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Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden

Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden

Maik

Als Tomodachi Life 2013 auf dem Nintendo 3DS das Licht der Welt erblickte, war die Begeisterung groß, denn die beliebten Mii-Charaktere konnten selbst erstellt oder per QR-Code auf die eigene Insel eingeladen werden. Was darauf folgte waren ganz eigensinnige Lebenssimulationen die mit Witz und Charme für große Begeisterung in der Nintendo Community sorgten. Nun, 13 Jahre später, geht es mit Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden auf der Nintendo Switch weiter. Wir haben uns in die Simulation gestürzt und haben einiges zu erzählen. Was euch genau erwartet, lest ihr in diesem Nintendo Switch Test!

Mit dem Editor auf die Insel

Alles beginnt damit, dass ihr euren ersten eigenen Mii erstellen dürft. Dabei werdet ihr von einem Editor begleitet, der zügig zeigt, dass er einiges auf dem Kasten hat. Neben diversen Kopfformen, Augenpartien und anderen Gesichtsmerkmalen oder Haaren gibt es Entscheidungen über Farben, die Körpergröße und -fülle, Frisuren und Brillen zu treffen. Am Ende könnt ihr eigenständig oder durch Fragen gestützt, zu eurem Wunsch-Bewohner kommen, der eine komplette Eigenkreation ist oder das Abbild einer bekannten Person oder Figur. Selbst Alter, Geburtstag und ob Kind oder erwachsen, lässt sich festlegen. Auch Verwandschaftsgrade, Orientierung und mehr sind neben dem Namen frei wählbar.

Doch damit ist euer Charakter noch längst nicht fertig. Auch die Stimme könnt ihr definieren. Ist sie eher hoch oder tief, wie moduliert sie die Sprache, eher jung oder alt. Auch die Persönlichkeit und Eigenart des Miis ist in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden wichtig.

Denn ihr legt fest, ob eure Inselbewohner eher ruhig sind oder doch lebendig, selbstbewusst und noch viel mehr. All das wirkt sich letztlich darauf aus, wie sich euer Charakter auf der Insel verhält, mit anderen Miis interagiert und euch zu irrwitzigen Erlebnissen verhilft.

Neben unserem ersten Mii, den wir liebevoll „Gnuu“ genannt haben, durften wir unsere Insel benennen, was „Papperlapapp“ wurde, um die grundsätzliche Stimmung des Spiels, sich nicht zu ernst zu nehmen, vollends zu unterstreichen.

Von Shops bis Unterhaltung

Nachdem den ersten Schritten auf eurem Eiland geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Mii News starten durch und versorgen euch zu regelmäßigen Neuigkeiten auf eurer Insel mit witzigen Anekdoten und wechselnden Sprechern. Damit es diese jedoch gibt, braucht es schnell weitere Inselfreunde.

So erstellt ihr mit dem erwähnten Editor nach und nach immer mehr Miis, die jeweils wieder begleitet und unterhalten werden wollen. Damit sie keinen Hunger leiden, könnt ihr sie schon früh im Spiel aus dem Supermarkt mit Lebensmitteln versorgen. Diese wiederum gibt es im festen und tagesaktuell wechselnden Angebot. Auf diese Weise könnt ihr euren Charakteren Essen schenken und herausfinden, was ihre Lieblingsspeisen sind oder eben auch nicht.

Ebenso kommen eure Bewohner mit der Zeit auf die Idee, die Insel zu verschönern. Wege werden gepflastert, Laternen montiert, sodass es immer gemütlicher wird. In unserem Papperlapapp gesellte sich außerdem schnell die Klamotten-Boutique und das Renovierungszentrum dazu. Denn welcher Mii freut sich nicht darüber, seine Persönlichkeit durch passende Kleidung zum Ausdruck zu bringen, selbst wenn es bedeutet, sich für alberne Rentier-Mützen zu entscheiden, wie eine unserer Bewohnerinnen.

Abwechslung bringen auch die Hausrenovierungen, bei denen ihr Objekte und ganze Innendesigns wechseln könnt, um dem Flair eurer Miis zu entsprechen. Eine Retro-Stube oder ein mimalistisches Interieur? Gar kein Problem in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden!

Viel Humor und Eigenart

Neben den Geschäften, die später unter anderem durch ein Fotostudio und einen Marktstand erweitert werden, dürft ihr euch über regelmäßige Geschenke freuen. Diese erhaltet ihr beispielsweise, wenn eure kleinen Freunde durch gute Unterhaltungen oder Zufriedenheit im Level aufsteigen. Dann dürft ihr wählen, ob eure Inselbewohner eine neue Eigenart beigebracht bekommt, z.B. bestimmte Gesten oder Ausdrucksweisen als Angewohnheit zu haben oder sich Spielzeuge oder sogar Haustiere zulegen. Unser grüner, an Dragonball angelehnter Piccolo hatte plötzlich einen fliegenden Kakadu als Haustier und unser etwas zu abgerockter Curt hat sich einen Igel in seinem Blumenhaus gehalten.

Solche Szenarien sind nicht nur absurd, sondern vor allem super witzig. Denn in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden entscheidet ihr, wie ihr das Spielgefüge konstruiert. Ihr dürft euch an allem einen Spaß erlauben, Charaktere und Orte nach Herzenslust verändern und wortwörtlich jeden Stein umdrehen. Mit der Zeit wächst eure Insel nicht nur um Gebäude und zahlreiche Miis, sondern auch flächenmäßig und mit zahlreichen Details wie Zäumen, Möbeln oder Freizeitobjekten. Denn auch euer Inseleditor lässt sich so nutzen, dass für euch das wahnwitzige Örtchen oder schiere Paradies, wie ihr es euch schon immer erträumt habt, geschaffen werden kann.

Der Wunschbrunnen ist zurück

Auch am Wunschbrunnen dürft ihr regelmäßige Level-Ups für Geschenke und Mii-Anpassungen einsetzen. Generell sammelt ihr im gesamten Spiel Geld für Zufriedenheitsbekundungen eurer Charaktere, etwa weil ihnen die Haus-Dekoration zusagt oder die letzte Sushi-Mahlzeit exzellent gemundet hat. Dieses Geld dürft ihr einerseits für in den Geschäften investieren und so Outfits in der Boutique, Inselveränderungen oder Haus-Verschönerungen bzw. Werkstatteinsätze zu finanzieren, andererseits fließt das Geld in euren Wunschbrunnen, der euer Insellevel erhöht und eure Spielmöglichkeiten erweitert. Natürlich erzeugen diese Spielmechaniken eine gewisse Wiederholung eurer Aktionen, die Aktivitäten der Protagonisten entschädigen aber häufig.

Technischer Insel-Unterbau

Technisch läuft Tomodachi Life auf der Nintendo Switch absolut überzeugend. Ihr erhaltet eine gelungene Grafik, eine plastische Insel in Vogelperspektive mit Zoom-Möglichkeit und stimmungsvolle Mimiken eurer Miis. Treffen sie aufeinander, wird nicht selten eine filmische Animation gestartet, in der die Charaktere mit einander interagieren und euch ans Herz wachsen.

Je häufiger Miis miteinander zu tun haben, was zufällig passieren oder auch durch eure gesteuerte Bewegung erfolgt, verändern sich die Beziehungswerte. Bewohner können sich anfreunden und sogar verlieben, heiraten und Kinder kriegen und sich wiederum entzweien. Hitzige Diskussionen und leidenschaftliche Unterhaltungen, alles ist auf eurer Insel möglich und meist so unterhaltsam, wenn ihr ein zufälliges Gesprächsthema definiert habt, über das sich eure Inselfreunde plötzlich mit absolutem Ernst unterhalten, gleichzeitig aber zum Schreien komisch aussehen, weil ihr sie mit keinem Funken Anstand designt habt und sie mit ihren Eigenarten und Stimmen so karikiert habt, dass sie einfach immer gute Laune machen.

Die Ladezeiten während alldem sind kurz und auch der Wechsel in Gebäude und Shop-Interfaces läuft flüssig. Egal ob im Handheld-Betrieb oder im Docked-Modus, Tomodachi Life ist kein grafisch schillernder oder temporeicher Titel, sondern ein Spiel, das sich traut markant, polarisierend und eben urkomisch zu sein, wenn ihr es zulasst!

Sound- und Spielanpassungen

Dass sich die Melodien und Stimmen eurer Wahl anpassen, ist eine folgelogische Konsequenz, die sich nahtlos ins Spielerlebnis einbettet und Spaß macht. Großartige Soundtracks dürfen nicht erwartet werden, werden aber auch nicht ernsthaft gebraucht.

Bei den Barrierefreiheiten hätten wir uns ein paar mehr Optionen gewünscht, gerade auch für die Editoren oder das Platzieren von Objekten. Hier fällt die Optionsvielfalt allerdings sehr mager aus und geht kaum über klassische Lautstärken-Optionen und Kamera-Einstellungen hinaus. Ebenso hätte die stetig wachsende Insel noch mehr als 70 Miis vertragen dürfen. Auch ein Nintendo Switch 2 Update zur Integration des Maus-Modus wäre ein charmantes Plus gewesen, das wir aber gut verschmerzen können, während unser Bauch noch vom letzten, herzhaften Lacher kribbelt.

8.0Wertung

Fazit

Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden ist ein absurd-schöner Spaß! Ihr gestaltet einerseits eine Lebens- und Inselsimulation, die mit Geschäften und Miis an Möglichkeiten wächst, gleichzeitig aber auch vor Charakteren mit echten Persönlichkeiten sprüht und für so viel Unterhaltung sorgt, dass die eigentypischen Mii-Designs nicht besser integriert werden könnten. Das Spiel hat ein angenehmes Tempo, sodass sich Fortschrittsgefühl und Spielspaß in guter Balance befinden. Auch technisch und audio-visuell punktet Tomodachi Life. Ein optionales Switch 2 Update für den Maus-Modus hätten wir uns gewünscht, diverse Tutorials und umfangreiche Customizing Editoren sorgen aber dafür, dass uns am Ende nicht ernsthaft etwas fehlt, viel lieber genießen wir die Inselzeit mit einem breiten Grinsen im Gesicht!

Design
8.0
Sound
7.0
  • Fantastischer Mii-Editior
  • Absurd-witzige Persönlichkeiten
  • Tolle Insel-Konfigurationen
  • Gutes Fortschrittserlebnis
  • nur 70 Miis möglich
  • gewisse Spielverlaufs-Wiederholungen
  • kein Switch 2 Maus-Modus

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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