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Pokemon Feuerrote Edition

Pokemon Feuerrote Edition

Maik

Mit der Rückkehr von Pokémon Feuerrote Edition auf die Nintendo Switch erleben wir bei Nintendofans.de eine emotionale Reise zurück zu den Anfängen eines mittlerweile weltweiten Phänomens. Ursprünglich 2004 für den Game Boy Advance erschienen, war dieses Abenteuer bereits ein Remake der legendären Pokémon Rote Edition. Nun könnt ihr die Kanto Region erneut bereisen, mit modernisierter Darstellung und gleichem Herz und Seele, die Pokémon groß gemacht haben. Wir haben uns auf die Nostalgiefahrt begeben und verraten euch in diesem Test, warum die Pokémon Feuerrote und Blattgrüne Edition für alte und junge Pokémon-Fans ein Besuch wert ist.

Pokémon: Feuerrote Edition

GBA

Entwickler
Game Freak
Publisher
Nintendo
Konsole
GBANSW
Spieler
1–4 lokal

Willkommen zurück in Kanto!

Schon nach wenigen Minuten in Alabastia, wenn ihr mit Professor Eich sprecht und eure erste Wahl zwischen Bisasam, Glumanda und Schiggy trefft, wird bewusst: Manche Spielerlebnisse altern einfach nicht. Und das gilt auch für die Feuerrote Edition zum 30. Geburtstag von Pokémon.

Gleichzeitig wird auch schnell klar, dass euch hier kein moderner Komfort erwartet, sondern ein Rollenspiel, das euch fordert. Es gibt keinen sofortigen EP-Teiler, keine übermächtigen Pokémon im Vorbeigehen und auch kein inflationäres Leveln. Stattdessen müsst ihr eure Teammitglieder aktiv einsetzen, sie bewusst in Kämpfe schicken und strategisch rotieren, damit sie Erfahrung sammeln. Genau das sorgt für eine Tiefe, die wir in aktuellen Ablegern häufig vermissen.

Besonders auffällig ist auch das Ressourcenmanagement. Geld verdient ihr nur durch Trainerkämpfe oder durch das geschickte Verkaufen gefundener Items wie Sternenstaub oder Goldnuggets. Tränke, Statusheiler und Fluchtseile sind wertvoll und gut parat zu haben. Wer unvorbereitet eine Höhle betritt oder ohne Schutz durchs hohe Gras läuft, wird schnell mit erschöpften Pokémon zum letzten Pokémon Center zurückgeschickt. Wir haben beim Test – so wie schon vor über 20 Jahren – lieber einmal mehr als zu wenig manuell gespeichert. Denn ein automatisches Speichern gab es damals noch nicht und damit auch hier nicht. Auch das hat einen wesentlichen strategischen Charakter. Denn wer zu übermütig in einen Arenakampf geht oder zu eilig in unbekannte Gebiete vorstößt läuft Gefahr, hart erkämpftes Preisgeld zu verbrauchen und Wege erneut gehen zu müssen. Diese Spannung erzeugt eine Intensität, die heute selten geworden ist.

Darüber hinaus bleibt das klassische Rundenkampfsystem nach Schere-Stein-Papier-Prinzip unverändert fesselnd. Ihr müsst Angriffspunkte (APs) der Attacken im Blick behalten, damit eure Pokémon einsatzfähig bleiben. Auch Statusveränderungen sind einzukalkulieren und Typenvorteile klug auszuspielen. So gilt klassisch: Feuer ist sehr effektiv gegen Pflanze, während Wasser gegen Feuer die Oberhand hat und so weiter. Jeder Sieg fühlt sich erarbeitet und damit verdient an, jede Entwicklung eurer Pokémon, wie bei uns Glumanda zu Glutexo auf Level 16, wie ein kleiner Triumpf.

Eine vielseitige Region

Die Handlung führt euch durch die Kanto Region, wo ihr acht Orden sammelt, Team Rocket immer wieder in die Schranken weist und euch schließlich der Siegesstraße sowie der Pokémon Liga und der Top Vier stellt. Dabei bleibt die Geschichte weitestgehend stringent, erlaubt euch aber auch abseits der vorgeschlagenen Pfade zu erkunden. Je weiter ihr euch in eurem Abenteuer voran wagt, desto mehr lernt ihr. Nicht nur die Orte wie Vertania, Orania, Azuria, Prismania, Fuchsania, Saffronia City, Lavandia, Alabastia oder die Zinoberinseln sind abwechlsungsreich, sie ermutigen auch zu späteren Rückkehr. Ihr lernt Zerschneider, Surfer und Fliegen und könnt so immer freier die Bereiche der Regionen erkunden, bis schließlich alles hervorragend verbunden ist. Die Geschichte wird so immer tiefer und Backtracking fühlt sich organisch an. Auch die verschiedenen Routen zu bereisen, um euren Pokédex zu vervollständigen, im Vertania Wald, Kraftwerk oder in der Silph Corp eure Aufgaben zu meistern macht Spaß und motiviert.

Im Vergleich zur ursprünglichen Roten Edition erweitert Feuerrot das Abenteuer um die Sevii Eilande und macht mehr Pokémon verfügbar, die seit Rot und Blau erschienen sind. Insgesamt kann der spätere, nationale Pokédex auf über 300 Pokémon aufgefüllt werden.

Außerdem wurden besondere Orte wie die Entstehungsinsel und der Nabelfels integriert, wo ihr legendären Pokémon wie Deoxys, Lugia oder Ho-Oh begegnen könnt. Das war damals nur durch exklusive Ingame-Eventtickets möglich, die damals auf Pokémon-Veranstaltungen vergeben wurden. Wer also damals ein solches Erlebnis (Pokémon Day, Pokémon Tour) nicht mitmachen konnte, hat jetzt die Chance.

Nicht zu vergessen sind kleine Kuriositäten wie MissingNo oder der Nugget Glitch in Azuria City, die als Relikte der frühen Pokémon Geschichte ebenfalls ihren Platz finden und Nostalgikern ein Lächeln entlocken werden.

Zeitloser Retro-Charme

Optisch präsentiert sich die Feuerrote Edition mit den auf 16 Bit verbesserten Pixelgrafiken der Game Boy Advance Version von 2004. Diese wiederum war ihrerzeit ein Remake der 1996er Versionen und sorgt dafür, dass die Kanto Region farbenfroh, mit mehr Animationen und noch charmanter wirkt. Der, aus heutiger Sicht, einmalige Retro-Charakter bleibt dennoch und ist unverwechselbar.

Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel stabil und flüssig. Allerdings fällt auf, dass die Bildschirmgröße nicht angepasst werden kann. Auf der Nintendo Switch 2 wirkt das Bild minimal gestreckt und etwas zu groß, während es auf der klassischen Switch und der OLED Variante harmonischer erscheint. Hier hätten wir uns mehr Einstellungsoptionen gewünscht. Auch für die Kontraste und den Farbraum ist die Nintendo Switch OLED eine klare Empfehlung.

Trotzdem bleibt der visuelle Eindruck stimmig. Gerade in einer Zeit, in der viele Indie Entwickler bewusst auf Pixeloptik setzen, wird deutlich, wie stilprägend diese Designs bereits vor weit über zwei Jahrzehnten waren.

Mono oder Stereo?

Akustisch entfaltet das Spiel seinen ikonischen Pokémon-Vibe. Der 8-Bit-Soundtrack geht sofort ins Ohr und weckt Erinnerungen an lange Autofahrten mit dem Game Boy in der Hand. Jeder Arenaleiter Kampf, jede Route und jede Stadt besitzt ihre eigene musikalische Identität, die ihr mittlerweile sogar in der Nintendo Music App unabhängig nacherleben könnt.

Auch die Soundeffekte sind unvergessen. Das Triggern eines Kampfes oder das leise Klacken beim erfolgreichen Fang eines Pokémons im Pokéball sorgen noch heute für Anspannung bzw. Glücksgefühle. Ihr könnt zudem zwischen Mono und Stereo wählen sowie die Textgeschwindigkeit anpassen. Zwar sind die Optionen insgesamt überschaubar, doch sie bewahren die authentische Spielerfahrung.

Sammelbares, Inhalte und Langzeitmotivation

Neben den klassischen 151 Pokémon (für die ihr mit Spielern der Blattgrünen Edition lokal tauschen müsst) bietet euch Feuerrot durch die erweiterten Gebiete und einzelne Pokémon aus Generation zwei und drei (Silber, Gold, Kristall, Rubin, Saphir, Smaragd) zusätzliche Fangmöglichkeiten. Tauschaktionen mit NPCs, wie etwa ein Quaputzi gegen Rossana, oder der legendäre Kauf eines scheinbar nutzlosen Karpadors, das sich zu einem mächtigen Garados entwickelt, sorgen für besondere Momente.

Auch die Fortbewegungsmittel wie Fahrrad und Turbotreter sowie die Fähre zu neuen Inseln erweitern das Abenteuer. Ihr könnt angeln, Höhlen erforschen und versteckte Items entdecken, während ihr stetig ein erfahrener Pokémon-Trainer werdet.

Die Integration von Pokémon Home erlaubt es euch, eure gefangenen Pokémon in die Cloud zu übertragen, sofern ihr über ein separates Abo verfügt. Ein Tausch zurück oder eine Integration später veröffentlichter Pokémon funktioniert jedoch leider nicht. Auch eine Anbindung an Nintendo Switch Online besteht nicht, wodurch das Spiel vollständig offline spielbar bleibt und auch nicht in der Cloud gespeichert werden kann.

Multiplayer und soziale Aspekte

Klassische Link Kabel Funktionen aus der Game Boy Zeit sind in dieser Version nicht mehr gegeben. 2004 wurde noch ein Drahtlos-Adapter zum Tausch der Pokémon mitgeliefert. Diesen braucht es heute für den lokalen Tausch natürlich nicht mehr. Einen Online-Tausch oder -Kampf ermöglichen die Nintendo Switch Versionen von Feuerrot und Blattgrün allerdings nicht. Der Fokus liegt somit klar auf dem lokalen (Einzelspieler-) Erlebnis. Die soziale Komponente wurde damit nicht mit moderner Online-Technik umgesetzt. Dieser Purismus macht zwar einen Teil des Charmes dieser Spiele aus und kann sogar motivieren, gemeinsam lokal zu spielen, wirkt aber auch wie eine verpasste Chance in Zeiten ortsungebunden Spielens.

Kein Teil von Nintendo Switch Online

Mit einem Preis von 19,99 Euro bewegt sich die Feuerrote Edition im mittleren Preisniveau. Auf den ersten Blick mag das für ein älteres Spiel ambitioniert wirken. Betrachtet man jedoch den Umfang mit einer Spielzeit jenseits der 30 Stunden, die Motivation beim Pokédex und die Möglichkeit der Pokémon Home Nutzung, erscheint der Preis vertretbar.

Vor allem die Tatsache, dass keine Nintendo Switch Online Mitgliedschaft erforderlich ist, öffnet das Abenteuer für eine breite Zielgruppe, die die Titel erneut und ohne Online- oder Abo-Zwang genießen möchte. Gleichzeitig wäre es auch angemessen gewesen, die beiden Titel als Vertreter des Gameboy Advance als Nintendo Classics zu veröffentlichen und Abonnenten kostenfrei zur Verfügung zu stellen, dies hätte dann aber die Spielbarkeit an das Abo gekoppelt und die Pokémon-Home Integration verhindert.

8.0Wertung

Fazit

Kanto ist so magisch wie vor 30 Jahren! Das beweisen auch die 2004 erschienenen Editionen Feuerrot und Blattgrün, die es zum 30. Jubiläum nun auf die Nintendo Switch geschafft haben und eine nostalgische Reise in die Städte der Kanto-Region erlauben. Ihr arbeitet hart an eurer Trainer-Kompetenz, sammelt acht Orden und vervollständigt euren Pokédex, während ihr einer abwechslungsreichen Story folgt und euch mit klugem Pokémon- und Item-Management bis zur Top 4 der Pokémon Liga kämpft. Die dabei konsequent fordernde Spielmechanik, charmante Pixeloptik und der klassische 8-Bit-Sound machen auch heute unmissverständlich, warum Pokémon auf die Siegesstraße eingebogen ist. Ein paar Quality of Life Features mehr und einen vollwertigen Online-Multiplayer hätten wir uns dennoch sehr gewünscht.

Design
8.5
Sound
9.0
Online Multiplayer
7.0
  • Anspruchsvolles, strategisches Kampfsystem
  • Erweiterte Inhalte mit Sevii Eilanden
  • Ikonischer Soundtrack
  • Komplett offline spielbar
  • Kaum Komfortfunktionen moderner Ableger
  • Keine Bildschirmgrößenanpassung
  • Kein Online-Multiplayer

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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