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BioEden im Test

BioEden im Test

David

Mit BioEden erwartet euch ein entspannter Mix aus Aufbau, Erkundung und Natur. In einer Welt, die neues Leben und ein funktionierendes Gleichgewicht braucht, liegt es an euch, verschiedene Lebensräume wiederherzustellen und für ihre Bewohner zu sorgen. Dabei baut ihr eure Umgebung aus, sammelt wichtige Ressourcen und schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich Flora und Fauna entwickeln können. Ob das ungewöhnliche Konzept auch auf Nintendo Switch überzeugen kann, haben wir uns genauer angesehen.

BioEden

NSW2

Konsole
NSW2
Modi
Einzelspieler
Freigabe
USK ab 6

Auch wenn die meisten Szenarien für Videospiele weit hergeholt sind, ist die Grundlage für BioEden leider eine, welche so nicht ganz abwegig ist. In einer fernen Zukunft ist die Erde durch extreme Verschmutzung unbewohnbar geworden und ein Großteil aller Spezies ist ausgestorben.

Glücklicherweise gibt es ein Kollektiv, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den Planeten wiederherzustellen und die Flora und Fauna neu aufleben zu lassen. Eure Aufgabe ist es dabei, diesen Wiederherstellungsprozess zu leiten und zu lenken. In der Rolle eine Gildenmitglieds des Kollektivs erforscht ihr verlorene Technologien, entschlüsselt die DNA wilder Tiere und errichtet nach und nach ein neues Biosystem, um den Planeten wieder zu neuem Leben zu führen.

Das Kollektiv und seine Gilden

Statt verschiedener Schwierigkeitsgrade haben sich die Entwickler etwas sehr Kreatives einfallen lassen, um das Spielerlebnis an verschiedene Anforderungen anzupassen. So müsst ihr euch zunächst entscheiden, mit welcher Gilde ihr die schwierige Aufgabe der Wiederherstellung des Planeten bestreiten wollt. Jede dieser Zünfte hat ihre Vor- und Nachteile, die Auswirkungen auf die Spielmechanik bzw. den Schwierigkeitsgrad haben. Bevor man nun allerdings überfordert wird, sich zu entscheiden, ohne die Grundlagen des Spiels überhaupt gesehen zu haben, könnt ihr zunächst mit der Ausbildungsgilde starten. Hier nimmt euch der emsige halbautomatische Orb Charles an die Hand und erklärt euch Schritt für Schritt in einer Art erweitertem Tutorial, was von euch erwartet wird und wie die gestellten Aufgaben bewältigt werden können. Natürlich steht es dem Spieler frei, diesen Schritt zu überspringen und sich direkt einer der folgenden Gilden anzuschließen:

  • Die Technologiegilde

Diese Fraktion wird vom Wunsch angetrieben, zu entdecken und zu erforschen. Sie ist bekannt dafür, Wissen zu kultivieren, und ihr Einfallsreichtum ist bemerkenswert. Wenn ihr euch dieser Gilde anschließt, erwartet euch ein ausgewogenes Gameplay und euch stehen zusätzliche Start-Orbs zur Verfügung. Diese Gilde wird von den Entwicklern für den ersten Durchlauf empfohlen.

  • Die Naturgilde

Ihr Schwerpunkt liegt, wie der Name schon vermuten lässt, auf der Wiederherstellung der Natur und ihrer Bewohner. Sie haben Zugriff auf ein botanisches Kompendium auf dem Planeten und verfügen über eine erhöhte Anzahl natürlicher Zufluchtsorte auf der Karte.

  • Die Erkundungsgilde

Stets bestrebt, an die Grenzen des Kosmos vorzudringen und alles zu kartografieren, bietet dieser Bund den Vorteil eines größeren Startbereichs und eines autarken Erkundungssystems in Form einer Antenne. Wer schnell Fortschritte machen möchte, ist hier gut aufgehoben.

  • Die Wiederherstellungsgilde

Die Sanierer verwandeln Materie zu Leben. Sie sind die Recycler und sehen überall Möglichkeiten, aus scheinbar wertloser Materie wertvolle Ressourcen zu erschaffen. Diese Gilde legt den Fokus auf Wiederverwertung. Auch wenn sie mit mehr Ressourcen startet, empfehlen die Entwickler diese Fraktion nicht für den Einstieg ins Spiel.

  • Die Mystikergilde

Die Mystiker streben nach Dingen die Andere für unmöglich und unwahrscheinlich halten.
Sie erschaffen Möglichkeiten durch den bloßen Glauben daran. Wer ein entspanntes Spielerlebnis sucht,ist bei den Mystikern gut aufgehoben. Sie starten mit einer größeren sekundären Kuppel und die Anzahl der Technologie-Ruinen auf der Karte ist erhöht.

Biodome und ihre Bewohner

Das Hauptziel des Spiels ist es, den Planeten wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hierzu müsst ihr ihn gleichermaßen besiedeln und von Verunreinigungen befreien. Der Aufbau der Fauna geschieht hierbei in den sogenannten Biodomen, während man außerhalb dieser geschützten Zonen den eigentlichen Planeten wieder auf Vordermann bringen muss.

Jede Tierart, die durch DNA-Sequenzierung erforscht und freigeschaltet wird, hat hierbei ihre eigenen Voraussetzungen zum generellen Überleben, der Haltung, der Fortpflanzung und schlussendlich zur Freilassung auf den Planeten.

Wird der jeweilige Unterschlupf der Spezies ausgewählt, könnt ihr die entsprechenden Anforderungen sehen. Sobald diese erfüllt wurden, entwickelt sich der nächste Schritt automatisch. Jeder Unterschlupf hat hierbei seine eigenen Grenzen innerhalb des Doms. Diese müsst ihr beim Platzieren der jeweiligen Pflanzen oder benötigten Gerätschaften berücksichtigen.

Schon bald werdet ihr feststellen, dass man nicht einfach wahllos alles nebeneinander platzieren kann. Da die Tiere verschiedene Anforderungen haben, können sie sich gegenseitig stören oder negative Auswirkungen haben. Baut man zum Beispiel einfach einen Heizofen mitten in ein bestehendes Gebiet, weil eine Spezies eine höhere Temperatur zur Fortpflanzung benötigt, kann das negative Auswirkungen auf die restliche Fauna in der Umgebung haben.

In der Tierwelt startet ihr zunächst mit Pflanzenfressern, doch später kommen dann auch fleischfressende Arten hinzu. Auch hier ist es wichtig, die Balance zu halten. Das Bestiarium gibt euch hier einen Überblick, welche Spezies in den verschiedenen Klimazonen wie Savanne, Dschungel, Prärie und Tundra angesiedelt sind.

Die Welt außerhalb des Doms

Neben der Wiederherstellung der Fauna gilt der zweite Fokus der Flora. Der Planet ist stark verunreinigt, ist aber dennoch die Quelle von Rohstoffen und wichtigem Wissen. Die Förderung der Rohstoffe außerhalb der Kuppel hat zwei Effekte. Zum einen erhält man logischerweise Materialien, die ihr zum Bauen benötigt. Zum anderen hilft der Abbau der teilweise toxischen Materialien bei der Bereinigung des Planeten.

Dieser Abbau benötigt Energie. Diese gewinnt man durch die Platzierung von Solarkraftwerken. Der Aufbau eines Stromnetzwerks versorgt eure Anlagen dann mit der nötigen Energie. Wasser wird durch Förderanlagen gewonnen und muss im Verlauf des Spiels auch noch aufbereitet werden. Alle weiteren Ressourcen sind auf der Karte verteilt und werden durch Förderanlagen abgebaut. Aber Vorsicht, selbst wenn ausreichend Baumaterial vorhanden ist, sollte der Planet nicht einfach mit Gebäuden zugepflastert werden. Das steigert den Grad der Verschmutzung. Durch diesen Aspekt bremst euch das Spiel gewollt etwas aus und verhindert, dass ihr quasi eine Industriewelt erschafft.

Recycling ist also nicht nur wichtig, um Rohstoffe zurückzugewinnen, sondern auch, um die weitere Verschmutzung des Planeten zu verhindern. Diese wird in Prozent angegeben und wird durch den Abbau giftiger Rohstoffe und die Reinigung des Wassers reduziert. Ab und an sorgen Umweltereignisse dafür, dass eure Infrastruktur gestört wird. So setzen Sandstürme eure Solarkraftwerke außer Kraft und ihr steht ohne Strom da. Im Großen und Ganzen hat dies aber eigentlich keine nennenswerten Auswirkungen auf euren Fortschritt. So seht ihr, wie der Planet sich nach und nach erholt. Jede Tierart hat auch ein gewisses Level an maximaler Verschmutzung, welche es überleben kann. Solange der Wert darüber liegt, ist eine Auswilderung nicht möglich.

Sobald ihr ein Forschungszentrum errichten könnt, versorgt euch dieses automatisch mit Forschungspunkten. Diese funktionieren vom Prinzip her wie andere Ressourcen auch und dienen dazu, weitere Technologien freizuschalten. Ein weiterer abstrakter Rohstoff sind Technologiepunkte. Diese erhaltet ihr durch die Erforschung von Techruinen, die auf der Karte verteilt sind.

Da der Spieler bald die Grenzen des Bereichs rund um euren Biodom erkundet hat, hilft eine Antenne dabei, weitere Areale auf dem Planeten zu erschließen, zu bewirtschaften und zu restaurieren. Alles in allem gibt es sowohl für jede Tierart, für eure Strom- und Wasserversorgung, die Verschmutzung, die Erforschung und alle möglichen Parameter genaue Anzeigen und Auswertungen, die euch helfen, ein Ungleichgewicht möglichst schnell wieder auszugleichen.

Technik

Eines der ersten Dinge, die einem bei den Einstellungen im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge stechen, ist die Vielzahl an Einstellungen für Menschen mit Beeinträchtigungen im Sehbereich. Dies ist sehr löblich und zeigt, mit wie viel Engagement die Entwickler an die Sache herangegangen sind.

Allerdings fallen die Textboxen und deren Inhalt sehr klein aus. Dadurch sind Nachrichten, vor allem im Handheld-Modus, hart an der Grenze zum Lesbaren. Im stationären Modus besteht die Auswahl zwischen kleinen, mittleren und großem Text. Diese Option fehlt im mobilen Spiel leider. Eventuell ist dies ein Fehler, der vom Entwicklerteam noch behoben wird.

Die Steuerung an sich ist unkompliziert, aber wie bei fast allen Strategie- oder Aufbauspielen per Controller einfach nicht 100 % perfekt. Gerade wenn man kleinere Objekte platzieren oder entfernen möchte, Stichwort Stromnetz, vermisst man eine Maus doch schmerzlich. Die oben erwähnten kleinen Boxen sind leider auch hier ein Thema, was die Navigation durch die einzelnen Menüs, auch wenn diese nicht sehr verschachtelt sind, nicht gerade vereinfacht.

Eine weitere Schwachstelle, auf die wir während des Spielens leider gestoßen sind, betrifft Spielabstürze. An sich wäre das nicht weiter problematisch, wenn das Spiel über eine Autosave-Funktion verfügen würde. Auch wenn sie sehr selten auftreten (zwei mal während der Testphase), ging uns dadurch doch insgesamt über eine Stunde Spielzeit und entsprechend viel Fortschritt verloren.

Innerhalb des Spiels könnt ihr den Zeitablauf beschleunigen oder anhalten. Dies gibt euch entweder die Option, direkt auf Geschehnisse zu reagieren oder ihr spult vor, um den Spielfluss zu erhöhen.

Obwohl BioEden grafisch nicht wirklich anspruchsvoll ist, wirkt es auf der Nintendo Switch 2 dennoch immer leicht verwaschen. Das ist sehr schade, da die gewählte Optik eigentlich sehr harmonisch ist und leichte Anlehnungen an Strategiespiele aus früheren Tagen erahnen lässt. Da sollte die Switch 2 deutlich mehr liefern können. Die musikalische Untermalung plätschert im Hintergrund vor sich hin und ist weder störend, noch sticht sie besonders hervor.

6.8Wertung

Fazit

BioEden ist eines dieser Spiele, welches einen direkt durch seine Spielidee und Aufmachung in seinen Bann zieht. Allerdings stellt man nach einiger Zeit doch fest, dass dem Spiel leider etwas an Komplexität fehlt und die Repetitivität recht hoch ist. Meist wird einem vorgegeben, was man wie und wann zu tun hat, um weiter voranzuschreiten. Es macht oftmals eher den Anschein, dass man Checklisten abarbeitet, als das man sich mit echten Herausforderungen oder Rückschlägen konfrontiert sieht. Wirklich freie Entfaltung oder gar Auswirkungen durch Entscheidungen, die man trifft, kann man hier nicht erwarten. Die schlussendliche Konsequenz aus den eigenen Aktionen sieht man somit fast ausschließlich im positiven Bereich.

Schlussendlich bleibt das Spiel trotz seines großartigen Ansatzes leider hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer ein tiefgreifendes Management-Spiel sucht, wird hier schnell unterfordert sein. Wer auf der Suche nach einer harmonischen und entspannten Simulation ist, kommt hier sicherlich auf seine Kosten. Genre-Einsteigern und jüngeren Gamern dürfte der Titel ebenfalls viel Freude bereiten.

Barrierefreiheit

D
Meinung vonDavid

BioEden hat mich vom Konzept und der Aufmachung direkt eingefangen. Nach mehreren Spielstunden ist die Euphorie leider etwas versandet, da es nicht den Tiefgang hat, den ich mir gewünscht hätte. Dennoch ein tolles Spiel, das einen Blick wert ist.

Design
7.0
Sound
6.0
Spielwelt
8.0
Umfang
6.0
  • tolles Konzept mit einer Message
  • entspanntes Gameplay
  • durchdachte Mechanismen
  • facettenreiche Tierwelt
  • langfristig nicht genug Tiefgang
  • kaum Konsequenzen
  • optisch nicht optimal umgesetzt

Vielen Dank an Focus Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.

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