
LeadJoy Xeno Pro Wireless Controller
Mit dem XENO Pro erweitert LeadJoy sein Controller-Sortiment um ein Modell, das sich gezielt an ambitionierte Spieler richtet. Gegenüber dem XENO Plus ergänzt der Hersteller die Ausstattung unter anderem um KI-gestützte Stickkalibrierung, driftfreie TMR-Sticks, eine Polling Rate von 1.000 Hz sowie umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Tastenbelegung. Unterstützt werden PC, PlayStation 4, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2, die wir als Hauptplattform im Test verwendet haben.
Design und Verarbeitung
Der XENO Pro setzt auf ein semitransparentes, violettes Design, das sich angenehm von der Masse klassischer Pro Controller abhebt. Auf auffällige RGB-Beleuchtung verzichtet LeadJoy bewusst. Stattdessen beschränkt sich die Beleuchtung auf dezente Status-LEDs, die über Verbindungsstatus und Einstellungen informieren.
Im Praxiseinsatz hinterlässt der Controller einen hochwertigen Eindruck. Die verwendeten Materialien fühlen sich angenehm an, die Verarbeitung ist sauber und sämtliche Tasten sitzen präzise im Gehäuse. Auch bei längeren Spielesessions überzeugt die Ergonomie. Der Controller liegt sicher in der Hand und ermöglicht ermüdungsfreies Spielen. Lediglich der Grip an den Handballen könnte etwas stärker sein.
Zum Lieferumfang gehört zudem ein austauschbares Steuerkreuz. Der Wechsel zwischen klassischem D-Pad und Ringaufsatz gelingt zwar etwas schwergängig, dafür sitzen beide Varianten anschließend absolut fest und ohne Spielraum, was Wertigkeit erzeugt.

Technik & Ausstattung
Technisch gehört der XENO Pro zur Oberklasse. Herzstück sind die verbauten TMR-Sticks, die ohne klassische Potentiometer arbeiten und dadurch dauerhaft präzise Eingaben ermöglichen sollen. Laut Hersteller sind sie für bis zu fünf Millionen Betätigungen ausgelegt und gelten als unempfindlich gegenüber Stick Drift.
Ergänzt wird die Ausstattung durch Microswitches für Schulter- und Aktionstasten, einen 6-Achsen-Gyrosensor sowie eine Polling Rate von bis zu 1.000 Hz. Im Test reagierten sämtliche Eingaben jederzeit unmittelbar. Einen spürbaren Input-Lag konnten wir nicht feststellen.
Eine Besonderheit stellt die KI-gestützte Kalibrierung dar. Der Controller erkennt Unterschiede bei den Deadzones verschiedener Spiele automatisch und passt die Analogsticks entsprechend an. Dadurch entfällt in vielen Fällen eine manuelle Nachjustierung.

Auch bei den Individualisierungsmöglichkeiten überzeugt der XENO Pro. Vier frei belegbare Rücktasten, Turbo-Funktionen sowie Makros mit bis zu 500 Eingaben bieten enormen Spielraum für unterschiedliche Genres. Im Test mit Rise of the Tomb Raider konnten wir beispielsweise den kompletten Ablauf aus Bogenspannen, Zielen und Schuss auf eine einzelne Rücktaste legen. Die Makrofunktion arbeitete dabei zuverlässig und reproduzierbar.
Über mechanische Schieberegler lassen sich außerdem die Triggerwege verkürzen. Gerade in Shootern oder schnellen Actionspielen sorgt dies für noch direktere Reaktionszeiten.

Praxistest
Der XENO Pro verbindet sich wahlweise per Bluetooth oder über den mitgelieferten USB-Dongle, inkl. freiem USB-A Port, mit den unterstützten Plattformen.
Besonders positiv verlief der Einsatz an der Nintendo Switch 2. Ohne Firmware-Update oder zusätzliche Einstellungen wurde der Controller sofort erkannt und konnte direkt genutzt werden. Während des gesamten Testzeitraums traten keinerlei Verbindungsabbrüche oder Auffälligkeiten bei der Eingabeverarbeitung auf.
Auch die Gyrosteuerung arbeitete präzise und eignete sich hervorragend für Spiele, die auf feinfühlige Bewegungssteuerung setzen.

Software
Bereits direkt am Controller lassen sich zahlreiche Einstellungen wie Triggerverhalten, Empfindlichkeiten oder Makros vornehmen. Auch das Remapping der Tasten ist ohne Smartphone oder Desktop-App problemlos und einfach möglich.
Der XENO Pro wird mittlerweile auch über die hauseigene LeadJoy App (PC, Smartphone) unterstützt. Damit könnt ihr den Controller einfach per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und dann nach euren Wünschen umfangreich konfigurieren. Das ist nicht nur nutzerfreundlich, sondern zeigt auch, wie viel Technik der Pro Controller verbaut hat. Gerade umfangreiche Makros oder individuelle Tastenprofile lassen sich über eine Software deutlich komfortabler verwalten als über Tastenkombinationen am Controller selbst. Sollte die App über die Zeit in der Usability noch etwas optimiert werden, dürfte dies den Bedienkomfort nochmals spürbar steigern.

Lieferumfang & Zubehör
Die getestete Combo-Version enthält neben dem Controller eine kompakte Ladestation.
Diese arbeitete im Test zuverlässig und informiert per LED über den aktuellen Ladevorgang. Der Controller sitzt jedoch vergleichsweise locker auf der Station. Eine etwas straffere Führung hätte den hochwertigen Gesamteindruck zusätzlich unterstrichen.
Auch beim restlichen Lieferumfang bleibt etwas Potenzial ungenutzt. Die Verpackung macht äußerlich einen guten Eindruck, im Inneren kommt jedoch lediglich eine einfache, aber sperrige Kartoneinlage zum Einsatz. Ein Transport-Case hätte besser zum Premiumanspruch des Controllers gepasst. Das beiliegende USB-Kabel erfüllt zwar seinen Zweck, ist hinsichtlich Materialqualität und Abschirmung jedoch wesentlicher einfacher als der Controller selbst.

Preis-Leistung
Der XENO Pro bietet zahlreiche Funktionen, die bislang überwiegend deutlich teureren Pro Controllern vorbehalten waren. TMR-Sticks, Microswitch-Tasten, mechanisch verstellbare Trigger, frei programmierbare Rücktasten sowie die KI-gestützte Kalibrierung und App-Unterstützung ergeben ein Gesamtpaket, das in der Preisklasse bis 70€ nur selten zu finden ist.
Verbesserungspotenzial besteht vor allem beim Zubehör und bei der Nutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit der LeadJoy App. Diese Punkte ändern jedoch wenig daran, dass der Controller selbst in nahezu allen wesentlichen Bereichen überzeugt, wie wir euch auch in unserer Video-Review zeigen.
Fazit
Mit dem XENO Pro liefert LeadJoy einen technisch hervorragend ausgestatteten Pro Controller ab, der im Test insbesondere durch seine präzise Eingabeverarbeitung, die hochwertigen TMR-Sticks und die umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten überzeugt. Die hohe Polling Rate, frei belegbare Rücktasten und die KI-gestützte Stickkalibrierung bieten einen echten Mehrwert und machen den Controller gleichermaßen für kompetitives wie auch komfortables Spielen interessant. Wer einen modernen Pro Controller für Nintendo Switch 2, Nintendo Switch, PC oder PlayStation 4 sucht, erhält mit dem LeadJoy XENO Pro ein leistungsstarkes Gesamtpaket, das sich auch gegenüber deutlich teureren Konkurrenten behaupten kann.
Barrierefreiheit
Besonders begeistert haben mich die 500 Stufen Makro-Programmierung und die Sensitivitätseinstellung der Analog-Sticks per mechanischem Drehrad.
- Hochwertige Verarbeitung und angenehme Ergonomie
- Präzise TMR-Sticks ohne wahrnehmbaren Stick Drift
- Vier frei belegbare Rücktasten mit umfangreichen Makrofunktionen
- Sehr schnelle und direkte Eingabeverarbeitung
- Mechanisch einstellbare Triggerwege
- Hohe Plattformkompatibilität
- Sofort einsatzbereit an der Nintendo Switch 2
- USB-A-Dongle inkl. extra USB-A Port
- Kein Transport-Case im Lieferumfang
- USB-Kabel wirkt vergleichsweise einfach
- Ladestation könnte den Controller sicherer halten
- Grip der Handstücke nur moderat
- Usability der App mit Potenzial
Vielen Dank an die Firma LeadJoy für die Bereitstellung des Testmusters.