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Resident Evil 3

Resident Evil 3

Maik

Resident Evil 3 führt euch erneut nach Raccoon City, setzt den Schwerpunkt aber anders als sein Vorgänger. Im Mittelpunkt steht diesmal Jill Valentine, die während des Ausbruchs des T-Virus ums Überleben kämpft. Die ehemalige S.T.A.R.S.-Soldatin gerät ins Visier von Nemesis, einer besonders gefährlichen Biowaffe, die sie unerbittlich verfolgt. Unterstützung erhält sie von Carlos Oliveira, dessen Einsätze eine weitere Perspektive auf die Katastrophe eröffnen.

Die Handlung knüpft an die Ereignisse des zweiten Teils an und zeigt eine weitere Facette des Untergangs der Stadt. Die Machenschaften der Umbrella Corporation bleiben dabei ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Anders als bei Leon und Claire steht jedoch weniger das schrittweise Aufdecken der Ereignisse im Vordergrund. Stattdessen erlebt ihr eine Flucht, bei der sich die Bedrohung immer wieder unmittelbar vor euch aufbaut. Wie gut das funktioniert, ordnen wir euch in dieser Nintendo Switch 2 Review zu Resident Evil 3 ein.

Resident Evil 3

NSW2

Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
NSW2
Modi
Einzelspieler
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 18

Die Inszenierung ist auch im dritten Remake ausgesprochen gelungen. Verfolgungssequenzen, explosive Ereignisse und die wiederkehrenden Begegnungen mit Nemesis sorgen für einen hohen Spannungsbogen. Der Wechsel zwischen Jill und Carlos lockert den Spielverlauf etwas auf und erweitert die Handlung um zusätzliche Blickwinkel. Das Action-Genre bekommt dabei in Teil drei mehr Raum als noch in Teil 2, was jenen zu Gute kommt, denen die Atmosphäre in Resident Evil 2 zu gespannt war.

Mehr Tempo, mehr Action

Spielerisch bleibt Resident Evil 3 also seinen Wurzeln treu, setzt aber auch neue Akzente. Ihr erkundet verschiedene, wenn auch überschaubar große Bereiche von Raccoon City, sammelt fortwährend Ressourcen und kämpft gegen Zombies und erschreckende Kreaturen wie Riesenspinnen. Das Ressourcenmanagement bleibt wichtig, denn auch hier stehen euch nicht unbegrenzt Munition und Heilmittel zur Verfügung, auch wenn die Menge gefühlt größer ist als noch in Resident Evil 2.

Allerdings kommt es auch häufiger zu direkten Konfrontationen als im Vorgänger. Neu ist die Möglichkeit, dass Jill gegnerischen Angriffen mit Ausweichmanövern (L+ZR) entgehen kann. Wer hier das richtige Timing beherrscht, verschafft sich dadurch einen entscheidenden Vorteil und kann gefährliche Situationen mit gezielter Flucht oder ressourcenschonenden Gegenangriffen auflösen. Gerade bei schnellen Gegnern und den Begegnungen mit Nemesis ist diese Mechanik von Bedeutung.

Nemesis selbst prägt das Spielgeschehen maßgeblich, nicht zuletzt hieß der Titel früher: Resident Evil 3: Nemesis. Seine Auftritte erzeugen einen unmittelbaren Verfolgungsdruck und zwingen euch dazu, eure Umgebung aufmerksamer wahrzunehmen, euch in Deckung zu bringen und effektiv mit eurer Ausrüstung und der Umgebung zu interagieren. Zur Lernkurve gehört auch die Erkenntnis, dass nicht jede Konfrontation sinnvoll es. Teilweise ist es besser, Abstand zu gewinnen, anstatt wertvolle Munition zu verbrauchen. Diese Abwägung zwischen Kampf und Flucht bleibt damit ein wesentlicher Bestandteil des Spielprinzips.

Auch kleinere Rätsel, verschlossene Türen und versteckte Gegenstände gehören zu Resident Evil 3. Im Vergleich zu Resident Evil 2 fällt die Erkundung allerdings geradliniger aus. Das Spiel führt euch stärker durch seine Handlung und setzt häufiger auf inszenierte Sequenzen, insbesondere mit Nemesis, anstatt euch lange in einem zusammenhängenden Gebiet nach neuen Wegen suchen zu lassen.

Capcom

Grafik und Inszenierung

Wie schon beim Vorgänger zeigt die RE Engine auf der Nintendo Switch 2 ihre Stärken. Die Charaktermodelle sind überzeugend, die Umgebungen stimmungsvoll gestaltet und die Inszenierung profitiert von der hohen visuellen Qualität des 2023er Remakes. Gerade Jill und Carlos wirken in den Zwischensequenzen lebendig, wobei die Gesichtsanimationen gegenüber dem zweiten Remake insgesamt weiterentwickelt erscheinen, was bei der zusätzlichen Entwicklungszeit der Remake-Assets logisch erscheint.

Auch die Licht- und Schatteneffekte tragen wesentlich zur Atmosphäre bei. Dunkle Straßenzüge, zerstörte, verlassene Gebäude und die wechselnden Beleuchtungssituationen vermitteln ein stimmiges Bild der verwüsteten Stadt. Gerade mit dem Element Feuer wird stärker gearbeitet, sodass Jill u.a. Wasserschläuche an Hydranten anschließen muss, um sich ihren Weg zu bahnen. Die visuelle Präsentation verbindet damit die etwas weniger düstere Horror-Grundstimmung mit der deutlich actionreicheren Spielausrichtung.

Bei genauerem Hinsehen zeigen sich auch hier kleinere Kompromisse. Je nach Schauplatz variiert die Texturqualität, und in größeren Umgebungen fallen gelegentlich Pop-ins auf. Einzelne Details wirken weniger fein ausgearbeitet als die zentralen Figuren oder die aufwendig inszenierten Szenen. Insgesamt hinterlässt das Remake dennoch einen hochwertigen Eindruck. Beschäftigen wird euch Resident Evil 3 aufgrund des geringeren Umfangs und fehlender Zusatzinhalte im Vergleich zu Resident Evil 2 und 4 nur für etwa 10 Stunden.

Capcom

Soundkulisse und RE Engine

Die akustische Gestaltung unterstützt den erhöhten Actionanteil, ohne die Horrorelemente aus den Augen zu verlieren. Geräusche aus der Umgebung, die bedrohliche Klangkulisse und die Effekte der Kämpfe sorgen für eine stimmige Atmosphäre. Auch die deutsche Vertonung ist gelungen und fügt sich überzeugend in die filmische Präsentation ein.

Technisch ist die Nintendo-Switch-2-Version gut gelungen. Die RE Engine überzeugt mit ansehnlichen Lichteffekten, einer gelungenen Darstellung der Charaktere und einer insgesamt überzeugenden Performance mit einer Framerate von über 50 Bildern pro Sekunde mit Tendenz zu 60 sowie einer skalierten Auflösung per DLSS von vermutlich 720p. Auch hier sind grafische Effekte wie Raytracing erkennbar. Im Vergleich zu den früheren Veröffentlichungen der Reihe auf einer Nintendo Konsole zeigt sich, dass Capcom die Engine sinnvoll an die Hardware angepasst hat, was in 2026 bereits eindrucksvoll gezeigt wurde, u.a. bei Resident Evil requiem und Pragmata.

Unterschiede bei der Detailqualität sind in einzelnen Bereichen trotzdem wahrnehmbar. Sie fallen jedoch weniger ins Gewicht als die insgesamt gelungene Inszenierung und das flüssige Spielgefühl. Eine Bewegungssteuerung oder nennenswerte Barrierefreiheitseinstellungen wurden in Resident Evil 3 nicht implementiert.

8.2Wertung

Fazit

Resident Evil 3 bietet auf der Nintendo Switch 2 eine gelungene Mischung aus Survival Horror, Verfolgungsdruck und actionreichen Gefechten. Nemesis sorgt für eine konstante Bedrohung, während Jill und Carlos die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erlebbar machen. Die RE Engine liefert überzeugende Charaktermodelle, stimmungsvolle Licht- und Schatteneffekte sowie eine gelungene audiovisuelle Präsentation. Gegenüber Resident Evil 2 fällt die Erkundung geradliniger aus und der Actionanteil ist höher. Wer ein temporeicheres Horrorerlebnis bevorzugt, erhält ein eigenständiges und überzeugendes Remake, das sich auch technisch auf der Nintendo Switch 2 absolut sehen lassen kann.

Barrierefreiheit

M
Meinung vonMaik

Resident Evil 3 zeigt von Beginn an, dass es hier stärker um Action und Verfolgung geht, was den Horror-Pegel gegenüber Resident Evil 2 absenkt.

Design
8.0
Sound
8.5
Technik
8.5
Umfang
8.0
Atmosphäre
8.0
  • Intensiver Verfolgungsdruck durch Nemesis
  • Gelungene Inszenierung und abwechslungsreiche Action
  • Jill und Carlos als überzeugende Hauptfiguren
  • Gute deutsche Vertonung
  • Gelungene technische Umsetzung auf Nintendo Switch 2
  • Weniger umfangreiche Erkundung als in Teil zwei
  • Gebiete etwas linearer und kleiner aufgesetzt

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

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