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Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs

Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs

Marcel

Wenn man über deutsche Kinderunterhaltung spricht, stößt man unweigerlich auf den Kobold mit dem roten Haar. Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs knüpft genau daran an und lässt uns selbst in die Rolle des schabernacktreibenden Mitbewohners von Schreinermeister Eder schlüpfen. Das Spiel richtet sich klar an die „kleinen Gamer“, die Lust auf Abenteuer, Unsinn und kindliche Fantasie haben. Schauen wir uns also an, was der Kobold in diesem digitalen Abenteuer alles anstellen kann.

Hurra Hurra der Pumuckl ist da

Meister Eder hat Pumuckl damit beauftragt aufzuräumen, sehr zu dessen Missfallen. Also macht er sich widerwillig und auf chaotische Pumuckl Art ans Werk. Dabei stößt er unerwartet auf ein Flaschenschiff, das von einem lebenden Papagei bewohnt wird. Natürlich möchte der hilfsbereite Kobold diesen befreien. Doch stattdessen wird Pumuckl in die Flasche hineingezogen und findet sich plötzlich auf einer Insel wieder, zusammen mit dem Piratenkapitän Krimskrams und dessen Papagei.

Diese erzählen ihm, dass nur die Piratenkrone helfen kann, da sie einem würdigen Träger einen Wunsch erfüllt. Allerdings gibt es zwei Probleme: Erstens sitzt die Krone auf dem Haupt des geisterhaften Piratenkönigs und zweitens hat dieser sich hinter einer Tür verschanzt, die nur geöffnet werden kann, wenn genug Schokoladen Dublonen gesammelt wurden. Also tut sich Pumuckl mit Käptn Krimskrams zusammen, um genau diese Aufgabe zu lösen.

Auf ins Abendteuer

Das Abenteuer entfaltet sich in liebevoll gestalteten Dioramen, die Jump and Run Passagen mit kleinen Knobeleien verbinden. Immer wieder stolpert man über Rätsel, die von Schieberätseln über Schalter- und Memory-Spiele bis hin zu verschlungenen Labyrinthen reichen. Und als wäre das nicht genug, springen euch zwischendurch Skelette, Geister oder Blasen spuckende Muscheln entgegen. Zum Glück findet ihr in jedem Level Wurfgeschosse, mit denen ihr diese Gestalten problemlos aus dem Weg räumen könnt. Nur die Skelette machen es euch nicht ganz so leicht, denn sie halten aktiv nach euch Ausschau. Zwar könnt ihr euch unsichtbar machen, aber Farbe, die eure Fußspuren verrät, oder laute Geräusche machen euch schneller zum Ziel als euch lieb ist.

Wenn ihr erwischt werdet, in eine Dornenranke rennt, abgeschossen werdet oder vom Diorama fallt, verliert ihr ein Leben. Zum Glück geht es direkt an der entsprechenden Stelle weiter. Neue Leben findet ihr im Level, besonders wenn ihr eine Schaufel entdeckt und an einem klassischen Piraten X grabt. Außerdem könnt ihr überall verteilte Münzen gegen Federn des Papageis eintauschen, die als eure Lebensanzeige dienen.

Ein Level endet erst, wenn ihr die Schokoladen Dublone eingesammelt habt und führt euch direkt zur nächsten Aufgabe. Dafür müssen allerdings alle Rätsel gelöst, Flaschen abgeschossen oder Monster besiegt werden, je nachdem, was das Level verlangt. Auf dem Weg könnt ihr außerdem einen Seestern finden, von denen es pro Level genau einen gibt. Und wo Sammelgegenstände sind, sind Erfolge nicht weit. Leider wurden diese in unserem Test erst nach einem Neustart des Spiels aktiviert, was für ein wenig Stirnrunzeln sorgte.

Die Level sind insgesamt gut gestaltet, doch in den späteren der fünfunddreißig Abschnitte merkt man, dass einige Wege unnötig in die Länge gezogen wurden, um die Spielzeit zu strecken. Die Steuerung ist grundsätzlich kindgerecht und leicht verständlich, doch das Platforming verlangt manchmal überraschend viel Präzision, was durch eine nicht immer zuverlässige Kollisionsabfrage erschwert wird. Das kann gerade für Kinder frustrierend sein. Dazu kommen einzelne Mechaniken, die nicht sofort logisch erscheinen. Jeder Schalter hat eine klare Aufgabe, nur ein einziger muss zweimal für unterschiedliche Aktionen genutzt werden, was die junge Zielgruppe verwirren könnte. Auch die genaue Positionierung vor Interaktionsobjekten ist oft entscheidend. Zwar richtet sich die Figur bei Druck auf die Interaktionstaste automatisch aus, aber auch das muss erst verstanden werden und hätte eleganter gelöst werden können.

Wer möchte, kann das Abenteuer sogar zu zweit erleben. Dann steuert Spieler eins den Pumuckl und Spieler zwei den Kapitän Krimskrams, und gemeinsam könnt ihr euch durch die Level schlagen und die Aufgaben lösen.

Ein lieber Kobold der auch frech sein kann

Die Piratenwelt mit ihren kleinen Inseln, wackligen Stegen und verstreuten Schiffsteilen ist wirklich liebevoll gestaltet, auch wenn der Zeichenstil nicht immer perfekt zum ikonischen Look des Pumuckl passt. Ein kleines Ärgernis bleibt das Startbanner, das zu Beginn jedes Levels viel zu lange im Bild hängt und große Teile des Geschehens verdeckt. Ihr bekommt zwar schon die Steuerung übergeben, aber sehen, wohin ihr eigentlich lauft, könnt ihr erst, wenn das Banner endlich verschwindet.

Die Geschichte selbst wird über animierte Standbilder mit vollständiger Vertonung erzählt. Gerade für jüngere Kinder ist es ein großer Pluspunkt, dass wirklich alles gesprochen ist. Selbst die Menüauswahl wird vom Pumuckl kommentiert, sodass auch Kinder, die noch nicht sicher lesen können, problemlos verstehen, was zu tun ist. Allerdings wurden die Sprachsamples nicht vollständig an das System angepasst, sodass in manchen Anweisungen von der Interaktionstaste die Rede ist und nicht von der A Taste. Das kann verwirrend sein.

Zudem scheinen einzelne, wenn auch sehr wenige, Sprachsamples zu fehlen.

Die Synchronisation ist ein besonders sensibles Thema. Hans Clarin, die legendäre Stimme des Pumuckl, ist im letzten Jahr verstorben. In den aktuellen Fernsehproduktionen übernimmt Kabarettist Maxi Schafroth die Rolle, unterstützt von einer KI Synchronisation, die mit der Stimme von Hans Clarin trainiert wurde und deren Rechte bei der Familie Clarin liegen. In den Credits des Spiels wird jedoch kein Sprecher erwähnt, dafür aber der Familie für die Bereitstellung der KI Stimme gedankt. Es liegt also nahe, dass der Pumuckl hier vollständig per KI vertont wurde.

Man muss allerdings zugeben, dass die wiederkehrenden Kommentare des Kobolds erstaunlich authentisch klingen, auch wenn sie nicht immer perfekt zum aktuellen Geschehen passen. Für Kritiker von KI Synchronisationen ist es besonders bitter, dass ausgerechnet diese KI Stimme im direkten Vergleich zu den drei echten Sprechern des Spiels am überzeugendsten wirkt. Die Betonung und Emotionalität von Käptain Krimskrams, seinem Papagei und dem Piratenkönig lassen nämlich spürbar Luft nach oben. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine teils seltsame Aufteilung der Textboxen, die zu merkwürdigen Pausen in den Sprachsamples führt, manchmal sogar mitten im Satz.

6.0Wertung

Fazit

Pumuckl und die Krone des Piratenkönigs ist ein sympathisches, kindgerechtes Abenteuer, das vor allem durch seine liebevolle Welt und die vollständige Vertonung punktet. Viele Ideen sind charmant umgesetzt und machen das Spiel für jüngere Fans gut zugänglich. Gleichzeitig merkt man ihm an, dass nicht jede Entscheidung ganz rund ist: Einige spielerische Hürden, technische Ungenauigkeiten und eine Präsentation, die nicht immer zum ikonischen Pumuckl Stil passt, trüben das Gesamtbild ein wenig. Trotzdem bleibt ein freundliches, leichtes Piratenabenteuer, das besonders für Kinder gut funktioniert und mit seinem Herz am richtigen Fleck überzeugt. Erwachsene Pumuckl Fans finden hier vielleicht nicht die perfekte Umsetzung, aber durchaus einen kleinen, nostalgischen Ausflug in die Welt des Kobolds.

Design
7.0
Sound
6.0
Online Multiplayer
6.5
  • echtes Pumuckl Feeling
  • liebevolle Gestaltung
  • kurzweiliges Gameplay
  • schlechte Synchronisation der Nebencharaktere
  • Platforming hakelig
  • Kurze Spielzeit

Vielen Dank an die Firma THQ Nordic für die Bereitstellung des Testmusters.

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