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Aggelos 2 im Test

Aggelos 2 im Test

Philipp

In den ersten Minuten wird sofort klar, an welche Zielgruppe Aggelos 2 sich richtet: Kinder der 90er-Jahre die mit der 16-Bit-Generation aufgewachsen sind, fühlen sich hier direkt zuhause. Die charmante Pixel-Art, liebevoll animierte Gegner und klassische, von Chiptunes inspirierte, Musik versprühen direkt eine Portion Retro-Magie.

Aggelos 2

NSW

Publisher
PQube
Konsole
NSW
Modi
Einzelspieler
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 6

Aggelos 2 – 16-Bit-Nostalgie mit kleinen Schattenseiten

Nachdem man in Aggelos, dem direkten Vorgänger, eher zufällig in das Abenteuer hineingezerrt wurde, sind wir in Aggelos 2 bereits der kampferprobte Engelskrieger, der von Balro auserwählt wurde, das Königreich Lumen zu beschützen. Und dieses Mal steht einiges auf dem Spiel: Lumen wird erbarmungslos belagert und die Götter stehen kurz vor einer verheerenden Niederlage gegen die finstere „Armee der Düsternis“.

Bedauerlicherweise stolpert das Spiel bei der Präsentation seiner Geschichte ein wenig vor sich hin. Die Erzählweise ist teils sehr holprig und es wird auch nicht immer so richtig klar, wer wir sind und was unsere Aufgabe ist. Hier hätte ein kurzer und knackiger Rückblick auf die Ereignisse des ersten Teils vermutlich für ein paar klarere Momente gesorgt, um Neueinsteiger und Rückkehrer erzählerisch vernünftig abzuholen.

Klassische Metroidvania-Tugenden

Aggelos 2 erfindet das Rad wahrlich nicht neu, sondern besinnt sich auf traditionelle Tugenden des Metroidvania-Genres. Hier befindet ihr euch ganz auf gewohnten Pfaden: Ihr erkundet die weit verzweigten Areale des Königreichs Lumen, bezwingt Monster, meistert Sprung-Passagen und schaltet nach und nach neue Fertigkeiten frei, die euch das weitere Vorankommen ermöglichen.

Für frischen Wind im Kampfsystem soll die neue Schattenform eures Engelskriegers sorgen. Diese dunkle Verwandlung erweitert das Repertoire um ein ganzes Arsenal an neuen, deutlich aggressiveren Fähigkeiten und belohnt einen offensiveren Spielstil als die defensivere Engelsform.

Zwischen Mega Man X und Monster-Chaos

Optisch fängt Aggelos 2 den geliebten Charme der 16-Bit-Ära hervorragend ein. Vor allem das Charakter-Design des Hauptprotagonisten erinnert vom Stil her direkt an den Capcom-Klassiker Mega Man X.

Doch während der Held und das Level-Design stimmig wirken, offenbart sich beim Design der normalen Monster eine Schwäche. Tatsächlich ist der optische Mischmasch der regulären Gegner streckenweise sogar irritierend, da dem Spiel hier eine klare, ästhetische Linie fehlt. So komm uns im Königreich Lumen zum einen schon eher knuffig anmutende Dinosaurier unter, nur um im nächsten Abschnitt von humanoiden Schweinen, übergroßen Krabben, fliegenden Schildkröten oder pfeilschnell heranrasenden Teufelchen und messerwerfenden Ratten attackiert zu werden. Das Bestiarium wirkt dadurch oftmals eher bunt zusammengewürfelt als wirklich durchdacht.

Ein Lichtblick in Sachen Design sind jedoch die Boss-Monster. Wenn es hart auf hart kommt, zeigen die Entwickler, was künstlerisch tatsächlich in ihnen stecken. Das Design der Bosse ist durchweg schön, herrlich detailliert und entschädigt für den teils wirren Mix der Standard-Gegner.

Ein zweischneidiges Retro-Schwert

Die konsequente Treue zur 16-Bit-Ära ist Fluch und Segen zu gleich. Auf der einen Seite eine schöne Optik und der Nostalgie-Effekt, auf der anderen Seite hat man all das in dieser Form schlicht und einfach schon oft gesehen. Weil Aggelos 2 sich so authentisch wie ein Titel aus den 90ern anfühlt, spielt es sich eben auch so und das schließt das teils antiquierte Spieldesign mit ein.

 Das zeigt sich besonders beim herausfordernden Schwierigkeitsgrad und der Speichermechanik. Wenn das Spiel wieder einmal ein Totem, das hier als Savepoint fungiert, unglücklich platziert hat und man nach dem Bildschirmtod lange, fordernde Areal immer wieder komplett neu durchlaufen muss, zerrt das gehörig an den Nerven. Das ist zwar einerseits wunderbar klassisch, aber heutzutage eben auch schnell mal frustrierend, wenn man den Komfort moderne Genre-Vertreter gewohnt ist.

Makellose Performance

Was die technische Seite auf der Nintendo Switch angeht, gibt es schlichtweg nichts zu meckern. Aggelos 2 läuft absolut rund und flüssig, was bei einem Plattformer enorm wichtig ist. Ein kleines Manko ist jedoch die Steuerung: Die Tastenbelegung auf dem Controller ist anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig. Das fällt besonders in hektischen Situationen auf, wenn ihr fließend zwischen Lichtgestalt und Schattenform wechseln müsst. Hier verknotet man sich gerne mal die Finger, bis die Handgriffe sitzen.

7.0Wertung

Fazit

Aggelos 2 ist ein Liebesbrief an die 16-Bit-Ära, der das Gefühl alter Genre-Klassiker einfängt ohne diesem etwas neues hinzuzufügen. Das klassische Metroidvania-Gameplay wird durch die neue, offensive Schattenform sinnvoll erweitert, und technisch läuft der Titel auf der Switch makellos. Allerdings steht sich das Spiel mit seinem antiquierten Design, den frustrierenden Laufwegen durch unglücklich gesetzte Speicherpunkte und der anfangs holprigen Erzählweise oft selbst im Weg. Wer pure Nostalgie sucht, kann bedenkenlos zuschlagen. Wer sich jedoch etwas Geduld bewahrt, behält in den kommenden Wochen einfach die eShop-Angebote im Auge und schlägt bei einem passenden Sale zu.

Barrierefreiheit

P
Meinung vonPhilipp

Aggelos 2 hat mir durchaus einige Stunden Spielspaß bereitet. Allerdings war ich doch einige male frustriert. Sowohl über den Schwierigkeitsgrad (was auch einfach mein Unvermögen gewesen sein konnte), als auch über das altbackene Spieldesign.

Design
7.0
Sound
7.5
Spielwelt
7.0
  • Wunderbarer 16-Bit-Pixellook und toller Soundtrack
  • Gelungene, neue Schattenform
  • Fantastisches, detailliertes Design der Bossmonster
  • Spielerisch altbacken: Es fehlen Komfort und mechanische Kniffe moderner Metroidvanias
  • Holprige Erzählweise zu Beginn (ein Rückblick auf Teil 1 fehlt komplett)
  • Fehlende Design-Linie: Die Standard-Gegner wirken optisch stark zusammengewürfelt
  • Gewöhnungsbedürftige Tastenbelegung

Vielen Dank an PQube für die Bereitstellung des Testmusters. 

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