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ELDEN RING Tarnished Edition im Test

ELDEN RING Tarnished Edition im Test

Maik

Elden Ring zählt zu den gefeiertsten Action-RPGs der vergangenen Jahre und wagt nun den Sprung auf die Nintendo Switch 2. Nach einem technisch durchwachsenen ersten Auftritt mit der Beta auf der gamescom 2025, war die entscheidende Frage: Hat FromSoftware die zusätzliche Zeit genutzt, um das Abenteuer für Nintendos neue Hardware zu optimieren? Wir haben uns ins Zwischenland gewagt, zahlreiche Gegner besiegt, ordentlich Lehrgeld bezahlt und uns angesehen, wie sich das Meisterwerk inklusive Shadow of the Erdtree auf der Switch 2 schlägt.

Publisher / Entwickler

FS

From Software

Gleich vorweg können wir sagen: FromSoftware hat nicht nur die bekannte Souls-Formel in eine offene Welt übertragen, sondern hat es geschafft, Erkundung, Charakterentwicklung und anspruchsvolle Kämpfe auf außergewöhnliche Weise miteinander zu verbinden.

Mit der Tarnished Edition erscheint der Titel nun auch auf der Nintendo Switch 2. Zusätzlich erhaltet ihr die umfangreiche Erweiterung „Shadow of the Erdtree“. Ihr bekommt neue Rüstungen, weitere Charakteroptionen und zusätzliche Möglichkeiten zur Anpassung eures Pferdes Sturmwind spendiert.

Das Zwischenland lädt zum Verlaufen ein

Wer sich an das Spiel wagt, sollte in Betracht ziehen, dass euch das Game nicht permanent an die Hand nimmt. Ihr bekommt eine gewaltige Welt vor die Füße gesetzt und müsst selbst herausfinden, was sich hinter dem nächsten Hügel, in einer Ruine oder am Ende eines unscheinbaren Pfades verbirgt.

Doch genau darin liegt die große Faszination hinter diesen Titeln. Das Zwischenland wirkt nicht wie eine Ansammlung von Spielinhalten, die lediglich miteinander verbunden wurden. Burgen, Höhlen, Landschaften, Gegner und versteckte Bereiche ergeben ein großes, zusammenhängendes Gefüge. Manchmal führt die Suche zu neuer Ausrüstung, manchmal zu einem unbekannten Gebiet und gelegentlich auch direkt in eine Begegnung, der man zu diesem Zeitpunkt besser noch aus dem Weg gegangen wäre. Elden Ring macht immer wieder sehr deutlich, dass nicht jeder Gegner sofort besiegt werden muss.

So kann ein Feind, der euch zu Beginn noch Schwierigkeiten macht, nach etlichen Stunden Spielzeit plötzlich eine ganz andere Herausforderung sein. Somit gehören Charakterentwicklung, neue Ausrüstungen und das Verfeinern von Fähigkeiten natürlich zum Gameplay dazu. Dieses Gefühl, dass ihr selbst besser geworden seid, ist eine der größten Stärken des Spiels.

Orte der Gnade: Sicherheit mit Nebenwirkungen

Wer mal eine Verschnaufpause von der ganzen Anspannung braucht, der muss nicht völlig ohne Rückzugsort auskommen. Die Orte der Gnade übernehmen eine zentrale Funktion und erinnern dabei an die bekannten Leuchtfeuer aus früheren Souls-Spielen.

Hier könnt ihr unter anderem rasten, eure heilenden Flaschen auffüllen und euren Charakter aufwerten, sofern ihr genügende Runen gesammelt habt. Gleichzeitig können die Orte der Gnade eine Orientierungshilfe darstellen und euch in die grobe Richtung weisen, in der ihr eure Reise fortsetzen könnt.

Doch es gibt auch einen Haken, da nach eurer Erholung die gewöhnlichen Gegner zurückkehren. Solltet ihr euch soeben durch einen schwierigen Abschnitt gekämpft haben, solltet ihr gut überlegen, ob ihr den Ort der Gnade nutzt, da Standardgegner anschließend wieder an ihrem Platz auftauchen. Das sorgt für interessante Entscheidungen: Einfach rasten und die eigenen Ressourcen auffüllen oder lieber noch ein Stück weiterkämpfen? Elden Ring lässt euch immer wieder solche kleinen Abwägungen treffen.

Schräge Charaktere und eine zerrissene Welt

Auch bei seinen Bewohnern bleibt FromSoftware seiner Linie treu. Im Zwischenland begegnet ihr zahlreichen Figuren und Wesen, die nicht zwangsläufig feindselig auf euch reagieren. Ihre Geschichten, Ziele und Motive erschließen sich allerdings nicht immer sofort. Viele Gespräche bleiben rätselhaft und liefern eher einzelne Puzzleteile als klare Erklärungen. Wer eine geradlinig erzählte Geschichte erwartet, bei der jede Figur ausführlich erklärt, wer sie ist und was gerade passiert, dürfte hier schnell an seine Grenzen stoßen. Elden Ring verlangt Aufmerksamkeit. Dialoge, Begegnungen, Gegenstände und die Umgebung liefern Hinweise, aus denen sich nach und nach ein größeres Bild ergibt.

Doch worum geht es eigentlich? Die Handlung dreht sich um eine zerrissene Welt, Macht und verschiedene Interessen. Als Befleckter kehrt ihr ins Zwischenland zurück und macht euch auf den Weg, um den Eldenring zu erlangen und schließlich zum Eldenfürsten aufzusteigen. Wie genau sich die Ereignisse und Schicksale der zahlreichen Figuren miteinander verbinden, bleibt dabei häufig der eigenen Interpretation überlassen. Interessant zu erwähnen ist, dass an der ganzen mythologischen Grundlage sogar der Autor George R. R. Martin beteiligt war, der unter anderem „Game of Thrones“ geschrieben hat.

Was FromSoftware aber gut versteht, ist es, seine Welt über Details zu erzählen. Statt euch ständig mit Erklärungen zu versorgen, lässt das Spiel seine Umgebung für sich sprechen. Architektur, Gegenstände, Gegner und Schauplätze wirken nicht zufällig platziert. Gerade angesichts der enormen Größe des Zwischenlands ist das eine beeindruckende Leistung. Während viele Open-World-Spiele ihre Fläche vor allem mit Aufgaben und Sammelobjekten füllen, erzeugt Elden Ring durch seine Gestaltung ein starkes Gefühl von Entdeckung. Ihr wisst häufig nicht, was euch hinter dem nächsten Abschnitt erwartet. Und genau deshalb bleibt das Abenteuer auch nach vielen Stunden spannend.

Niederlagen gehören zum Fortschritt

Wer sich ins Zwischenland wagt, der sollte eines bedenken: Ihr werdet sterben, und das sehr oft.

Das gehört nicht nur zum Spielprinzip, sondern ist ein wesentlicher Bestandteil der Erfahrung. Gegner haben eigene Angriffsmuster, Reichweiten und Schwächen. Besonders bei Bosskämpfen geht es deshalb nicht ausschließlich darum, möglichst viel Schaden auszuteilen, sondern Timing, Geduld und das Erkennen von Angriffsmustern sind entscheidend. Ein gescheiterter Versuch liefert euch häufig neue Erkenntnisse, wie dass ihr einen Angriff früher erkennt, eine bestimmte Kombination besser versteht oder ihr bemerkt, dass eure aktuelle Ausrüstung für die Situation vielleicht nicht optimal ist. So verwandelt Elden Ring Niederlagen in Lernprozesse. Der Moment, in dem ein zuvor scheinbar unbezwingbarer Gegner schließlich fällt, fühlt sich entsprechend verdient an.

Die richtige Ausrüstung

Beim Charakteraufbau lässt euch Elden Ring erfreulich viele Freiheiten. Das Arsenal reicht von schnellen Einhandwaffen über mächtige Großäxte bis hin zu magischen Möglichkeiten und einer großen Auswahl an Rüstungen.

Welche Kombination am besten funktioniert, hängt stark davon ab, wie ihr spielen möchtet. Wer beweglich bleiben und Angriffen schnell ausweichen möchte, wird mit einer schweren Rüstung möglicherweise weniger glücklich. Wer dagegen Wert darauf legt, mehr Treffer einstecken zu können, sollte seine Ausrüstung entsprechend auswählen. Auch die Waffen selbst spielen sich unterschiedlich und bringen eigene Eigenschaften, Reichweiten und Boni mit. Dadurch verändert sich nicht nur die Stärke eures Charakters, sondern auch das eigentliche Spielgefühl. Eure Attribute bestimmen wiederum, welche Waffen und Spielweisen besonders gut zu eurem Charakter passen. Das Schöne daran: Elden Ring lädt ausdrücklich zum Ausprobieren ein.

Eine ungünstige Verteilung eurer Punkte bedeutet nicht zwangsläufig, dass ihr euren gesamten Charakter abschreiben müsst. Die Möglichkeit, die Entwicklung später wieder anzupassen, nimmt dem System einen Teil seiner möglichen Frustration. Dafür müsst ihr allerdings zunächst die entsprechende Voraussetzung erfüllen und einen bestimmten Preis bezahlen.

Übrigens, Waffen verschleißen nicht, wodurch Reparaturen komplett entfallen. Gleichzeitig bietet Elden Ring enorme Möglichkeiten zur Individualisierung: Waffen lassen sich über Kriegsasche, sowie Schleifmesser und Schmiedesteine an den eigenen Spielstil anpassen, während Zauber, Talismane und Ausrüstung zahlreiche Boni und Resistenzen ermöglichen. Magie ist dabei keineswegs nur Beiwerk, sondern ein wichtiger Bestandteil des Kampfsystems. So gibt es Zaubereien und Gebete. Welche Art von Magie besonders stark ist, hängt unter anderem von euren Attributen und der verwendeten Zauberwaffe ab.

Shadow of the Erdtree

Die Tarnished Edition bringt nicht nur das Hauptspiel auf die Switch 2. Mit Shadow of the Erdtree ist auch die große Erweiterung bereits Teil des Gesamtpakets. Damit wächst der ohnehin enorme Umfang noch einmal deutlich. Die Erweiterung führt euch in eine zusätzliche Region und ergänzt das Abenteuer um weitere Gegner, Bosse, Ausrüstung und Geheimnisse. Dabei fühlt sich Shadow of the Erdtree nicht wie ein kleiner Zusatz an, den man schnell nebenbei erledigt. Die neue Region besitzt eine eigene Struktur und stellt euch vor weitere Herausforderungen, was wiederum für Neueinsteiger bedeutet, dass ihr über sehr viele Stunden beschäftigt seid, was ja grundsätzlich nichts Schlechtes ist.

Die zusätzlichen Möglichkeiten, wie das Ross Sturmwind anzupassen, fallen dagegen weniger stark ins Gewicht. Sie sind eine nette Ergänzung für euren treuen Begleiter, verändern das eigentliche Spielerlebnis aber nicht grundlegend.

Elden Ring auf der Switch 2

Wir haben ja schon etwas über die technische Seite gesprochen, vor allem über die Makel bei der gamescom 2025. Ruckler, grafische Fehler und andere Unzulänglichkeiten sorgten damals bei der Beta für Skepsis. Bandai Namco und FromSoftware nutzten die zusätzliche Entwicklungszeit jedoch zur Optimierung. Nach unseren Eindrücken präsentiert sich die fertige Fassung nun deutlich ausgereifter und stabiler als das damals gezeigte Material.

Damit rückt die Technik während des Spielens wesentlich stärker in den Hintergrund, und genau das ist bei einem Spiel wie Elden Ring entscheidend. Denn wenn ihr euch gerade auf einen schwierigen Boss konzentriert oder neugierig einen unbekannten Bereich erkundet, wollt ihr euch schließlich auf das Abenteuer konzentrieren und nicht ständig über technische Probleme nachdenken.

Eine der größten Stärken der Switch-2-Version ist natürlich ihre Flexibilität.

Ihr könnt das Abenteuer am Fernseher genießen und später einfach im Handheld-Modus weiterspielen. Gerade bei einem umfangreichen Rollenspiel ist diese Möglichkeit ausgesprochen praktisch.

Die Steuerung funktioniert grundsätzlich auch mobil gut. Allerdings verlangt Elden Ring durch seine vielen Eingaben und die komplexe Kampfmechanik einiges von euch ab. Gerade bei anspruchsvollen Gefechten fühlt sich die Kombination aus Switch 2 TV-Modus und Pro Controller daher besonders komfortabel an.

Im Handheld-Modus spielt sich Elden Ring dagegen vor allem aufgrund der Möglichkeit angenehm, jederzeit zwischen stationärem und mobilem Spielen wechseln zu können. In unserem Testszenario hinterließ die Switch 2 insgesamt einen stabilen Eindruck. Damit gelingt der Portierung etwas Entscheidendes: Elden Ring fühlt sich auch auf Nintendos aktueller Hardware wie das große Abenteuer an, das es sein soll.

Der Soundtrack ist auch in der Tarnished Edition ein echtes Highlight. Wuchtige Orchesterklänge, düstere Chöre und atmosphärische Melodien verleihen den Kämpfen zusätzliche Intensität und unterstreichen die geheimnisvolle Stimmung des Zwischenlands.

Ein Meisterwerk bleibt ein Meisterwerk

Elden Ring ist kein Spiel für Spieler, die nach wenigen Minuten das Gefühl haben möchten, ihren Charakter vollständig zu beherrschen. Das Spiel verlangt Geduld, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, Niederlagen hinzunehmen. Wer sich darauf einlässt, bekommt dafür eines der faszinierendsten Action-RPGs der vergangenen Jahre.

Die riesige und detailreiche Welt belohnt Erkundung, das Kampfsystem bietet enorme Möglichkeiten und die Charakterentwicklung lässt euch euren eigenen Spielstil finden. Dazu kommt eine Geschichte, die nicht alles erklärt, sondern euch dazu auffordert, selbst aufmerksam hinzusehen und Zusammenhänge zu entdecken.

Mit Shadow of the Erdtree ist außerdem bereits eine umfangreiche Erweiterung Bestandteil der Tarnished Edition. Für Nintendo-Spieler, die Elden Ring bisher nicht erleben konnten, ergibt sich dadurch ein besonders umfangreiches Gesamtpaket.

Die Switch 2 bietet eine Möglichkeit, dieses außergewöhnliche Abenteuer erstmals auf Nintendos aktueller Hardware zu erleben. Wer sich auf die Herausforderung einlässt, wird mit einer außergewöhnlichen Fantasy-Welt belohnt, die selbst nach vielen Stunden noch Überraschungen bereithält.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Elden Ring ist ein gewaltiges Meisterwerk, das selbst auf der Switch 2 nichts von seiner Wucht, Magie und Faszination verliert. Zwar müsst ihr bei Grafik, Auflösung und Performance gegenüber den anderen Plattformen Kompromisse akzeptieren, dafür bekommt ihr ein inzwischen hervorragend ausgereiftes Elden Ring spendiert, das seine gewaltige Spielwelt, das herausragende Kampfsystem und die enorme spielerische Freiheit auch unterwegs überzeugend zur Geltung bringt.

Die Optimierungszeit seit der damaligen Beta hat sich auf alle Fälle gelohnt. Elden Ring selbst bleibt dabei ein Spiel, das Zeit, Geduld und Lernbereitschaft voraussetzt. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem der intensivsten und befriedigendsten Action-RPG-Erlebnisse der vergangenen Jahre belohnt.

In Kombination mit Shadow of the Erdtree entsteht ein gigantisches Gesamtpaket, das auf Switch 2 nicht nur eine technische Machbarkeitsdemonstration darstellt, sondern aktuell zu den stärksten und umfangreichsten Erfahrungen gehört, die ihr im Hybrid-Modus erleben könnt.

Barrierefreiheit

Design
9.0
Sound
10.0
Technik
8.5
Spielwelt
10.0
Spielspaß
10.0
Umfang
10.0
Steuerung
8.5
  • Elden Ring gehört spielerisch weiterhin zur absoluten Genre-Spitze
  • Riesige, atmosphärische und hervorragend designte Spielwelt Herausforderndes Kampfsystem mit hohem Lern- und Belohnungsfaktor
  • Umfangreiche Charakter-, Waffen-, Rüstungs- und Skill-Entwicklung
  • Shadow of the Erdtree bereits enthalten - enormer Gesamtumfang
  • Großartiger Soundtrack
  • Deutlich ausgereifter als die BETA
  • Überzeugendes Hybrid-Konzept auf Nintendo Switch 2
  • Technische Abstriche gegenüber anderen Plattformen
  • Gelegentliche Framerate-Einbrüche - teilweise nur um die 30 FPS
  • Hoher Schwierigkeitsgrad verlangt Geduld und Lernbereitschaft
  • Handheld-Steuerung nicht für alle Situationen optimal
  • Story teilweise kryptisch und schwer zugänglich
  • Wenig neue Inhalte für Besitzer anderer Versionen
  • Preis von ca. 80 Euro

Vielen Dank an Bandai Namco Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters.

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1 Kommentar

happy nickivor 12 Stunden

Also ich weiß das ich so eine Art von Spielen nie spielen werde (weil die mir zu schwer sind) aber ich finde toll dass auch solche Spiele auf die Switch 2 kommen :)
Und danke für den umfangreichen Test :)