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Assassin?s Creed Black Flag Resynced im Test (Playstation 5)

Assassin?s Creed Black Flag Resynced im Test (Playstation 5)

Ulrich

Als im Jahre 2013 Assassin’s Creed IV: Black Flag erschien ahnte noch keiner, dass sich das Abenteuer rund um Edward Kenway zu einem der beliebtesten Serienteile entwickeln wird. Vor allem die Mischung aus bekanntem Assassinen-Gameplay, gepaart mit der riesigen offenen Karibik und spektakulärer Seeschlachten begeisterte Millionen Spieler. Nun möchte Ubisoft zeigen, wie ein modernes Remake aussehen kann. Dazu nahm es sich Schwächen des Originals zur Brust und setzen gleichzeitig auf neue Inhalte. Wie uns der Titel gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Beeindruckende Karibik

Wer das Original gespielt hat, dem wird beim Start sofort ein großer Unterschied ins Auge springen. Black Flag Resynced setzt auf die aktuelle Version der Anvil-Engine und wurde technisch praktisch von Grund auf neu entwickelt. Sämtliche Umgebungen, Gebäude und Objekte wurden neu erstellt, hochauflösende Texturen ersetzen jene des Vorgängers und eine moderne Beleuchtung sorgt dafür, dass jede Tageszeit seine eigene Atmosphäre besitzt. Hier kommt besonders das Raytracing ins Spiel, welches eine hervorragende Arbeit macht. Es ist ein Genuss zu beobachten, wie sich Sonnenstrahlen durch Palmen brechen oder diese sich am Meer spiegeln. Auch die Objektdichte wurde erhöht und somit reagieren nun viele Umgebungselemente auf Explosionen oder Kanonenbeschuss. Das alles sorgt dafür, dass die Version aus 2026 viel lebendiger und vor allem optisch viel schöner ist als jene aus 2013.

Eine weitere Neuerung, die gewaltig zur Immersion beiträgt, ist das nun nahtlose Spielerlebnis. Ladebildschirme zwischen dem offenen Meer und den großen Städten gehören der Vergangenheit an und ihr könnt nun ohne Unterbrechung umhersegeln und die Spielewelt genießen. Es fühlt sich nun alles wie eine zusammenhängende Welt an. Selbst das Wetter spielt nun eine deutlich größere Rolle. Gleich zu Beginn merkt ihr, dass gewaltige Stürme samt Riesenwellen, wechselnde Windrichtungen und Wasserhosen die Reise unberechenbarer machen. Neu ist nun auch, dass Blitzschläge euer Schiff tatsächlich beschädigen können. Aber nicht nur euer eigenes, sondern auch jenes euer Angreifer, was in die Seeschlachten eine neue Dynamik bringt.

Edward Kenway wie eh und je!

An der eigentlichen Geschichte des Spiels wurde erfreulich wenig verändert. Edward Kenway ist ein ehrgeiziger Pirat dessen Ziel es ist, einfach nur reich zu werden. Durch Zufall gerät er in den Konflikt zwischen Assassinen und Templern, nachdem er sich als Mitglieder der Bruderschaft ausgibt und so in ein mächtiges Geheimnis hineingezogen wird. Gemeinsam mit bekannten Piraten, wie Blackbeard, sucht er nach dem sogenannten Observatorium, das erlaubt, Menschen überall zu beobachten. Dabei erlebt er ein actionreiches Abenteuer in einer bezaubernden Spielewelt. Gerade die Entwicklung vom egoistischen Freibeuter, der Reichtum und Macht sucht, hin zu einem der prägendsten Figuren der Bruderschaft machte und macht auch heute noch die Geschichte zu einer der besten der Reihe.

Neu hinzu kommen dieses Mal zusätzliche Szenen und Missionen, welche die Figuren stärker in den Mittelpunkt rücken. Auch Edwards Ehefrau Caroline erhält deutlich mehr Bildschirmzeit, was seiner gesamten Geschichte mehr Tiefe verleiht. Insgesamt werden euch bis zu sechs Stunden neue Inhalte geliefert. Es wird somit deutlich mehr geboten als nur bloße Grafikupdates. Den größten Teil davon nimmt das neue Endgame-Kapitel „A World Without Gold“ ein, das Blackbeards Geschichte weitererzählt und insgesamt acht neue Missionen umfasst.

Darüber hinaus gibt es neue Schatzsuchen, zusätzliche Nebenquests rund um Stede Bonnet und weitere Geschichten mit bekannten Figuren. Gerade diese fügen sich harmonisch in die bestehende Kampagne ein und man merkt gar nicht, dass es sich um nachträglich eingefügte Inhalte handelt.

Modernes Schleichsystem

Assassin’s Creed IV: Black Flag Resynced kombiniert Piraten-Gameplay mit den typischen Elementen der ursprünglichen Assassin’s Creed Spiele. Edward nutzt klassische Fähigkeiten wie Schleichen, Parkour über Dächer, verstecke Klingen und lautlose Attentate. In Städten könne ihr euch unter Menschenmengen mischen, in Heuhaufen verstecken und Wachen aus dem Hinterhalt angreifen. Ihr müsst, wie gehabt, Synchronisierungsplattformen finden, um die Map zu erweitern. Nebenbei heißt es geheime Informationen zu Sammeln und wichtige Ziele zu eliminieren. Gleichzeitig bleiben die Seeschlachten mit der „Jackdaw“ ein zentrales Gameplay-Element, wodurch sich das Assassinen-Gameplay mit dem Piratenleben stark miteinander vermischt.

Eine der größten Schwäche des Originals war das Stealth-Element und dieses wurde nun stark verbessert. Edward kann sich nun jederzeit per Knopfdruck ducken und langsam bewegen. Dadurch funktionieren Schleichpassagen nun deutlich intuitiver als früher, wo man noch auf Büsche und automatisch erkannte Deckungen angewiesen war. Es ist nun auch möglich, viele Mission von Beginn an lautlos zu absolvieren, was noch viel mehr taktisches Feingefühl ins Spiel bringt. Dennoch muss man festhalten, dass es sehr schwer ist, unentdeckt zu bleiben, da immer jemand irgendwo aufmerksam ist. Hier wäre vielleicht ein etwas besseres Balancing gefragt.

Großartig ist auch, dass das Entdecktwerden nicht mehr sofort bestraft wird. Wer das Original gespielt hat, weiß sicher noch, dass wenn Edward bemerkt wurde, es fast immer einen sofortigen Neustart der Mission erzwang. Nun reagieren Gegner dynamisch auf eure Aktionen. Statt eines Game Overs könnt ihr nun improvisieren, kämpfen oder versuchen euer Ziel auf anderem Wege zu erreichen. Dadurch macht es einfach viel mehr Spaß diese Abschnitte zu meistern und der Spielfluss bleibt erhalten.

Flüssigere Kämpfe

Auch das Kampfsystem profitiert von zahlreichen Verbesserungen. Die bekannten Kontermechaniken wurden beibehalten, reagieren aber nun deutlich direkter und flüssiger. Es fühlt sich nun alles wesentlich dynamischer an. Auch wurde bewusst auf Rollenspielelemente verzichtet, was bedeutet, dass es keine Levelgrenzen, Dialogentscheidungen, Schadenzahlen oder Beutesysteme gibt. Stattdessen bleibt das Abenteuer ein klassisches Action-Adventure mit klaren Schwerpunkten auf Erkundung, Seeschlachten und Parkour. Gerade Letzteres funktioniert jetzt noch eingängiger. Die Eingaben reagieren präziser und ihr bewegt euch schneller über Dächer und Fassaden, da man viel weniger an Hindernissen hängen bleibt.

Viele Missionen wurden erweitert und bieten nun alternative Vorgehensweisen. So ist es ratsam Wachen zu belauschen oder die Umgebung ausführlich zu erkunden, um zusätzliche Informationen zu erhalten. Dadurch eröffnen sich neue Wege, um Ziele auszuschalten oder den Auftrag erfolgreich abzuschließen. Vor allem die Attentate spielen sich dadurch abwechslungsreicher und belohnen jene, die sich Zeit für die Vorbereitung nehmen.

Ansonsten gibt es wie immer viel zu tun und zu entdecken, wie versteckte Schätze und Sammelobjekte, ihr erobert Festungen, versenkt oder entert feindliche Schiffe und verbessert die Jackdaw mit neuen Ausrüstungen und Offizieren. Hinzu kommen Attentatsaufträge, Jagden auf Wild- und Meerestiere, Tauchmissionen zu Schiffswracks, Schatzsuchen, die neuen Animus-Rifts, sowie zahlreiche Nebenquests. Dank der Vielzahl an Aufgaben und Geheimnissen lädt die Spielwelt immer wieder dazu ein, vom eigentlichen Handlungsverlauf abzuschweifen und die Karibik auf eigene Faust zu erkunden.

Neues für die Jackdaw

Neuerungen gibt es auch für Edwards Schiff, die Jackdaw. So schließen sich drei neue Offiziere der Mannschaft an: Padra, Lucy Baldwin und Tobias „Deadman“ Smith.

Jeder Charakter bringt eine eigene Questreihe mit und schaltet besondere Verbesserungen frei (wie einen verbesserten Rammangriff, Verbesserungen für den Mörser usw.). Jedenfalls verändern diese Upgrades die Seeschlachten spürbar oder eröffnen neue taktische Möglichkeiten.

Ebenso neu ist eine automatische Routenberechnung, sowie eine Funktion, bei der die Jackdaw selbständig zum markierten Ziel segelt. Perfekt, um die Beine hochzulegen und die wunderbare Karibik zu genießen. Wer schon immer ein Haustier mitnehmen wollte, der kann erstmals eine Bordkatze oder einen Affen als Teil der Crew anheuern.

Und wenn wir schon beim Piratenschiff sind, so dürfen natürlich die beliebten Sea Shanties nicht fehlen. Alle 35 bekannten Tracks aus dem Original kehren zurück und werden um zehn neue Gesänge ergänzt. Mithilfe eines neuen Auswahlrades könnt ihr jederzeit den Track starten, der euch im Moment perfekt in Stimmung versetzt oder ihr deaktiviert sie komplett.

Rifts und Animus Hub

Die Büroabschnitte aus dem Vorgänger wurden komplett entfernt. Sprich der Handlungsstrang in der Gegenwart rund um Abstergo wurde gestrichen und stattdessen in Form von Text- und Datenprotokollen ins Menü verlagert. Für langjährige Fans der bisherigen Hintergrundgeschichte könnte dadurch ein wichtiger Teil der Atmosphäre verloren gehen. Stattdessen gibt es nun die sogenannten Rifts. Dabei handelt es sich um optionale Episoden innerhalb des Animus, welche alternative Szenarien rund um Edward Kenway zeigen. Die Abschnitte stellen hypothetische Ereignisse dar, andere liefern zusätzliche Hintergrundinformationen zum „Freibeuter-Assassinen“ oder greifen die moderne Rahmenhandlung der Reihe auf. Die Rifts lockern das Abenteuer auf alle Fälle auf und können unabhängig von der Hauptgeschichte gespielt werden.

Seit Assassin‘s Creed Shadow gibt es den Animus Hub, der auch in diesem Abenteuer die zentrale Anlaufstelle ist. Hier könnt ihr alle AC-Spiele starten, die ihr besitzt, Herausforderungen absolvieren und eine neue Art von Währung gegen kosmetische Extras oder weitere Inhalte tauschen. Zusätzlich archiviert der Hub freigeschaltete Datenbanken, Videos und Hintergrundinformationen.

Drei Grafikmodi und Barrierefreiheit

Euch stehen drei Grafikoptionen zur Verfügung. Der Bildtreue-Modus richtet sich an Spieler, die sämtliche grafischen Effekte inklusive Raytracing genießen möchten und setzt auf eine Zielbildrate von 30 Bildern pro Sekunde.

Der Performance-Modus reduziert einige Effekte zugunsten einer deutlich flüssigeren Darstellung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Besitzer eines 120-Hz-Bildschirms können zusätzlich den Ausgeglichen-Modus wählen, der Grafikqualität und Bildrate kombiniert und mit 40 Bildern pro Sekunde arbeitet.

Sehr umfangreich sind ebenfalls die Optionen für die Barrierefreiheit. Neben verschiedenen Farbprofilen bietet das Spiel zahlreiche Einstellungen für Kamera und Bewegungen sowie zusätzliche visuelle Hilfen. Auch Spieler mit Hörbeeinträchtigungen profitieren von erweiterten Audiooptionen und individuell anpassbaren Unterstützungssystemen.

Ubisoft hat den Sound des Originals nicht einfach übernommen, sondern an vielen Stellen überarbeitet. Die orchestrale Musik erklingt klarer und dynamischer, während zahlreiche Soundeffekte neu aufgenommen oder technisch verbessert wurden. Kanonenschüsse besitzen deutlich mehr Wucht, das Krachen von brechendem Holz klingt druckvoller und selbst das Rauschen der Wellen oder der Wind in den Segeln sorgen für eine beeindruckende Klangkulisse.

Und obwohl es eine Vielzahl an Verbesserungen gibt, verzichtet Ubisoft auf zwei Inhalte des Vorgängers. Zum Ersten wäre da der Mehrspielermodus der vollständig gestrichen wurde und auch die Erweiterung „Schrei nach Freiheit“ rund um Adéwalé ist nicht im Paket enthalten.

Die Editionen

Neben der Standard-Edition gibt es zwei weitere Varianten.

Die Deluxe Edition für 69,99 Euro ergänzt zwei exklusive kosmetische Pakete für Edward und die Jackdaw.

Für Sammler gibt es außerdem eine Collectors Edition für 199,99 Euro. Neben sämtlichen digitalen Bonusinhalten enthält sie eine hochwertige Edward-Kenway-Statue, ein Steelbook, eine Stoffkarte der Karibik sowie ein Notenblatt der berühmten Sea Shanties.

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9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Assassin’s Creed IV: Black Flag Resynced ist die ultimative Version des Piratenklassikers. Ubisoft beweist eindrucksvoll, wie eine moderne Neuauflage aussehen sollte. Es wurde nicht nur halbherzig die Grafik verbessert, sondern man nahm sich nahezu alle Schwachstellen des Originals zur Brust. Das modernisierte Schleichsystem, das dynamischere Kampfsystem und zahlreiche Komfortfunktionen machen das Abenteuer zu einer unvergesslichen Reise durch die Karibik. Die Geschichte von Edward Kenways Reise gehört immer noch zu einer der besten Storylines der Serie und wer schon immer mal als Pirat ein Abenteuer erleben wollte, der bekommt hier eines der stärksten Action-Adventure der letzten Jahre spendiert.

Story
9.0
Gameplay
9.5
Sound
10.0
Grafik & Technik
10.0
Spielespass
9.5
Umfang
9.5
Erkundung
10.0
Barrierefreiheit
9.0
  • Beeindruckende Grafik
  • Keine Ladezeiten
  • Überarbeitetes Schleichsystem
  • Flüssigeres Gameplay
  • Viele Verbesserungen und Upgrades
  • Multiplayer fehlt
  • RPG Elemente gestrichen (ist Geschmackssache)
  • Gegenwartelemente gestrichen

Danke an Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.

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