
Shadow Of The Tomb Raider: Definitive Edition im Test
Überraschende Veröffentlichungen, sogenannte Shadow Drops, sind immer eine spannende Angelegenheit. Vergangene Woche reihte sich Shadow of the Tomb Raider in diese Kategorie ein und erschien ohne große Vorankündigung für die Nintendo Switch 2. Wir haben uns das Action-Adventure, das den Abschluss der jüngsten Reboot-Trilogie bildet, angesehen und prüfen im Test, was der späte Port technisch und spielerisch zu bieten hat.
Dienste von YouTube (Google) wurden nicht zugelassen.
Datenschutzerklärung von YouTube (Google) aufrufen.

Shadow Of The Tomb Raider: Definitive Edition
NSW2
- Serie
- Tomb Raider
- Entwickler
- Aspyr Media
- Publisher
- Aspyr
- Konsole
- NSW2
- Modi
- EinzelspielerOnline Co-op
- Spieler
- 1–2 online
- Freigabe
USK ab 18
Tomb Raider war in der Vergangenheit eher keine Spielserie, die man kognitiv direkt mit Konsolen der Firma Nintendo in Verbindung gebracht hat. Es gab zwar auch die ein oder andere Veröffentlichung für die Wii und den Nintendo DS, aber wirklich in Erinnerung geblieben sind diese Portierungen nicht. Umso schöner, dass in den vergangenen Jahren sowohl Tomb Raider I-IV in der Remastered-Version als auch jüngst die komplette Reboot-Trilogie im Switch-Ökosystem Einzug gehalten haben.
Das Finale der Reboot-Trilogie
Wenn ihr die beiden direkten Vorgänger gespielt habt, wisst ihr spielmechanisch in etwa, was euch erwartet. Shadow of the Tomb Raider schickt Lara Croft dieses Mal in den dichten Dschungel Mittel- und Südamerikas, wo sie sich nicht nur gegen die paramilitärische Organisation Trinity behaupten muss, sondern ganz nebenbei versucht, eine drohende Inka-Apokalypse aufzuhalten.
Ähnlich wie in den Vorgängern wird die Geschichte sehr cineastisch erzählt. Durch Rückblenden, spielbare Erinnerungen an Laras Kindheit und Gespräche mit dem Abenteurer-Gefährten Jonah wird ein kurzweiliger Erzählfluss aufrechterhalten, der viel über die intrinsische Motivation der Hauptprotagonisten aufdeckt und die Geschichte am Laufen hält.
Im direkten Vergleich zu den eher actionlastigen Vorgängern verschiebt das Spiel den Fokus jedoch wieder spürbar in Richtung der klassischen Wurzeln der Serie. Die Erkundung der teils recht weitläufigen Areale und vor allem das Lösen von komplexeren Rätseln in den optionalen Gräbern nehmen einen deutlich größeren Raum ein. Wenn es doch zu bewaffneten Konflikten kommt, rückt der Titel das lautlose Vorgehen in den Vordergrund. Ihr nutzt Schlamm zur Tarnung und das dichte Blattwerk des Dschungels, um Feinde nacheinander aus dem Verborgenen heraus auszuschalten, statt auf offene Feuergefechte zu setzen.
Zur Verbesserung von Waffen benötigen wir weiterhin Materialien, aber das Sammeln dieser passiert eher beiläufig und es entsteht nie das Gefühl, nun stundenlang auf beispielsweise Feder-Suche gehen zu müssen. Auch ein Skill-Tree zur individuellen Entwicklung und Förderung des bevorzugten Spielstils ist wieder enthalten und bietet eine facettenreiche Auswahl.

Solide Technik und neue Steuerungs-Optionen
Die technische Umsetzung eines solch aufwendigen Titels ist bei einem Port natürlich immer ein entscheidender Faktor. Für die Switch 2-Fassung zeichnet sich erneut das Studio Aspyr verantwortlich, das die Bildrate auf 30 Bilder pro Sekunde gelockt hat. Diese 30 FPS werden im Spielverlauf erfreulich stabil gehalten. Selbst bei detaillierten, weitläufigen Dschungel-Gebieten oder partikellastigen Feuergefechten bricht die Performance nicht ein. Optisch macht das Spiel sowohl im stationären Betrieb am Fernseher als auch unterwegs eine sehr gute Figur. Im Handheld-Modus wirkt das Bild naturgemäß etwas unschärfer, was auf dem kleineren Bildschirm aber vollkommen verschmerzbar ist. Positiv fallen zudem die kurzen Ladezeiten auf.
Darüber hinaus hat Aspyr einige Hardware-spezifische Features implementiert. Das HD Rumble 2 feiert eine Rückkehr und sorgt für eine gelungene Immersion. Kurioserweise ist es in den Optionen standardmäßig jedoch deaktiviert, ihr solltet hier also direkt zum Spielstart einen Haken setzen. Die Touchscreen-Unterstützung ist derweil ein nettes Extra für die Navigation durch Menüs. Weniger überzeugend fällt die Bewegungssteuerung aus: Das Zielen per Gyro-Sensor fühlt sich in diesem Port leider etwas unpräzise an. Bleibt noch die optionale Maus-Steuerung, die das Spielgefühl theoretisch am stärksten verändert. Sie ist funktional umgesetzt, kann durch die Limitierung auf 30 FPS ihr volles Potenzial aber nicht ganz entfalten und bleibt etwas gewöhnungsbedürftig.

Sichtbare Spuren der Zeit
Ähnlich wie auch schon bei Rise of the Tomb Raider, welches im Juni für die Switch 2 erschienen ist, merkt man dem Spiel an einigen Stellen sein ursprüngliches Alter mittlerweile jedoch etwas an. Das betrifft vor allem Details in der Präsentation und beim Verhalten der künstlichen Intelligenz. Manche Animationen wirken aus heutiger Sicht ein wenig hölzern. Auch das Verhalten der Gegner und wilden Tiere würde man in aktuellen Titeln vermutlich etwas intuitiver und realistischer erwarten.
Zudem fallen gelegentlich kleine optische Ungereimtheiten auf: In einer relativ frühen Passage taucht ihr beispielsweise durch eine enge Felsschlucht und Lara trägt dabei visuell keinen Bogen bei sich. Erreicht ihr das Ufer und wählt die Waffe aus, ploppt diese plötzlich aus dem Nichts in ihren Händen auf. Solche Momente sind spielerisch kein Beinbruch, trüben die sonst so dichte Inszenierung aber für einen kurzen Augenblick.

Das Komplettpaket: Die Definitive Edition
Besonders erfreulich für Käufer der Switch 2-Version ist der Umfang. Da es sich hier um die Definitive Edition handelt, erhaltet ihr neben dem Hauptspiel direkt alle nachgereichten Inhalte. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fällt das Paket an Zusatz-Content zwar insgesamt etwas schmaler aus, dafür liegt der Fokus hier auf dem Wesentlichen. Die sieben enthaltenen Herausforderungs-Gräber sind eine hervorragende Erweiterung, da sie auf den Kern des Spiels, dem Erkunden und Rätseln, abzielen, den Serien-Fans so lieben.
Auch der 2-Spieler-Koop-Modus ist eine nette Dreingabe. Dieser ist allerdings ausschließlich auf besagte Herausforderungs-Gräber beschränkt; das eigentliche Hauptspiel lässt sich nicht kooperativ bestreiten. Abgerundet wird das Paket durch sämtliche freischaltbaren Skins, Waffen und Fähigkeiten.
Wichtiger Hinweis (Stand 28.10.2026)
Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Spiel noch nicht als Stand Alone-Version im deutschen eShop verfügbar, sondern nur als Teil der Zeitgleich erschienenen Tomb Raider: Definitive Survivor Trilogy. Wir halten euch auf dem laufenden, wann die Einzel-Version zur Verfügung steht.
Fazit
Mit Shadow of the Tomb Raider erhält die Nintendo Switch 2 einen technisch sauberen Port des Abschlusses der Survivor-Trilogie. Dass sich das Spiel wieder etwas mehr auf die Tugenden der alten Tage besinnt und den Fokus stärker auf die Erkundung und das Lösen von Rätseln legt, tut dem Abenteuer spürbar gut. Auch wenn man dem Titel sein Alter bei einigen Animationen und der KI mittlerweile anmerkt, überzeugen die dichte Dschungel-Atmosphäre und die stabile Performance auf der neuen Hardware. Da alle DLC-Gräber direkt integriert sind, bekommen Serien-Fans hier ein überaus rundes Komplettpaket geschnürt, das sich ideal für Rätselfreunde eignet.
Barrierefreiheit
Die Survivor-Trilogie ist und bleibt meine liebste Tomb-Raider-Timeline. Das hat die Switch 2-Version von Shadow of the Tomb Raider nocheinmal eindrücklich unterstrichen!
- Fokus liegt wieder stärker auf Erkundung und Rätseln
- Sehr gute und stabile Performance (30 FPS)
- Detaillierte und stimmungsvolle Dschungel-Umgebungen
- Definitive Edition enthält alle 7 DLC-Gräber und Extras
- HD Rumble 2 sorgt für gelungene Immersion (sofern aktiviert)
- Gyro-Steuerung fühlt sich unpräzise an
- Animationen wirken teilweise etwas hölzern
- Koop-Modus nur auf die Herausforderungs-Gräber beschränkt
- Kleinere optische Fehler
Vielen Dank an die Firma Aspyr für die Bereitstellung des Testmusters.