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Test zu: Marvel's Guardians of the Galaxy: Encore Edition

Test zu: Marvel's Guardians of the Galaxy: Encore Edition

Marcel

Seit dem im Marvel Cinematic Universe ein Mensch, ein Waschbär und ein Pflanzenwesen, das wie ein Pokémon nur mit seinem eigenen Namen kommuniziert, sich wilde Sprüche um die Ohren hauen, sind die Guardians of the Galaxy zum Fanliebling geworden. Entsprechend war es kaum ein Wunder, dass sich auch ein Videospiel dieser diversen Gruppe annehmen würde. Im Oktober 2021 war es dann so weit, aber Nintendo-Switch-Spieler mussten erst einmal neidisch auf die Konkurrenz schauen. Das Spiel schien technisch zu anspruchsvoll für eine Umsetzung. Als Cloud-Version hielt das Spiel dann aber doch noch Einzug auf Nintendos Hybridkonsole. Jetzt, auf der Nintendo Switch 2, soll das Spiel in vollem Glanz auch ohne Internetverbindung für Nintendo-Spieler verfügbar gemacht werden. Wir haben einen genauen Blick darauf geworfen.

Marvel ist mehr als das MCU

Heute kennen viele Menschen vor allem die großen Kinofilme. Das Marvel-Universum ist aber um einiges größer als das und voll von Story-Strängen und alternativen Realitäten. Und so will auch das Guardians-of-the-Galaxy-Videospiel nicht die Geschichte der Filme erweitern, sondern erzählt eine ganz eigene Geschichte, die im Universum der „Miethelden“ Peter Quill, Rocket, Groot, Gamora und Drax stattfindet. Entsprechend sind die Charaktere auch nicht den Schauspielern nachempfunden. Das mag für Fans der Filme zwar ein Dämpfer sein, aber als kleiner Ausgleich befindet sich unter den Skins für die Charaktere, die man in den Leveln als Bonus finden kann, auch ein Satz, der die Helden in Teilen an die Filmvorlage angleicht. Die Switch-2-Version kommt zudem mit einem Bonus-Skin-Set im Glamrock-Stil.

Star-Lord und seine Crew sind mal wieder pleite und jagen ein Monster, um dieses an eine Sammlerin zu verkaufen. Dabei lösen sie unfreiwillig eine Katastrophe aus, die nun wieder behoben werden muss. Zu allem Überfluss werden sie dabei auch noch erwischt und müssen nun Geld auftreiben, um die Strafe zu bezahlen. Dabei wird jeder mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, insbesondere Rocket und, der von euch gesteuerte, Star-Lord Peter Quill. Dabei geht es gewohnt humorvoll und emotional zu. Dieser Wechsel macht die Geschichten der Guardians ja aus.

Selbst während der Action ist das Geschehen geprägt von der Interaktion der Crew mit ihren derben Sprüchen und Streitereien.

Aktion wie im Film

Dieses Weltraum-Abenteuer folgt im Großen und Ganzen der erfolgreichen Formel, welche die Uncharted-Reihe fest im Gaming etabliert hat. Ihr wechselt zwischen actionreichen Kämpfen, Erkundung und Quicktime-Events. Auf diese Weise lässt sich sehr gut eine fast filmische Inszenierung erreichen. Zu unserem sprücheklopfenden Quintett passt dies wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Zusätzlich liefert euch das Spiel immer wieder die Möglichkeit, auf Aussagen eurer Begleiter zu reagieren und eventuell sogar verbal Partei zu ergreifen. Das erfordert aber auch, direkt im Spiel zu reagieren, bevor die Situation vorbeigezogen ist, und eine der möglichen Gesprächsoptionen auszuwählen. Auch in Situationen mit NPCs außerhalb des Teams gibt es Dialogoptionen. Die Auswirkungen sind dabei aber nicht spielentscheidend. Zwar kann es durchaus einen kleinen Unterschied in einer Situation machen, aber die Geschichte und das Ende werden dadurch nicht beeinflusst. Außerdem kann es schon mal ein wenig stressig sein, mitten im Spielen spontan auf die Dialogoptionen zu achten. Auch kam es während unseres Tests zu Fehlern mit diesem Element. Wurde das Auswählen einer Dialogoption durch eine Sequenz oder ein Quicktime-Event unterbrochen, blieben die Optionen eingeblendet, konnten aber nicht mehr ausgewählt werden. Dieser Zustand blieb, bis eine Videosequenz eingeblendet wurde oder eine andere Dialogoption ihren Platz einnahm. Quicktime-Events sind sicherlich Geschmackssache, sind hier aber stimmig eingebaut. Nur die Indikatoren, was zu tun ist, könnten bei den kurzen Reaktionsfenstern teilweise etwas klarer sein, insbesondere da Videosequenzen nicht übersprungen werden können und so ein verpatzter Versuch schon mal zur Geduldsprobe werden kann.

Ein Raumschiff zu steuern ist ebenfalls hin und wieder gefragt. Dabei ist ein interessantes Detail, dass auch Bewegungssteuerung und Mausmodus bedacht wurden, wenn man darauf Lust hat.

Bleiben die Kämpfe. Diese sind leider chaotischer, als dem Spiel guttut. Das soll nicht heißen, dass sie keinen Spaß machen. Sie sind gut inszeniert, und jedes Crewmitglied hat seine ganz eigenen Fähigkeiten, die übrigens auch bei der Erkundung der Level eine Rolle spielen. Wer stumpf auf Feuerkraft setzt, ohne mit dem Team zu interagieren, wird auf die Nase fallen. Die Skills der Crew können durch Erfahrungspunkte erweitert werden. Peter Quill kann zusätzlich an Werkbänken, die in Leveln oder eurem Schiff gefunden werden können, gegen Ressourcen weitere Fähigkeiten freischalten. In den Kämpfen gilt es, die Fähigkeiten des gesamten Teams einzusetzen, während ihr Star-Lord und seine eigene Palette an Fähigkeiten selbst in den Kampf führt. Gutes Teamwork ist hier zielführend. Dennoch kann es sein, dass der Kampf nicht gut zu lesen ist und ihr das Zeitliche segnet, ohne genau zu wissen, was ihr falsch gemacht habt. Das ist in Kombination mit den erwähnten, nicht überspringbaren Videosequenzen dann wieder eine Geduldsprobe. Wenn Ihr in einem Kampf eure Wächterleiste füllt, könnt Ihr einen Huddel einberufen in dem das Geschehen unterbrochen wir damit Ihr eine Motivierende Ansprache Halten könnt. Dies bedeutet am ende nur das ihr aus Zwei Optionen wählen könnt und danach, im Idealfall mit einem Schadensbonus in den Kampf zurückkehrt.

Sci-Fi-Technik oder Weltraumschrott?

Nachdem sich die erste Nintendo Switch als zu schwach erwiesen hat, stellt sich die Frage, wie sich das farbenfrohe und effektreiche Spektakel auf der aktuellen Nintendo-Hardware schlägt. Optisch ist das Spiel ein Erlebnis, und die Nintendo Switch 2 wird dem auch gerecht. Das Spiel sieht gut aus und läuft weitestgehend flüssig. Die Framerate ist dabei im Qualitätsmodus auf 30 FPS beschränkt. Im Leistungsmodus, der nur an Fernsehern mit 120 Hz zur Verfügung steht, erreicht das Spiel bis zu 40 FPS. Das ist nicht überragend, reicht aber für ein flüssiges Spielgefühl aus.

Über fast jeden Zweifel erhaben ist der Sound. Nicht nur gibt es eine ausgezeichnete Synchronisation und passende Soundeffekte, vor allem ist der Soundtrack voller kultiger 80er-Jahre-Klassiker, die so ikonisch für die Wächter der Galaxie sind. Genau diese letzte Bezeichnung ist der Grund, warum wir nur von „fast über jeden Zweifel erhaben“ sprechen. Wenn die Guardians of the Galaxy in der deutschen Synchronisation zu den Wächtern der Galaxie werden, wirkt das irgendwie so deplatziert wie ein Kapitän America oder ein Eisenmann.

Auch in der Steuerung gibt es ein paar Schwächen. Die Positionierung zu Objekten, mit denen interagiert werden soll, ist teils fummelig. Dafür funktionieren die Bewegungssteuerung, die nur in bestimmten Sequenzen zur Verfügung steht, und der Mausmodus recht gut. Allerdings kam es in unserem Test an einer Stelle zu einem Bug: Als wir versuchten, den Mausmodus zu verlassen, zwang uns das Spiel, bis zur nächsten Sequenz im Mausmodus weiterzuspielen, da eine andere Steuerung nicht mehr möglich war. Zudem ist das Spiel zweimal im Menü abgestürzt und musste neu gestartet werden. Durch die Autospeicherfunktion hat dies zum Glück keinen großen Schaden angerichtet. Aber solche Dinge trüben die ansonsten gute technische Präsentation.

Abgerundet wird das technische Bild mit detaillierten Einstellungen zur Schwierigkeit und auch Einstellungen zur Barrierefreiheit, die sich aber hauptsächlich auf die Steuerung konzentrieren.

8.3Wertung

Fazit

Marvel's Guardians of the Galaxy: Encore Edition ist ein kinoreifes Spektakel! Zwar gibt es die ein oder andere Schwäche, aber das Spiel hat zu Recht die Spielerschaft überzeugt und macht genau das, was ein Spiel tun soll: Spaß. Die Dynamik zwischen den Charakteren trifft genau die Vorlage, und das Gameplay lässt Raum für die Inszenierung. Auch wenn ein wenig Chaos in den Kämpfen, gepaart mit den Gesprächsoptionen unter Zeitdruck, schon mal den Überblick erschwert.

Barrierefreiheit

M
Meinung vonMarcel

Marvel’s Guardians of the Galaxy Encore Edition ist das Popcorn-Kino der Videospiele. es ist durchgehend unterhaltsam und lässt einen zufrieden zurück wenn man nicht zu viel von Ihm erwartet.

Design
8.0
Sound
9.0
Technik
8.0
  • Sehr gut vertont
  • Kultige Musik
  • Sehr humorvoll und dennoch emotional
  • Vereinzelnd Bugs
  • Chaotische Kämpfe
  • Videosequenzen nicht überspringbar

Vielen Dank an die Firma CDE Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.

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