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Shadow Tactics: Blades of the Shogun

Shadow Tactics: Blades of the Shogun

Philipp

Schwerter, Shuriken und messerscharfer Verstand: Es ist Zeit für knallharte Taktik! Das Münchener Studio Mimimi Games belebte vor 10 Jahren mit Shadow Tactics: Blades of the Shogun das fast vergessene Genre der Echtzeit-Schleichtaktik wieder. Wir klären im Test, ob der nervenaufreibende Einsatz der fünf Spezialisten auch auf Nintendos neuster Konsole ein Volltreffer ist und das Genre weiter am Leben hält.

Shadow Tactics: Blades of the Shogun

NSW2

Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 16

Ein zeitloses Taktik-Meisterwerk findet den Weg zu Nintendo

Das Genre: Die Rückkehr eines Klassikers

Um zu verstehen, warum Shadow Tactics unter Kennern einen so legendären Ruf genießt, muss man die Uhr ein Stück zurückdrehen. Der Titel ist kein Unbekannter: Bereits 2016 feierte er sein Debüt auf dem PC, gefolgt von den Versionen für PS4 und Xbox One im Jahr 2017. Dass das Spiel auch zehn Jahre nach seinem ersten Erscheinen im Jahr 2026 auf der Switch 2 eine hervorragende Figur macht, spricht für die zeitlose Qualität des Gamedesigns.

In der Tradition von Klassikern wie Commandos steuert ihr eine stark unterlegene Gruppe hinter feindlichen Linien. Die Formel ist so simpel wie genial: Studiert die Sichtkegel der Wachen, kombiniert die Fähigkeiten eurer Spezialisten und nutzt die Schnellspeicher-Funktion exzessiv.

Story & Prämisse: Spannend und nachvollziehbar

Japan im Jahr 1615: Ein neuer Shogun hat die Macht ergriffen und landesweit Frieden gebracht. Doch eine mysteriöse Verschwörung unter der Führung des geheimnisvollen Kage-sama droht, das Land erneut in einen blutigen Krieg zu stürzen. Um diese Rebellion im Keim zu ersticken, heuert der Shogun Meister der Infiltration an. Die Geschichte gewinnt zwar vielleicht keinen Preis für die unerwartetsten Plottwists, bleibt aber spannend und begründet die Motivationen der Charaktere durchweg logisch.

Das Team: Fünf Profis, unzählige Möglichkeiten

Der absolute Kern des Spiels ist das Zusammenspiel eurer Truppe. Dabei ändert sich die Zusammenstellung eurer Charaktere von Mission zu Mission. Ihr seid fast nie mit dem kompletten Fünfer-Gespann unterwegs, was Routine verhindert, und ständige Anpassung erfordert. Jeder der fünf Taktiker spielt sich grundlegend anders:

Hayato:Der pragmatische Ninja ist euer Mann für die Vertikale. Mit seinem Greifhaken erklimmt er Dächer, lenkt Wachen mit gezielten Steinwürfen ab und schaltet sie lautlos auf Distanz mit seinem Shuriken aus. Letzteren müsst ihr danach allerdings wieder vom Tatort einsammeln.

Mugen: Der stolze und schwer gepanzerte Samurai ist das genaue Gegenteil. Er kann zwar nicht klettern, ist aber stark genug, um gleich zwei Leichen auf einmal wegzutragen. Sein Sake-Fläschchen ist der perfekte Köder für durstige Wachen, und mit seinem vernichtenden Schwertwirbel kann er als Einziger bis zu drei Feinde gleichzeitig ausschalten.

Yuki: Die junge Straßendiebin ist aktuell unser absoluter Favorit im Test! Sie verlässt sich auf tödliche Fallen. Mit ihrer Flöte lockt sie neugierige Wachen zielgenau an, bis das tödliche Schnappen ihrer Bärenfalle das Problem löst. Da sie körperlich schwach ist, schleift sie Leichen nur sehr langsam fort, was verdammt gutes Timing erfordert.

Aiko: Die Meister-Spionin ist ein Trumpf in gut bewachten Arealen. Findet ihr im Level ein passendes Gewand, kann sie sich verkleiden, völlig frei durch feindliche Linien spazieren und Wachen in Gespräche verwickeln. Mit ihrem Niespulver blendet sie zudem Patrouillen kurzzeitig und verringert so deren Sichtkegel drastisch.

Takuma: Der weise Scharfschütze mit Holzbein ist für die ganz großen Distanzen zuständig. Seine Munition ist starklimitiert, weshalb jeder Schuss sitzen muss. Sein bester Trick ist jedoch sein kleiner Gefährte: Der zahme Marderhund Kuma zieht mit niedlichen Kunststücken gleich mehrere Wachen auf einmal magisch an und lenkt sie ab.

Gameplay & Schwierigkeitsgrad: Tödliches Taktik-Ballett

Shadow Tactics erfordert Geduld und akribische Planung. Wer unvorsichtig agiert, sieht nach wenigen Sekunden den Game-Over-Bildschirm. Doch genau hier glänzt das Leveldesign: Viele Wege führen zum Ziel. Jede Mission lässt sich mit völlig verschiedenen Lösungsansätzen bewältigen. Manchmal gibt uns das Spiel einen Wink mit dem Zaunpfahl, doch wer die Umgebung genau beobachtet, findet immer neue, kreative Routen, um die Mission zu meistern.

Der Shadow-Mode: Ein absolut unverzichtbares Werkzeug für diese kreativen Lösungswege ist der Shadow-Mode. Er erlaubt es uns, das Vorgehen akribisch, aber in aller Ruhe zu planen. Wir weisen jedem Charakter im Vorfeld eine Aktion zu und lassen sie dann auf Knopfdruck simultan ausführen. Da oftmals Aktionen so rasend schnell hintereinander (oder exakt zeitgleich) durchgeführt werden müssen, um keinen Alarm auszulösen, wäre das Spiel ohne diese geniale Planungs-Funktion gar nicht erst schaffbar.

"One more trial": Das Spiel bietet einen verzeihenden Anfänger-, einen Normal- und einen Hardcore-Modus. Ein massiver Motivationsschub für Perfektionisten sind die speziellen Auszeichnungen (Badges), die man für besondere Ziele freischaltet. Da diese im Anfänger-Modus deaktiviert sind, treibt das den Wiederspielwert auf den höheren Stufen enorm in die Höhe und befeuert das legendäre "One more trial"-Gefühl.

Leveldesign & Technik: Dioramen ohne Wartezeit

Jede Karte wirkt wie ein wunderschönes, handgebautes Diorama, bei dem es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Das grundlegende Grafikkonzept sieht toll aus, aber führt manchmal auch dazu, dass das Spiel etwas unscharf wirkt. Hier hätte man zehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung gerne nochmal nachlegen können. Ladevorgängen nach einem Fehlversuch gibt es absolut nichts zu beanstanden. Es entstehen keine relevanten Wartezeiten, was den Spielfluss enorm hochhält.

Was noch besonders schön ist: Bei der Sprachausgabe kann man auch den japanischen Original-Ton nehmen. Gepaart mit dem deutschen Untertitel erhält man so ein super Gefühl für das japanische Setting.

Steuerung: Controller oder Joy-Con-Maus?

Die Controller-Steuerung: Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht die klassische Pad-Steuerung erstaunlich gut von der Hand. Das komplexe Geschehen wurde clever auf die Tasten gelegt.

Die Joy-Con-Maus: Sehr lobenswert ist, dass die neue Maus-Funktion der Switch-2-Joy-Cons unterstützt wird. In der Praxis zeigt sich jedoch ein Haken: Der linke Joy-Con ersetzt in diesem Modus die Tastatur, während der rechte Joy-Con als Maus fungiert. Man muss sich massiv an die vielen Shortcuts auf dem rechten Joy-Con eingewöhnen, da man am Ende eben doch keine klassische, flach aufliegende Maus in der Hand hält. Für die meisten Spieler dürfte der klassische Controller auf der Couch daher die bequemere Wahl bleiben.

Die perfekte Zugabe: Aiko's Choice

Wer nach der umfangreichen Hauptkampagne noch immer nicht genug vom feudalen Japan hat, darf sich über die Erweiterung Aiko's Choice freuen, für die man allerdings zusätzliches Geld über den Tresen schieben muss. Dieser zusätzliche DLC fokussiert sich ganz auf die Vergangenheit unserer Meister-Spionin Aiko und ihre Konfrontation mit ihrer ehemaligen Lehrmeisterin Lady Chiyo. Spielerisch erwartet euch hier mehr vom (hervorragenden) Selben: Drei gewaltige neue Hauptmissionen und drei kleinere Zwischenspiele fordern euer taktisches Können noch einmal aufs Äußerste. Der Schwierigkeitsgrad zieht hier merklich an und richtet sich klar an Veteranen, die das Hauptspiel bereits gemeistert haben. Ein solider Bonus, der allerdings seinen Preis hat.

8.0Wertung

Fazit

Shadow Tactics: Blades of the Shogun ist auch 2026 auf der Switch 2 ein Hochgenuss für Fans der Stealth-Tactic-Games. Wir Commandos und Desperados geliebt hat, kommt auch hier auf seine Kosten. Mimimi Games liefert brillantes Map-Design und forderndes Gameplay, das durch den genialen Shadow-Mode zur absoluten Perfektion getrieben wird. Die Jagd nach den Auszeichnungen sorgt für massiven Wiederspielwert. Wer dieses Taktik-Juwel in den letzten zehn Jahren verpasst hat, sollte jetzt definitiv zugreifen.

Design
7.0
Sound
8.0
  • Hervorragendes Leveldesign zwingt zu kreativem Denken
  • Fünf völlig unterschiedliche Taktiker mit tollen, tiefgründigen Fähigkeiten
  • Massiver Wiederspielwert dank cleverer Auszeichnungen/Badges
  • Aiko's Choice-Erweiterung bietet tolles Futter für Veteranen (DLC)
  • Joy-Con-Maus erfordert massive Eingewöhnung (linke Hand Tastatur-Ersatz, rechte Hand Shortcut-Maus)
  • Der gnadenlose Schwierigkeitsgrad könnte ungeduldige Naturen abschrecken
  • Mit 39,99 EUR sehr teuer, da auf anderen Plattformen oft schon für unter 10,00 EUR zu haben

Vielen Dank an die Firma Daedalic für die Bereitstellung des Testmusters.

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