Spieletest: Descenders NSW

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Weitere Infos

Releasedate:
6. November 2020

USK 6 Online spielbar Pro Controller unterstützt MyNintendo nicht kein amiibosupport

Mögliche Spielmodi: Handheld-,TV-,Tischmodus

Anzahl der Spieler: 1-4

Leser-Meinungen: Noch keine

Specials: keine

Plus / Minus

Positiv:
Eingängige Steuerung
Freeride möglich
Toller Soundtrack
Viel Individualität möglich
Negativ:
Zweckmäßige Grafik
Tlw. längere Ladezeiten

Sold Out und No More Robots haben das extreme Downhill-Radrennspiel Descenders nun auch für die Nintendo Switch veröffentlicht.

Um der nächste legendäre Descender zu werden, muss das eigene Team zum Sieg geführt werden. Wie sich das Downhill-Freeride-Erlebnis spielt, erfahrt ihr in unserem Test.

Für Adrenalin-Junkies

Wenn ihr das Spiel startet, landet ihr sogleich im Übungsdorf. Dies ist der Ausgangspunkt für so sämtliche Dinge, die man im Spiel machen kann. Zu allererst werdet ihr gleich in ein Tutorial geworfen. Dort wird euch die grundlegende Steuerung nähergebracht: Lenken mit dem L-Stick, Driften, Bunny Hop und Tricks mit dem R-Stick, Gasgeben mit ZR, Bremsen via ZL und für manche Tricks benötigt ihr auch noch L. Anfangs scheint alles noch etwas easy, aber das rasante Tempo hat es in sich. Im letzten Tutorial waren dann schon einige Anläufe notwendig um es abschließen zu können. Aber die doch simple Steuerung in Verbindung mit dem Adrenalinkick macht einfach Lust auf mehr und es ist gar nicht leicht, das Spiel aus der Hand zu legen.

Downhill-Fahren rückt ja von einer, in vielen Gegenden, Randsportart in den Mittelpunkt. Vor allem Skiregionen, wo der Schnee immer mehr wegbleibt, setzen im Sommer auf diese Sportart, um den Umsatz auszugleichen. Was heißt aber „downhill“. Im Grunde startet ihr oben am Berg und müsst so schnell wie möglich mit eurem Downhill-Rad nach unten ins Ziel kommen. Dabei ist die Strecke genau vorgegeben und außerdem gibt es einige Hindernisse, die es zu überfahren und überspringen gibt. Jeder Track hat unterschiedliche Aufgaben, die ihr erfüllen könnt und dann kommt natürlich noch der Zeitfaktor ins Spiel.

Die Strecken unterscheiden sich in ihrem Aufbau und daher auch in ihrem Schwierigkeitsgrad. Ausgangspunkt ist immer das Übungsdorf, wo ihr allerlei Sachen machen könnt. Dazu aber etwas später. Das Herzstück von Descenders ist dieses Drücken und Ziehen der Sticks zwischen Kontrolle und Chaos. Geschickt prescht man den Abhang hinunter, die Rampe im Auge, bei der man gleich einen tollen Trick ausüben wird, bevor man dann doch auf die Nase fällt und von Neuem beginnen muss.

Descenders bildet das Gefühl von Extremsportarten auf eine Weise ab, wie es andere Spiele dieses Genres nicht tun. Es ist immer ein Nervenkitzel aus schneller und weiter, sowie der Angst doch am Ende alles zu verlieren. Vor allem liegt es in eurem Ermessen, ob ihr jede Rampe mitnehmt oder doch die Hürden und Gefahren ganz vermeidet. Man wird nicht dafür bestraft, außer dass die Zeit dann doch nicht ganz so gut ausfallen wird. Jedenfalls könntet ihr das gesamte Spiel, bis auf zwei Ausnahmen, ohne Sprünge beenden. Du kannst dein Downhill-Erlebnis so gestalten, wie es für dich stimmig ist.

Individualität

Descenders bietet viele Möglichkeiten sich seinem individuellem Spielstil hinzugeben. Viele kleine Werkzeuge im Arsenal helfen, das eigene können voranzutreiben. Immer wieder gibt es Bonusziele, bei denen man zusätzliche Gesundheitspunkte erhalten kann. Braucht man nicht unbedingt, aber so könnt ihr manche Strecken öfters wiederholen. Alle Zahlen, wie beispielsweise die Wiederholungspunktezahl gelten nur für die Bestenliste, haben aber keinen weiteren Einfluss auf das Spiel. Sprich, für alle zusätzlichen Dinge könnt ihr Belohnungen erhalten, ihr werdet aber nicht bestraft, wenn ihr einfach nur nach Lust und Laune die Tracks hinunterstürzt.

Die Ladezeiten zu den einzelnen Pisten sind relativ lang, da sie prozedural berechnet werden. Die Musik, die das Spiel umrundet ist sehr gut gelungen und chillig. An machen stellen kamen Gefühle wie beim Menü in FIFA auf, da es echte Tracks von echten Künstlern sind.

Im Grunde liegt es also an euch, welche Herausforderungen ihr annehmt und welche nicht. Ihr könnt entweder alle Tracks runterrasen, nur um alle Gebiete kennenzulernen oder ihr gebt euch dem Punktekampf durch Tricks und Combos hin. Zu den Multiplikatoren zählt auch das schnelle Fahren, Wheelies und das schlittern durch enge Kurven via R-Stick.

Die Punkte könnt ihr übrigens zum Freischalten einer zweiten Kampagne oder Ausrüstungsgegenständen einsetzen. Als Downhill-King zählt ihr aber nur dann, wenn ihr eine komplette Kampagne abschließt. Hier müsst ihr mehrere Gebiete am Stück beenden und dabei gleichzeitig hohe Flow-Werte (Trickpunkte pro Minute) erzielen.

Alle paar Strecken kommt ein Modifikator ins Spiel. Damit werden beispielsweise die Strecken breiter, weniger kurvig, evtl. steiler oder es gibt mehr Hindernisse. Hin- und wieder gibt es auch Bonus-Kurse, die völlig anders aussehen als die bekannten Strecken und neue Regeln mit sich bringen.

Toll ist auch, dass eine Wetterdynamik ins Spiel integriert wurde. Manchmal ist es nebelig und die Sicht nicht so gut. Außerdem solltet ihr keine allzu lange Route wählen, da es irgendwann Nacht wird – was wiederum nicht so gut für die Sicht ist. Bei jedem Sturz verliert ihr Leben. Sind alle weg, so wird der Kurs abgebrochen.

Im Übungsdorf könnt ihr nach Lust und Laune herumfahren und Dinge, Sprünge etc. im Bike-Park ausprobieren. Außerdem könnt ihr in der Garage das Bike wechseln oder aufrüsten und eure Asseccoires wechseln. Im Sponsorenbüro könnt ihr eure Sponsoren bearbeiten oder in der Multiplayer-Lobby online gegen andere Fahrer antreten. Im Übungsdorf fahren auch immer wieder andere Fahrer herum, mit denen man aber nicht interagieren kann.

Grafisch ist Descenders nicht auf allerhöchstem Niveau. Teilweise wirken Dinge unscharf und der Umgebung fehlt es an Details. Außerdem hat es immer wieder mit Kantenflimmern zu kämpfen. Aber komischerweise stört es bei diesem Titel nicht, da man sich, fast wie im echten Leben, einfach im Sport verirrt und die unschönen Details ausblendet.

Fazit

Descenders gehört sicher nicht zu den Blockbustern der Sportspiele, fängt aber das Feeling einer Extremsportart – in diesem Fall Downhill-Racing – sehr gut ein. Es mangelt zwar an visuellen und spielerischen Höhepunkten, dennoch ist es toll, wie viel Individualität geboten wird. Ihr könnt als Spieler entscheiden, ob ihr es lieber entspannter angehen wollt oder in Begleitung cooler musikalischer Tracks über Rampen und Abhänge hüpft und schlittert – um so viele Punkte wie möglich zu ergattern. An diversen Kursen mangelt es nicht und auch Wetter und Dunkelheit können das Spielerlebnis variieren. Fans von Radspielen können auf Descenders auf alle Fälle einen Blick werfen. Vorsicht, Suchtgefahr!

Grafik
7
Sound
9
Multiplayer
8
Gesamt
7

verfasst von „Ulrich“

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Vielen Dank an die Firma No More Robots für die Bereitstellung des Testmusters.
Letzte Aktualisierung: 17.November.2020 - 19:00 Uhr