Zum Inhalt springen
Minishoot Adventures - Nintendo Switch 2 Edition

Minishoot Adventures - Nintendo Switch 2 Edition

Maik

Mit Minishoot' Adventures landete Anfang März ein Indie-Abenteuer im Nintendo eShop, das sich zuvor bereits auf Steam größerer Beliebtheit erfreute. Offene Erkundung, klassische Top Down Shooter Action und eine farbenfroh gestaltete Welt sollen euch auf eine Reise schicken, die ebenso entspannend wie herausfordernd sein kann.

Wir haben uns mit unserem kleinen Raumschiff in die Lüfte geschwungen, die Welt erkundet, Bosse besiegt und Freunde gerettet. Wie gut uns Minishoot‘ Adventures auf Nintendo Switch 2 gefallen hat, lest ihr in diesem Test.

Rein ins Raumschiff

Die Geschichte von Minishoot' Adventures beginnt klischeehaft dramatisch. Der sogenannte Nicht-Auserwählte ist zurückgekehrt und mit ihm tauchen seine Schergen aus der Unterwelt auf. Euer Dorf wird zerstört und eure Freunde werden in einem verdorbenen Kristall eingeschlossen. Damit liegt es an euch, mit eurem kleinen Schiff aufzubrechen und die Welt zu retten.

Statt euch durch lange Dialoge zu führen, erzählt das Spiel seine Geschichte hauptsächlich über seine Welt. Ohne Umschweife merkt ihr, dass die Umgebung voller Geheimnisse steckt. Verschiedene Regionen, versteckte Pfade (Höhlen, Bodenlöcher, verborgene Schalter, Gegner hinter Bäumen etc.) und ungewöhnliche Orte sorgen dafür, dass sich die Reise tatsächlich wie ein kleines Abenteuer anfühlt, in dem ihr mit Boost, Geschossen und Schild zu Werke geht.

Während unseres Tests gefiel uns besonders, wie liebevoll die Welt gestaltet ist. Unterschiedliche Bereiche wechseln sich regelmäßig ab, je mehr ihr die Karte aufdeckt. Ihr entdeckt Gebäude, Pagoden, kleine Wasserläufe, Höhlen und bewaldete Abschnitte. Gleichzeitig lauern immer wieder Gegner und Bossgegner, die euch daran erinnern, dass diese Welt keineswegs friedlich ist – zumindest noch. Nicht selten werdet ihr überrascht, wenn sich Räume plötzlich versiegeln und ihr erst einmal Gegner inklusive ihrer Bullet-Hell-Wellen überstehen müsst.

Spielsystem und Erkundung

Das Herzstück von Minishoot' Adventures ist seine semi offene Welt. Ihr bewegt euch frei über die Karte und entdeckt immer neue Wege, die oft erst durch kleine Rätsel oder aktivierte Schalter zugänglich werden. Über Verbindungspunkte öffnet ihr Schritt für Schritt neue Bereiche, wodurch sich die Karte langsam erweitert.

Im Verlauf des Spiels stoßt ihr auf uralte Tempel, unterirdische Höhlen oder versunkene Städte. Jeder dieser Orte bringt eigene Herausforderungen und Geheimnisse mit sich. Genau dieser Entdeckergeist ist es, der Minishoot' Adventures besonders auszeichnet.

Allerdings stellten wir während des Tests fest, dass euch das Spiel nur selten klare Hinweise gibt. Wer gerne tüftelt, zurückläuft und gründlich erkundet, wird diese Freiheit lieben. Spielerinnen und Spieler, die stärker geführt werden möchten, könnten sich hingegen gelegentlich etwas verloren fühlen.

Zur Erkundung gehört auch, dass ihr euch vier verschiedenen Boss-Dungeons stellt, in denen ihr, nach vorgestellter Manier, Schlüssel und einen Boss-Stein finden müsst, um am Ende einem gewaltigen Gegner die Robo-Lichter auszuschalten. Das macht nicht nur gewaltig Spaß, sondern ist ebenso herausfordernd, wenn ihr nicht gerade auf dem niedrigen Schwierigkeitsgrad oder mit Hilfe von Barrierefreiheitseinstellungen spielt.

Gameplay und Kämpfe

Gesteuert wird fortwährend ein kleines, erstaunlich wendiges Raumschiff. Die Steuerung folgt dem klassischen Twin-Stick-Prinzip. Mit einem Stick bewegt ihr euch durch die Welt, mit dem anderen richtet ihr eure Waffen aus. Das funktioniert präzise und sorgt für ein sehr direktes Spielgefühl. Zusätzlich könnt ihr mit der Schultertaste – nach freischalten – Boosten und einen Superschuss ausführen, der viel stärker ist.

In den Kämpfen zeigt Minishoot' Adventures dann seine zweite große Stärke. Immer wieder müsst ihr euch durch intensive Gefechte kämpfen, bei denen zahlreiche Geschosse durch den Bildschirm fliegen. Besonders die Bosskämpfe erinnern an klassische Bullet Hell Spiele, bei denen schnelles Reagieren und präzises Ausweichen entscheidend sind.

Gerade hier entsteht ein spannendes Risk-Reward-Prinzip. Wer aggressiv angreift, kann Kämpfe schneller beenden, setzt sich jedoch auch stärker der Gefahr aus. Wir mussten uns mehr als einmal durch dichte Projektilmuster schlängeln, während wir gleichzeitig versuchten, unsere Gegner unter Beschuss zu halten.

Fortschrittssystem und Upgrades

Ein zentraler Motivationsfaktor ist das stetige Verbessern eures Raumschiffs. Während ihr die Welt erkundet, sammelt ihr Kristalle, Gegenstände und Bauteile, die eure Fähigkeiten dauerhaft erweitern.

Kristalle lassen sich beispielsweise in Upgrades für eure Waffen investieren. Dadurch erhöht ihr eure Schussreichweite, steigert den Schaden oder verbessert eure Geschwindigkeit, den Boost usw. Im späteren Spielverlauf feuert ihr so deutlich schneller und stärker, was besonders gegen größere Gegnergruppen spürbar wird.

Auch eure Gesundheit lässt sich ausbauen. Über Herzteile erhöht ihr eure maximale Lebensenergie, wodurch ihr in den hektischen Gefechten länger durchhaltet. Zusätzlich findet ihr alte Artefakte, die praktische Komfortfunktionen freischalten, darunter etwa ein Kompass, Kartenmarkierungen oder Hinweissymbole.

Besonders motivierend ist außerdem, dass eure geretteten Freunde euch unterstützen. Jeder von ihnen bringt eigene Vorteile mit sich, wodurch sich eure Möglichkeiten im Laufe des Spiels spürbar erweitern.

Grafik und Technik auf der Nintendo Switch 2

Optisch setzt Minishoot' Adventures auf eine Mischung aus Cartoon- und Pixelgrafik und handgezeichnete Welten. Gerade beim Erkunden der verschiedenen Regionen fällt auf, wie viel Liebe zum Detail in der Gestaltung steckt. Kleine Gebäude, Pflanzen, Wasserläufe oder dekorative Elemente sorgen dafür, dass sich die Welt organisch anfühlt. Trotz der minimalistischen Darstellung entsteht so ein angenehmes Gesamtbild.

Technisch läuft das Spiel auf der Nintendo Switch 2 stabil. Während unserer Testphase traten keine nennenswerten Performanceprobleme auf, selbst in chaotischen Gefechten mit vielen Projektilen bleibt die Bildrate zuverlässig.

Eine Überraschung gab es allerdings bei den Ladezeiten. Für ein vergleichsweise kleines Spiel fallen diese auf der Switch 2 erstaunlich lang aus. Zwar treten sie nicht ständig auf, doch gerade beim Spielstart oder Wechsel zwischen Gebieten sind sie deutlich spürbar.

Sound und Atmosphäre

Der Sound von Minishoot' Adventures erfüllt seine Aufgabe solide. Die musikalische Begleitung bleibt angenehm im Hintergrund und unterstützt das Spieltempo, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.

Einen besonders markanten Soundtrack solltet ihr jedoch nicht erwarten. Die Musikstücke sind eher funktional angelegt und begleiten eure Abenteuer zuverlässig, ohne dass einzelne Tracks lange im Gedächtnis bleiben.

Dafür passen die Soundeffekte hervorragend zum Geschehen. Schüsse, Explosionen und Treffer vermitteln ein gutes Gefühl für die Action und sorgen dafür, dass die Kämpfe dynamisch wirken.

Barrierefreiheit und Schwierigkeitsgrad

Ein Bereich, in dem Minishoot' Adventures wirklich glänzt, ist die Barrierefreiheit. Das Spiel bietet gleich drei Schwierigkeitsgrade, die sich an unterschiedliche Spielstile richten.

Darüber hinaus könnt ihr zahlreiche Hilfsoptionen aktivieren. Zielunterstützung erleichtert das Treffen von Gegnern, automatisches Feuern nimmt euch das Dauerdrücken der Schusstaste ab und weitere Einstellungen passen das Spielgefühl individuell an.

Wer möchte, kann sogar Unverwundbarkeit aktivieren. Dadurch wird das Spiel zu einem entspannten Erkundungsabenteuer ohne Risiko. Allerdings verschwindet damit auch ein Großteil der Herausforderung, an der man persönlich wächst und sein Erfolgsgefühl aufbaut. In dieser Form lässt sich die Kampagne relativ schnell – in unter 5 Stunden - abschließen.

Umfang und Wiederspielwert

Die Spielzeit hängt stark davon ab, wie gründlich ihr die Welt erkundet und welche Schwierigkeitsoptionen ihr nutzt. Wer sich intensiv mit Geheimnissen, Upgrades und optionalen Inhalten beschäftigt, wird deutlich länger beschäftigt sein.

Vor allem Sammler kommen auf ihre Kosten. Herzteile, Kristalle und versteckte Verbesserungen motivieren dazu, immer wieder in bereits erkundete Regionen zurückzukehren. Auch kleine Feen können befreit bzw. in Rennen herausgefordert werden. Mit einem der späteren Upgrades könnt ihr euch auch akustische Signale ausgeben lassen, wo etwas versteckt ist bzw. auf der Karte Markierungen von erledigten und offenen Zielen bzw. Signalen aktivieren, um eure Aufgaben zu komplettieren.

Wer dagegen vor allem der Hauptlinie folgt oder viele Hilfsoptionen nutzt, wird das Abenteuer deutlich schneller abschließen. Dennoch bleibt die Reise durch diese charmante Welt kurzweilig und unterhaltsam.

8.0Wertung

Fazit

Minishoot' Adventures ist ein verdammt charmantes Pixel-Bullet-Hell-Spiel. Es verbindet Erkundung und Shooter Action zu einem überraschend spaßigen Abenteuer. Die offene Welt voller Rätsel und Schalter lädt zum Entdecken ein, während intensive Kämpfe für den nötigen Nervenkitzel sorgen. Besonders die große Freiheit beim Schwierigkeitsgrad und dem Abbau von Barrieren macht das Spiel für viele unterschiedliche Spielstile zugänglich. Gleichzeitig verlangt euch das Design der Welt hier und da Geduld und Entdeckerfreude ab. Wer Bullet-Hell-Action und freie Erkundung liebt, findet hier eine kurzweilig-wunderbare Reise voller Geheimnisse.

Design
8.0
Sound
7.0
  • Charmante, abwechslungsreiche Pixelwelt
  • Gelungene Mischung aus Erkundung und Shooter Action
  • Motivierende Upgrades und Sammelobjekte
  • Sehr umfangreiche Barrierefreiheitsoptionen
  • Überraschend lange Ladezeiten
  • Kaum Führung durch die offene Welt
  • Musik bleibt eher unauffällig

Vielen Dank an die Firma Seaven Studio für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!