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Moros Protocol

Moros Protocol

Philipp

Mit Moros Protocol bringt Super Rare Games einen ungewöhnlichen Indie-Shooter auf die Nintendo Switch 2. Statt einer klassischen Kampagne mit fest vorgegebenen Leveln erwartet euch ein anspruchsvoller First-Person-Shooter, der schnelle Kämpfe mit Roguelike-Mechaniken und herausfordernden Begegnungen verbindet. Ihr erwacht an Bord des verlassenen Kriegsschiffs Orpheus, ohne Erinnerungen und ohne Verbündete. Zwischen verfallenen Korridoren und gefährlichen Kreaturen versucht ihr, immer tiefer in das Schiff vorzudringen und die Hintergründe der Ereignisse aufzudecken. Wie intensiv das ist, lest ihr in diesem Test!

Moros Protocol

NSW2

Konsole
NSW2
Modi
Einzelspieler
Spieler
1 lokal
1 online
Freigabe
USK ab 16

Im Mittelpunkt steht allerdings weniger die Geschichte als das eigentliche Gameplay. Moros Protocol orientiert sich an klassischen Shootern der 90er- und frühen 2000er-Jahre, ergänzt diese Einflüsse aber um zufällig zusammengestellte Levelabschnitte, permanente Verbesserungen und fordernde Kämpfe.

Waffen und Upgrades bestimmen Kampfstil

Zu Beginn seid ihr in Moros Protocol zunächst auf eine Nahkampfwaffe angewiesen. Mit eurem Katana müsst ihr euch gegen die ersten Gegner behaupten, bevor ihr im weiteren Verlauf Feuerwaffen und weitere Ausrüstungsgegenstände finden könnt. Dadurch verändert sich euer Kampfstil mit fortschreitendem Spielverlauf spürbar. Während ihr anfangs häufig gefährlich nahe an eure Widersacher heran müsst, ermöglichen euch Schusswaffen später einen anderen Umgang mit den Bedrohungen.

Zusätzliche Verbesserungschips könnt ihr während eines Durchlaufs sammeln und aktivieren. Sie erweitern eure Möglichkeiten und erlauben es euch, euren Charakter an die jeweilige Situation anzupassen. Auch die Option, Gegner zu treten, fügt sich in das schnelle Kampfsystem ein und bietet eine weitere Möglichkeit, euch im Gefecht zu behaupten.

Eine wichtige Rolle spielen zudem die lila Ressource, die ihr im Verlauf eurer Runs sammelt. Mit ihr schaltet ihr dauerhafte Verbesserungen frei, beispielsweise zusätzliche Lebenspunkte, mehr Munition oder Vorteile beim Nachladen. Später könnt ihr sogar mit einer Feuerwaffe in einen neuen Durchlauf starten. Diese Fortschritte machen sich deutlich bemerkbar und erhöhen eure Chancen, weitere Gebiete zu erreichen. Bis ihr allerdings genügend Verbesserungen freigeschaltet habt, können einige erfolglose Versuche vergehen.

Prozedural generierte Level

Moros Protocol unterteilt sich in drei größere Gebiete mit mehreren Bosskämpfen. Die einzelnen Abschnitte werden aus handgefertigten Umgebungen und prozedural generierten Elementen zusammengestellt. Dadurch unterscheiden sich die Durchläufe in ihrer Anordnung, auch wenn wir innerhalb der jeweiligen Gebiete wiederholt ähnliche Räume und Gestaltungselemente entdeckt haben.

Über Teleporter entscheidet ihr, welchen Weg ihr als Nächstes einschlagen möchtet. Ihr könnt beispielsweise stärkere Gegner mit besseren Belohnungen wählen, einen Händler aufsuchen oder gezielt nach Räumen mit Waffen und anderen Verbesserungen suchen. Auch Bossbegegnungen lassen sich gezielt ansteuern. Damit entsteht ein zusätzlicher taktischer Faktor: Ihr müsst abwägen, welche Belohnungen euch weiterhelfen und welches Risiko ihr dafür eingehen wollt.

Die Räume selbst fallen eher kompakt aus. Große, weitläufige Kampfarenen mit zahlreichen taktischen Möglichkeiten, wie ihr sie aus Shootern wie Doom Eternal kennt, solltet ihr nicht erwarten. Stattdessen konzentriert sich das Spiel auf kurze Kampfsequenzen, kleinere Sprungpassagen und das schnelle Vorankommen. Das passt grundsätzlich zum Roguelike-Prinzip, sorgt auf Dauer aber auch für eine gewisse Wiederholung.

Nichts ohne Geduld

Gerade die ersten Spielstunden gestalten sich schwierig. Ihr verfügt noch über wenig Ausrüstung, müsst die Gegner und ihre Angriffsmuster kennenlernen und habt nur begrenzte Möglichkeiten, Fehler auszugleichen. Entsprechend häufig endet ein Durchlauf frühzeitig. Erst mit zunehmender Erfahrung und den freigeschalteten Verbesserungen gelingt es euch, länger zu überleben und tiefer in die Orpheus vorzudringen.

Das Ableben gehört dabei fest zum Spielprinzip. Jeder gescheiterte Versuch liefert euch im besten Fall neue Erkenntnisse und Ressourcen für den nächsten Anlauf. Gleichzeitig entsteht dadurch ein gewisser Grind, denn einige der permanenten Verbesserungen müsst ihr euch erst erarbeiten. Wer wenig Freude daran hat, wiederholt ähnliche Abschnitte zu absolvieren, dürfte sich daran stören.

Eine kleine Besonderheit ist, dass ihr nach dem Tod teilweise in die Körper anderer Besatzungsmitglieder schlüpft. Das bringt etwas Abwechslung in die erzählerischen Situationen, ändert aber wenig daran, dass die Handlung insgesamt eher oberflächlich bleibt. Moros Protocol legt seinen Schwerpunkt eindeutig auf Kämpfe, Fortschritt und die Motivation, beim nächsten Versuch ein Stück weiterzukommen.

Retro-Pixel-Optik mit düsterer Sci-Fi Atmosphäre

Optisch kombiniert Moros Protocol eine Low-Poly-Welt mit knackigen Pixel-Texturen. Der Stil weckt Erinnerungen an ältere PC-Shooter, wird aber durch moderne Rendering-Effekte ergänzt. Dynamische Beleuchtung und die Gestaltung der verlassenen Korridore unterstützen die beklemmende Atmosphäre an Bord der Orpheus.

Die Pixel-Optik besitzt durchaus Charme und verleiht dem Spiel eine eigenständige Identität. Gleichzeitig bleiben die Umgebungen in ihrer Größe und Gestaltung überschaubar. Innerhalb der einzelnen Gebiete begegnen euch wiederholt ähnliche Assets, wodurch die Schauplätze auf Dauer etwas an Abwechslung verlieren. Spektakuläre Landschaften oder große, komplexe Arenen stehen ohnehin nicht im Mittelpunkt.

Stattdessen setzt Moros Protocol auf eine geschlossene, düstere Spielwelt, in der die nächste Begegnung selten weit entfernt ist. Wer den Retro-Stil mag, dürfte sich mit der visuellen Gestaltung schnell anfreunden. Spielerinnen und Spieler, die eine detailreiche und abwechslungsreiche Umgebung erwarten, sollten hier womöglich abwägen..

Spaciges Sounddesign

Auch akustisch passt Moros Protocol zu seinem düsteren Science-Fiction-Szenario. Die Soundkulisse begleitet euch durch die verlassenen Bereiche des Kriegsschiffs und verstärkt die Spannung während der Erkundung. Sobald Gegner auftauchen, rückt das Kampfgeschehen in den Vordergrund und unterstreicht den schnellen Rhythmus der Gefechte.

Der Sound bleibt dabei eher ein atmosphärisches Gestaltungsmittel als ein eigenständiger Höhepunkt. Gemeinsam mit der Beleuchtung und der Pixel-Optik entsteht dennoch ein stimmiges Gesamtbild, das die Retro-Einflüsse des Spiels solide ergänzt. Besonders erinnerungswürdig oder originell ist der Sound allerdings nicht.

Technik auf Nintendo Switch 2

Im Test lief Moros Protocol auf der Nintendo Switch 2 sowohl im Handheld-Modus als auch im Docked-Modus insgesamt ordentlich. Größere technische Störungen oder gravierende Fehler sind uns nicht aufgefallen. Vereinzelt traten allerdings kleinere Lags und Verzögerungen auf, die bei einem derart schnellen Shooter stärker ins Gewicht fallen können als in einem gemächlicheren Spiel.

Auch bei der Steuerung hatten wir gelegentlich den Eindruck, dass die Kamera nicht immer vollständig mit dem hohen Spieltempo mithalten konnte. Durch die First-Person-Perspektive seid ihr sehr nah am Geschehen, verliert bei mehreren gleichzeitig angreifenden Gegnern aber schneller den Überblick. Das erschwert manche Gefechte zusätzlich, gerade wenn ihr euch noch in der Eingewöhnungsphase befindet. Hier lässt sich der Bildausschnitt etwas anpassen, der Effekt bleibt aber überschaubar.

Für die schnellen Bewegungen und präzisen Eingaben empfehlen wir deshalb einen Pro Controller. Ob ihr dabei auf das offizielle Nintendo-Modell oder einen geeigneten Controller eines Drittanbieters zurückgreift, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass euch die Steuerung bei den hektischen Gefechten möglichst präzise unterstützt.

Spielspaß: Motivation durch Grind

Moros Protocol braucht Zeit, um sein Potenzial zu entfalten. Die ersten Runs können frustrierend ausfallen, weil euch noch die passende Ausrüstung fehlt und der Schwierigkeitsgrad kaum Gelegenheit zum entspannten Kennenlernen lässt. Sobald ihr die Spielmechaniken besser versteht, dauerhafte Verbesserungen freischaltet und eure Entscheidungen bei der Routenwahl bewusster trefft, entwickelt sich jedoch ein motivierenderer Kreislauf aus Kämpfen, Scheitern und erneutem Vorstoßen.

Die vielen freischaltbaren Perks bieten langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten. Gleichzeitig sorgen die unterschiedlichen Wege durch die Level dafür, dass ihr euren jeweiligen Durchlauf zumindest teilweise an eure aktuelle Ausrüstung und euren bevorzugten Spielstil anpassen könnt. Allerdings werden die wiederholten Abschnitte und der notwendige Grind nicht jedem gefallen.

Unterm Strich richtet sich Moros Protocol vor allem an Fans anspruchsvoller Retro-Shooter und Roguelikes. Wer schnelle Gefechte, Pixel-Optik und einen herausfordernden Fortschritt schätzt, findet hier einen soliden Indie-Titel. Wer dagegen eine jederzeit übersichtliche Steuerung, große Kampfarenen oder einen niedrigeren oder überhaupt konfigurierbaren Schwierigkeitsgrad bevorzugt, dürfte sich mit dem Spiel deutlich schwerer tun.

6.8Wertung

Fazit

Moros Protocol verbindet schnelle Shooter-Action mit einem markanten Pixel-Stil, permanenten Verbesserungen und dem typischen Kreislauf aus Scheitern und erneutem Vorstoßen. Das Kampfsystem macht nach einer gewissen Eingewöhnungszeit durchaus Spaß, wird aber durch den hohen Schwierigkeitsgrad, den notwendigen Grind und die stellenweise eingeschränkte Übersicht ausgebremst. Auch das Leveldesign bietet trotz prozeduraler Elemente nur bedingt Abwechslung. Wer sich auf die anspruchsvollen Runs einlässt und eine Schwäche für Retro-Shooter hat, bekommt einen soliden Indie-Titel mit eigenständiger Atmosphäre. Für einen breiteren Spielerkreis fehlt es Moros Protocol allerdings an Zugänglichkeit und spielerischer Vielfalt.

Barrierefreiheit

P
Meinung vonPhilipp

Moros Protocol ist ein solider Retro-Shooter für ausdauernde Roguelike-Fans

Design
7.0
Sound
6.5
Technik
7.0
Spielspaß
7.0
Leveldesign
6.5
  • Schnelles FPS-Gameplay mit klassischem Retro-Charme
  • Kombination aus Roguelike-Mechaniken und permanenten Upgrades
  • Verschiedene Waffen und Verbesserungschips
  • Insgesamt solide Performance auf Nintendo Switch 2
  • Hoher Schwierigkeitsgrad bereits zu Beginn
  • Grind für dauerhafte Verbesserungen kann sich ziehen
  • Teilweise eingeschränkte Übersicht durch die First-Person-Perspektive
  • Kamera wirkt bei schnellen Bewegungen gelegentlich etwas träge
  • Wiederholungen bei Räumen und Gestaltungselementen
  • Handlung bleibt oberflächlich
  • Vereinzelt kleinere Lags und Verzögerungen

Vielen Dank an Super Rare Games für die Bereitstellung des Testmusters.

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