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Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection

Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection

Ulrich

Mit Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection geht das Spin-off in die nächste Runde. Während die Hauptreihe vorwiegend auf Action setzt, steht hier die Aufzucht von Monsties, Strategie und das Erkunden der Biome im Vordergrund. Wie uns der Titel gefallen hat, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection

NSW2

Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Krieg der Königreiche

Die Geschichte spielt im Königreich Azuria. Zu Beginn der Handlung wird ein geheimnisvolles Monster-Ei aus einem Kristall geborgen. Bei der Zeremonie schlüpfen draus die Rathalos-Zwilinge. Doch was wie ein Wunder wirkt, entpuppt sich als düsteres Omen. Es kommt zu politischen Spannungen mit dem Nachbarreich Vermeil – ein Krieg scheint unausweichlich. Daneben legt sich eine fortschreitende Kristallisation über das Land, Lebensräume verschwinden, Monster und selbst ihre Eier werden eingeschlossen, als wären sie in Bernstein konserviert.

Ihr schlüpft in die Rolle des Kronprinzen oder der Kronprinzessin von Azuria und kommandiert gleichzeitig eine Spezialeinheit von Ridern – die Ranger. Im Vergleich zu anderen, setzen diese ihre Monsties nicht nur zum Kampf ein, sondern sie kümmern sich auch um die Aufzucht und Wiederauswilderung. Es geht einerseits um Konflikte und Kämpfe, auf der anderen Seite auch um den Schutz eines kompletten Ökosystems – das sich deutlich von der klassischen Monsterjagd abhebt. Es geht um Politik, um die Bedrohung unbändiger Monster, um Bindung und Freundschaft. Es gilt die Ländereien vor Krieg und der Kristallisation zu retten. Dabei werden gekonnt diverse Spielmechaniken sinnvoll in die Erzählung eingebunden.

Bewährtes Kampfsystem.

Herzstück des Spiels ist weiterhin das rundenbasierte Kampfsystem, welches taktisch und von seiner Vielfalt an Möglichkeiten sehr ausgeklügelt ist. In den Kämpfen stehen euch andere Ranger, sowie deren Monsties zur Seite. Insgesamt könnt ihr bis zu sechs Monsties in euer Team aufnehmen.

Die Auseianderssetzungen funktionierten weiterhin nach folgendem Prinzip:

- Kraft schlägt Technik
- Technik schlägt Geschwindigkeit
- Geschwindigkeit schlägt Kraft

Treffen im Kampf zwei direkte Angriffe aufeinander, so kommt es zur Konfrontation, wo eure gewählte Schlagtechnik von Entscheidung ist. Gewinnt ihr diese, verursacht dies erhöhten Schaden und der Bindungsbalken zu eurem Monstie lädt sich auf. Verliert ihr hingegen, so erleidet ihr höheren Schaden. Elementschwächen, Ausdauerverbraucht für Spezialtechniken und Items erweitern die taktischen Möglichkeiten.

Startet ein Kampf, so ist es möglich diesen abzubrechen, wenn eure Stufe deutlich höher ist als jene des Monsters. Auch müsst ihr es bereits einmal davor erlegt haben, um das „Schnelle Ende“ zu verwenden. Großartig ist, dass ihr dennoch Erfahrungspunkte und Monstermaterialien erhaltet. Wir haben die Funktion des Öfteren genutzt um schneller voranzukommen.

Ride on!

Ist euer Bindungsbalken gefüllt, so könnt ihr via Schultertasten auf eure Monsties steigen. Dadurch steigen eure Werte und ihr erhaltet Zugriff auf mächtige Bindungsfähigkeiten – inklusiver cooler Angriffssequenz. Mit diesen könnt ihr gegnerische Aktionen unterbrechen, jedoch endet das Reiten nach dem Einsatz einer solchen Fähigkeit. Dies geschieht auch, wenn eure TP auf Null fallen oder ihr zwei Konfrontationen verliert.

Unbändige Monster

Oftmals begegnen euch bei euren Erkundungen „unbändige Monster“, welche über kristallisierte Körperteile verfügen. Greift ihr jene Stellen gezielt an, kann es passieren, dass ein Rückschlag-Konter ausgelöst wird. Zerstört ihr diese kristallisierten Teile, schwächt ihr den Gegner und seine besonders mächtigen unbändigen Angriffe. Außerdem entlädt sich der Wyvernseelen-Balken schneller. Dieser zeigt die „aufgestaute“ Energie, die dem Monster zur Verfügung steht. Ist diese geleert, fängt die Kreatur meistens an zu taumeln und ihr könnt mit X einen besonders starken "Synchronansturm" starten. Hier greifen alle gleichzeitig an.

Waffen, Monsternester und Stallungen

Die Waffen der Rider verursachen Hieb-, Stich- oder Schlagschaden. Jede dieser Schlagarten ist für ein gewissen Monsterart effektiv. So macht es Sinn, mehre Waffen unterschiedlicher Schlagarten ausgerüstet zu haben. Ihr könnt so jederzeit über „Waffen wechseln“ situativ reagieren, um den höchsten Schaden zu verursachen.

Bei großen Monstern können gezielt einzelne Körperteile angegriffen und nach und nach zerstört werden, wodurch sich der verursachte Schaden erhöht. Jedes dieser Körperteile reagiert besonders empfindlich auf eine der drei Waffenkategorien, weshalb es sinnvoll ist, eine Schnitt-, Hieb- und Stichwaffe mitzuhaben.

Wie in Monster Hunter üblich, gibt es auch in Monster Hunter Stories 3 eine Schmiede. Dort könnt ihr neue Waffen und Rüstungen herstellen bzw. verbessern. Dazu benötigt ihr wiederum gesammelte Materialien. Habt ihr etwas auf maximale Stufe verbessert, so gibt es eine passende Dekoration obendrauf zur jeweiligen Ausrüstung. Diese „Dekorüstungen“ verändern aber hauptsächlich nur das Aussehen eures Charakters und haben keinen zusätzlichen Nutzen mehr.

Hervorzuheben ist auch der Bogen, welcher besonders als durschlagende Waffe besticht. So könnt ihr mithilfe von Beschichtungen Statusveränderungen und Schwächungen auslösen. Sprich, ihr könnt normale Angriffe mit einer besonderen Wirkung versehen. Nach Angriffen füllt sich der Ladebalken eurer Waffe und bei gewonnenen Konfrontationen sogar noch schneller. Ihr müsst also strategisch klug entscheiden, wann der beste Moment ist, Status-Effekte einzusetzen.

Die Biome rund um Azuria sind weitläufig und sehr abwechslungsreich gestaltet. Ihr entdeckt bei euren Erkundungen der Wildnis immer wieder Höhleneingänge, die zu Monsternestern führen. Dort gibt es wiederum Eier zu sammeln, indem ihr zum Nest geht und dort A drückt. Es lohnt sich, nicht gleich das erstbeste Ei zu nehmen, da mehrere Sammelversuche die Chance auf ein besonders starkes Ovulum erhöhen. Dadurch steigert sich aber auch das Risiko, dass das Muttermonster zurückkehrt.

Habt ihr ein Ei aufgenommen, müsst ihr nur noch den Höhleneingang erreichen, um es zu sichern. Kommt es davor zum Kampf, verliert ihr es, wenn ihr scheitert. Mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber doch, erscheinen „seltene Nester“, die besonders seltene Eier mit wertvollen Genen enthalten. Solltet ihr eines entdecken, lohnt sich ein Blick auf alle Fälle.

Nach dem Sammeln des Items müsst ihr nur noch eine Stallung aufsuchen. Dort könnt ihr bis zu zwölf Eier gleichzeitig ausbrüten. Sind die Monsties erstmal geschlüpft, geht’s um die Verwaltung. Davor verpasst ihr der Kreatur noch einen Spitznamen.

In den Ställen könnt ihr die Monster-Details einsehen, die Namen ändern, eure Favoriten festlegen und Monsties endgültig freilassen. Das Sammeln, die Aufzucht und das Freilassen eröffnen neue Möglichkeiten eure Verbündeten weiterzuentwickeln, erweitern die Kämpfe mit Charakteren und bietet ein motivierendes Progressionssystem. Dabei bleibt Monster Hunter Stories 3 leicht zugänglich und entfaltet mit zunehmender Spielzeit eine spürbare strategische Tiefe.

Invasive Monster

Nachts kann es vorkommen, dass ihr auf besonders mächtige Kreaturen stoßt - Invasive Monster übernehmen die Reviere bedrohter Arten. Somit findet ihr Eier gefährdete Rassen nur in Nestern von invasiven Monstern. Die zu bergen ist aber nicht ganz einfach. Invasive Typen durchstreifen ständig ihr Revier und sind sehr achtsam. Zu Beginn ist es ratsam der Kreatur auszuweichen, um versteckte Spuren/Hinweise zu finden. Im Kampf kann euch so euer Begleiter Rudy wertvolle Tipps geben.

Sidequests und Crafting

Obwohl es viel um Bindung, Aufzucht und Erkundung geht, nehmen die Kämpfe einen zentralen Teil im Gameplay ein. Es vergehen kaum Spielminuten, wo man nicht in irgendeiner Form in einen Kampf verwickelt wird – auch wenn es möglich ist, Monster zu umgehen. Dennoch gehört das Sammeln von Materialen, das Schmieden und Verbessern von Ausrüstungen um Alltag eines Riders.

Neben der packend und aufwendig inszenierten Story, sorgen, wie es in einem RPG üblich ist, zahlreiche Nebenquests für Abwechslung. Von klassischen Aufgaben, wie wir sie ähnlich aus anderen Rollenspielen kennen bis hin zur amüsanten Poogie-Suche (Schweinesuche) ist alles dabei. Auch gibt es zahlreiche Nebengeschichten, welche die Bindung zu Mitstreitern vertiefen. Dabei handelt es sich um separate Abenteuer mit anderen Rangern. Außerdem macht es richtig viel Spaß auf den Rücken eurer Monster durch die Lande zu streifen, die Lüfte unsicher zu machen oder im Wasser die Wellen zu reiten.

Nach dem Sieg über ein unbändiges Monster könnt ihr in der Wildnis ein Lager errichten. Dort habt ihr Zugriff auf Stallungen, könnt Gespräche mit anderen Rangers führen oder die Ranger-Kantine nutzen. In letzterer ist es möglich Mahlzeiten zuzubereiten, welche Effekte auf eure Truppe haben:

Fleisch erhöht den Angriff
Fisch steigert die Verteidigung
Gemüse verbessert die Felderkundung
Getreide beeinflusst die Charakterentwicklung.

Zusätzliche Zutaten verstärken diese Effekte. Neue Rezepte lassen sich über Quests oder am Melynx-Handelsplatz erwerben. Dort ist es möglich, Handelspunkte gegen verschiedene Objekte einzutauschen. Handelspunkte unterteilen sich in Gold, Silber und Bronze. Ihr erhaltet diese durch das Sammeln von Handelsobjekten, den Abschluss von Quests oder auf diversen anderen Wegen.

Habitat-Restauration

Über Katzavan-Stände könnt ihr euren Spielefortschritt speichern, Schnellreisen zu anderen durchführen oder die Tageszeit wechseln. Nachts werden Monster stärker, seltsame Phänomene in Nestern treten häufiger auf (z.B. viele Sammelpunkte oder viele Fass-Felynen erscheinen, es gibt viele Eier mit unbegrenzten Sammelversuchen) und exklusive Kreaturen erscheinen.

Ein weiteres Element im Spiel ist die Habitat-Restauration. Diese erlaubt es euch Einfluss auf das Ökosystem der verschiedensten Gebiete zu nehmen, dieses wiederherzustellen. Das geschieht, indem ihr der Wildnis neue Monsties-Arten hinzufügt. Also jene, die es in diesem Gebiet noch nicht gibt, was wiederum nur in Gegenden mit Lagern möglich ist. Je mehr Monsties ihr von derselben Rasse auswildert, desto höher steigt der Ökosystem-Rang eines Monsters, was wiederum Vorteile freischaltet: So könnt ihr Eier leichter sammeln und stärkere Kreaturen werden daraus schlüpfen, vielleicht sogar mit Feld-Fähigkeiten. Außerdem kann es passieren, dass die Jungtiere mit S-Rang-Genen ausgestattet sind.

Präsentation

Trotz der Vielzahl an Möglichkeiten und der verschiedensten Systeme, gestaltet sich das Spiel als klar strukturiert. Es wird sogar klar kommuniziert, wenn ein bevorstehender Abschnitt die Story maßgeblich vorantreibt. Das kann vor allem interessant sein, wenn man davor noch Nebengeschichte abschließen möchte. Das Menü ist sehr umfangreich, aber ebenso gut organisiert. Es ist sogar möglich die Textgröße einzustellen, was für einige im Handheld-Modus ein nette Sache sein kann.

Optisch bleibt sich die Reihe treu. Die Switch-2-Version läuft in hochskalierter 1080p Auflösung mit stabilen 30 fps am TV und im Handheld-Modus. Der farbenfrohe Anime-Stil kommt dem Titel sehr zugute, die Biome sind abwechslungsreich und die Details von Monstern und Charakteren sind überzeugend. Ihr entdeckt bekannte Kreaturen aus Monster Hunter Rise, ebenso wie beispielsweise Chatacabra aus Monster Hunter Wilds. Hier und da sind kleine Unschärfen zu erkennen oder sichtbares Texture-Streaming oder Pop-Ups. Aber das hat keine Auswirkungen auf die Spielbarkeit, weil einem die Präsentation praktisch in den Bann zieht. Der orchestrale Soundtrack untermalt das Abenteuer stimmungsvoll und die englische Synchronisation (auch japanisch möglich) mag zu begeistern. Es gibt deutsche Untertitel. Die Zwischensequenzen sind animereif, actiongeladen und man sieht sich nicht satt.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Monstro-gigantisch gut! Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection ist ein taktisch starkes, enorm umfangreiches und emotional überraschendes Abenteuer. Dabei bleibt es seiner Identität treu. Kämpfe gegen Kreaturen stehen weiterhin auf dem Programm, während Bindung, Aufzucht und die Wiederherstellung eines Ökosystems einen starken Gegenpol darstellen. Alles bleibt dabei aber wunderbar strukturiert, geht aber dabei verstärkt in die Tiefe. Es gibt viel zu entdecken und viel zu tun, während euch die Erzählung am Ball hält. Ein Spiel, welches Rider von der ersten bis zur letzten Stunde fesselt.

Design
8.5
Sound
9.0
  • Motivierendes Kampfsystem
  • Enormer Umfang
  • Solides Crafting-System
  • Großartige Präsentation
  • Monster-Aufzucht
  • Rückschlag-Mechanik nicht immer transparent
  • Kleine Unfeinheiten in der Präsentation

Vielen Dank an die Firma Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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