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Middle-earth™: Shadow of Mordor™ GOTY im Test

Middle-earth™: Shadow of Mordor™ GOTY im Test

Philipp

Wenn der Sommer zu Ende geht und die ersten Blätter fallen, werden auch die Nächte länger. Eine Jahreszeit, die besonderen Anklang bei Fans von J.R.R. Tolkiens Herrn der Ringe findet. Da ist es mehr als passend, dass mit Middle-earth: Shadow of Mordor (hierzulande als Mittelerde: Mordors Schatten bekannt) nun endlich seinen Weg auf eine Nintendo-Konsole findet.

Aspyr bringt die vollgepackte Game of the Year Edition auf die Nintendo Switch 2. Wir haben uns mit Talion und Celebrimbor erneut in die feindlichen Linien der Uruks gestürzt und verraten euch im Test, ob das, seinerzeit revolutionäre, Nemesis-System auch 12 Jahre später noch für staunende Gesichter sorgen kann.

Middle-earth™: Shadow of Mordor™ Game of the Year Edition

NSW2

Entwickler
Aspyr
Publisher
Aspyr
Konsole
NSW2
Modi
Einzelspieler
Freigabe
USK ab 18

Zwei Seelen, ein Rachegedanke

Die Geschichte von Shadow of Mordor ist zeitlich lange vor den Ereignissen von Der Hobbit und Der Herr der Ringe angesiedelt. Ihr übernehmt die Kontrolle über Talion, einen Waldläufer Gondors, der am Schwarzen Tor über Mordor wacht. Nach einem grausamen Überfall durch Saurons Schergen verliert Talion nicht nur seine Familie, sondern auch sein eigenes Leben. Doch der Tod ist für ihn nicht das Ende: Sein Schicksal wird mit dem mysteriösen Elbenschmied und Rachegeist Celebrimbor verwoben. Fortan teilen sich die beiden einen Körper und wandeln zwischen Licht und Schatten auf einem blutigen Rachepfad tief in das Herz von Mordor.

Erzählerisch fängt das Spiel die düstere, hoffnungslose Atmosphäre Mordors ein, auch wenn die Hauptstory gegen Ende etwas an Fahrt verliert und in sehr konventionellen Bosskämpfen mündet. Mit Gollum treffen wir immer wieder auf einen prominenten Charakter aus dem HdR-Universum. Dessen Einsatz ist aber dezent genug um nicht zuviel Raum in der Handlung einzunehmen. Die eigentlichen Geschichten schreibt in diesem Spiel aber ohnehin nicht das Drehbuch, sondern ihr selbst.

Das Nemesis-System

Das Herzstück des Spiels ist das sogenannte Nemesis-System. Die Armee von Sauron besteht nicht einfach aus namenlosen Klon-Kriegern, sondern aus einer dynamischen Hierarchie individueller Ork-Hauptleute und Häuptlingen. Jeder dieser Orks hat einen eigenen Namen, eine einzigartige Persönlichkeit, individuelle Stärken und fatale Schwächen (manche fürchten sich vor Caragors, andere sind immun gegen Schleichangriffe).

Der Clou: Die Welt reagiert auf eure Aktionen. Tötet euch ein unscheinbarer Ork im Kampf, wird er befördert, erhält einen Titel und wird stärker. Trefft ihr ihn später wieder, erinnert er sich an euren Tod und verhöhnt euch. Wenn ihr einen Ork nur schwer verletzt entkommen lasst, taucht er vielleicht Stunden später mit Brandnarben und einer tiefen persönlichen Vendetta gegen euch wieder auf. Dieses System erzeugt solch eine Eigendynamik und persönliche Rivalitäten, dass man die eigentliche Hauptstory oft mals links liegen lässt, nur um eine offene Rechnung mit Dûsh dem Blutrünstigen zu begleichen. Auch nach all den Jahren bleibt dieses System im Gaming-Bereich nahezu unerreicht und lässt uns auch heute noch stundenlang durch die Schatten Mordors streifen.

Fließende Kämpfe und das volle GOTY-Paket

Spielerisch bedient sich der Titel großzügig (aber äußerst kompetent) bei etablierten Genre-Größen. Das Klettersystem erinnert an Assassin's Creed, während das flüssige Freeflow-Kampfsystem offensichtlich von der Batman: Arkham-Reihe inspiriert ist. Wenn ihr mit Talions Schwert nahtlos durch Ork-Horden tanzt und fließend Geisterpfeile von Celebrimbor abfeuert, kommt ein berauschender Spielfluss auf. Später im Spiel schaltet ihr zudem die Fähigkeit frei, Orks zu brandmarken. Das bedeutet, ihr übernehmt die Kontrolle über Hauptmänner der Ork-Armee und könnt so eure eigene Armee aufbauen, was dem Gameplay eine tolle strategische Ebene verleiht.

Da es sich um die Game of the Year Edition handelt, sind auf der Switch 2 alle jemals erschienenen DLCs direkt enthalten. Dazu zählen unzählige Runen und Skins sowie die großen Erweiterungen:

  • Meister der Jagd und

  • Der Helle Herrscher, in der ihr sogar die Kontrolle über Celebrimbor selbst auf dem Höhepunkt seiner Macht übernehmt, sowie

  • Wächter des brennenden Auges

Die Technik auf der Switch 2

Auf Nintendos neuer Konsole macht der Ausflug nach Mordor eine gute Figur. Das Spiel profitiert von der gestiegenen Hardware-Power der Switch 2. Die matschigen Texturen, die man von frühen Open-World-Ports der ersten Switch kannte, gehören der Vergangenheit an. Das Spiel läuft sowohl im TV- als auch im Handheld-Modus flüssig, die Ladezeiten sind erfreulich kurz und das dynamische Wetter sowie die Kampfeffekte kommen gut zur Geltung. Lediglich das grundlegende Artdesign Mordors zeigt sein Alter: Die Umgebung besteht über weite Strecken aus braunem Schlamm, grauen Felsen und verregneten Ruinen. Optische Abwechslung sucht man hier oft vergebens.

Ein Wehrmuts-Tropfen der bleibt: Auch wenn das Spiel für sein Alter noch ganz ordentlich aussieht, wäre es natürlich schön gewesen, wenn die Grafik für den Switch 2-Release etwas aufpoliert worden wäre.

8.0Wertung

Fazit

Middle-earth: Shadow of Mordor ist auf der Switch 2 ist für alle zu empfehlen die düstere Action-Adventures lieben und Tolkiens Universum nicht nur für die kleinen Hobbits mit den haarigen Füßen lieben. Das fließende Kampfsystem motiviert und die GOTY-Edition bietet Inhalt für viele Dutzende Stunden. Der wahre Star bleibt aber das immer noch brillante Nemesis-System, das auch über zehn Jahre nach seinem Debüt eine Faszination ausübt, der man sich kaum entziehen kann. Eure ganz persönlichen Rivalitäten mit den Uruk-Hauptleuten werdet ihr so schnell nicht vergessen!

Barrierefreiheit

Design
7.5
Sound
8.0
Technik
8.0
Spielwelt
8.5
  • Das Nemesis-System erschafft unvergessliche, persönliche Rivalitäten
  • Wuchtiges, fließendes und sehr befriedigendes Kampfsystem
  • Großer Umfang, dank enthaltener DLCs
  • Gute technische Umsetzung
  • Tolle Herr-der-Ringe-Atmosphäre
  • Mordor ist sehr eintönig gestaltet
  • Hauptstory verliert gegen Ende deutlich an Spannung
  • Die Bosskämpfe der Kampagne sind spielerisch unspektakulär
  • Keine grafischen Verbesserungen gegenüber 2014

Vielen Dank an Aspyr Media für die Bereitstellung des Testmusters.

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