
R-Type Dimensions III
Es gibt Serien, die ein Genre definieren. Und dann gibt es R-Type – zusammen mit Gradius die Ur-Mutter moderner Sidescroll-Shoot’m’Ups. Seit dem ersten Einsatz gegen das biomechanische Grauen des Bydo-Imperiums stand die Reihe für kompromisslose Präzision, brutale Lernkurven und diese einzigartige Mischung aus kalter Science-Fiction und albtraumhaftem Body Horror. R-Type III Dimensions auf der Nintendo Switch 2 versteht genau, warum Veteranen der 90er noch heute ehrfürchtig von den alten Arcade-Hallen sprechen — und warum junge Spieler nach wenigen Minuten schweißnasse Hände bekommen oder gar den Controller frustriert zur Seite legen werden. R-Type wird kaum neue Fans generieren, aber die alten umso lauter frohlocken lassen.

R-Type Dimensions III
NSW2
- Genre
- Shoot ‘em Up
- Entwickler
- ININ Games
- Publisher
- ININ Games
- Konsole
- NSW2
- Spieler
- 2 lokal
- Freigabe
USK ab 12
EINE LEGENDE KEHRT ZURÜCK

Die Story
Wie jeder Spieler weiß ist der Kern eines jeden Shmups (Shoot em up) eine tiefgreifende Story mit vielen Wendungen und Überraschungen, die den Spieler noch auf Wochen begeistern werden. Nicht.
R-Type III Dimension bietet die absolut generische Kost von Gut gegen Böse-Außerirdische und das ist alles, was benötigt wird. Die Menschheit kämpft erneut gegen die Bydo — eine außerirdische biomechanische Lebensform, die weniger wie ein klassischer Feind wirkt und mehr wie eine Krankheit des Universums selbst. Die Welten in Dimensions wirken nicht gebaut, sondern infiziert. Metall atmet. Wände pulsieren. Organische Strukturen wachsen durch Maschinen wie Tumore aus Fleisch und Stahl.
Auf in den Kampf

Quality of life Features
Wer will kann natürlich in den Infinite-Modus schalten – das heißt man spawnt an Ort und Stelle und bekommt sogar eine Force aufs Haus, aber dadurch verliert das Spiel dann plötzlich jeden Anspruch. Ein Mittelweg wäre schön gewesen.
Wer es durch die bockschweren Level geschafft hat wird mit absolut grauenhaft schönen Bossfights „belohnt“. Allerdings hat man als Spieler nicht viel Zeit zum Staunen, denn die Kämpfe am Ende des Levels verlangen dem Spieler nochmal alles ab.
Das Schöne ist aber: hat man einen Boss besiegt, gilt das Level als bestanden und beim nächsten mal darf man direkt im folgenden Level beginnen. Niemand zwingt einen alles am Stück zu schaffen und Continues gibt es jetzt obendrein auch unendlich.
Ein gern gesehenes Update ist der Zwei-Spieler-Modus, denn wird ein Schiff zerstört, bleibt das andere im Game und man respawnt an der gleichen Stelle – nur das Aufteilen der Power-Ups kann zur echten Freundschaftsprobe werden.
Ein weiteres Quality of Life Feature ist der Advanced-Schwierigkeitsgrad, der die ganze Mission vollends in ein Himmelsfahrtkommando verwandelt. Für all diejenigen designt, denen das normale Spiel einfach nicht hart genug war. Wer das schafft, hat Nerven aus Stahl.
Ist das noch zeitgemäß?
Das Spiel verlangt, dass jede Stage gelernt wird wie eine Partitur. Gegnerwellen, Projektilmuster und Bossphasen werden nicht improvisiert bewältigt — sie müssen verinnerlicht werden. Veteranen der 90er erkennen sofort dieses alte Gefühl wieder: dieses langsame Meistern eines Levels, bis irgendwann aus purem Chaos absolute Kontrolle entsteht. Aber kaum ein moderner Spieler wird diese Art der Konzentration heute noch aufbringen können. Bis man die Level verstehen lernt, fühlt sich alles wie purer Sadismus des deutschen Entwicklerstudios an – das kann eigentlich nur die alten Hasen hinter dem Ofen hervorlocken. Vor allem wird jeder Bildschirmtot mit dem Verlust der Waffen bestraft – bis man diese wieder erlangt ist das Spiel also noch gnadenloser als ohnehin schon. Früher, war es normal Spiele zu besitzen bei denen man schlicht nicht in der Lage ist den Abspann zu erreichen, heute ist der Frust darüber doch um einiges höher.
Switch 2 strahlt
Die Steuerung ist hervorragend präzise. Die Switch 2 liefert eine hohe Bildrate und extrem kurzen Ladezeiten. Das Gameplay wirkt direkter, schärfer und reaktionsfreudiger als jemals zuvor. Allerdings sorgt das Ausbleiben, der lieb gewonnenen Slowdowns, für noch mehr Stress – man kann also nie zufrieden sein. Vor allem aber bewahrt das Spiel die klaustrophobische Atmosphäre der Reihe. Trotz moderner Technik bleibt jede Stage bedrückend eng und tödlich. Der Sound wurde modernisiert und ganz schön rockig neu interpretiert. Passend zum Spiel wirkt der Sound sehr industriell, kalt und hart. Per Knopfdruck können die alten Tunes eingeschaltet werden und hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Das Spiel unterwegs zu spielen ist ein massives Plus, fast so wie früher als man R-Type auf dem SNES und auf dem Gameboy besaß, nur eben viel, viel besser! Allerdings fielen beim Handheldspielen Framerate-Einbrüche hier und da auf, aber nicht all zu negativ.
Fazit
Nichts für schwache Nerven! R-Type III Dimensions ist keine nostalgische Wohlfühlreise. Es ist ein kompromissloser Präzisions-Shooter, der die Philosophie der Arcade-Ära mit moderner Technik neu belebt. Das Spiel ist so hart, dass es die unbedingte Lernbereitschaft des Spielers erfordert und Casualgamer abschrecken wird. Man bekommt allerdings eine dichte Atmosphäre, fette Bossfights, grandiose Grafik- und Soundupdates, den Retro-Wechsel per Knopfdruck, Quality of Life Features und einen absoluten Klassiker der Shoot’m’Up Geschichte. Wer bereit ist zu lernen, wird definitiv belohnt!
- Wiederbelebter Klassiker
- Sehr schöne Updates
- Zwei Spieler Modus
- Bockschwer
- Frustrierende Respawn-Punkte
Vielen Dank an die Firma ININ Games für die Bereitstellung des Testmusters.


