
Farlands
Farming-Simulationen erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Mit Farlands verlegt der spanische Publisher Jandusoft das bekannte Spielprinzip kurzerhand ins Weltall und kombiniert Landwirtschaft, Ressourcenmanagement und Erkundung mit einer sympathischen Science-Fiction-Kulisse. Nach einer längeren Early-Access-Phase erscheint der Indie-Titel nun auch für Nintendo Switch und lädt dazu ein, einen verlassenen Planeten wieder zum Leben zu erwecken. Ob das funktioniert, klärt diese Nintendo Switch Review.
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Farlands
NSW
- Genre
- Action-Adventure
- Publisher
- JanduSoft
- Konsole
- NSW
- Modi
- Einzelspieler
- Freigabe
USK ab 0
Ein Neuanfang zwischen Sternen und Schrott
Auf der Suche nach einem Tapetenwechsel stoßt ihr auf ein Angebot, das zu gut klingt, um wahr zu sein: Ein kompletter Planet zum Schnäppchenpreis. Gemeinsam mit eurem klapprigen Raumschiff und einem persönlichen Assistentendroiden macht ihr euch auf den Weg in ein abgelegenes Sonnensystem, um dort einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Vor Ort erwartet euch allerdings kein blühendes Paradies, sondern ein überwucherter landwirtschaftlicher Fels, der über Jahre hinweg sich selbst überlassen wurde.
Nach und nach räumt ihr Wege frei, entfernt Unkraut, hackt Holz, macht Felder wieder nutzbar und repariert die Überreste einer längst vergangenen Zivilisation. Euch wird jedoch auch klar, dass der ungewöhnlich günstige Kaufpreis seinen Grund hatte und hinter dem Sonnensystem mehr steckt.
Bekannte Tugenden
Spielerisch orientiert sich Farlands klar an den Genre-Größen. Von Beginn an stehen euch verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, mit denen ihr Holz schlagt, Steine abbaut oder Pflanzen entfernt. Im weiteren Spielverlauf erweitert ihr eure Ausrüstung unter anderem um einen Kescher zum Einfangen kleiner Lebewesen sowie eine Angel zum Fischen.
Alle gesammelten Materialien landen am Ende eines Tages in einer Verkaufskiste und werden automatisch zu Geld gemacht. Genau dieses Geld bildet die Grundlage für nahezu sämtliche Fortschritte im Spiel. Neue Werkzeuge, bessere Lagerkapazitäten, Upgrades für das Raumschiff oder dringend benötigte Brennstoffzellen wollen finanziert werden. Letztere sind unverzichtbar, um weitere Planeten innerhalb des Sonnensystems bereisen zu können.
Gerade diese Gameplay-Schleife aus Sammeln, Verkaufen, Investieren und Erkunden entwickelt einen angenehmen Drive und schafft, dass sich Fortschritte kontinuierlich bemerkbar machen. Gleichzeitig motiviert die Aussicht darauf, weitere Planeten freizuschalten und dort neue Ressourcen sowie Bewohner kennenzulernen.

Ein Sonnensystem voller Möglichkeiten
Neben eurem Heimatplaneten erkundet ihr verschiedene Himmelskörper, auf denen weitere Bewohner leben. Einige von ihnen treiben die Handlung voran oder eröffnen neue Möglichkeiten, andere dienen lediglich als Kulisse. Unterstützt werdet ihr dabei von einer holografischen Katzenbegleiterin, die euch zu Beginn erste Hinweise liefert.
Genau hier zeigt sich jedoch eine der größten Schwächen von Farlands. Nach einem sehr knapp gehaltenen Tutorial überlässt euch das Spiel nahezu vollständig euch selbst. Weder eine Karte noch Questmarker oder ein Aufgabenprotokoll helfen dabei, den Überblick zu behalten. Häufig bleibt unklar, welcher Planet als Nächstes besucht werden sollte oder welcher NPC den Fortschritt tatsächlich voranbringt.
Dadurch entstehen immer wieder längere Suchphasen, in denen ihr mehrere Planeten erneut besucht oder Häuser systematisch absucht, bis ihr zufällig den nächsten relevanten Gesprächspartner findet. Das entschleunigt das Spiel nicht im positiven Sinne, sondern sorgt stellenweise für unnötige Frustration.
Verschenktes erzählerisches Potenzial
Die Bewohner des Sonnensystems sind liebevoll gestaltet und verleihen Farlands einigen Charme. Leider bleibt ihr erzählerischer Mehrwert überschaubar. Viele Gespräche beschränken sich auf allgemeine Dialogoptionen wie Flirten, Witze erzählen oder Geschichten austauschen. Diese Aktionen werden allerdings nicht wirklich ausgespielt. Stattdessen reagieren die NPCs zumeist generisch mit zufälligen, sich wiederholenden Standardantworten, wodurch keine Beziehungen oder interessante Hintergrundgeschichten entstehen.
Gerade hier wäre deutlich mehr möglich gewesen. Die niedlich gestalteten Alien-Figuren hätten sich hervorragend dafür geeignet, die Spielwelt lebendiger wirken zu lassen und den abgelegenen Planeten mehr Persönlichkeit zu verleihen.

Pixel Präsentation
Optisch präsentiert sich Farlands als farbenfrohes Pixel-Abenteuer mit viel Liebe zum Detail. Die verschiedenen Planeten unterscheiden sich ausreichend voneinander und vermitteln gemeinsam mit den kleinen Alien-Bewohnern eine sympathische Science-Fiction-Atmosphäre. Besonders gelungen sind die Animationen beim Wechsel zwischen den Planeten sowie die Möglichkeit, sowohl den eigenen Charakter als auch den Heimatplaneten individuell zu benennen.
Dennoch hätten wir uns insgesamt etwas mehr Abwechslung innerhalb der Umgebungen gewünscht. Gerade über längere Spielabschnitte wiederholen sich viele Elemente spürbar, wodurch das Erkunden etwas von seiner anfänglichen Faszination verliert.

Sound
Akustisch hinterlässt Farlands einen ordentlichen, aber wenig nachhaltigen Eindruck. Zwar begleiten verschiedene Musikstücke das Geschehen, diese bleiben jedoch überwiegend funktional und entwickeln kaum einen eigenen Wiedererkennungswert. Hinzu kommt, dass immer wieder längere Passagen vollständig ohne musikalische Untermalung auskommen, wodurch die Spielwelt stellenweise etwas leblos wirkt. Gerade das Science-Fiction-Szenario hätte sich für eine atmosphärische Mischung aus spacigen Synthesizer-Klängen und klassischen 8-Bit-Sounds angeboten. So erfüllt der Soundtrack seinen Zweck, schöpft das vorhandene Potenzial der Spielwelt aber nicht vollständig aus.
Technik
Technisch bewegt sich Farlands auf einem durchschnittlichen Niveau. Besonders die Ladezeiten fallen negativ auf. Sowohl beim Wechsel zwischen den Planeten als auch beim Übergang zum nächsten Tag vergehen regelmäßig rund 30 Sekunden, in denen lediglich ein schwarzer Bildschirm zu sehen ist. Überraschend ist dabei, dass dieses Verhalten selbst auf der Nintendo Switch 2 praktisch unverändert bleibt und das Spiel kaum von der leistungsfähigeren Hardware profitiert.
Zusätzlich fällt die eher langsame Bewegungsgeschwindigkeit der Spielfigur auf. Da ihr ohnehin häufig längere Wege zurücklegen und unterwegs zahlreiche Hindernisse beseitigen müsst, zieht sich der Spielfluss unnötig in die Länge.
Fazit
Farlands punktet mit einer sympathischen Science-Fiction-Idee, einer liebevoll gestalteten Pixelgrafik und einer Gameplay-Schleife aus Farming, Ressourcenmanagement und Planeten-Erkundung. Das Erkunden des Sonnensystems und der stetige Ausbau der eigenen Farm sorgen für motivierende Fortschrittsmomente und verleihen dem Indie-Titel einen ganz eigenen Charme. Gleichzeitig bremsen die fehlende Spielerführung, oberflächliche NPC-Interaktionen, lange Ladezeiten, eine träge Fortbewegung sowie ein lediglich durchschnittlicher Soundtrack das Spielerlebnis spürbar aus. Wer sich gerne eigenständig in entschleunigte Farming-Abenteuer vertieft, findet hier dennoch einen Genrevertreter mit Herz. Mit besserem Worldbuilding, mehr Komfortfunktionen und einer runderen technischen Umsetzung hätte Farlands jedoch das Potenzial gehabt, zu einem echten Genre-Geheimtipp aufzusteigen.
Barrierefreiheit
Farlands hat mich seit der Courage Cologne 2024 neugierig gemacht. Die Spielidee bleibt weiterhin großartig. Die Mechaniken selbst verdienten allerdings mehr Feinabstimmung.
- Liebevolle Pixelgrafik mit charmantem Science-Fiction-Setting
- Motivierende Gameplay-Schleife aus Sammeln, Farmen und Aufwerten
- Mehrere Planeten laden zum Erkunden ein
- Individuelle Anpassung von Charakter und Heimatplanet
- Fehlende Karte, Questlog und Spielerführung
- Oberflächliche NPC-Dialoge ohne nennenswertes Worldbuilding
- Träge Bewegungsgeschwindigkeit
- Lange Ladezeiten, auch auf Nintendo Switch 2
- Durchschnittlicher Soundtrack mit häufigen stillen Passagen
Vielen Dank an die Firma Jandusoft für die Bereitstellung des Testmusters.