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Star Fox

Star Fox

Marcel

Nach zehn Jahren Funkstille kehrt eine der dienstältesten Nintendo-Crews zurück ins Cockpit. Velan Studios schickt Fox McCloud und sein Team noch einmal in den Kampf gegen Andross, und zwar mit einer Geschichte, die jeder StarFox-Veteran im Schlaf nachfliegen könnte. Ob die glänzend polierte Neuauflage des N64-Klassikers auch 2026 noch zündet, erfahrt ihr in unserem Test.

Star Fox

NSW2

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Eine Reise in die Vergangenheit

An die ersten Stunden mit Lylat Wars (wie StarFox 64 hierzulande hieß) erinnern sich viele Spieler noch gut, damals auf dem Röhrenfernseher, den Controller mit beiden Händen fest umklammert, während Peppy zum gefühlt hundertsten Mal dazu aufrief, einen Barrel Roll zu machen. Genau an diese Erfahrung knüpft die Switch-2-Neuauflage nahtlos an, und das von der ersten Minute an. Erzählt wird wieder die altbekannte Geschichte: Der wahnsinnige Wissenschaftler Andross bedroht das Lylat-System, und es liegt an Fox McCloud und seinem Team, Planet für Planet die Kontrolle zurückzuerobern. Neu sind diesmal ausführlichere Zwischensequenzen und Funksprüche, die der eigentlich recht schlicht gestrickten Handlung des Originals spürbar mehr Tiefe verleihen, als es das N64-Spiel jemals geschafft hat.

Spielerisch bleibt sich StarFox dabei erfreulich treu. Wer das Original kennt, wird sich auch hier sofort zurechtfinden. Das Spielgefühl liegt so nah am alten Vorbild, dass bei Veteranen binnen kürzester Zeit schlicht das Rückenmark übernimmt. Star Fox ist ein klassischer Railshooter, bei dem du mit deinem Arwing durch vorgegebene Routen fliegst und Gegner mit Laser, aufgeladenen Schüssen und Bomben bekämpfst. Dabei musst du ständig deine Schilde im Auge behalten: Durch das Einsammeln von Ringen kannst du sie wieder aufladen und sammelst du drei goldene Ringe, wird deine maximale Schildleiste sogar vergrößert. Zusätzlich sorgen Power-Ups dafür, dass dein Laser stärker wird und du im Kampf noch effektiver bist.

Die Steuerung wurde dabei sinnvoll für die Switch 2 erweitert: Besonders die frei belegbaren GL- und GR-Tasten des Pro Controllers erweisen sich als kleiner Glücksgriff, denn sie schreien geradezu danach, mit dem Looping oder dem Wendemanöver belegt zu werden, statt diese umständlich über das Steuerkreuz auszulösen.

Dass StarFox dabei trotz aller Zugänglichkeit auch fordernd sein kann, zeigt sich schnell. So kann etwa der Verlust eines Wingmen spürbare Folgen haben: Im nächsten Level darf dieser dann nicht mehr mitfliegen, und seine Abwesenheit wird dort schmerzlich vermisst. Schnell scheitert ein Anlauf genau an dieser Stelle. Eine schöne Erinnerung daran, dass Entscheidungen unterwegs durchaus Konsequenzen haben.

In neuem (Pelz)Gewand

Auch jenseits der Steuerung ist die Präsentation durchweg gelungen. Der neue, orchestrale Soundtrack gehört zu den klaren Höhepunkten des Spiels, ergänzt um saubere Soundeffekte und eine durchweg gute deutsche Synchronisation, die den Charakteren spürbar mehr Persönlichkeit verleiht als die Originalvertonung von 1997.

Die Kmpangne lässt sich inklusive aller Zwischensequenzen in rund ein bis zwei Stunden durchspielen. Das ist kurzweilig, aber damit auch unübersehbar ein Kind des N64-Originals. Zum Glück gibt es einige gute Gründe, danach noch einmal abzuheben: Je nach vorgehen verändern sich der Weg im Level. Unterschiedliche Routen führen zu eigenen Leveln und Zwischensequenzen, bereits gemeisterte Abschnitte lassen sich gezielt erneut anfliegen, um Highscores zu jagen, Medaillen zu sammeln und Missionsziele zu erfüllen. Belohnt wird das unter anderem mit neuen Avataren für den Mehrspielermodus sowie Komponenten für das individualisierbare Schlachtbanner. Gerade die angenehm kurzen Level machen StarFox dabei zum idealen Begleiter für die hybride Natur der Switch 2: Mal eben auf der Couch ein, zwei Level angehen, dabei kleine Belohnungen einsammeln und wieder ausschalten, das funktioniert hier hervorragend.

Im Vergleich zum N64-Original zeigt sich, wie viel Arbeit Velan Studios in die Neuauflage gesteckt hat. Fox, Falco, Peppy und Slippy treten in einem überarbeiteten, etwas animalischeren Look auf, die einstige Chiptune-Musik weicht einem vollwertigen orchestralen Soundtrack, und aus den knappen Funksprüchen von damals sind ausführliche, vollvertonte Dialoge geworden. Hinzu kommen Dinge, die es 1997 schlicht nicht geben konnte: ein knackiger Online-Mehrspielermodus im 4-gegen-4-Format, ein Koop-Modus mit geteilten Pilot- und Gunner-Rollen über zwei Joy-Con 2, eine neue Maussteuerung fürs Zielen sowie GameChat-Integration samt Charakter-Avataren für die Webcam. Wer es besonders authentisch mag, kann sogar mit dem originalen N64-Controller aus dem Switch Online-Portfolio spielen.

Wer an dieser Stelle denkt „das kennen wir doch alles schon“, liegt damit nicht völlig daneben und genau hier zeigt sich auch der größte Zwiespalt beim Spielen. Vieles fühlt sich sofort vertraut an: die Präsentation, das Fluggefühl und die Steuerung greifen angenehm ineinander und sorgen dafür, dass wir uns direkt zurechtfinden. Gerade diese Vertrautheit ist einerseits eine große Stärke, weil sie das klassische StarFox-Gefühl sehr authentisch einfängt.

Gleichzeitig wird aber auch schnell deutlich, dass das Spiel kaum versucht, über dieses bekannte Fundament hinauszugehen. Nach ungefähr zwei Stunden haben wir die Kampagne bereits abgeschlossen, und dabei bleibt der Eindruck zurück, dass mehr möglich gewesen wäre, vor allem in Bezug auf neue Ideen oder zusätzliche Spielmechaniken.

Auch abseits davon zeigen sich kleinere Schwächen: Der Multiplayer wirkt aktuell noch etwas eingeschränkt, insbesondere durch die überschaubare Anzahl an Karten. Zudem fehlt eine Splitscreen-Option, was wir persönlich gerade bei einem Spiel dieser Art vermissen.

Der Nostalgiefaktor

Ein neuer Part ist das Tutorial das einem zu beginn erstmal alle Flugmanöver kurzweilig beibringt, wie auch die ikonische Barrel Role. Kenner des Originals wissen, dass diese Aufforderung der altgediente Hase Peppy an euch richtet. Nun ist es aber der neue Sympathische Tutorial-Waschbär, Yaru de Pon, der euch dieses Flugmanöver lehrt. Die Fans werden dabei nicht vergessen. Weigert ihr euch diesen Befehl von jemand andrem als Peppy entgegen zu nehmen, wird er euch diesen im zweiten Anlauf auch geben.

Damit dürfte auch klar sein, wen StarFox am ehesten abholt. Alte Veteranen, die das Original noch in- und auswendig kennen, dürften sich von der liebevollen Rundumerneuerung und der geballten Nostalgie genau richtig bedient fühlen. In einer Zeit, in der viele Spiele immer länger und für Erwachsene mit beiden Beinen im Berufsleben kaum noch in vernünftiger Zeit durchzuspielen sind, sticht StarFox angenehm heraus: Die arcadige Natur sorgt schnell für Erfolgserlebnisse und lässt sich auch im stressigen Alltag gut unterbringen. Dank der familienfreundlichen Aufmachung und des simplen Spielprinzips dürften sich aber auch jüngere Spieler angesprochen fühlen, die bislang kaum Berührungspunkte mit Fox McCloud hatten. Wer hingegen auf Spiele mit großem zeitlichem Umfang steht und wenig Bezug zur Marke hat, wird trotz unterschiedlicher Kampagnenverläufe, Missionen und Mehrspielermodus eher mit den Achseln zucken, denn dafür bietet StarFox am Ende einfach zu wenig Neues.

8.5Wertung

Fazit

Die geschmeidigste Barrel Role aller Zeiten! StarFox ist eine technisch und spielerisch rundum gelungene Neuauflage eines echten Klassikers, die genau das liefert, was sie verspricht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. StarFox ist die bislang definitivste Art, StarFox 64 zu erleben: liebevoll inszeniert, angenehm zugänglich und mit echtem Wiederspielwert ausgestattet. Wer auf der Suche nach einer waschechten Revolution ist, wird enttäuscht abdrehen. Wer aber arcadigen Spielspaß sucht, oder einfach noch einmal mit Fox McCloud durch den Asteroidengürtel jagen will, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Design
9.0
Sound
8.5
Online Multiplayer
8.5
  • Intuitive Aktion
  • Beeindruckende Präsentation
  • Hoher wiederspielwert
  • Sehr gute Synchronisation
  • Altes Spiel in neuem Gewand
  • Multiplayer lässt Möglichkeiten liegen

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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