
ONE PIECE: Grand Gourmet im Test
ONE PIECE ist bekannt für einiges: skurrile Charaktere, spektakuläre Kämpfe, Humor und die exorbitant lange Zeit, die diese Geschichte bereits erzählt wird. Viele würden bei einem Spiel zu Manga und Anime also nicht zuerst an ein Spiel denken, in dem man ein Restaurant führt. Fans wissen natürlich, dass dies gar nicht so abwegig ist. Immerhin dreht sich die Geschichte um den Schiffskoch Sanji in frühen Folgen bereits um das schwimmende Restaurant Baratié. Also dürft ihr in ONE PIECE: Grand Gurmet gemeinsam mit Ruffy und Sanji nun statt ins Wasser in die Kulinarik einsteigen.
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ONE PIECE: Grand Gourmet
NSW2
- Genre
- Simulation
- Serie
- One Piece
- Entwickler
- Bandai Namco Entertainment
- Publisher
- Bandai Namco Entertainment
- Konsole
- NSW2
Auf in die Gastronomie
Zu Beginn finden sich Ruffy und Sanji schiffbrüchig an einem Strand wieder, getrennt von den restlichen Strohhut-Piraten. Dabei beobachten sie, wie eine kleine Version des Restaurants in Form eines Schiffes in Fischform, die Baratié, sich mit einem größeren, sehr ähnlichen Schiff bekämpft. Natürlich versuchen Ruffy und Sanji zu helfen, stellen sich aber leider nicht allzu geschickt an. So stellen zwar die Gegner das Feuer ein und ziehen ab, doch dabei erfahrt ihr, dass eine Gruppe von Schwindlern, von denen sich einer als Sanji ausgibt, den Ruf des bekannten Restaurants ausnutzt, um Gäste in ihre fiese Kopie zu locken. Also schicken die beiden Strohhüte die Besatzung des kleinen Restaurant-Schiffes zurück nach Hause, alle bis auf euch, und ihr macht euch zu dritt auf den Weg, die Betrüger dingfest zu machen, indem ihr sie mit gutem Essen, Service und Atmosphäre aus dem Geschäft drängt.

Ein Restaurant ist nur so gut wie sein Management
Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Ihr richtet euer Restaurant ein, entwerft Menüs und wartet auf die Gäste. Kochen und Bedienen laufen vollkommen automatisch ab. Ganz so einfach ist es am Ende aber natürlich nicht, es gibt noch einiges mehr zu bedenken und umzusetzen. Die Gäste bestehen aus über 400 Charakteren aus dem ONE PIECE-Universum, die als hübsche Pixel-Miniaturen mit hohem Wiedererkennungswert umgesetzt wurden. Diese können nach und nach gesammelt werden. Euer Restaurant besteht aus einer rechteckigen Fläche, aufgeteilt in Innenraum und Außendeck. Auf diesen könnt ihr Einrichtungsgegenstände wie Tische, Dekorationen, Verkaufsstände und Weiteres verteilen. Je nach Zusammenstellung steigen der Komfort eurer Esstische und eure Einnahmen. Mit der Zeit könnt ihr die Grundfläche erweitern und über 200 Möbelstücke freischalten.
Personal und Gäste versorgen euch mit Rezeptideen, die ihr, nachdem ihr die entsprechenden Zutaten erhalten habt, in euer Menü aufnehmen könnt. Ein Menü kann dabei aus Hauptgericht, Beilage, Dessert und Getränk sowie der passenden Dekoration bestehen. Zutaten und auch einige neue Gäste bekommt ihr, indem ihr auf Entdeckung geht. Das sind automatisierte Exkursionen, bei denen ihr auf einem animierten Fortschrittsbalken sehen könnt, wie erfolgreich diese sind. Sie können auch besondere Anforderungen oder Charaktere erfordern, um sie zu 100 % abzuschließen.
Nach und nach könnt ihr andere Bodenbeläge freischalten, die den Stil eurer Bereiche im Restaurant festlegen, um verschiedenen Vorlieben von Gästen zu genügen. Denn mit den richtigen Voraussetzungen könnt ihr aus einem einfachen Gast einen Fan machen.
Zur Begeisterung der Gäste trägt ebenfalls bei, dass ihr euch mit diversen Seemonstern, die aus der Serie bekannt sind, anfreunden könnt, damit diese sich in eurem Restaurant zeigen.

Wie vertreibt man Konkurrenz?
Um eure Konkurrenz aus dem Geschäft zu drängen, heißt es Umsatz machen. Allerdings ist das nur ein Teil der Wahrheit: Ihr müsst verschiedene Vorgaben erfüllen, um im Spiel voranzuschreiten. Es gibt mehrere Meeresbereiche, die ihr nach und nach mit euren Gerichten verköstigen könnt. Bezwingt ihr euren Gegner, flüchtet er in das nächste Meer. Vorher müsst ihr aber genug Fans sammeln, Gebiete erkunden, genug Gäste aus diesem Meeresbereich in euer Restaurant locken, Strohhut-Crewmitglieder wiederfinden und natürlich den Umsatz der Konkurrenz übertreffen.
Das allein reicht aber noch nicht, denn nachdem ihr dies erreicht habt, kommt es zu einem Kochduell, bei dem eure Menüzusammenstellungen überzeugen müssen, um eure Konkurrenz in das nächste Meer zu jagen.
Natürlich braucht ein wachsendes Restaurant auch mehr Personal und die Strohhüte helfen gerne aus, werden aber auch andernorts benötigt. Also heuert ihr eure Kunden zur Arbeit an. Bei einigen reicht die Liebe zum Restaurant, die ihr auch mit Geschenken vergrößern könnt. Andere Gäste wollen erst einmal wissen, ob ihr stark genug seid, um ihr Chef zu sein, und fordern euch zum Kampf heraus. Diese laufen fast automatisch ab, wobei grundsätzlich die Anzahl eurer Crewmitglieder und deren Level entscheiden, wer gewinnt. Ihr könnt aber Einfluss nehmen, indem ihr rechtzeitig eine besondere Attacke auslöst, wenn diese angezeigt wird.

Mobil und auf Konsole
Das Spiel erscheint zwar für Nintendo Switch, Switch 2 und PC, aber ebenso für Android und iOS. Damit ist klar, dass es auch als Smartphone-Spiel funktionieren muss. Das heißt natürlich nicht, dass es kein vollwertiges Spiel ist. Vor allem heißt es, dass es auch mit einer reinen Touchscreen-Steuerung funktionieren muss. Diese funktioniert auch im Handheld-Modus unserer Nintendo-Switch-2-Version ausgezeichnet. Leider wirkt sich das Mobile-Design aber auch auf den Spielfluss aus. So wird die Spielgeschwindigkeit stark auf die schnellen Abläufe heutiger Mobile-Games abgestimmt. Es gibt zwar die vielen erwähnten Spielmechaniken, aber statt ihnen mehr Tiefgang zu geben, tauchen gerade am Anfang beinahe im Sekundentakt Pop-up-Fenster auf: mit neuen Informationen, Wünschen von Gästen oder neuen Deko- und Einrichtungsgegenständen, die platziert werden wollen. So kommt es einem teilweise vor, als ob man nur Menüpunkte durchklickt und das Spiel sich dadurch fast von selbst spielt. Zwar werden die Ansprüche im Verlauf größer, aber das führt nur dazu, dass man Aufgaben, die man nicht erfüllen kann, wegklickt. Daraus entsteht dann eine Liste, die man immer weiter abarbeitet, somit stellt es kaum einen Unterschied dar. Das nagt an der Langzeitmotivation. Man muss sich bewusst gegen diese Abläufe entscheiden, wenn man einmal sein Restaurant umgestalten will. Mehr Tiefgang und weniger Masse hätte dem Spiel hier gutgetan.

ONE Pixel PIECE
Grafisch setzt das Spiel auf eine Retro-Pixel-Optik, die den Charme der Vorlage tatsächlich sehr gut einfängt. Gerade die Vielzahl der bekannten Charaktere macht das Ganze geradezu zum Fanfest. Der Sound ist unaufdringlich und zweckmäßig und kann jederzeit einfach ausgeschaltet werden, wie es bei einem Mobile-Game üblich ist.
Da es bei größeren Restaurants schon mal wuselig werden kann, ist auf dem Bildschirm oft sehr viel los. Bei unserem Test kam das Spiel durchaus ein wenig ins Ruckeln. Aufgrund der Art des Spiels fällt das aber nicht allzu sehr ins Gewicht.
Fazit
ONE PIECE: Grand Gourmet gibt Fans ein Fünf-Gänge-Menü an Fanservice. Das Spiel kann mit seinem Gameplay-Loop einen Flow entwickeln, der einen geradezu ins Spiel zieht. Allerdings bleiben die Mechaniken seicht, und es kann schnell ins „Abarbeiten“ abdriften. Die richtig tollen Pixel-Charaktere lösen aber echte Freude aus, wenn sie dann durch das Restaurant wuseln.
Barrierefreiheit
Der Fanservice in dem Spiel ist wunderbar, aber die Mobile-Game-Mechaniken sind mir persönlich zu hektisch.
- Über 400 Pixel Charaktere
- Mehr als 200 Einrichtungsgegenstände
- Gamplay-Loop funktioniert
- Wenig Tiefgang
- Ständige Benachrichtigungen bestimmen das Gameplay
- Gefühl von Einfluss fehlt teilweise
Vielen Dank an die Firma Bandai Namco Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.