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Resident Evil Requiem

Resident Evil Requiem

Ulrich

Resident Evil Requiem

NSW2

Genre
Horror
Entwickler
Capcom
Publisher
Capcom
Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 18

Resident Evil 7: Biohazard war wie ein Neustart einer ihrer beliebtesten Reihen für Capcom. Statt dem Actionfeuerwerk früherer Teile, lag der Fokus auf klaustrophobischem Horror aus der Ego-Perspektive. Resident Evil Village führte diesen Ansatz gekonnt fort, jedoch nahmen die Actionsequenzen wieder mehr zu und das erzählerische Element bekam mehr Raum. Resident Evil Requiem knüpft nun genau dort weiter an. Der Titel soll langjährige Fans, genauso wie Neueinsteiger begeistern. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr hier in unserem Test.

Story aus zwei Perspektiven

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei spielbare Figuren: die FBI-Agentin Grace Ashcroft und Leon S. Kennedy, den treue Fans der Serie auf alle Fälle kennen werden. Während Grace den Schrecken ihrer Vergangenheit aufarbeiten muss, eher vorsichtig agiert und deutlich mit der Situation zu kämpfen hat, ist Leon professionell und eiskalt. Er ist Teil einer Sicherheitsbehörde, sichtlich gealtert und vom T-Virus durch schwarze Geschwülste an Händen und Hals gezeichnet. Erzählerisch wechseln sich beide Charaktere regelmäßig ab. Die erste Hälfte des Spiels gehört vor allem Grace, während im späteren Abenteuer Leon mehr Raum erhält.

Doch worum geht es eigentlich? Natürlich hat erneut die Umbrella Corporation ihre Finger im Spiel. Grace wird zu Spielbeginn ins Wrenwood Hotel berufen, um eine Reihe mysteriöser Todesfälle aufzuklären. Dabei handelt es sich genau um jenen Schauplatz, welcher ihr seit Jahren die schlimmsten Albträume beschert. Hier erlebte sie den grausamen Mord an ihrer Mutter Alyssa Ashcroft. Nach und nach wird Grace in einen Fall hineingezogen, welcher sich im Laufe der Geschichte zu einem größeren Komplott entwickelt. Sie stößt dabei auf grausame Experimente, mysteriöse Blutproben etc. Es scheint, als würde jemand illegale Forschungen betreiben.

Leon gerät tiefer in die strukturellen Hintergründe hinein. Es geht auch hier um besagtes korruptes Netzwerk skrupelloser Wissenschaftler, während im Hintergrund die Fäden ein neuer Antagonist zieht. Dabei ließ sich Capcom nicht davon abhalten, bekannte Hintergründe neu zu interpretieren.

Die Geschichte ist temporeich und schreckt vor vielen Jump Scares und Gewaltdarstellungen nicht zurück. Man wird in den Sog wahrlich hineingezogen und man möchte einfach mehr wissen - mehr über die Vergangenheit von Grace und mehr über die Experimente. Wichtige Enthüllungen werden dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet, wodurch sich die Story bzw. das Gesamtbild Stück für Stück zusammensetzt. Die Bezüge zum Serienuniversum rücken in Requiem wieder verstärkt in den Mittelpunkt.

Grace Ashcroft

Kameratechnisch steuert ihr Grace in Ego-Perspektive, (soll Schreckensmomente hervorheben) während Leons Abschnitte Third-Person sind (für noch mehr Action). Jedoch ist es möglich, dass ganz nach euren Bedürfnissen zu ändern und umzustellen. Die Abschnitte unserer FBI-Agentin sind klassischer Survival-Horror in reinster Form. Die Inventarplätze sind begrenzt, die Munition knapp. Zähe Kreaturen sorgen für ständigen Druck und Nervenkitzel. Auf dem Standard (Classic) -Schwierigkeitsgrad kehren sogar die bekannten Farbbänder zurück, die ihr zum Speichern benötigt. Das sorgt für noch mehr Aufregung, um zu entscheiden, wann der richtige Moment ist, seinen Spielstand zu sichern.

Neu ist ein Craftingsystem, bei dem Blutproben eine Rolle spielen. Diese Items lassen sich aus der Umgebung oder als Loot, nachdem ihr Gegner besiegt habt, gewinnen. Diese könnt ihr mit weiteren Ressourcen kombinieren, um Heilmittel, Munition oder andere hilfreiche Gegenstände herzustellen. Interessant zu erwähnen ist auch, dass wenn ihr Gegner liegen lasst, ihr es später mit einer gefährlicheren Mutation zu tun bekommen könntet. So ist es auch möglich, spezielle Injektionen (Hämolyse-Spritze) herzustellen, um Leichen endgültig aus dem Weg zu räumen. Doch diese benötigen wiederum wertvollen Platz in eurem Inventar. Ihr seht, es gibt viel zu bedenken und zu entscheiden. Ihr müsst ständig abwägen zwischen Ressourcenmanagement und Risiko, was stark an die intensivsten Momente in Resident Evil 7: Biohazard erinnert.

Leon S. Kennedy

Wie bereits erwähnt geht es in den Abschnitten von Leon mehr um die Action. Die Munition ist großzügiger verteilt, das Inventar bietet mehr Freiraum in Form eines Koffersystems. Gegner werden euch öfter das Leben schwer machen und häufig habt ihr es sogar mit richtigen Zombieschwärmen zu tun, bei welchen eure besten Freunde eure Waffen sind.

Hier ist vor allem euer „Requiem“ besonders hervorzuheben. Eine Art Schrotgewehr, welche den Kreaturen sofort die Birne wegpustet – blutiger denn je. Auch Nahkampfangriffe feiern ein Comeback. Drückt ihr im richtigen Moment eines Angriffes den Waffenknopf, startet ihr situative Konteraktionen mit richtig viel Wumms. Leon verfügt auch über eine Axt, die er bei sich trägt. Ihr könnt diese jederzeit nachschärfen und sowohl zur Verteidigung, also auch in der Offensive einsetzen.

Wie in Village gibt es wieder ein Händlersystem, jedoch in anderer Form. Statt eines klassischen Verkäufers findet ihr Versorgungskisten, an denen ihr neue Waffen, Rüstungen und Items erwerben könnt. Die benötigte Währung sammelt ihr automatisch durch das Besiegen von Monstern.

Die Balance aus Action und Horror ist sehr gut gelungen und man möchte auch in den Abschnitten von Leon immer am Ball bleiben, was die Handlung betrifft.

Umfang und Wiederspielwert

Das Pacing und der Mix aus Action und Horror ist perfekt. Kein Kapitel fühlt sich unnötig gestreckt an. Anspielungen auf ältere Teile ist vor allem für Kenner der Reihe ein Nice-to-have. Für den ersten Durchlauf werdet ihr in etwa 12 Stunden brauchen. Danach werden zusätzliche Inhalte freigeschaltet, wie wir es bereits aus den Vorgängern kennen, die wiederum zu weiteren Spieldurchgängen einladen. Einen Söldnermodus, also extrem-schwer, gibt es dieses Mal nicht. Die Rätsel orientieren sich stark an den klassischen Teilen. Erforsche Gegenstände um Items zu finden. Suche Sicherungen oder andere Gegenstände um Tore zu öffnen etc. Die Umgebung, Dokumente und Items werden dabei sinnvoll eingesetzt ohne altbaken zu wirken.

Story hui – Technik pfui?

Auf der Switch 2 präsentiert sich Requiem stark, aber nicht top. Im TV-Modus bekommt ihr nur 540p spendiert mit 40 bis 60fps (DLSS-Upscaling). Im Handheld gibt es sogar nur 432p, dafür 60fps (DLSS-Upscaling). Jedoch ist im mobilen Modus mit mehr Rucklern zu rechnen als sonst. Generell kommt die Konsole mit dem Titel an ihre technischen Grenzen. Vor allem zu Beginn merkt man verstärkt Kantenflimmern und Bildrauschen (vor allem bei den Haaren). Dies legt sich im Laufe des Spiels vor allem in den dunklen Arealen. Besonders die Umgebungen profitiert von großartigen Licht- und Schattenreflexen.

Es ist ein sehr schauriges Horrorspiel und die Umgebungen, wie etwa das Wrenwood Hotel, sind sehr atmosphärisch und man vermutet hinter jeder Ecke einen Jump-Scare. Selbst für Switch-Verhältnisse wurde das Motion Capturing gut übertragen, obwohl die hauseigene RE Engine an ihre Grenzen kommt. Auch die Umgebung wirkt manchmal etwas hölzern, aber in Summe gilt wie so oft: Auf der Nintendo Switch 2 erhaltet ihr sicherlich nicht die leistungsstärkste Version des Spiels, wer jedoch keine Alternative hat, für den ist die Umsetzung auf der Nintendo-Konsole mehr als gut gelungen. Dennoch ist zu sagen, dass im direkten Vergleich mit der PS5, bis auf die Haare und etwaige Unschärfen, der Unterschied nicht so groß ist, wie man vielleicht annehmen würde.

Die deutsche Synchronisation ist perfekt und trägt deutlich zur Immersion bei - ebenso die Effekte und der Soundtrack: von ruhigen beruhigenden Klängen zum Erholen, bis treibende, anspannende Musik in intensiven Momenten.

Barrierefreiheit

Auch in punkto Barrierefreiheit hat Requiem einiges zu bieten – egal ob beim Gameplay, der Steuerung oder beim HUD:

- Visuelle Barrierefreiheit (Textgrößen, Kontrast & Helligkeit, HUD-Größe...)
- Spielübelkeit (Wechsel der Kameraperspektiven, Reduzierung von Kamera-Effekten...)
- Motorische Barrierefreiheit (zB optionale Zielhilfe, freie Tastenbelegung...)

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Düster, intensiv und packend. Resident Evil Requiem vereint die traditionelle DNA mit Action und Tempo. Die beiden unterschiedlichen Spielstile vermischen sich perfekt zu einem stimmigen Gesamterlebnis. Neu interpretierte Serienbezüge holen auch Veteranen an Board. Auf der Nintendo Switch 2 solltet ihr auf alle Fälle mit technischen Schwächen rechnen, aber dennoch bekommt ihr ein meisterhaft inszeniertes Horror-Highlight auf eure Konsole. Oftmals fiel uns vor Schreck fast der Controller aus der Hand oder wir mussten laut aufatmen. Ein Titel, der Fans wie Neueinsteiger gleichermaßen fesseln wird. Für Genreliebhaber auf alle Fälle jeden Cent wert.

Design
8.0
Sound
9.0
  • Stark inszenierte Story
  • Zwei unterschiedliche Spielstile – flexibel anpassbar
  • Wunderbare Atmosphäre
  • Viele freischaltbare Extras
  • Kein Söldnermodus
  • Schwankungen in der Framerate
  • Kleine grafische Schwächen (Kantenflimmern, Rauschen)

Vielen Dank an die Firma Capcom für die Bereitstellung des Testmusters.

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