
Dragon's Dogma 2: Dark Arisen im Test
Mit Dragon’s Dogma 2: Dark Arisen bringt Capcom sein umfangreiches Action-Rollenspiel auf die Nintendo Switch 2. Die Neuveröffentlichung kombiniert das Hauptspiel mit einer zusätzlichen Erweiterung, die Abenteurer in eine bislang unbekannte, eisige Region führt. Neue Dungeons, mächtige Gegner und ein überarbeitetes Spielerlebnis sollen sowohl langjährige Fans als auch Neueinsteiger ansprechen. Wie uns der Titel gefallen hat, erfahrt ihr hier in diesem Test.
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Auf in ein neues Abenteuer
Bereits im März 2024 erschien das ursprüngliche Dragon’s Dogma 2 und versetzte uns Spieler, wie schon im Vorgänger, in eine offene Fantasy-Welt, bei der es um die Geschichte eines „Erweckten“ geht. Mit Dark Arisen schnürt Capcom ein Gesamtpaket, welches aus dem Hauptspiel und einer Erweiterung besteht. Als Nintendo-Spieler habt ihr dabei sogar einen besonderen Vorteil. Anders als bei den anderen Konsolen-Versionen, bei denen der DLC separat angeboten wird, erhaltet ihr hier beide Veröffentlichungen in einem Pack. Das macht die Neuauflage vor allem für jene Spieler interessant, die zum ersten Mal in die Welt von Dragon’s Dogma 2 vordringen wollen.
Das Spiel setzt dabei weiterhin auf seine eigenständige Mischung aus klassischem Fantasy-Abenteuer und actionreicher Monsterjagd. Je nach Spielstil könnt ihr dabei Gegner aus sicherer Entfernung bekämpfen oder im Scharmützel durch die unterschiedlichsten Angriffsarten außer Gefecht setzen. Dabei kommt erneut das Gameplay-Element zum Einsatz, welches uns schon im ersten Teil sehr gut gefallen hat, nämlich dass man sich wieder an Kreaturen festhalten bzw. an ihnen hochklettern kann, um sie zu bezwingen. So erreicht ihr oft besonders verwundbare Stellen der Giganten.
Diese Mechanik verleiht den Auseinandersetzungen eine zusätzliche taktische Ebene. Es geht um die perfekte Balance aus Ausrüstung, Fähigkeiten, der Kraft der eigenen Gruppe und dem Verständnis über die Kontrahenten. Doch worum geht es in der Handlung?

Euer eigener Charakter
Zu Beginn müsst ihr euren eigenen Charakter erstellen. Dabei könnt ihr aus Voreinstellungen wählen, um danach weitere Anpassungen zu treffen, oder ihr startet den Editor von Grund auf neu. Dabei ist es egal, ob ihr euch einen Menschen oder einen Vertreter aus dem Volk der Biestren bastelt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Danach müsst ihr noch eure Klasse wählen (Kämpfer, Dieb, Magier oder Bogenschütze) und schon kann es losgehen. Sechs weitere Vocations, so heißen die Berufe im Spiel, schaltet ihr im weiteren Verlauf des Spiels noch frei. Dazu müsst ihr aber erst die nötigen Questreihen entdecken.

Die Story selbst ist ähnlich jener aus dem ersten Teil. Zumindest das Grundgerüst wurde 1 zu 1 übernommen. Euch als „Erweckten“ wird zu Beginn von einem Drachen fein säuberlich das Herz aus der Brust gerissen, was die Vorhersehung bestärkt und euch eine mächtige Verbindung zur gigantischen Flugechse beschert. Die Welt von Dragon’s Dogma basiert nämlich auf einem ewigen Kreislauf, der sich in der Geschichte über Jahrhunderte immer und immer wiederholt: Der Erweckte steigt zum Herrscher auf, wird stärker und stärker und befreit die Welt von allem Übel. Dabei stehen ihm/euch Vasallen zur Seite, die als NPC-Begleiter für euch kämpfen. Ihr könnt diese zwar nicht selbst steuern, aber zumindest Befehle geben, wie „Los“, „Zu mir“, „Hilfe“ usw. Euren Hauptvasallen müsst ihr sogar über den bekannten Editor selbst nach eurem Geschmack erstellen. Von diesem Moment an beginnt eure Reise, auf der ihr nicht nur den Drachen aufspüren, sondern auch eure eigene Bestimmung herausfinden müsst.
Unterwegs trefft ihr zahlreiche Charaktere, nehmt Einfluss auf unterschiedliche Ereignisse und entdeckt nach und nach mehr über die Welt, den Drachen und die besondere Verbindung zwischen dem Erwecktem und dem Drachen. Es bleibt euch häufig selbst überlassen, welchen Weg ihr einschlagt und welchen Aufgaben ihr eure Aufmerksamkeit widmet. Für die Hauptgeschichte rund um Magie, Drachen, den Konflikt zwischen dem Biestvolk aus Battahl und den Menschen aus Vermund solltet ihr in etwa 40 Stunden einplanen. Wer keine Lust auf lange Wege hat, kann in Dragon’s Dogma 2 auf Fexsteine und Portcrystals zurückgreifen. Eine völlig freie Schnellreise gibt es allerdings nicht. Auch Ochsenkarren ermöglichen das schnellere Überbrücken bestimmter Strecken. Das System passt damit gut zum Grundgedanken des Spiels: Die Welt soll nicht einfach möglichst schnell durchquert, sondern tatsächlich erkundet werden.

Quests und Vasallen
Wie es sich für ein Fantasy-Rollenspiel gehört, gibt es neben der Hauptstory zahlreiche Nebenquests. Ihr findet auch Missionen, die nach einer gewissen Zeit ablaufen bzw. bei denen dann bei Nichterfüllung diverse Charaktere vielleicht sterben. Diese könnt ihr aber im Tausch gegen Ingame-Währung erneut in der Grabkammer zurück ins Leben rufen. Es sei gesagt, dass es nie wirklich stressig wird, da die Zeitfenster sehr großzügig gewählt sind. Auf eurem Weg durchs Land begegnen euch immer wieder kleine Zwischenkämpfe in Form von Goblins, Echsen oder Harpyien. Diese wiederholen sich mit der Zeit, was einen faden Beigeschmack hinterlässt, wenn man immer und immer wieder dieselben Kreaturen bekämpfen muss, auch wenn sich vielleicht der Schwierigkeitsgrad ändert. Ansonsten ist Dragon’s Dogma 2 ein übliches RPG, wo ihr Dinge sammeln und kombinieren müsst, eure Ränge steigen, ihr mit NPCs quatscht und neue Ausrüstung erzeugen oder kaufen könnt.
Ein besonderes Merkmal der Reihe sind, wie schon erwähnt, die Vasallen. Sie kämpfen, greifen selbstständig ins Geschehen ein und sorgen für mehr Power in Gefechten. Auch ist es möglich, dass, während ihr aktiv im Kampf seid, die Begleiter zusätzliche Aufgaben übernehmen und dadurch das Kampfgeschehen positiv beeinflussen können. Gerade bei großen Monstern ist das Gruppensystem der entscheidende Vorteil. Besonders interessant ist, dass die Vasallen nicht einfach nur zusätzliche Kämpfer sind. Sie verfügen über eigene Berufe, Fähigkeiten und Persönlichkeiten und können euch während eurer Reise Hinweise geben.
Zusätzlich könnt ihr zwei weitere Vasallen in eure Gruppe aufnehmen. Diese stammen aus den Welten anderer Spieler und werden über die sogenannten Vasallenrufe beziehungsweise die entsprechenden „Riftsteine“ rekrutiert. Damit entsteht eine ungewöhnliche Mischung aus Einzelspieler- und Online-Erlebnis: Das eigentliche Abenteuer bleibt ein Einzelspieler-Spiel, gleichzeitig begegnet ihr aber den Charakteren anderer Spieler. Außerdem könnt ihr auch einfach Leute anheuern, denen ihr im Spiel begegnet.

Vasallen lernen mit
Das System geht noch einen Schritt weiter. Euer Hauptvasall kann durch seine Reisen mit anderen Spielern Erfahrungen sammeln. Wenn andere Spieler euren Kumpanen in ihre Gruppe aufnehmen (Online-Verbindung vorausgesetzt), kehrt er anschließend mit neuen Informationen zurück.
Dadurch kann es beispielsweise vorkommen, dass euer Vasall eine Quest bereits kennt, einen Ort wiedererkennt oder euch auf einen Weg aufmerksam macht, den ihr selbst noch nicht entdeckt habt. Auch Geschenke können zwischen Spielern über die Vasallen ausgetauscht werden. Das Ganze funktioniert also ein wenig wie ein indirekter Austausch zwischen den Spielern. Ihr spielt zwar eure eigene Geschichte, hinterlasst mit eurem Helfer aber gleichzeitig eine kleine Spur in den Abenteuern anderer.
Kampfmodus
Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich bei Dragon’s Dogma um keine Third-Person-Kämpfe handelt. Wie ihr kämpft, hängt vor allem von eurer Klasse und eurer Positionierung ab. Über eine Ausweichrolle verfügt nur der Dieb, mit einem Bogenschützen ist es vielleicht nicht unbedingt ratsam, Gegnerscharen zu stürmen. Manche Gegner sind besonders anfällig gegen Magie, manche andere haben Schwachstellen, die ihr zunächst im Kampf herausfinden müsst. Große Monster gehören zu den wichtigsten Elementen von Dragon’s Dogma 2. Hier unterscheiden sich die Kämpfe deutlich von den sonstigen Auseinandersetzungen mit kleineren Gegnern. Gerade hier ist es essenziell, erwähnte Schwachstellen zu erkennen, womit wir wieder beim Festhalten und Klettern sind. Das macht einfach sehr großen Spaß und es entstehen Situationen, in denen eure Positionierung genauso wichtig ist wie die richtige Waffe oder Fähigkeit. Ansonsten könnt ihr einfach via Buttons auf Nah- und Fernkampf- sowie Sprungangriffe zurückgreifen. Mit den Schultertasten könnt ihr blocken und kontern sowie euch festhalten oder Gegner greifen und wegschleudern.
Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, wobei mit der Erweiterung auch ein Hard Mode bereitsteht.

Dark Arisen
In der Erweiterung verschlägt es euch in die unbekannte Region Norgan, wo Schnee und Eis die Landschaft bestimmen. Doch dort wartet nicht nur eine völlig neue Umgebung, sondern auch eine mysteriöse Bedrohung, in deren Mittelpunkt ein gefallener Drache steht. Eine wichtige Rolle spielt dabei Eir, eine neue Figur, die eine besondere Verbindung zu dem Drachen besitzt. Ihre Motivation, gegen ihn zu kämpfen und den Erweckten zu retten, bildet den Ausgangspunkt für die Geschichte von Dark Arisen. So heißt es, die Region zu erkunden, um mehr über die Hintergründe der Bedrohung herauszufinden.
Norgan soll aber nicht nur eine zusätzliche Landschaft sein, die sich vom Hauptspiel abhebt. Nein, die Entwickler wollten ein eigenständiges Spielerlebnis schaffen, mit neuen Herausforderungen und Entdeckungsmöglichkeiten (und es gibt einige Geheimnisse zu entdecken).

Relikte
Eine wichtige Rolle im Spiel spielen die Relikte. Dabei handelt es sich um besondere Gegenstände, die zunächst begutachtet werden müssen, bevor sich ihre Kräfte nutzen lassen. Sie können neue offensive und defensive Fähigkeiten freischalten und dadurch zusätzliche Möglichkeiten bei der Zusammenstellung des eigenen Charakters eröffnen. Diese müssen aber erst gefunden werden, was ein Ansporn sein könnte, um die Spielewelt noch gründlicher zu durchsuchen bzw. zu entdecken.
Die Technik im Spiel
Dragon’s Dogma 2 setzt auf eine umfangreiche, frei erkundbare Spielwelt und auf Kämpfe mit zahlreichen Figuren und Effekten. Entsprechend groß war unser und ist das Interesse daran, wie Capcom diese Elemente auf der Nintendo Switch 2 umsetzt.
Die Story in Dragon’s Dogma 2 wird durch Zwischensequenzen erzählt. Diese wurden sehr gut umgesetzt, treiben die Story voran und machen Spaß. Die Synchronisation ist dabei auf Englisch oder Japanisch. Es gibt deutsche Untertitel, die vor allem sehr gut bei den Filmen funktionieren. Im Gameplay selbst können sie nicht immer optimal sein, vor allem, wenn das eigene Englisch nicht das Beste ist. Man versteht die Charaktere grundsätzlich sehr gut bzw. ist es im Normalfall sehr einfach, die Ingame-Übersetzungen zu verfolgen. In der Hitze des Gefechtes hingegen ist es dann oft nicht so einfach, den gesprochenen Lauten zu folgen und gleichzeitiges Lesen während des Kampfes ist oftmals sehr schwierig.

Die Bildrate beträgt sowohl am Handheld als auch am TV 30 Bilder pro Sekunde. Selbst in Gefechten läuft es durchaus flüssig. Die wohl interessanteste technische Besonderheit ist die Frame Generation. Dabei berechnet das Spiel zusätzliche Zwischenbilder, die zwischen den tatsächlich gerenderten Bildern eingefügt werden. Auf diese Weise soll eine Darstellung erreicht werden, die optisch einer Bildrate von 60 fps entspricht. Capcom setzt diese Technik bei der Nintendo Switch 2 erstmals in einem eigenen Spiel ein. Die Frame Generation macht aus einer auf 30 fps ausgelegten Berechnung nicht automatisch ein natives 60-fps-Spiel. Sie soll vielmehr die wahrgenommene Flüssigkeit der Bewegungen verbessern. Die Funktion könnt ihr aber ein- und ausschalten.
Die Grafik und technische Leistung kann sich für so ein imposantes Fantasy-Abenteuer sehen lassen. Gerade die weitläufige Spielwelt, detaillierten Monster und aufwendigen Effekte zeigen, was Nintendos neue Hardware leisten kann. Besonders im Handheld-Modus ist die gebotene Optik beachtlich. Natürlich ist es am Fernseher nochmals eine Spur schärfer. Zwar können manche Charakterdesigns eine Spur besser aussehen und hier und da kann Kantenflimmern auftreten, aber im Grunde lässt sich Dragon’s Dogma auf der Switch 2 durchaus die Muskeln spielen. Der Soundtrack sorgt für epische Momente und passt perfekt zum Geschehen.
Fazit
Dragon’s Dogma 2: Dark Arisen ist ein drachenstarkes Fantasy-Abenteuer. Es zeigt, dass es auch auf der Nintendo Switch 2 nichts von seiner Faszination verloren hat. Das Spiel kommt mit einer zusätzlichen Erweiterung, die die neue Region Norgan, zusätzliche Verliese, Relikte sowie neue Herausforderungen verspricht. Der Hard Mode könnte darüber hinaus einen zusätzlichen Anreiz für Spieler bieten, die eine größere Herausforderung suchen. Die Umsetzung ist nicht komplett sauber, hat aber optisch einiges zu bieten. Wer den Titel nicht kennt, der hat hier die perfekte Chance, dies nachzuholen.
Barrierefreiheit
Das Fantasy-Abenteuer hat mich mit seiner imposanten Welt sofort in den Bann gezogen. Vor allem das Klettern auf riesigen Biestern sorgt auch diesmal für jede Menge Spaß und spektakuläre Momente.
- Große, abwechslungsreiche und erkundbare Spielwelt
- Spektakuläre Kämpfe
- Stimmungsvoller Soundtrack
- Interessante Story
- Beeindruckende Grafik
- Große Spielewelt kann überfordernd wirken
- Schnellreisen bleibt bewusst eingeschränkt
- Kämpfe auf der Map wiederholen sich
- Einstieg und einige Systeme sind nicht immer sofort verständlich
Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

