1988 forderte ein neues Shoot’em Up namens Tatsujin die Reflexe der Spielhallenbesucher heraus. Der von Masahiro Yuge konzipierte Titel war in Japan äußerst erfolgreich und schaffte es unter dem Namen Truxton auch in den Westen. Portierungen für das SEGA Mega Drive und die PC Engine folgten kurze Zeit später. 1992 erschien mit Tatsujin Oh (alias Truxton 2) ein Nachfolger für die Arcades, ehe die Serie für lange Zeit in der Versenkung verschwand. Doch damit ist nun Schluss: Mit Truxton Extreme erscheint 34 Jahre später ein brandneuer Serienteil. Hinter dem Projekt steht erneut Masahiro Yuge mit seiner Firma Tatsujin Co., Ltd.
Serienveteranen werden sich auch im neuesten Teil dank zahlreicher bekannter Elemente und Gegner direkt heimisch fühlen. Doch auch Neulingen wird der Einstieg erleichtert. Ein kurzes interaktives Tutorial erklärt zu Beginn die wichtigsten Spielmechaniken und macht mit den verschiedenen Extrawaffen vertraut.
Volle Feuerkraft voraus!
Die dazu nötigen Items erscheinen durch das Zerstören von Gegenstandskisten oder bestimmter Gegner. Mittels Sammelns von S-Kapseln wird die Geschwindigkeit eures Vehikels um eine von sechs Stufen erhöht und kann anschließend per Knopfdruck selber reguliert werden. Drei gesammelte P-Objekte verschaffen der Feuerkraft mehr Wumms! Zusätzlich stehen auch Bomben zur Verfügung, welche alle Gegner auf dem Screen vernichten oder ihnen zumindest ordentlich Schaden zufügen.
Ebenso stehen fünf verschiedene Waffentypen zur Verfügung, die sich allesamt durch unterschiedliche Eigenschaften auszeichnen. Der Lenkschuss etwa besteht aus zahlreichen Projektilen, die feindliche Einheiten selbstständig verfolgen. Der Donnerlaser erfasst Gegner bereits bei Kontakt und fügt ihnen kontinuierlich Schaden zu, während der Truxton-Strahl einen mächtigen, gebündelten Energieschuss entfesselt.
Jede Waffe kann zusätzlich einen vernichtenden EX-Boost abfeuern solange der EX-Balken gefüllt ist. Hiervon getroffene Gegner hinterlassen gelbe Juwelen, welche für einen üppigen Anstieg des Punktekontos sorgen. Ist die EX-Anzeige leer, kann sie durch das Besiegen von Gegnern wieder gefüllt werden.
Vier Wege ins Gefecht
Diese erweisen euch bei eurer Rettungsmission im Kampf gegen die Aliens hervorragende Dienste. Um in die Schlacht zu ziehen, stehen mehrere Spielmodi zur Verfügung. Heart Starter empfiehlt sich für frische Kampfpiloten. Mit unbegrenzten Leben kann sich der Spieler in einer verkürzten Variante der ersten Stage mit dem Gameplay vertraut machen.
Im Story-Modus wird die Hintergrundgeschichte von drei verschiedenen - Tatsujin genannten -Weltraumpiloten zwischen den Weltraumschlachten in Form von animierten Comics erzählt. Jeder Charakter verfügt dabei über einen eigenen Handlungsstrang, die Stages selber bleiben jedoch identisch.
Natürlich darf auch der klassische Arcade-Modus nicht fehlen. Hier dürft ihr alle Abschnitte nacheinander ohne Story-Intermezzo absolvieren. Im Team-Mode nehmen zwei Spieler simultan den Kampf gegen die außerirdischen Widersacher auf und teilen sich dabei Leben und Bomben.
Für zusätzliche Motivation sorgen zahlreiche Extras: So dürfen Highscore-Jäger auf ein Online-Ranking zählen. In fünf Kategorien kämpfen Spieler weltweit um einen Platz in der Score-Liste. Weiter gibt es ein eigenes Achievement-System sowie den Model Viewer, in welchem die 3D-Modelle der besiegten Gegner freigespielt und betrachtet werden können.
Arcade-Feeling der Extraklasse
Optisch überzeugt der Titel mit wunderbar inszenierten Hintergründen und schickem Gegnerdesign. Der Stil der Vorgänger wurde gekonnt in die Polygon-Welt überführt, und auch die Übersicht im manchmal etwas wilden Projektilhagel ist stets gewährleistet. Mit stabilen 60 FPS läuft das Spiel sowohl im Handheld- wie auch TV-Modus butterweich. Musikalisch überzeugen die von Yuge persönlich komponierten Stücke durchs Band, mit einem 80er-Flair inklusive Ohrwurmpotenzial sorgen diese für Arcade-Feeling.
Spielerisch bietet Truxton Extreme Shmup-Kost vom Feinsten und einen – ganz in der Tradition der Reihe - entsprechend hohen Schwierigkeitsgrad. Wer einfach nur wild drauflosstürmt, der wird schnell an seine Grenzen stoßen. Gefordert werden nicht nur schnelle Reflexe, sondern auch das genaue Einprägen von Gegnerformationen und Angriffsmustern sowie den strategisch klugen Einsatz von Bomben und des EX-Boosts. Ein steter Lernprozess, der bei Erfolg dafür umso befriedigender ausfällt.
Etwas Unterstützung wird in den Einstellungen geboten. Hier darf die Anzahl Leben und Bomben auf bis zu 5 erhöht werden, gleichzeitig wird man dafür von der Teilnahme am Online-Ranking ausgeschlossen. Doch selbst dann wird dem Spieler einiges abverlangt.
Mit acht Stages fällt der Umfang im Arcade-Modus genretypisch überschaubar aus. Bis jedoch alle Abschnitte erfolgreich gemeistert wurden, vergehen etliche Stunden. Und selbst nach dem ersten Durchspielen motivieren Online-Rankings, freispielbare Extras sowie der Storymodus mit seinen drei Charakteren und jeweils sechs Missionen zum erneuten Anlauf.
Wer reinschnuppern möchte, der findet im Nintendo eShop eine Demo-Version des Spiels. Zusätzlich werden drei DLC-Pakete angeboten, die Raumschiffe und Musikstücke aus früheren Serienteilen enthalten. In der ebenfalls erhältlichen Deluxe-Version des Spiels sind diese auch direkt integriert.
8.5Wertung
Fazit
Mit Truxton Extreme feiert ein Klassiker des Shoot’em Up-Genres eine spektakuläre Rückkehr. Das Konzept der Reihe wurde gekonnt in ein modernes Gewand gepackt und bietet ein knallhartes, aber stets faires Shoot’em Up Erlebnis mit Arcade-DNA. Dank freispielbarer Extras, Online-Ranking und Koop-Modus motiviert der Titel auch langfristig. Fans klassischer Shmups dürfen bedenkenlos zugreifen, selbst Genre-Neulinge finden dank sinnvoller Einstiegshilfen einen gelungenen Zugang zur Serie.
Barrierefreiheit
S
Meinung vonSeppa
Ein packender Titel, an dem ich mich richtig schön festbeißen kann und mit jedem Versuch etwas besser werde. Unheimlich motivierend!
Design
8.5
Sound
8.0
Technik
8.5
Singleplayer
8.5
Unheimlich motivierendes Gameplay
Fordernder, aber stets fairer Schwierigkeitsgrad
Freispielbare Extras
Packende Highscorejagd
Dreifacher Storymodus im Comiclook
Schwierigkeitsgrad nicht jedermanns Sache
Teils etwas langatmige Comic-Sequenzen
Rumble-Effekte teils unausgewogen
Vielen Dank an Clear River Games für die Bereitstellung des Testmusters!
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1 Kommentar
pixelherovor 2 Stunden
Sieht super schwer aus, aber das macht wohl auch den Reiz aus. Ich habe früher Parodius für das SNES gespielt. Das hatte viel Humor und einen tollen Soundtrack, das war meine Motivation. Bei R-Type-Spielen verliere ich aber schnell die Geduld und für Truxton habe ich gar nicht genug Tischplatten, wo ich reinbeißen könnte...😂