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LEGO SMART Play - LEGO POKéMON SMART Play Sets im Test

LEGO SMART Play - LEGO POKéMON SMART Play Sets im Test

Maik

Mit LEGO SMART Play möchte der dänische Klemmbausteinhersteller das klassische Bauen um eine interaktive Ebene erweitern. Statt Figuren ausschließlich zusammenzusetzen und anschließend mit der eigenen Fantasie zum Leben zu erwecken, reagieren ausgewählte Modelle auf Bewegungen, erkennen bestimmte Elemente und geben passende Geräusche sowie Lichteffekte aus. Nach dem Einstieg mit Star Wars steht nun Pokémon im Mittelpunkt und bringt zahlreiche bekannte Taschenmonster in die neue Spielwelt.

Wir haben uns die Pokémon-Sets genauer angesehen und ausprobiert, wie gut das Zusammenspiel aus LEGO-Steinen, SMART Brick und den speziellen Markierungen funktioniert. Wie groß der Reiz ist, was ihr beachten solltet und wo LEGO womöglich noch nachbessern kann, lest ihr in diesem LEGO Test.

Publisher / Entwickler

LEGO

Ein Stein, der mitspielt

Das Grundprinzip von SMART Play ist schnell erklärt: LEGO ergänzt das bekannte Bausystem um einen elektronischen Stein, der nicht nur passiv in einem Modell steckt, sondern auf das reagiert, was um ihn herum passiert. Dafür arbeiten drei Komponenten zusammen: der SMART Brick als technische Zentrale, SMART Tags als Auslöser bestimmter Funktionen und gegebenenfalls SMART Minifiguren, die eigene Reaktionen mitbringen. Bei den Pokémon-Sets stehen die Kreaturen und ihre Interaktionen im Vordergrund.

Statt lediglich eine Figur aufzubauen und anschließend selbst Geräusche zu imitieren, könnt ihr eure Pokémon bewegen, gegeneinander antreten lassen und dabei akustische sowie optische Rückmeldungen erleben. Das erinnert an die Kindheit, in der aus ein paar Figuren, einer selbst gebauten Arena und der eigenen Fantasie ganze Abenteuer entstanden sind. SMART Play nimmt euch diese Kreativität nicht ab, sondern ergänzt sie um Effekte, die sonst nur durch eigene Geräusche oder zusätzliche Spielzeuge möglich wären.

LEGO / The Pokémon Company

Der entscheidende Unterschied zu einem gewöhnlichen LEGO-Modell liegt damit weniger im Bau selbst als in dem, was danach passiert. Ein Pokémon ist nicht länger ausschließlich eine statische Figur im Regal. Je nach Set und Kombination kann es Geräusche von sich geben, auf Bewegungen reagieren, leuchten oder mit einem anderen SMART Brick interagieren. Allerdings ist nicht jede LEGO-Pokémon-Figur automatisch mit sämtlichen elektronischen Funktionen ausgestattet. Genau hier müsst ihr beim Kauf zwischen den verschiedenen Settypen unterscheiden.

Der SMART Brick im technischen Detail

Der SMART Brick ist das Herzstück des Systems. Äußerlich orientiert er sich an einem klassischen LEGO-Stein im Format 2 × 4 Noppen. Im Inneren sitzen Sensoren, eine Steuerung, Leuchtelemente, ein Lautsprecher und die Technik für die drahtlose Energieversorgung. Hinzu kommen Komponenten, mit denen das System kompatible Markierungen und andere SMART Bricks erkennen kann. Die Elektronik soll dabei möglichst unsichtbar bleiben, damit die Modelle weiterhin wie gewöhnliche LEGO-Kreationen aussehen.

LEGO / The Pokémon Company

Die wesentlichen Funktionen im Überblick:

  • Bewegungserkennung: Ein integrierter Bewegungssensor erfasst Bewegungen, Neigungen, Drehungen und Erschütterungen. Dadurch kann der Brick auf unterschiedliche Aktionen reagieren, etwa wenn ihr eine Figur bewegt oder mit ihr einen Angriff nachspielt.

  • Farberkennung: Ein Farbsensor erfasst Farben in der Umgebung. Diese Informationen können in die Steuerung von Reaktionen einfließen und beispielsweise die Auswahl visueller Effekte beeinflussen.

  • Erkennung von SMART Tags: Die speziell vorgesehenen NFC-Steine teilen dem Brick mit, welche Rolle ein Element im jeweiligen Modell übernimmt. Sie lösen passende Funktionen aus und ermöglichen so unterschiedliche Interaktionen.

  • Interaktion zwischen Figuren: Das System kann kompatible SMART Bricks erkennen und ihre relative Position zueinander berücksichtigen. Dadurch werden Spielsituationen möglich, in denen mehrere Figuren miteinander agieren, beispielsweise bei Pokémon-Kämpfen.

  • Geräuscherzeugung: Ein integrierter Lautsprecher gibt Töne und Geräusche aus. Die Wiedergabe kann sich nach der Spielsituation richten und reicht von Pokémon-Lauten bis zu Bewegungs- und Kampfgeräuschen.

  • Lichtsignale: Integrierte LEDs ergänzen die akustischen Reaktionen um visuelle Effekte. Sie sorgen dafür, dass bestimmte Aktionen nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar werden.

  • Geräuscherkennung: Ein Mikrofon kann Umgebungsgeräusche erfassen und bestimmte akustische Ereignisse als Eingabe nutzen. Dadurch sind Reaktionen auf Geräusche möglich, ohne dass dafür zwingend ein zusätzlicher Bildschirm benötigt wird.

  • Induktives Laden: Die Energieversorgung erfolgt über eine dafür vorgesehene Ladelösung. Der SMART Brick wird kontaktlos aufgeladen, sodass keine herkömmliche Ladebuchse in das kompakte Bauteil integriert werden muss.

LEGO / The Pokémon Company

Technisch interessant ist vor allem, wie LEGO mehrere Sensorprinzipien in einem so kleinen Bauteil kombiniert. Die Erkennung kompatibler Elemente und ihrer Position ermöglicht es, dass die Figuren nicht nur auf einzelne Aktionen reagieren, sondern auch miteinander interagieren. Dadurch entsteht ein Spielsystem, das verschiedene Eingaben miteinander verknüpft, anstatt lediglich vorprogrammierte Geräusche abzuspielen.

Eine vollständige technische Detailliste mit konkreten Chipbezeichnungen, Prozessorarchitektur, Abtastraten oder Audio-Spezifikationen ist nicht öffentlich ausgewiesen. Für die Praxis zählt ohnehin vor allem, was das System tatsächlich erkennt und wie überzeugend es darauf reagiert. Updaten dürft ihr den SMART Brick übrigens via Bluetooth Verbindung und Smartphone App (LEGO SMART Assist).

Pokémon werden zu Spielpartnern

Im Alltag zeigt sich der Nutzen der Technik vor allem dann, wenn ihr die Pokémon nicht nur aufbaut und aufstellt, sondern mit ihnen Geschichten erfindet. Beim Test haben uns insbesondere die kleinen, unerwarteten Reaktionen gefallen. Pummeluff ist dafür ein schönes Beispiel: In der passenden Interaktion kann das Pokémon andere Figuren zum Einschlafen bringen. Das ist keine spektakuläre technische Meisterleistung, aber eine charmante Umsetzung einer bekannten Pokémon-Attacke.

Auch bei Kampfsequenzen funktioniert das Zusammenspiel aus Bewegung, Geräusch und Licht. Ihr könnt eure Figuren gegeneinander antreten lassen, Attacken auslösen und die Begegnung als Pokémon-Kampf nachspielen. Je nach Konstellation werden Kampfgeräusche und weitere Reaktionen erzeugt. Dadurch wirkt die Szene lebendiger, als wenn ihr die Figuren einfach nur gegeneinanderstoßt und die Geräusche selbst nachahmt.

Dabei bleibt der Fantasie viel Raum. Das System nimmt euch nicht jede Spielentscheidung ab und ersetzt auch kein Pokémon-Videospiel mit ausgearbeiteten Kampfregeln. Vielmehr liefert es Rückmeldungen, die eure selbst erfundenen Geschichten unterstützen. Ihr bestimmt weiterhin, wie eine Begegnung abläuft, welche Attacken zum Einsatz kommen und wann ein Kampf entschieden ist. Die Technik setzt Impulse, anstatt das Spiel vollständig zu kontrollieren.

LEGO / The Pokémon Company

Nicht jeder Laut klingt wie das Original

Bei der akustischen Umsetzung ist allerdings noch Luft nach oben. Der Lautsprecher ist funktional, erreicht aber kein besonders hohes Klangniveau. Hinzu kommt, dass die ausgegebenen Geräusche nicht immer den bekannten Originalrufen der Pokémon entsprechen. Manche Effekte wirken eher wie vereinfachte, synthetisch erzeugte Annäherungen als wie authentische Sounds aus den Spielen oder der Serie.

Das schmälert den Spielspaß nicht grundsätzlich, verlangt aber etwas Fantasie. Gerade langjährige Pokémon-Fans werden nicht jeden Ton unmittelbar wiedererkennen. Mit etwas Vorstellungskraft funktioniert das Konzept trotzdem: Wenn Pummeluff andere Figuren schlafen legt oder zwei Pokémon sich mit Kampfgeräuschen im Battle-Mode begegnen, entsteht eine spielerische Dynamik, die über den reinen Modellbau hinausgeht.

Die Technik ist somit nicht perfekt, aber zweckmäßig. Sie macht aus LEGO-Figuren keine vollständig eigenständigen elektronischen Spielzeuge, sondern ergänzt sie um einen kleinen, reaktionsfähigen Spielpartner. Für Kinder, die gerne eigene Geschichten erfinden, ist das eine reizvolle Erweiterung.

Bauen, umbauen und weiterspielen

Beim Aufbau bleibt LEGO seiner vertrauten Struktur treu. Die Sets werden nach Anleitung zusammengesetzt, und die Modelle bestehen aus den bekannten Klemmbausteinen. Der SMART Brick wird bei den dafür vorgesehenen Figuren in die Konstruktion integriert, häufig im Bereich des Kopfes oder Torsos. Danach wird das Modell mit den übrigen Bauteilen vervollständigt, sodass die Elektronik von außen möglichst wenig auffällt.

Das hat einen praktischen Vorteil: Die Figuren bleiben grundsätzlich LEGO-Modelle, die sich umbauen und in eigene Spielwelten integrieren lassen. Ihr müsst euch nicht auf eine starre elektronische Spielfigur festlegen. Gleichzeitig solltet ihr beim Umbauen aufpassen, dass ihr den SMART Brick nicht versehentlich löst oder wichtige Verbindungselemente lockert.

Genau hier fiel uns bei einzelnen Modellen eine Schwäche auf. Bei Bisasams Konstruktion lösten sich bestimmte Teile im Bereich des Rückens beziehungsweise die Knospe relativ schnell. Das ist zwar kein gravierender Fehler, stört aber, wenn ihr die Figur häufiger bewegt oder für verschiedene Spielszenen umbaut. Bei einem Spielsystem, das ausdrücklich zum Anfassen und Interagieren einlädt, sollten solche Verbindungen möglichst zuverlässig halten.

Die Modelle selbst gefallen uns dagegen überwiegend gut. Pummeluff mit seinem Mikrofon besitzt einen hohen Wiedererkennungswert und setzt die musikalische Persönlichkeit des Pokémon charmant um. Auch Glurak wirkt als LEGO-Figur gelungen. Lapras überzeugt mit seinem freundlichen Erscheinungsbild, während die kleineren Modelle durch ihre kompakte Bauweise und ihre Preise punkten. Nicht jedes Set ist gleich komplex, doch die grundlegende Gestaltung trifft den Charakter der bekannten Taschenmonster gut. Auch posititv hervorzuheben ist, dass ihr hier bedruckte Lizenzteile bekommt und keine Aufkleber.

LEGO / The Pokémon Company

Zwölf Pokémon-Sets für unterschiedliche Ansprüche

Die Pokémon-Reihe umfasst zwölf Sets, die sich in Umfang, Preis und Altersfreigabe unterscheiden. Dabei solltet ihr zwischen dem eigentlichen Bauaufwand und dem Zugang zur SMART-Play-Technik unterscheiden. Ein kleines Set kann leicht aufzubauen sein, aber trotzdem einen bereits vorhandenen SMART Brick voraussetzen. Ein größeres Set kann dagegen einen vollständigen Einstieg ermöglichen, weil es die notwendige Elektronik direkt mitbringt.

Die Altersangaben sind dabei eine Orientierung für die Zielgruppe und keine exakte Messung der Schwierigkeit. Auch die Teilezahl allein verrät nicht, wie anspruchsvoll ein Modell tatsächlich ist. Entscheidend sind zusätzlich die Anzahl der Figuren, die Konstruktion der Umgebung und die Frage, ob ihr ein einzelnes Pokémon oder eine ganze Spielsituation aufbaut.

Kleine Sets für den Einstieg

Pummeluff-Konzert

  • 88 Teile

  • Ab 7 Jahren

  • Preis: 14,99 Euro

Das kleinste und günstigste Set der Reihe setzt auf eine einzelne, charmante Figur samt Mikrofon und musikalischem Thema. Der überschaubare Aufbau macht es zum unkomplizierten Einstieg in die LEGO-Pokémon-Welt und zu einer attraktiven Ergänzung für alle, die Pummeluff mögen.

Glumandas und Kleinsteins Höhlenduell

  • 198 Teile

  • Ab 6 Jahren

  • Preis: 19,99 Euro

Zwei Pokémon und eine kleine Spielsituation sorgen für mehr Abwechslung als bei einer einzelnen Figur. Der Bauaufwand bleibt niedrig, während das Duell bereits einen guten Eindruck davon vermittelt, wie SMART Play verschiedene Pokémon in eine gemeinsame Geschichte einbindet.

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Beerenfete mit Bisasam und Bidiza

  • 240 Teile

  • Ab 7 Jahren

  • Preis: 19,99 Euro

Hier steht weniger der direkte Kampf als das Füttern und die Interaktion mit den Pokémon im Mittelpunkt. Das macht das Set besonders für jüngere Fans interessant, die lieber kleine Alltagsszenen nachspielen. Auch hier wird ein vorhandener SMART Brick benötigt.

Diese drei Sets bilden die günstigste Einstiegsklasse. Sie eignen sich vor allem, wenn ihr bereits ein All-in-1-Set besitzt und eure Pokémon-Welt erweitern möchtet. Wer SMART Play erst kennenlernen will, sollte hingegen genau auf den Lieferumfang achten: Ein preiswertes kompatibles Set ist allein noch kein vollständiger Einstieg in das elektronische System.

Mittelgroße Sets für mehr Abwechslung

Trainer-Buggyabenteuer mit Schiggy

  • 320 Teile

  • Ab 7 Jahren

  • Preis: 29,99 Euro

Ein Fahrzeug ergänzt das Pokémon um eine zweite Spielebene. Ihr könnt Schiggy nicht nur bewegen, sondern auch eine kleine Trainings- und Abenteuerszene gestalten. Der Aufbau ist umfangreicher als bei den kleinsten Sets, bleibt aber auf eine überschaubare Spielsituation konzentriert.

Showdown mit Felori, Krokel und Kwaks

  • 313 Teile

  • Ab 8 Jahren

  • Preis: 34,99 Euro

Drei Starter-Pokémon sorgen für mehr Möglichkeiten beim Geschichtenerzählen. Das Set eignet sich für Fans der neueren Generation und für alle, die mehrere Figuren zusammenbringen möchten, ohne direkt in eine große Baukonstruktion einzusteigen.

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Drohnensuche nach einem Mysteriösen Mew

  • 429 Teile

  • Ab 8 Jahren

  • Preis: 49,99 Euro

Mew und die Drohne erweitern das Spiel um eine Such- und Entdeckungssituation. Das zusätzliche Zubehör bringt mehr Bauarbeit und eine andere Art von Abenteuer ins Spiel, ohne bereits den Umfang der großen Duell-Sets zu erreichen.

Diese mittlere Kategorie eignet sich für Kinder, die über das reine Zusammenbauen hinaus verschiedene Szenen entwickeln möchten. Fahrzeuge, mehrere Pokémon und zusätzliches Zubehör eröffnen mehr Spielvarianten. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei nicht allein durch die Teilezahl, sondern auch durch die Anzahl der Modelle und die Gestaltung der Spielsituation.

LEGO / The Pokémon Company

Größere Sets mit umfangreicherem Aufbau

Evoli und Lapras auf Schatzsuche

  • 623 Teile

  • Ab 8 Jahren

  • Preis: 59,99 Euro

Das Duo verbindet zwei beliebte Pokémon mit einer kleinen Abenteuerszenerie. Lapras gehört durch seine markante Form zu den optisch reizvollen Modellen, während Evoli die Sammlung ergänzt. Der Bauaufwand ist bereits deutlich höher als bei den Einstiegssets.

Mewtus Ausbruch aus dem Labor

  • 605 Teile

  • Ab 10 Jahren

  • Preis: 69,99 Euro

Eine Laborumgebung bietet Platz für eine kleine Handlung rund um Mewtu. Die Kulisse und die zusätzlichen Elemente machen das Set interessanter als eine reine Figurenkonstruktion. Die höhere Altersangabe deutet auf einen anspruchsvolleren Gesamtaufbau hin.

Nachtaras und Knakracks Duell um die Meisterschaft

  • 831 Teile

  • Ab 10 Jahren

  • Preis: 79,99 Euro

Zwei markante Pokémon stehen im Mittelpunkt eines größeren Duell-Szenarios. Durch den höheren Umfang und die beiden Figuren richtet sich das Set an Fans, die sich intensiver mit dem Aufbau beschäftigen und anschließend mehrere Kampfgeschichten entwickeln möchten.

Tragossos und Gengars Gruselduell

  • 782 Teile

  • Ab 8 Jahren

  • Preis: 89,99 Euro

Das Geisterthema sorgt für einen anderen Ton als klassische Trainingsduelle. Gengar passt mit seiner frechen Persönlichkeit besonders gut zu interaktiven Überraschungen und macht das Set für Fans der etwas unheimlicheren Pokémon interessant.

Diese Gruppe verlangt mehr Geduld beim Bauen und bietet mehr Möglichkeiten, mehrere Komponenten zu einer zusammenhängenden Spielwelt zu verbinden. Dabei sind die Altersangaben und Preise nur eine erste Orientierung. Wer ein Set vor allem als Ausstellungsstück nutzen möchte, gewichtet die Gestaltung anders als jemand, der es täglich bespielt und umbaut.

LEGO / The Pokémon Company

Die beiden All-in-1-Sets: Hier beginnt SMART Play

Trainingshaus mit Pikachu

  • 400 Teile

  • Ab 6 Jahren

  • Preis: 69,99 Euro

Das Trainingshaus enthält einen SMART Brick, ein Ladegerät und vier SMART Tags. Es ist damit ein vollständiger Einstieg in das System. Pikachu kann trainiert, gefüttert und in verschiedenen Situationen zum Leben erweckt werden. Trotz seiner vergleichsweise moderaten Teilezahl ist das Set für den Einstieg besonders wichtig, weil es die notwendige Technik mitbringt.

Ultimativer Showdown zwischen Glurak und Blitza

  • 751 Teile

  • Ab 8 Jahren

  • Preis: 119,99 Euro

Das zweite All-in-1-Set bringt gleich zwei SMART Bricks, vier SMART Tags und ein Ladegerät mit. Es ist damit die attraktivste Wahl für alle, die unmittelbar zwei interaktive Pokémon gegeneinander antreten lassen möchten. Die Trainingsstation ergänzt das Duell um weitere Aktionen.

Die beiden Sets unterscheiden sich also nicht nur im Preis und Bauumfang, sondern auch im Funktionsumfang. Das Trainingshaus mit Pikachu ist der zugänglichere Einstieg und richtet sich an jüngere Trainer. Der Showdown zwischen Glurak und Blitza bietet dagegen zwei elektronische Figuren und ist besonders für direkte Kämpfe geeignet.

LEGO / The Pokémon Company

Die größte Schwäche: SMART Bricks sind an Sets gebunden

Das modulare System ist zugleich eine seiner größten Stärken und eine seiner Schwächen. LEGO verkauft die SMART Bricks derzeit nicht als eigenständige Einzelkomponenten im regulären Pokémon-Sortiment. Ihr bekommt sie über die All-in-1-Sets. Die kompatiblen Pokémon-Sets enthalten dagegen keinen eigenen SMART Brick, sondern bringen die vorgesehenen Markierungen und Modelle mit.

Das hat im Alltag konkrete Folgen. Wer mehrere kompatible Pokémon-Sets kauft und alle gleichzeitig interaktiv nutzen möchte, braucht genügend SMART Bricks. Ein einziges Trainingshaus mit Pikachu stellt nur einen Brick bereit, während der große Showdown zwei enthält. Gerade bei mehreren Figuren ist das schnell zu wenig.

LEGO / The Pokémon Company

Natürlich könnt ihr einen vorhandenen Brick zwischen verschiedenen Modellen wechseln. Das funktioniert gut, wenn ihr jeweils nur eine Figur bespielen möchtet. Für größere Szenen, bei denen mehrere Pokémon gleichzeitig reagieren sollen, wird das Umstecken jedoch zur Einschränkung. Wer beispielsweise eine ganze Gruppe aus mehreren Pokémon besitzt, kann nicht ohne Weiteres jedes Modell gleichzeitig mit der vollen Interaktivität ausstatten.

Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Nachteil: Um weitere SMART Bricks zu erhalten, müsst ihr bislang zusätzliche Komplettsets erwerben. Das bedeutet, dass ihr unter Umständen erneut Modelle und Zubehör bezahlt, die ihr bereits besitzt oder nicht benötigt. Ein separates Starterpaket mit zusätzlichen SMART Bricks und Ladezubehör wäre hier die deutlich sinnvollere Lösung. Ebenso wäre ein Angebot kompatibler Sets ohne wiederholtes Zubehör denkbar, damit Fans ihre Sammlung gezielt erweitern können.

Aus unserer Sicht ist das der wichtigste Kritikpunkt am gesamten System. Die Pokémon-Sets bieten genug interessante Interaktionen, um mehrere Figuren miteinander zu kombinieren. Die begrenzte Verfügbarkeit der zentralen Technik bremst diesen Gedanken aber aus. Ein modular gedachtes Spielsystem sollte es möglichst einfach machen, weitere kompatible Modelle hinzuzufügen, statt die Erweiterung an zusätzliche Komplettpakete zu koppeln.

LEGO / The Pokémon Company

Star Wars als Vorreiter

Bevor Pokémon das System übernahm, wurde SMART Play bereits mit Star Wars eingeführt. Dort stehen vor allem Fahrzeuge, Raumschiffe und bekannte Filmszenen im Mittelpunkt. Die interaktive Technik passt beispielsweise zu Flugbewegungen, Motorgeräuschen und Kampfsituationen. Die grundlegende Idee bleibt dieselbe: Ein SMART Brick interpretiert Bewegungen und Markierungen und ergänzt das Modell um passende Licht- und Soundeffekte.

Pokémon nutzt dieses Konzept jedoch auf eine andere Weise. Statt Fahrzeuge und Raumkämpfe nachzustellen, geht es hier stärker um die Persönlichkeit der Kreaturen, ihre Bedürfnisse und ihre Beziehungen zueinander. Ein Pokémon kann gefüttert werden, auf eine Situation reagieren oder einem anderen Pokémon begegnen. Dadurch wirkt SMART Play bei Pokémon besonders nah am Rollenspiel und an der Fantasie, die das Franchise seit Jahrzehnten prägt.

Die Pokémon-Reihe ist deshalb weniger eine technische Neuerfindung als eine überzeugende Übertragung des vorhandenen Systems auf ein anderes Spielprinzip. Gerade weil Pokémon schon immer davon lebte, dass Trainer ihre Kreaturen pflegen, trainieren und gegeneinander antreten lassen, passt die Interaktivität gut zum Thema. Der Grundgedanke funktioniert, auch wenn der technische Unterbau noch ausbaufähig ist.

LEGO / The Pokémon Company

Spielspaß und Preis-Leistung

LEGO SMART Play funktioniert am besten, wenn ihr nicht nur ein Modell aufbaut, sondern es immer wieder in neue Situationen bringt. Gerade bei Pokémon greifen die bekannte Welt, die modularen Figuren und die interaktiven Effekte gut ineinander. Die kleinen Überraschungen, wenn ein Pokémon auf eine bestimmte Aktion reagiert oder ein Kampf akustisch begleitet wird, machen den besonderen Reiz aus.

Die Sets sind dabei unterschiedlich stark aufgestellt. Pummeluff, Bisasam, Glumanda & Schiggy sind sympathische Ergänzungssets für Fans, die eine kleine Figur mit einer charmanten Idee suchen. Die größeren Duelle bieten mehr Bauaufwand und mehr Möglichkeiten für gemeinsame Spielszenen. Das Trainingshaus mit Pikachu ist dagegen der sinnvollste Einstieg, wenn ihr die Technik von Grund auf kennenlernen möchtet. Wer gleich zwei Pokémon gleichzeitig interaktiv einsetzen will, greift zum Showdown mit Glurak und Blitza.

Die Preise reichen von 14,99 Euro bis 119,99 Euro. Das ist eine große Spanne, die sich durch Bauumfang, Zubehör und insbesondere die enthaltene Elektronik erklären lässt. Bei den kompatiblen Sets solltet ihr den Preis allerdings immer im Zusammenhang mit einem bereits vorhandenen SMART Brick betrachten. Ohne diesen bleibt ein wesentlicher Teil des beworbenen Spielerlebnisses ungenutzt.

Auch die Technik selbst ist eher als gelungener erster Schritt denn als ausgereifte High-End-Lösung zu verstehen. Die Geräusche sind nicht immer überzeugend, die Befestigung einzelner Bauteile könnte stabiler ausfallen und die begrenzte Verfügbarkeit zusätzlicher SMART Bricks ist unnötig umständlich. Gleichzeitig ist die Kombination aus Bewegungserkennung, Licht, Sound und der Interaktion zwischen mehreren Figuren ein echter Mehrwert gegenüber gewöhnlichen LEGO-Modellen. Wer ein bisschen auf dem Markt stöbert, findet zudem auch Angebote, die unter dem UVP liegen bzw. LEGO-Punkte-Aktionen (LEGOs eigenes Cashback-System) im offiziellen LEGO Store.

8.0Wertung

Fazit

LEGO SMART Play verbindet den klassischen Bauspaß mit einer neuen Form des interaktiven Spielens, die besonders gut zur Pokémon-Welt passt. Die Figuren sind überwiegend gelungen und bedruckt gestaltet, die Reaktionen auf Bewegungen und SMART Tags sorgen für charmante Momente und die Möglichkeit, eigene Pokémon-Kämpfe oder kleine Alltagsszenen nachzuspielen, bietet einen echten Mehrwert. Gerade Pummeluffs Schlaflied-Momente und die Duelle zwischen verschiedenen Pokémon wie Glurak und Blitza zeigen, wie gut das Konzept funktionieren kann, wenn Technik und Fantasie zusammenspielen.

Allerdings sind die Soundqualität und die Stabilität einzelner Bauteile noch nicht perfekt. Der größte Kritikpunkt bleibt jedoch die eingeschränkte Verfügbarkeit der SMART Bricks, die den Ausbau einer größeren Sammlung unnötig teuer macht. Wer Pokémon liebt und gerne mit LEGO baut, erhält trotzdem ein kreatives Spielsystem mit viel Potenzial. Wir hoffen, dass LEGO die Technik weiterentwickelt und zusätzliche SMART Bricks künftig separat anbietet, damit die zahlreichen kompatiblen Sets ihr volles Potenzial entfalten können.

Barrierefreiheit

M
Meinung vonMaik

Diese LEGO Pokémon SMART Play Sets haben sofort mein inneres Kind geweckt und mir viel Freude beschert. Das ist für mich die LEGO SMART Play x Pokémon Magie.

Design
9.0
Sound
7.5
Technik
7.0
Spielwelt
9.0
Spielspaß
9.0
Brick-Verfügbarkeit
6.5
Preis-Leistung
8.0
  • Gelungene, überwiegend detailreiche Pokémon-Modelle
  • Charmante Interaktionen und kreative Spielmöglichkeiten
  • Bewegungserkennung, Licht und Sound ergänzen das klassische LEGO-Spiel
  • Kein Bildschirm für das eigentliche Spielerlebnis erforderlich
  • Unterschiedliche Größen und Preisklassen für verschiedene Zielgruppen
  • Update des SMART Bricks per App
  • Soundeffekte klingen nicht immer authentisch
  • Teilweise lösen sich Bauteile bei häufiger Bewegung
  • SMART Bricks derzeit nicht separat erhältlich
  • Kleinere Sets benötigen Smart Brick aus einem All-in-1-Set
  • Für größere interaktive Pokémon-Sammlungen entstehen dadurch zusätzliche Kosten und überflüssige Sets

Vielen Dank an die Firma LEGO für die Bereitstellung des Testmusters.

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