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Yoshi and the Mysterious Book

Yoshi and the Mysterious Book

Maik

Yoshi gehört seit Jahrzehnten zu Nintendos sympathischsten Figuren. Mit Yoshi and the Mysterious Book schlägt der grüne Dino nun ein neues Kapitel auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Statt einer klassischen Rettungsmission verschlägt es ihn in die Seiten einer lebendigen Enzyklopädie, deren Welt von kuriosen Kreaturen, märchenhaften Landschaften und jeder Menge Entdeckergeist geprägt wird. Wie gut sich unser grüner Freund in seinem ersten exklusiven Nintendo Switch 2 Abenteuer schlägt, verraten wir euch in diesem Test.

Yoshi and the Mysterious Book

NSW2

Serie
Yoshi
Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal

Eine Enzyklopädie voller Wunder

Die Geschichte beginnt mit dem sprechenden Buch Enzo, dessen Seiten zahlreiche Geheimnisse und unbekannte Lebensformen beherbergen. Als Yoshi reist ihr durch sechs Hauptkapitel, erforscht Dutzende außergewöhnlicher Kreaturen und erweitert Schritt für Schritt Enzos Wissen. Das Besondere dabei: Jede neu entdeckte Spezies darf von euch benannt werden. Wer möchte, folgt Enzos Vorschlägen, kreative Köpfe können aber auch eigene Namen vergeben.

Dieser Forschungsaspekt zieht sich durch euer gesamtes Abenteuer: Yoshi untersucht die Bewohner der einzelnen Habitate auf unterschiedliche Weise, springt auf ihnen herum, trägt sie auf dem Rücken oder verschluckt sie sogar, um ihre Eigenschaften kennenzulernen. Dadurch entsteht ein angenehm lockerer Spielfluss, der ständig neue Entdeckungen belohnt und die Welt lebendig wirken lässt. Besonders gelungen ist dabei die Präsentation. Neue Erkenntnisse werden direkt in den Kapiteln durch hübsche Aquarell-Stempel verewigt und mit kleinen Kommentaren versehen. So entwickelt sich jedes Kapitel sichtbar weiter und spiegelt die Fortschritte der Spieler wider. Am Ende entsteht das Gefühl, tatsächlich an einer lebendigen Enzyklopädie mitzuarbeiten.

Gemalte Bilderbuch-Welten

Optisch gehört Yoshi and the Mysterious Book definitiv zu den familienfreundlichen Titeln auf der Nintendo Switch 2. Der gesamte Grafikstil erinnert an liebevoll gemalte Aquarell- und Buntstiftbilder, die ständig in Bewegung sind. Von windigen Berglandschaften, über sonnige Küstenregionen, bis hin zu dichten Wäldern oder einer summenden Insekten- und Insellandschaft – jedes Gebiet besitzt seinen eigenen Charakter.

Zusätzlich entscheidet ihr selbst, welcher der farbenfrohen Yoshis euch durch das Abenteuer begleiten soll. Die dynamisch dargestellten Kapitelseiten entwickeln sich zudem anhand eurer Fortschritte und Entdeckungen aus den Einzellevels weiter, wodurch die Geschichte stärker mit dem eigentlichen Spielgeschehen verknüpft wird und das Treiben in den einzelnen Bewegtbildgeschichten bunter wird. Auch die Kreaturen selbst überzeugen durch ihre fantasievolle Gestaltung, die meist ein Hybrid aus Tierwesen und ihrer Eigenschaft bzw. Gameplay-Funktion ist. Die damit einhergehenden visuellen Überraschungen werden euch dadurch permanent präsentiert.

Kreative Ideen treiben das Gameplay an

Der größte Trumpf des Spiels liegt erklärtermaßen in seiner Vielfalt. Fast jede neue Kreatur bringt eine eigene Funktion mit sich und erweitert Yoshis Möglichkeiten auf kreative Weise. Manche Wesen erzeugen Seifenblasen, mit denen ihr in die Höhe steigt. Andere lassen Pflanzen wachsen oder dienen als Transportmittel, etwa die Regenwolken. Besonders einprägsam sind die vielen kleinen Ideen, die immer wieder auftauchen. So katapultieren euch bestimmte Vögel über ihre blattförmigen Köpfe in höhere Ebenen, während ein Skateboard mit Augen sogar das Surfen über Wasser ermöglicht. Andere Kreaturen helfen beim Schweben, Musizieren oder beim Erreichen versteckter Bereiche. Oder fangen als fleischfressende Pflanze, die gleichzeitig Kescher ist, goldene Schmetterlinge ein.

Dadurch entstehen ständig neue Rätsel- und Plattformpassagen. Viele Lösungen erschließen sich intuitiv, während andere bewusst mit den Erwartungen der Spieler brechen und zu kreativerem Denken anregen. Die einzelnen Mechaniken werden zudem clever wiederverwendet. Bereits bekannte Kreaturen tauchen später erneut auf und eröffnen euch in Kombination mit neuen Fähigkeiten zusätzliche Lösungswege oder Rätselbelohnungen.

Zugängliches Abenteuer mit kleinen Schwächen

Die meisten Levels sind angenehm kompakt gestaltet und bauen sinnvoll aufeinander auf. Dadurch entsteht ein flüssiger Spielfortschritt, der weder überfordert noch langweilt. Familien, jüngere Spieler und Yoshi-Fans finden hier genau die richtige Mischung aus Platforming und Erkundung.

Dennoch ist nicht alles tadellos. Einige spätere Abschnitte ziehen den Schwierigkeitsgrad spürbar an. Gelegentlich sorgen zudem kleinere Ungenauigkeiten bei der Steuerung oder einzelne Gameplay-Mechaniken für unnötige Verzögerungen und Hängenbleiben im Spielfluss. Partiell hätten es etwas mehr Erklärungen im einzelnen Level geben können. Gleichzeitig möchte das Spiel den Erkundungsdrang des Spielers fördern und euch nur über die einzelne Lebewesenansicht in der Enzyklopädie Tipps spendieren. Diese Momente bleiben zwar selten, fallen aber auf, weil der Rest des Spiels insgesamt geschmeidig funktioniert.

Auch die Vertonung hinterlässt einen positiven Eindruck. Die musikalische Untermalung begleitet die Abenteuer stimmungsvoll und unterstreicht den märchenhaften Charakter der Reise. Die Figuren sprechen nur in Fantasielauten, was zwar zum Stil passt, aber bei Enzo erzählerisch Potenzial verschenkt. Zudem hätte das Spiel, das für Kinder ab 6 Jahren gedacht ist, besser auf die Lesekompetenz der jungen Spieler eingehen können. Dem gegenüber steht aber auch, dass die meisten Level so kurzweilig und mechanisch eindeutig sind, dass man auch ohne Lesen auskommt und Spaß hat.

Sammeln ohne Frust

Wie es sich für ein Nintendo-Abenteuer gehört, gibt es charmante Sammelobjekte. Versteckte Grinseblumen warten hinter Blättern, in geheimen Pfaden oder an schwer erreichbaren Orten bzw. werden nach definierten Aktionen, z. B. dem Zerstören von Truhen, aktiviert. Zusätzlich vergeben die Kapitel Sterne für abgeschlossene Herausforderungen gemäß der erwähnten, visuellen Stempel, die ebenfalls in die Enzyklopädie je Lebewesen-Level übertragen werden.

Die Sterne dienen außerdem als Voraussetzung zum Freischalten neuer Kapitel. Allerdings bleibt das System erfreulich fair. Wer die Level aufmerksam erkundet, sammelt automatisch genügend Sterne, um problemlos voranzukommen. Daneben könnt ihr in jedem Level sogenannte Glypen einsammeln. Diese goldenen Steinchen und Plättchen können im Buch bei der Lebewesenerkundung für Hinweise eingetauscht werden, wenn ihr etwas schneller vorankommen wollt. Auch dies sorgt dafür, dass ihr immer am Ball bleibt. Ein künstlicher Grind entsteht also quasi nie.

Dadurch motiviert das Sammeln zwar zur genaueren Erkundung, wird aber nie zur Pflichtaufgabe. Perfektionisten erhalten zusätzliche Herausforderungen, während Gelegenheitsspieler das Abenteuer entspannt genießen können. Die Grinseblumen werden euch im Übrigen nach Abschluss der sechs Hauptkapitel nützlich. Im Post-Game dürft ihr diese für HUD-Upgrades eintauschen und euch über weitere Funktionen und Levels freuen. Was dies genau umfasst, lassen wir euch selbst entdecken. Wer Yoshi and the Mysterious Book allerdings ohne Komplettierungsdrang spielt, sollte dies innerhalb von 10 Spielstunden problemlos erleben können.

8.5Wertung

Fazit

Yoshi and the Mysterious Book ist ein Bilderbuchbeispiel für charmantes Spieldesign & Kreativität. Es ist ein liebevoll gestaltetes Abenteuer, das seine größte Stärke in der Freude am Entdecken findet. Die wunderschöne Aquarell-Zeichen-Optik und die fantasievollen Kreaturen mit ständig neuen Gameplay-Ideen über mehrere bewegte Kapitel sorgen dafür, dass jede Spielstunde neue Überraschungen bereithält. Lediglich kleinere Steuerungsungenauigkeiten und Balance-Aspekte sorgen für moderate Abzüge. Nichtsdestotrotz liefert Nintendo hier ein charmantes, kreatives und wunderbar entschleunigtes Jump'n'Run, das sowohl jüngere Spieler als auch erfahrene Fans des grünen Dinos begeistert. Wer Freude an Erkundung, Umgebungsrätseln, dezenten Sammelobjekten und fantasievollen Spielwelten hat, findet hier eines der sympathischsten Nintendo-Switch-2-Platforming-Abenteuer des Jahres.

Design
9.0
Sound
8.0
  • Wunderschöner Aquarell-Look mit einzigartiger Bilderbuch-Atmosphäre
  • Kreative Kreaturen mit abwechslungsreichen Fähigkeiten
  • Charmantes Entdeckungssystem samt lebendiger Enzyklopädie
  • Faire Sammelmechaniken ohne Grind
  • Gelegentliche Ungenauigkeiten bei Steuerung und Kollisionsabfrage
  • Einzelne Mechaniken wirken nicht immer vollständig ausgereift
  • Spätere Abschnitte mit kleineren Schwierigkeitsspitzen
  • Figuren nur mit Fantasielauten

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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