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The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered

The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered

Marcel

Nach dem Release von The Elder Scrolls V: Skyrim auf der Nintendo Switch 2 wurde der Wunsch vieler Fans laut, auch das Remaster von The Elder Scrolls IV: Oblivion Remasteredauf die Hybridkonsole zu bringen.

Bethesda hat auf die Rufe der Spieler gehört und liefert den vierten Teil der Fantasy Saga nun in seiner bislang schönsten Form auch für Nintendo Spieler aus. Zahlreiche Elemente wurden überarbeitet, um den inzwischen 20 Jahre alten Klassiker fit für die Gegenwart zu machen.

Schauen wir uns an, wie gut das Spiel heute noch funktioniert, ob das ursprüngliche Spielgefühl erhalten geblieben ist und welche Verbesserungen ihren Weg in das Remaster gefunden haben.

The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered

NSW2

Entwickler
Bethesda
Publisher
Bethesda
Konsole
NSW2
Modi
Einzelspieler
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Eine alte Geschichte

Natürlich dürft ihr euch zu Beginn erst einmal im umfangreichen Charaktereditor austoben und euren eigenen Protagonisten erschaffen. Dabei fällt direkt auf, dass die Charaktermodelle umfassend überarbeitet wurden. Ihr wählt zwischen verschiedenen Völkern, darunter Menschen unterschiedlicher Herkunft, Orks, die katzenartigen Khajiit, die echsenartigen Argonier sowie mehrere Elfenvölker. Jede Rasse bringt ihre eigenen Stärken und besonderen Fähigkeiten mit.

Wer bisher nur Skyrim gespielt hat, dürfte überrascht sein, dass es selbst innerhalb einiger Völker noch unterschiedliche Herkünfte gibt, die sich ebenfalls auf die Attribute eures Charakters auswirken. Im Verlauf des Intros wählt ihr außerdem ein Sternzeichen und eine Klasse aus, die weitere Auswirkungen auf eure Fähigkeiten haben. So könnt ihr euren Abenteurer schon früh an euren bevorzugten Spielstil anpassen.

Eure Reise beginnt im Gefängnis. Was ihr getan habt, um dort zu landen? Das bleibt zunächst ein Rätsel. Lange müsst ihr jedoch nicht hinter Gittern verbringen, denn eure Zelle verbirgt einen geheimen Fluchtweg des Kaisers. Da dieser von Assassinen bedroht wird, die dem Kult der Mythischen Morgenröte angehören, taucht schon bald Kaiser Uriel Septim VII. gemeinsam mit seinen Leibwächtern vor eurer Zellentür auf.

Zu eurem Glück kennt der Kaiser euer Gesicht bereits aus seinen prophetischen Träumen und ist überzeugt, dass ihr eine wichtige Rolle in den kommenden Ereignissen spielen werdet. Gleichzeitig sieht er darin auch seinen eigenen Tod voraus.

Also folgt ihr ihm durch die geheimen Gänge unter der Kaiserstadt, in denen die Assassinen bereits auf ihre Gelegenheit warten. Uriel Septim behält recht und wird schließlich ermordet, doch nicht ohne euch zuvor eine wichtige Aufgabe anzuvertrauen. Es gibt einen unehelichen Sohn des Kaisers, dessen Existenz geheim gehalten wurde. Nun liegt es an euch, ihn zu finden und auf den Thron zu bringen.

Mit diesem Auftrag werdet ihr in die weite Welt von Cyrodiil entlassen. Ob ihr euch unmittelbar dem Schicksal des Reiches widmet oder zunächst die zahllosen anderen Abenteuer erlebt, die in Oblivion auf euch warten, bleibt ganz euch überlassen.

Was ist neu

Optisch wurde das Remaster stark überarbeitet, sodass die Grenze zwischen Remaster und Remake stellenweise fast verschwimmt. Die Charaktermodelle wurden komplett neu erstellt und mit deutlich verbesserten Animationen ausgestattet. Auch viele Objekte und Modelle in der Spielwelt wurden überarbeitet. Während die grundlegende Gestaltung von Cyrodiil erhalten geblieben ist, haben die Entwickler an vielen Stellen zusätzliche Details ergänzt. So wurden etwa große, grobe Steinbrocken durch natürlich wirkende Felsformationen ersetzt. An manchen Orten stehen Räume knöchelhoch unter Wasser, wenn es zur Umgebung passt, und neue Lichtschächte sorgen dafür, dass die verbesserten Licht und Schatteneffekte besser zur Geltung kommen. In der Switch 2 Version fallen diese Effekte etwas reduzierter aus als auf anderen Plattformen, können sich aber dennoch sehen lassen.

Auch die Dialoge wurden erweitert und um neue Sprachaufnahmen ergänzt. Leider führt das dazu, dass lediglich die Sprachausgabe auf Englisch verfügbar ist, während die Untertitel sich nach der gewählten Sprache richten. Die englischen Sprecher liefern allerdings eine sehr überzeugende Leistung ab, sodass dieser Umstand weniger schwer ins Gewicht fällt.

Die wohl wichtigste spielerische Überarbeitung betrifft das Levelsystem. Statt mühsam bestimmte Fertigkeiten hochzuspielen, um die gewünschten Attributsboni zu erhalten, können bei jedem Stufenaufstieg nun zwölf Punkte frei auf die Attribute verteilt werden. Das macht die Charakterentwicklung deutlich angenehmer und verbessert den Spielfluss spürbar.

Technisch basiert Oblivion Remastered auf der Unreal Engine 5, während die originale Spiellogik weiterhin im Hintergrund arbeitet. Das erklärt die massiv verbesserte Grafik und die deutlich lebendigeren Gesichtsanimationen. Wunder sollte man jedoch nicht erwarten. Abgesehen von einer modernen Sprintfunktion, einer verbesserten Pfeilphysik und einem zusätzlichen Schwierigkeitsgrad wurde das Gameplay weitgehend unverändert übernommen. Selbst das häufig kritisierte Mitskalieren der Gegner wurde aus dem Original übernommen. Hier hätte Bethesda aus unserer Sicht ruhig etwas mutiger sein dürfen.

Gamplay und Spielwelt

Sobald ihr das Intro hinter euch gelassen habt und aus der Kanalisation in die offene Spielwelt tretet, kommt bei Elder Scrolls Veteranen sofort Freude auf. Nicht nur wirkt die Welt von Cyrodiil auf Anhieb vertraut, gerade bei Nacht entfaltet sie mit ihrem Sternenhimmel und den hellen Monden eine ganz besondere Atmosphäre.

Natürlich könntet ihr nun einfach der Hauptgeschichte folgen und Quest für Quest abarbeiten. Der Spielspaß profitiert jedoch enorm davon, sich unterwegs ablenken zu lassen und den zahlreichen Nebenquests eine Chance zu geben. Dabei kommt man schnell von Hölzchen auf Stöckchen und fragt sich irgendwann, wo eigentlich die letzten Stunden geblieben sind. Genau hier entfaltet Oblivion seinen größten Charme.

Aber auch die Hauptgeschichte weiß zu überzeugen. Wenn man unterwegs auf eines der Tore nach Oblivion stößt und kurzerhand in die dämonische Welt geschickt wird, um es zu schließen, kommt schnell Spannung auf. Schlägt man dabei noch die Laufbahn einer Gilde ein, etwa bei der Diebesgilde oder der Magiergilde, fühlt sich das Abenteuer stellenweise fast wie ein guter Pen and Paper Abend mit Freunden an.

Die Kämpfe gehören hingegen zu den Aspekten, bei denen man das Alter des Spiels am deutlichsten spürt. Wenn ihr in der Egoperspektive mit Schwertern, Äxten oder Streitkolben kämpft, wirkt das Geschehen oft etwas sperrig. Auch die optionale Third Person Ansicht kann hier nicht ganz mit modernen Rollenspielen mithalten. Dennoch besitzen die Gefechte ihren ganz eigenen Charme. Ob ihr euch als lautloser Assassine aus dem Hinterhalt anschleicht, mit schwerer Rüstung und Zweihänder in den Kampf stürzt oder eure Gegner mit Magie in die Knie zwingt, bleibt ganz euch überlassen.

Dem Gameplay merkt man dennoch an, dass die ursprüngliche Grundlage inzwischen rund 20 Jahre alt ist. Einige Systeme wurden im Nachfolger Skyrim spürbar zugänglicher gestaltet. Vor allem das Schlossknacken wirkt in Oblivion heute etwas umständlich. Auch das Überredungssystem hätte von einer Überarbeitung profitieren können. Beide Mechaniken basieren auf kleinen Minispielen, wobei besonders Letzteres einige Schwächen in seiner Logik offenbart und nicht immer nachvollziehbar wirkt.

Technik, Tücken und Tolle Musik

Spätestens seit Skyrim hat wohl jeder Fantasy Fan schon einmal von The Elder Scrolls gehört, und wenn es nur durch die legendäre Musikreihe der Serie war. Dieses Gefühl stellt sich auch in Oblivion Remastered sofort wieder ein. Bereits im Titelbildschirm werden Erinnerungen wach. Generell gehören neben der gelungenen Vertonung auch die musikalische Untermalung und die Soundeffekte zu den großen Stärken des Spiels. Die atmosphärischen Klänge tragen viel dazu bei, die Spielwelt lebendig wirken zu lassen.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Bethesda Spiele und insbesondere Elder Scrolls Veröffentlichungen gerne mit einigen technischen Macken zu kämpfen haben. Das war schon vor 20 Jahren so und hat sich bis heute nicht vollständig geändert. Dabei sind nicht die typischen Oblivion Eigenheiten gemeint, etwa leicht zitternde Charaktere oder NPCs, die sich gelegentlich etwas seltsam verhalten. Solche Dinge gehören fast schon zum Charme der Reihe.

Problematischer sind die spezielleren Fehler, die wir während des Tests erlebt haben. So kam es vereinzelt zu Abstürzen während der Ladebildschirme. Glücklicherweise nutzt das Spiel die Autospeicherfunktion sehr großzügig, sodass größere Fortschrittsverluste selten vorkommen. Trotzdem haben wir uns schnell angewöhnt, vor jedem Türwechsel den Schnellspeicher zu nutzen.

Auch einige Questabläufe bereiteten Schwierigkeiten. In einem Fall wurde ein Dorf von Gegnern angegriffen. Das Ereignis endete jedoch plötzlich, obwohl noch nicht alle Feinde besiegt waren. Die verbliebenen Gegner verschwanden einfach. Gleichzeitig liefen zwei Dorfbewohner weiterhin durch die Gegend, nur um beim Betreten des Gebietes jedes Mal erneut vor den Augen des Spielers tot umzufallen. Solche Fehler reißen natürlich aus der Spielwelt heraus und schaden der Immersion spürbar.

Davon abgesehen ist Oblivion auch nach zwei Jahrzehnten noch ein erstaunlich unterhaltsames Rollenspiel. Im neuen Gewand sieht Cyrodiil besser aus als je zuvor. Zwar sind auf der Switch 2 gegenüber den stärkeren Plattformen einige sichtbare Abstriche notwendig, doch der Gesamteindruck bleibt gelungen.

Im Docked Modus läuft das Spiel mit 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde. Im Handheld Modus werden 900p bei ebenfalls 30 Bildern pro Sekunde erreicht. Leider kommt es dabei immer wieder zu Framedrops, die sich besonders in größeren Städten oder während hektischer Kämpfe bemerkbar machen können. Hier bleibt zu hoffen, dass Bethesda mit zukünftigen Patches noch etwas Feinschliff nachliefert.

7.8Wertung

Fazit

Oblivion Remastered ist mehr als nur ein aufgehübschter Klassiker. Bethesda hat dem Rollenspiel eine Frischzellenkur verpasst, ohne dabei seine Seele anzutasten. Trotz technischer Schwächen und mancher Designentscheidungen aus einer anderen Zeit entfaltet Cyrodiil noch immer eine enorme Sogwirkung. Kaum verlässt man die Kanalisation, beginnt wieder genau das, was Oblivion schon 2006 ausgezeichnet hat: das Abenteuer hinter dem nächsten Hügel.

Barrierefreiheit

M
Meinung vonMarcel

Obwohl The Elder Scrolls IV: Oblivion bereits 20 Jahre alt ist, hat mich diese Version wieder stundenlang vor den Bildschirm gefesselt.

Design
8.0
Sound
9.5
Technik
6.5
Spielwelt
9.5
  • Grafisch massiv überarbeitet
  • Fesselnde Spielwelt
  • Hoher Wiederspielwert
  • Angestaubtes Gameplay
  • Abstürze in Loadingscreens
  • Gesichter Trotz Überarbeitung recht starr

Unser Dank gilt Bethesda für die freundliche Bereitstellung des Testmusters zu The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered.

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