive für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 18.Februar.2026 - 20:38 Uhr