
Middle-earth: Shadow of War Definitive Edition im Test
Talion und Celebrimbor haben noch eine offene Rechnung! Nach dem großen Erfolg von Shadow of Mordor brachte Warner Bros. damals konsequenterweise auch den direkten Nachfolger auf den Markt. Middle-earth: Shadow of War (hierzulande Mittelerde: Schatten des Krieges) hat, danke Publisher Aspyr,nun auch den Weg auf die Switch 2 gefunden und will das revolutionäre Spielprinzip des Vorgängers in Sachen Umfang, Ambition und Spektakel auf das nächste Level heben. Wir verraten im Test der vollgepackten Definitive Edition, warum Tolkiens Welt noch nie so wuchtig inszeniert wurde.
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Middle-earth: Shadow of War Definitive Edition – Die ultimative Ork-Schlacht auf der Switch 2
Die Geschichte knüpft nahtlos an den Erstling an: Um Sauron endgültig die Stirn zu bieten, schmieden Waldläufer Talion und Elbengeist Celebrimbor kurzerhand einen eigenen, neuen Ring der Macht. Wenig überraschend zieht das die Aufmerksamkeit des Dunklen Herrschers, der Nazgûl und sogar von Kankra (die hier in einer menschlichen Gestalt auftritt, weshalb Tolkien-Puristen bei der Story abermals starke Nerven beweisen müssen) auf sich.

Nemesis 2.0 & Festungseroberungen
Das beliebte Nemesis-System kehrt zurück und wurde massiv ausgebaut. Wie auch im ersten Teil, hat jede Konfrontation mit den Ork-Hauptmännern direkten Einfluss auf das Spiel geschehen und der Hierarchie innerhalb der Armee Mordors. Gewinnt ihr, wird ein Platz in den Reihen der Hauptmänner frei und ein neuer Emporkömmling nimmt seinen Platz ein. Verliert ihr, steigert sich die Macht eures Kontrahenten und bei eurer nächsten Konfrontation verhöhnt euch eben dieser, auf Grund eurer Unfähigkeit. Dieses System wurde umfangreich ausgebaut.Eure Ork-Widersacher gehören nun verschiedenen Stämmen an (wie dem Terror- oder dem Maschinen-Stamm), die ihr Aussehen und ihre Kampfstile diktieren. Zudem mischen nun gewaltige Olog-hai (Trolle) auf dem Schlachtfeld mit. Die Dynamik ist beeindruckend: Eure eigenen Gefolgsleute können euch plötzlich in den Rücken fallen und verraten, oder euch in letzter Sekunde heldenhaft vor dem finalen Schlag eines Feindes retten.
Dieser Ausbau gipfelt im neuen Herzstück des Spiels: Den Festungseroberungen. In jeder Region thront eine gigantische Nemesis-Festung. Eure Aufgabe ist es, eine eigene Armee aus Uruks aufzubauen, Spione bei den feindlichen Häuptlingen einzuschleusen und schließlich mit hunderten Orks, Belagerungsbestien und feuerspeienden Drachen (die ihr selbst reiten könnt!) die Burg zu stürmen. Diese Massenschlachten sind ein echtes Spektakel und erfordern neben guten Reflexen im Kampf auch strategische Planung.

Die Definitive Edition: Viel Loot, keine Mikrotransaktionen
Shadow of War führt zudem deutlich tiefere RPG-Mechaniken ein. Ihr sammelt unzählige Waffen, Rüstungen und Edelsteine, mit denen ihr Talions Fähigkeiten (unterteilt in einen gewaltigen Skill-Tree) an euren Spielstil anpasst. Ein ganz wichtiger Punkt zur Definitive Edition: Zum ursprünglichen Release im Jahr 2017 stand das Spiel wegen aufdringlicher Lootboxen massiv in der Kritik. Diese wurden glücklicherweise restlos aus dem Spiel gepatcht!
Das Endgame (die sogenannten Schattenkriege) ist nun perfekt ausbalanciert. Zudem sind in dieser Edition alle Erweiterungen enthalten:
Ihr bekommt zwei neue Ork-Stämme
den DLC Galadriels Klinge (mit der Elben-Assassine Eltariel) und
den DLC Verwüstung Mordors, in dem ihr als normaler Mensch Baranor ganz ohne Ring-Magie, dafür mit Greifhaken und Gleitschirm kämpft.
Die Technik auf der Switch 2
Solche Massenschlachten mit dutzenden individuellen Orks, Explosionen und Drachen verlangen der Hardware einiges ab. Die Switch 2 meistert dieses Chaos jedoch souverän. Die Bildrate bleibt auch während intensiver Festungsbelagerungen stabil und die Ladezeiten beim Wechsel der Regionen sind angenehm kurz. Lediglich in extrem überladenen Kampfsituationen wirkt die an sich sehr fließende Steuerung manchmal etwas überladen, sodass Talion gelegentlich über die falsche Mauer springt oder den falschen Ork attackiert.
Grafisch sieht Shadow of War natürlich auch besser aus als der Vorgänger, da er schlicht und einfach ein paar Jahre später erschienen ist. Auch für die Switch 2 wurden hier, wie bei Shadow of Mordor, keine zusätzlichen optischen Verbesserungen vorgenommen.
Fazit
Middle-earth: Shadow of War nimmt alles, was den Vorgänger gut gemacht hat, und vergrößert es um ein Vielfaches. Die abwechslungsreichen Regionen heilen die optische Monotonie des Erstlings, das Nemesis-System ist komplexer denn je und die gewaltigen Festungsschlachten sind ein reiner Adrenalinrausch. Da die leidigen Lootboxen in der vollgepackten Definitive Edition Geschichte sind, bekommen Action-RPG-Fans auf der Switch 2 hier ein unverschämt umfangreiches und motivierendes Meisterwerk serviert.
Barrierefreiheit
- Spektakuläre und strategische Festungseroberungen
- Stark erweitertes Nemesis-System mit neuen Stämmen und Verrat-Mechanik
- Deutlich abwechslungsreichere und farbenfrohere Regionen
- Gewohnt wuchtiges, befriedigendes Kampfsystem
- Umfasst alle DLCs und verzichtet komplett auf Mikrotransaktionen
- Die Steuerung wirkt im dichtesten Getümmel manchmal überladen
- Die Story nimmt sich sehr (vielleicht zu) große Freiheiten mit Tolkiens Vorlage
- Der Einstieg in die unzähligen Systeme und Menüs kann anfangs etwas erschlagen
Vielen Dank an Aspyr Media für die Bereitstellung des Testmusters.

