
EA Sports FC 27 im Test für Nintendo Switch 2 und Xbox Series X/S
Alle Jahre wieder stellt sich dieselbe Frage: Wie viel Neues hält das neue Fußballspektakel aus dem Hause EA parat? In diesem Jahr wird versucht, mit überarbeiteten Spielmechaniken, einer erweiterten Karriere und einem neuen Online-Modus frischen Wind in die Serie zu bringen. Besonders “The Grounds”, eine kleine offene Spielwelt mit verschiedenen Aktivitäten, soll neue Impulse setzen.
Es gibt auch wieder eine Version für die Nintendo Switch 2. Wir haben uns die Teile für Nintendos Konsole und die Xbox Series X/S angeschaut. Wie uns die „Rasenbedingungen“ gefallen haben und ob der Nintendo-Ableger den vollen Umfang liefert, erfahrt ihr hier in unserem Test.
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EA SPORTS FC™ 27
NSW2
- Genre
- Sportspiele
- Publisher
- Electronic Arts
- Modi
- EinzelspielerLokaler MultiplayerOnline-Multiplayer
- Spieler
- 1–4 lokal11–100 online
- Freigabe
USK ab 12
Eine riesige Fußballwelt
Der Lizenzumfang bleibt, wie in jedem Jahr, beeindruckend. Mehr als 21.000 Fußballprofis, über 800 Vereine und Nationalmannschaften, mehr als 35 Ligen und rund 140 Stadien sorgen für eine enorme Auswahl. Ob ihr euren Lieblingsverein zur Meisterschaft führen, internationale Wettbewerbe (Champions League, Europa League etc.) bestreiten oder online gegen andere Spieler antreten möchtet: An Möglichkeiten mangelt es wie immer wahrlich nicht.
Verbessertes Gameplay?
Was beim Betreten des Platzes sofort auffällt, ist das etwas andere Spielgefühl. EA möchte die Kontrolle stärker in die Hände der Spieler legen, was durchaus gelungen ist. Eingaben werden nun noch direkter umgesetzt und anfangs kommt es schon mal vor, dass ihr den Ball in die Richtung schickt, die ihr gar nicht wolltet, da euer Stick in die falsche Richtung zeigte. Besonders deutlich wird das beim Verteidigen. Während hier frühere Serienteile in vielen Situationen großzügige Unterstützung durch computergesteuerte Mitspieler boten, verlangt die neue Ausgabe mehr aktive Entscheidungen. Wer lediglich einen Verteidiger auswählt und darauf wartet, dass die Defensive den Rest erledigt, wird häufiger bestraft. Stellungsspiel, Timing und das rechtzeitige Schließen von Passwegen gewinnen an Bedeutung. Gelingt ein sauber abgefangener Angriff, fühlt sich das entsprechend befriedigend an.

Leider gelingt die Umsetzung nicht immer ganz ohne kleine Schwächen. Die KI der übrigen Abwehrspieler agiert nicht immer zuverlässig. Hier und da entstehen ärgerliche Lücken, die Gegner neue Torchancen eröffnen.
Im Angriff funktioniert das deutlich besser. Verbesserte Laufwege und eine aufmerksamere offensive KI eröffnen neue taktische Möglichkeiten. Auch Standardsituationen wurden überarbeitet. Gerade bei Eckbällen habt ihr mehr Möglichkeiten, eure Spieler zu positionieren und Angriffe gezielter einzuleiten.

Dennoch gibt es auch hier kleine Kritikpunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollten. Es geht zwar weiterhing um Pässe, Kombinationen und schnelle Richtungswechsel, aber die Balance ist auch hier nicht immer optimal. Während Angriffe über die Außenbahnen oft zu effektiv sind, können bestimmte defensive Situationen einem das Leben schwer machen. Dadurch entstehen gelegentlich Spielzüge, die weniger nach cleverem Fußball als nach dem gezielten Ausnutzen besonders wirksamer Mechaniken aussehen. Gerade im Onlinemodus ist das ein ernst zu nehmender Kritikpunkt.
Auch die Animationen wurden überarbeitet. Bewegungen wirken natürlicher und der Ball verhält sich weniger vorhersehbar. Gerade bei technisch starken Spielern springt das Leder durchaus einmal etwas weiter weg, anstatt wie festgeklebt am Fuß zu bleiben.
Willkommen bei „The Grounds“
Die wohl „heißeste“ Neuerung heißt „The Grounds“. Dabei handelt es sich um eine kleine offene Spielwelt, in der ihr euch mit einem selbst erstellten Avatar bewegt. Optisch könnt ihr euren Charakter anpassen und ihm eine bestimmte fußballerische Rolle zuweisen. Wir wählten beispielsweise den Ballzauberer, der technisch sehr gut mit dem Ball umgehen kann.

In der Umgebung warten verschiedene Online-Aktivitäten. Neben klassischen Duellen im Eins-gegen-Eins oder kleineren Mannschaftsspielen gibt es Rush und weitere Minispiele. Selbst ungewöhnlichere Herausforderungen wie Basketball oder eine Ballonjagd sind vertreten. Außerdem ist der Clubs-Modus nun in The Grounds integriert. Hier könnt ihr mit bis zu zehn weiteren Mitspielern eine Mannschaft bilden und gemeinsam gegen andere Teams antreten.
Der Modus ist durchaus eine neue Spielerfahrung und macht großen Spaß. Es ist ein neuer Ansatz, der für Abwechslung in der sehr bekannten EA-FC-Welt sorgt. Auch wenn viele Aktivitäten wenig spielerische Tiefe und die kurzen Dialoge mit bekannten Fußballpersönlichkeiten wie Kylian Mbappé oder Chloe Kelly wenig inspiriert wirken.

The Grounds gibt es auch auf der Nintendo Switch 2, aber hier gibt es einen klitzekleinen Nachteil. Selbst auf der Xbox Series X kam es immer wieder zu kleinen Wartezeiten, wenn nicht genügend Mitspieler für eine Aktivität zu finden waren. Das macht sich auf Nintendos Konsole, mit einer vergleichsweise kleineren Online-Spielerschaft, noch mehr bemerkbar. Vor allem, da diese Version kein Crossplay erlaubt, ist die Spielersuche auf die eigene Community beschränkt.
Dieses fehlende Crossplay betrifft nicht nur The Grounds, sondern auch die anderen Modi.
Karrieremodus: Endlich interessante Transfers
Eine der erfreulichsten Entwicklungen betrifft den Karrieremodus. Electronic Arts hat insbesondere den Transfermarkt überarbeitet und versucht, das Verhalten von Vereinen und Spielern glaubwürdiger abzubilden, was uns auch sofort ins Auge gestochen ist.
Mit der Unterstützung von Echtzeitdaten der Plattform TransferRoom werden Verpflichtungen und Verhandlungen dynamischer. Konkurrenzangebote, Wechselinteresse und zusätzliche Verhandlungsschritte machen den Transfermarkt interessanter. Auch die Vorstellungen der Spieler spielen eine größere Rolle. Als kleiner Verein ist es entsprechend schwieriger, einen namhaften Star zu verpflichten. Gleichzeitig kann ein unzufriedener eigener Spieler schnell das Weite suchen, wenn ihr nicht rechtzeitig reagiert.

Das bringt zusätzliche Spannung in den Mannschaftsaufbau. Ein Transfer ist nicht mehr einfach nur eine Frage des passenden Angebots. Ihr müsst euch mit den Vorstellungen eurer Wunschspieler auseinandersetzen und damit rechnen, dass sich die Konkurrenz ebenfalls einschaltet.
So gehört die Karriere in diesem Jahr wohl zu den stärksten Bereichen von EA Sports FC 27. Insbesondere Fußballfans, die gerne langfristig planen und ihre Mannschaft über mehrere Spielzeiten entwickeln, finden hier eine bemerkenswerte Beschäftigungstiefe. Dazu kommen die zahlreichen offiziellen Lizenzen und die gewohnt aufwendige Präsentation, die für eine stimmungsvolle Fußballatmosphäre sorgen.
Ultimate Team
Football Ultimate Team bleibt ein zentraler Bestandteil des Gesamtpakets. Das Sammeln, Entwickeln und Zusammenstellen einer individuellen Mannschaft besitzt weiterhin erhebliches Motivationspotenzial. Mit FUT Gallery gibt es eine neue Möglichkeit, eure gesammelten Spielerkarten einzusetzen.
Dabei stellt ihr zu bestimmten Themen Sammlungen zusammen, beispielsweise mit Spielern aus einer bestimmten Liga oder Mannschaft. Anschließend wird eure Auswahl bewertet. Je seltener und besser die Karten sind und je besser sie zusammenpassen, desto attraktiver fallen die Belohnungen aus. Bereits erhaltene Karten bleiben dabei in eurer Sammlung vermerkt, selbst wenn ihr sie später verkauft oder anderweitig abgebt.

Positiv ist außerdem das zusätzliche Angebot an Herausforderungen gegen die KI. Damit erhalten Einzelspieler mehr Möglichkeiten, auch ohne regelmäßige Online-Partien Fortschritte zu erzielen.
Auch hier solltet ihr auf der Nintendo Switch 2 mit einem klaren Nachteil rechnen: Ihr spielt auf einem eigenen Transfermarkt, der nicht mit den anderen Plattformen geteilt wird. Das Angebot an verfügbaren Karten ist dadurch deutlich kleiner. Gerade bei FUT Gallery kann das zum Problem werden, da seltene Spieler schwieriger zu finden sind und sich bestimmte Sammlungen entsprechend aufwendiger zusammenstellen lassen. Auch die fehlende Crossplay-Unterstützung schränkt die Online-Möglichkeiten ein.
Ansonsten bleibt alles beim Alten. Auf beiden Plattformen wird Ultimate Team weiterhin stark vom Sammeln und Öffnen neuer Kartenpakete geprägt. Wer einen besonders leistungsfähigen Kader aufbauen möchte, kommt um einen erheblichen zeitlichen oder finanziellen Einsatz kaum herum. Zwar lässt sich der Modus grundsätzlich auch ohne zusätzliche Ausgaben spielen, wer aber mithalten möchte, kommt wohl über kurz oder lang nicht darum herum.
Fußball im Rampenlicht
Auf der Xbox Series X/S präsentiert sich EA Sports FC 27 mit aufwendig nachgebildeten Stadien, zahlreichen Originaltrikots und detaillierten Spielermodellen. Besonders bei bekannten Mannschaften tragen die individuellen Gesichter und charakteristischen Bewegungsabläufe zur Wiedererkennbarkeit bei.
Auch die Inszenierung orientiert sich, wie gewohnt, an modernen Fernsehübertragungen. Kamerafahrten, Wiederholungen, Einblendungen und die Darstellung wichtiger Spielsituationen sorgen für einen professionellen Gesamteindruck. Bei gelungenen Angriffen entsteht durchaus das Gefühl, selbst Teil einer großen Fußballübertragung zu sein.

Bei der Nintendo Switch 2 fällt vor allem die weiterhin begrenzte Bildrate auf. EA Sports FC 27 läuft mit 30 Bildern pro Sekunde. Einen zusätzlichen Performance-Modus mit 60 fps gibt es nicht. Das ist besonders schade, da die neue Nintendo-Konsole eigentlich die Hoffnung auf eine flüssigere Darstellung geweckt hatte.
Dennoch bleibt die Fußballsimulation gut spielbar. Da das Spiel stärker auf Bewegungsabläufe und deren Dynamik als auf blitzschnelle Reaktionen ausgelegt ist, fällt die niedrigere Bildrate nach einer gewissen Eingewöhnung weniger stark ins Gewicht. Vor allem im Handheld-Modus funktioniert das Spiel ordentlich.
Grafisch merkt man natürlich deutliche Abstriche gegenüber den anderen Plattformen. Zwar überwiegt der Vorteil, endlich ein fast vollwertiges EA FC auf einer Nintendo-Konsole und somit auch unterwegs spielen zu können, aber wer Wert auf eine tolle Optik legt, der kommt um die anderen Versionen nicht herum. Auffallend ist das vor allem bei den Charakterdesigns oder so mancher Darstellungen in “The Grounds”.

Inhaltlich gibt es erfreulicherweise kaum Abstriche: Sämtliche wichtigen Neuerungen und Spielmodi sind auch auf der Switch 2 enthalten. Die fehlende Crossplay-Funktion und der eigenständige Ultimate-Team-Transfermarkt verhindern allerdings ein vollständig gleichwertiges Erlebnis.
Die GameShare-Unterstützung macht die Switch-2-Version besonders interessant für gemeinsame Spielrunden. Denn auch wer EA Sports FC 27 nicht selbst besitzt, kann zu einer Partie eingeladen werden. Das gemeinsame Spielen ist sowohl direkt vor Ort als auch über eine Online-Verbindung möglich. Eine praktische Möglichkeit, Freunde ohne eigenen Spielekauf auf den virtuellen Fußballplatz zu holen.
Auch akustisch bleibt EA Sports FC 27 seiner bekannten Linie treu. Die deutschen Kommentatoren begleiten das Spielgeschehen mit den gewohnten Analysen, Zwischenrufen und Einschätzungen. Die Vertonung sorgt für die passende Stadionatmosphäre, auch wenn sich manche Formulierungen und Kommentare nach zahlreichen Partien wiederholen.
Der Soundtrack bietet hingegen wieder eine abwechslungsreiche musikalische Mischung aus unterschiedlichen Genres und internationalen Künstlern. Die Songs sorgen vor und zwischen den Partien für Unterhaltung und unterstreichen den modernen Charakter der Fußballsimulation. Gerade in den Menüs gehört die musikalische Untermalung längst zum typischen FC-Erlebnis.
Ultimate Edition
Neben der regulären Version steht auch eine erweiterte Edition zur Auswahl. Diese bot einen früheren Einstieg ins Spielgeschehen, sowie zusätzliche Inhalte für Ultimate Team und die verschiedenen Karrieremodi. FUT-Spieler dürfen sich unter anderem über ein Guthaben an FC Points und weitere Entwicklungsmöglichkeiten freuen. Ergänzende Extras für The Grounds runden das Paket ab. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt vor allem davon ab, wie intensiv man die zusätzlichen Spielmodi nutzt.
Fazit
EA Sports FC 27 begeistert auf und neben dem Platz! Der neueste Ableger macht vieles richtig, ohne die jährliche Weiterentwicklung der Serie grundsätzlich neu zu erfinden. Das überarbeitete Spielgefühl ist die wichtigste Verbesserung. Die stärkere Eigenverantwortung in der Defensive, die neuen Animationen und das dynamischere Ballverhalten sorgen dafür, dass sich die Partien wieder etwas frischer anfühlen. Auch der Karrieremodus profitiert von den überarbeiteten Transfers und bietet langfristig genügend Beschäftigungsmöglichkeiten. „The Grounds“ sorgt mit einer Open-World und verschiedenster Aufgaben für Abwechslung.
Technisch zeigt sich die Switch-2-Version mit ihren 30 fps nicht von ihrer besten Seite. Dafür punktet sie mit dem vollständigen Angebot an wichtigen Spielmodi und der Möglichkeit, die Fußballsimulation auch unterwegs zu spielen. Die Xbox-One-Version überzeugt mit ihrer aufwendigen Fußballpräsentation und dem gewohnten vollen Umfang der Serie.
Auf der Nintendo Switch 2 fällt außerdem die eingeschränkte Spielersuche durch das fehlende Crossplay ins Gewicht, was auch im Ultimate Team für Nachteile durch einen „kleineren“ Transfermarkt sorgt.
Unterm Strich bleibt EA Sports FC 27 ein gutes Fußballspiel, dessen größte Stärken weiterhin dort liegen, wo sie hingehören: auf dem Platz. Große Sprünge sollte man sich allerdings nicht erwarten.
Wertungen:
Nintendo Switch 2: 8 / 10
Xbox Series X/S: 8.5 / 10
Barrierefreiheit
Auch beim Thema Barrierefreiheit bietet EA Sports FC 27 zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Dazu zählen ein High-Contrast-Modus, Farbenblindheitsfilter, anpassbare Untertitel sowie vereinfachte Steuerungsvarianten mit nur einer oder zwei Tasten. Zusätzliche Spielhilfen erleichtern unter anderem das Passen, Schießen und Verteidigen. Ein neuer Accessibility-Filter hilft außerdem dabei, die passenden Optionen schneller zu finden.
EA Sports FC 27 erfindet das Rad nicht neu, aber als Fußballfan kommt man erneut auf seine Kosten. EA Grounds, obwoh sicherlich noch ausbaufähig, wirkt dabei als nette Erfrischung zum gewohnten Gameplay.
- Umfangreiches Lizenzpaket
- Packende Fußballatmosphäre
- Neuer Transfermarkt im Karrieremodus
- The Grounds sorgt für Abwechslung
- Präzisere Standards
- Gewohnte Schwächen bei der KI
- Auf der Switch 2 nur mit 30pfs und ohne Crossplay
Herzlichen Dank an Electronic Arts für die Bereitstellung des Testmusters.
