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Solarpunk

Solarpunk

Tril

Mit Solarpunk wartet ein Survival-Crafting-Sandbox-Spiel auf euch, hinter dem das deutsche Entwicklerduo Cyberwave und der deutsche Indie Publisher rokaplay stehen. Das gibt natürlich einen gewissen Sympathiebonus, aber ob hier auch ein gutes Spiel abgeliefert wird, erfahrt ihr bei uns im Nintendo Switch 2 Test.

Solarpunk

NSW2

Entwickler
Rokaplay
Publisher
Rokaplay
Konsole
NSW2
Spieler
1–4 lokal

Crafting-Sandbox mit ein wenig Survival

Unter einem Survival-Crafting-Sandbox-Spiel erwarten wir normalerweise auch echte Survival-Erlebnisse, wie Kämpfe gegen Monster. Dieser Aspekt – also das Kämpfen – fehlt allerdings komplett. Der Survival-Faktor beschränkt sich hier auf die natürlichsten aller menschlichen Bedürfnisse: Essen und Trinken. Wenn wir verhungern oder verdursten, verlieren wir langsam an Lebensenergie und sterben natürlich auch irgendwann. Die einzige tatsächliche Bedrohung, mit der wir konfrontiert sind, sind Gewitter und insbesondere Blitze, die uns gleichermaßen schaden können.

Wer ein hartes Survival-Abenteuer erwartet, könnte also enttäuscht werden. Was dem Spiel an Survival-Faktor fehlt, macht es aber mit seinen Crafting-Sandbox-Elementen sehr wohl wieder wett!

Klassischer Abenteuer-Start

Der Start ist klassisch für ein Sandbox-Spiel. Ein kleines Tutorial führt einen Schritt für Schritt in die Grundlagen ein, ein craftbarer Survival Guide gibt dann detailliertere Auskunft über die weiteren Spielmechaniken. Wir können wirklich empfehlen, die darin enthaltenen Informationen zu lesen. Es sind nicht viele, aber ein paar Tipps und Tricks, die den Anfang leichter machen, sind dabei.

Danach geht es typisch weiter: Ressourcen sammeln, Ressourcen anbauen, Ressourcen farmen und die eigene Basis ausbauen. Spätestens, sobald man das Luftschiff gebaut hat, geht der Spaß richtig los. Weitere Inseln erkunden, mit einem Händler-Bot Technologien austauschen, weiter wachsen. Die eigene Entwicklung geht ziemlich schnell voran. Nach wenigen Stunden habt ihr euren ersten automatisierten Gemüseanbau aufgebaut. Kurz darauf den automatisierten Abbau von Erzen. Und so geht es ununterbrochen weiter.

Wer hier an klassische Genrevertreter wie Minecraft oder Satisfactory denkt: Ja, es gibt viele Ähnlichkeiten, aber Solarpunk ist bei weitem nicht so komplex und viel gemütlicher. So viel zu erkunden wie bei Minecraft gibt es allerdings nicht, denn das Insel-Archipel ist begrenzt und besteht nur aus knapp zehn Inseln. Riesige Fabriken à la Satisfactory könnt ihr darum alleine schon aus Platzgründen nicht bauen. Solarpunk lebt eher die Synergie mit der Natur und den begrenzten Ressourcen, die ein Insel-Archipel mit sich bringt. Und das macht sehr wohl Spaß!

Viel Sandbox zum Verlieben

Eine Stärke von Solarpunk ist das freie Bauen. Mit Bausteinen aus Fundamenten, Wänden, Türen, Fenstern und Dächern lassen sich Häuser und Terrassen oder was auch immer ihr euch vorstellen könnt, bauen. Anfangs aus Holz, später aus Glas und Ziegeln. Diverse Deko-Objekte ermöglichen es euch, Lebensbereiche und Parks nach euren Vorstellungen zu gestalten. Währenddessen baut ihr ein florierendes, automatisiertes Wirtschaftssystem auf, das euch mit Lebensmitteln und Ressourcen versorgt.

Was mit einer automatisierten Bewässerungsanlage beginnt, endet in einem automatisierten Gewächshaus. Anfangs durch einen Generator angetrieben, den ihr ständig mit Brennstoff versorgen müsst, nutzt ihr irgendwann Sonnen- und Windenergie, um eure Apparaturen zu versorgen.

Auch erntet ihr anfangs Holz und Gemüse noch selbst, später im Spiel übernehmen das Drohnen und Roboter für euch. Die Tierhaltung gehört natürlich auch dazu. Ihr lebt in Solarpunk aber in Symbiose mit den Tieren, weshalb ihr nur eure eigenen Erzeugnisse verzehrt, wobei Obst und Gemüse sind die Hauptnahrungsquelle darstellen.

Das Insel-Archipel

Die Inseln zu erkunden, ist ein wichtiger Bestandteil. Auf der Startinsel findet ihr nur einige wenige Anfangsressourcen. Sobald ihr aber ein Dock und das Luftschiff gebaut habt, könnt ihr einen kleinen Teil der Inseln erkunden und den Händler-Bot auf seiner schwebenden Plattform besuchen.

Je weiter eure Basis wächst, desto mehr Ressourcen können gesammelt und umso mehr Technologien können vom Händler-Bot gekauft werden. Damit wird es euch dann auch möglich, das Luftschiff zu verbessern, um die weiter entfernten Inseln zu erreichen.

Das Fliegen mit dem Luftschiff ist ein großer Spaß. Ihr könnt damit sogar von unten und oben die Inseln erkunden – was manchmal sogar nötig ist, denn manche wichtige Ressource versteckt sich auf höher gelegenen Plattformen. Die Inseln selbst sind unterschiedlich groß, bieten unterschiedliche Biome und Möglichkeiten, dort eine passende Basis aufzubauen.

Komplizierte, inkonsistente Steuerung

Die Steuerung per Controller hat ein „historisches“ Problem, was vielleicht nur die älteren Gamer unter euch kennen. Wer früher (oder auch heute) viel Flugsimulationen gespielt hat, kennt es: Die Z-Achse muss invertiert sein! Alles andere fühlt sich falsch an.

Dafür gibt es natürlich auch eine Option im Spiel, die hat aber einen kleinen Haken: Nicht nur die Steuerung der Blickrichtung wird damit invertiert, auch die Steuerung des Baumenüs, was absolut nicht erwartungskonform ist. Im Baumenü müsst ihr bei invertierter Z-Achse plötzlich nach oben drücken, um auf die unteren Elemente zu kommen, und umgekehrt.

Bei der Steuerung des Luftschiffes, sieht es wieder anders aus – hier steuern wir nach guter alter Flugsimulator-Manier: Steuerknüppel nach vorne drücken (Stick nach oben) heißt: Nase runter, Steuerknüppel nach hinten ziehen (Stick nach unten) heißt: Nase rauf. Aber natürlich gibt es hierfür eine Extra-Option, die Luftschiff-Z-Achse umzukehren – falls das überhaupt jemand in Betracht zieht.

Mit dem kuriosen Z-Achsen-Verhalten des Baumenü hören die Probleme mit diesem aber leider nicht auf. Das Baumenü ist in zwei Elemente unterteilt: Hauptbausteine (z. B. die Wand) im inneren Ring und Varianten (z. B. eine halbhohe Wand) im äußeren Ring.

Es hat etwas gedauert, bis wir herausgefunden haben, wie man überhaupt auf den äußeren Ring, mit den Varianten kommt: Man muss den Hauptbaustein auswählen, den Stick in der Position gedrückt halten und dann A drücken – die Auswahl wechselt dann auf den äußeren Ring. Dort muss der Stick, immer noch in die Richtung des Hauptbausteins gedrückt, vorsichtig nach links oder rechts geschwenkt werden, um die Varianten durchzuschalten. Aber bloß nicht zu weit, sonst wechselt man versehentlich auf den nächsten Hauptbaustein. Es ist also etwas frickelig und erfordert etwas Übung.

Was wir zudem schmerzlich vermissen: Es gibt derzeit weder eine Gyro-Steuerung, noch Unterstützung für den Maus-Modus. Vor allem letzterer würde enorm helfen, da besonders das Platzieren von (Deko-)Elementen mit den Sticks zu einer echten Geduldsprobe werden kann.

Technisch nicht ohne Mängel

Technisch ist das Spiel nicht ohne Mängel, wenngleich betont sei: Für ein Zwei-Entwickler-Team bekommt man ein absolut solides und grafisch ansprechendes Spiel geliefert!

Dennoch, gerade wenn man mit dem Luftschiff unterwegs ist, fällt es schwer, die nur wenig abgestuften Low-Poly-Modelle zu übersehen. Der Baum, der kurz zuvor noch ein „grüner Block“ war, wird Sekunden später zu einem detaillierten Baum mit Ästen und Blättern. Der Berg, der eben noch einer Säule ähnelte, bekommt plötzlich Vorsprünge, Rundungen, kleine Beulen.

Wir möchten hier kein falsches Bild erzeugen. Die Mischung aus Realismus, leichter Verspieltheit und einem Hauch von Futurepunk macht Spaß und ist schön anzusehen. Die grafischen Schwächen fallen nichtsdestotrotz regelmäßig ins Auge.

Solarpunk spielt sich im stationären und Handheld-Modus gleichermaßen gut. Manche Beschreibungstexte sind aber so klein, dass sie im Handheld-Modus kaum noch zu lesen sind. Wir würden empfehlen, Solarpunk vorwiegend im stationären Modus zu genießen. Kurze Handheld-Sessions funktionieren aber auch gut, vor allem wenn man die Bedeutung der Objekte schon kennt und nicht die Lupe auskramen muss.

8.0Wertung

Fazit

Solarpunk ist ein sehr gemütliches Survival-Crafting-Sandbox-Spiel, das zum entschleunigten Gestalten der persönlichen Traum-Insel einlädt. Der Progress ist dabei zügig, die Komplexität überschaubar – genau richtig, wenn man keine 100+ Stunden investieren will, aber durchaus kann, wenn man Spaß am Detailling hat. Die Möglichkeit, im Multiplayer die Insel zu gestalten, rundet das Paket zusätzlich ab, auch wenn die Spielerfahrung durch kleine technische Schwächen in der Steuerung ein wenig beeinträchtigt wird.

Design
8.0
Sound
8.0
  • Gemütliches Gameplay
  • Schneller Progress und überschaubare Komplexität
  • Spaßiger Luftschiff-Flug
  • Steuerung kann „frickelig“ sein
  • Anfangs kann man etwas „orientierungslos“ sein
  • Fehlende Gyro- und Mausunterstützung

Vielen Dank an die Firma Rokaplay für die Bereitstellung des Testmusters.

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