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Hades II

Hades II

Maik

Hades II

NSW2

Konsole
NSW2
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Mit Hades II wagt Supergiant Games etwas, das sie bisher noch nie getan haben: eine direkte Fortsetzung. Nach dem grandiosen Erfolg von Hades sind die Erwartungen entsprechend hoch, und nach über einem Jahr im Early Access feiert das Spiel nun seinen Einstand auf der Nintendo Switch 2. Wir haben viele Stunden in Unter- und Oberwelt verbracht, unzählige Kämpfe geschlagen, zahllose Dialoge geführt, sind noch mehr Tode gestorben und können euch sagen: Dieses Spiel ist nicht nur eine würdige Fortsetzung, es ist in vielen Aspekten sogar besser als der erste Teil.

Von Göttern und Titanen

Die Handlung von Hades II beginnt dort, wo der erste Teil aufhörte, erweitert jedoch das Universum spürbar. Diesmal übernehmt ihr nicht die Rolle von Zagreus, sondern von Melinoe, der Prinzessin der Unterwelt und Schwester des bekannten Protagonisten. Sie ist die Tochter von Persephone und Hades und wurde nach ihrer Geburt von der Hexenmeisterin Hekate gerettet, als der Titan Chronos, Herr der Zeit, die Unterwelt überrannte und die Familie in seine Gewalt brachte. Melinoe wird von Hekate nicht nur großgezogen, sondern auch ausgebildet, um eines Tages den Titanen zu besiegen.

Die Story entfaltet sich auch diesmal auf eine Art und Weise, die typisch für Supergiant Games ist: dialoglastig, emotional und immer mit einer mythischen Wucht. Im zentralen Hub, der „Wegkreuzung“, trefft ihr auf Figuren wie Odysseus, Nemesis, Hekate oder auch zahlreiche unregelmäßige Besucher wie den Fährmann Charon oder die zierliche Spinnendame Arachne, die euch nicht nur mit Ratschlägen, sondern auch mit persönlichen Geschichten und Aufgaben versorgen. Schon nach wenigen Spielstunden wird klar, dass ihr es nicht mit einer linearen Erzählung zu tun habt, sondern mit einem Geflecht aus Verzweigungen, das sich mit jedem Run und jedem Gespräch neu formt.

Besonders beeindruckend ist die Art, wie die Götter des Olymps eingebunden sind. Bekannte Namen wie Zeus, Aphrodite, Apollon, Hestia oder Artemis tauchen erneut auf, liefern euch Gaben und interagieren mit euch. Dazu gesellen sich neue Figuren, die frischen Wind ins Götterpantheon bringen. Jede Begegnung wirkt einzigartig, und die Vielzahl an möglichen Dialogen sorgt dafür, dass ihr auch nach Dutzenden Runs immer noch neue Facetten der Charaktere entdeckt, die sich immer mit eurem Story-Fortschritt bewegen, auf ihn reagieren oder bei ausbleibendem Erfolg sogar zynisch werden.

Die große Stärke von Hades II liegt zweifellos in der Verknüpfung von Story und Gameplay. Jede Niederlage, jeder Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Kapitels. Anstatt Frust aufzubauen, füttert das Spiel euer Verlangen nach Antworten, neuen Gesprächen, Ressourcen und Fortschritt. Die Erzählung ist nicht nur Kulisse, sondern integraler Bestandteil des Spielflusses.

Gameplay und Spielsystem - eine Fügung

Im Kern bleibt Hades II natürlich ein Roguelike-Dungeon-Crawler, doch Supergiant Games hat das System spürbar erweitert und perfektioniert. Ihr bewegt euch durch eine Reihe von prozedural generierten Räumen, die voller Gegner, Fallen und Belohnungen stecken. Jeder Run beginnt zwar von Neuem, doch dank permanenter Upgrades und schrittweise freigeschalteter Systeme werdet ihr kontinuierlich stärker.

Die wohl größte Neuerung ist der verstärkte Fokus auf Hexerei und Ressourcensammlung. Mit Werkzeugen wie Hacke, Schaufel oder Angel könnt ihr während der Runs Materialien gewinnen, die wiederum in Rezepten und Ritualen genutzt werden. Samen lassen sich pflanzen, um später wertvolle Zutaten zu ernten. Sogar Tiere dürfen euch mit der Zeit durch die Dungeons begleiten, um Ressourcen schneller oder effektiver zu sammeln. So liefern diese Mechaniken konstant eine spannende Ebene der Progression, die über den reinen Kampf hinausgeht.

Ein weiteres wichtiges System sind die Arkana-Karten, die euch aktive und passive Boni gewähren. Sie funktionieren ähnlich wie ein Kartenset, das ihr nach und nach erweitert, indem ihr Punkte in Form von „Psyche“ investiert und sie später sogar mehrstufig aufwertet, bis ihre Perks episch sind. Die Auswahl an Karten bzw. zu vergebender Ressourcenpunkte zwingt euch dazu, Prioritäten zu setzen und euren Spielstil langfristig zu entwickeln. Dadurch entsteht eine Meta-Ebene, die euch auch außerhalb der Kämpfe beschäftigt. Es gibt fortwährend den Trade-Off zwischen "mehr Leben, mehr Schaden, bessere Gaben", sodass ihr immer auch mit einem Risiko im Gepäck in den nächsten Run geht, was für zusätzlichen Reiz, aber auch Unsicherheit sorgt.

Das Kampfsystem selbst ist ein Genuss. Melinoe verfügt über sechs verschiedene Waffen, die sich vollkommen unterschiedlich spielen. Vom magischen Hexenstab über schnelle Schwesternklingen bis zur mächtigen Axt deckt das Arsenal Nah- und Fernkampf sowie physische und magische Spielweisen ab. Jede Waffe lässt sich aufwerten, wodurch ihr mit der Zeit nicht nur an Power, sondern auch an Flexibilität gewinnt. Neben einem Angriff hat jede Waffe zudem einen Spezialangriff und einen Omega-Angriff, der Magie-Punkte verbraucht.

Hinzu kommen die Gaben der Götter, die das Spielgefühl jedes Runs verändern. Zeus verleiht euch elektrische Angriffe, Aphrodite verstärkt eure Attacken mit Liebeszaubern, Hermes schenkt euch Geschwindigkeit. Besonders spannend sind die neu eingeführten Duo-Gaben, bei denen zwei Götter ihre Kräfte vereinen und so mächtige Effekte freischalten. Dadurch entstehen nahezu endlose Kombinationsmöglichkeiten, die euch experimentieren lassen. In unseren Runs haben sich besonders die Gaben als nützlich erwiesen, die den Angriffsradius erweitern, für schadensintensive Angriffsmuster sorgen, passiv den Gegner schwächen und die eigene Angriffsgeschwindigkeit erhöhen. Wer dann also plötzlich schneller, entferntere Gegner bekämpfen kann, sie zudem in einer Angriffskombo mit Extra-Schaden überzieht und dann noch passiv durch Verbrennen oder anderen Schaden beeinflusst, der kann sich auf einen mächtig spaßigen Run einstellen.

Was uns besonders begeistert hat: Der Tod ist Teil des Fortschritts. Ihr verliert zwar euren aktuellen Run, gewinnt jedoch Ressourcen, neue Dialoge oder schaltet zusätzliche Systeme frei. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass kein Run vergeblich wirkt, sondern immer einen Schritt nach vorne darstellt. Auf der Wegkreuzung werden euch immer wieder neue Gespräche per Ausrufezeichen angeboten, ihr erhaltet gelegentlich Belohnungen von NPCs und ihr könnt zudem alle Charaktere mit Nektar beschenken, sodass diese euch mit besonderen Items bedenken, die wiederum eure Runs verbessern, z.B. mit einer zusätzlichen Widerbelebung.

Große, feine Kunst

Schon der erste Teil von Hades war für seinen unverwechselbaren Grafikstil bekannt, doch Hades II legt hier noch einmal nach. Der neue Aquarell-Look wirkt edel, weich und gleichzeitig extrem detailreich. Farben sind pastelliger und harmonischer, ohne an Intensität zu verlieren. Jede Region fühlt sich einzigartig an, sei es die düstere Unterwelt, grüne Zwischenwelten oder die majestätischen Höhen des Olymps.

Die Animationen sind flüssiger und dynamischer als je zuvor. Gegner haben vielfältige Movesets, Bosse sind eindrucksvoll inszeniert und selbst kleine Details wie bewegliche Pflanzen oder schimmernde Partikeleffekte wirken lebendig. Besonders im Docked-Modus auf einem großen Bildschirm entfaltet sich die ganze Pracht dieser Welt.

Auch die Charakterporträts sind kleine Kunstwerke für sich. Supergiant Games beweist einmal mehr, wie viel Liebe ins Design ihrer Figuren fließt. Ob es Melinoes ernster Blick ist, die herrische Erscheinung von Hekate oder das verschmitzte Lächeln von Hermes – jede Figur ist ikonisch und unverwechselbar gestaltet.

Welch göttlicher Klang

Musikalisch liefert Hades II wieder einmal das, was man von Supergiant Games erwartet: einen Soundtrack, der trifft. Die Kompositionen reichen von treibenden Rhythmen, die euch durch die Kämpfe peitschen, bis zu melancholischen Stücken, die in ruhigen Momenten für Gänsehaut sorgen. Besonders gelungen ist, dass ihr mit Melinoe sogar mit Göttern singen dürft, was das Spielgefühl noch immersiver macht.

Die englische Sprachausgabe ist ebenfalls erstklassig, denn jede Figur hat eine unverwechselbare Stimme, die den Charakter perfekt einfängt. Ob es Hekates Weisheit, Nemesis’ schonungslose Härte oder die stürmische Art von Poseidon ist – alles klingt glaubwürdig und verstärkt die Bindung zu den Figuren. Unterstützt wird das Ganze durch deutsche Untertitel, die es euch ermöglichen, auch ohne Englischkenntnisse der Geschichte problemlos zu folgen.

Die permanent begleitenden Soundeffekte tragen zusätzlich zur Atmosphäre bei. Das Zischen eines magischen Angriffs, das dumpfe Grollen von Chronos’ Attacken oder das helle Klingen einer Klinge – alles sitzt punktgenau und verstärkt das Gefühl, mitten in der Action zu stehen.

Hermes Pfeil trifft jeden

Auch in Sachen Barrierefreiheit überzeugt Hades II. Mit dem einstellbaren Götter-Modus gibt es eine Möglichkeit, die Schwierigkeit sanft abzusenken. Sterbt ihr mehrfach, steigert sich automatisch eure Resistenz gegen Schaden (Zähigkeit), sodass ihr euch Schritt für Schritt weiter vorkämpfen könnt. Diese Mechanik ist eine perfekte Lösung für alle, die das Spiel erleben wollen, ohne an den hohen Anforderungen zu scheitern.

Doch auch in die andere Richtung funktioniert der Schwierigkeitsgrad. Ihr dürft euch nach 15-20 Spielstunden sicherlich darauf einstellen, in Custom-Runs anzutreten, bei denen ihr besondere Rahmenbedingungen gestellt bekommt. Auch könnt ihr die Runs zusätzlich erschweren, indem ihr an verschiedensten Parametern schraubt, wie z.B. der Gegnerdichte, ihrer Rüstung oder der Anzahl an zulässigen Arkana Karten, die ihr aktiviert. Als Lohn erhaltet ihr seltene Ressourcen, die wiederum zur Aufwertung eurer Waffen und Ausrüstung gebraucht werden. Die Gameplay-Loop bleibt also auch nach weit über 20 Stunden abwechslungsreich und immersiv.

Darüber hinaus sorgen klare Menüs, große Schriften und verständliche Symbole und erklärende Legenden dafür, dass ihr jederzeit den Überblick behaltet. Für Spielerinnen und Spieler, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, bleiben alle Systeme jedoch komplex und anspruchsvoll. Damit ihr beispielsweise nicht vergesset, welche der vielen Reagenzien, Ressourcen und co ihr gerade sammeln müsst, dürft ihr eine Erinnerungsfunktion aktivieren, die euch auch außerhalb der Wegkreuzung informiert hält.

Blitzgenaue Technik

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Hades II läuft auf der Nintendo Switch 2 nahezu makellos. Die Steuerung und Eingaben sind absolut präzise und Input-Lags gibt es quasi nicht. Besonders im Docked-Modus mit dem Nintendo Switch 2 Pro Controller entfaltet sich ein perfektes Steuerungsgefühl, das euch ermöglicht, selbst in hektischen Situationen die Übersicht zu behalten.

Im Handheld-Modus ist die Performance ebenfalls stabil, allerdings können die langen Sessions auf Dauer anstrengend für die Hände sein. Das liegt weniger am Spiel selbst, sondern an der Intensität der Eingaben, der begrenzten Ergonomie der Nintendo Switch 2 und daran, dass man sich oft schlichtweg für Stunden nicht losreißen kann, zumindest erging es uns so.

Bemerkenswert ist auch, dass wir während unseres Tests keine Abstürze, keine Bugs und auch sonst keine technischen Probleme erlebt haben. Angesichts der visuellen Flut an Gegnern und Angriffen und der schieren Menge an Effekten ist das eine enorme und anzuerkennende Leistung. Hier zeigt sich, wie sauber das Spiel auf die Hardware unseres neuen Hybriden optimiert wurde, um sich voll und ganz auf das Wichtige konzentrieren zu können.

Seit November 2025 auch Retail

Seit Ende November gibt es Hades II zudem in einer physischen Variante. Die Nintendo Switch 2 Edition des Spiels umfasst gleichzeitig die spielbare Nintendo Switch Version, sodass ihr die Cartridge problemlos durch Abwärtskompatibilität in beide Konsolen einlegen könnt, wobei auf der Nintendo Switch logischerweise mit höheren Ladezeiten, einer geringen Auflösung und schwächeren Performanz zu rechnen ist. Profitieren könnt ihr natürlich in beiden Versionen von dem Docked-Modus des Spiels und dem Einsatz der Nintendo Switch Pro Controller, die auf lange Sicht wohl die unangefochten beste Eingabeoption sind.

Außerdem verfügt die Retail-Fassung des Spiels über einen hohen Fan-Service und liefert ein Booklet mit allen Göttern (Charakter-Kompendium), sowie den Soundtrack zum Spiel. Wer hier also immer noch nicht den Göttern erliegt, der wird garantiert auch sonst nicht mit diesem süchtigmachenden Spiel warm.

10.0Wertung
Meisterwerk

Fazit

Hades II ist ein Triumph. Supergiant Games hat es geschafft, den ohnehin schon herausragenden ersten Teil nicht nur fortzuführen, sondern in fast allen Bereichen zu verbessern. Die Mischung aus fesselnder Story, forderndem Gameplay, traumhafter Optik und grandiosem Sound macht dieses Spiel zu einem der besten Titel, die ihr aktuell auf der Nintendo Switch 2 erleben könnt. Wer Geduld mitbringt und das Roguelike-Prinzip mag, bekommt ein Erlebnis, das hunderte Stunden fesseln kann. Jeder Run fühlt sich dabei sinnvoll an, jede Begegnung mit den Göttern erweitert die eigene Erfahrung, und jeder Fortschritt belohnt euch mit neuen Möglichkeiten. All das und noch mehr macht Hades II zu einem höllisch guten Meisterwerk, das Tod und Scheitern in pure Spielfreude verwandelt und euch mit jeder Minute tiefer in seine göttliche Welt zieht.

Design
10.0
Sound
10.0
  • Fantastische, tiefgründige Story mit vielen Dialogen und Charakteren
  • Atemberaubende Aquarell-Optik voller Details
  • Riesige Vielfalt an Gaben, Upgrades und Kombinationsmöglichkeiten
  • Herausragendes Gameplay, mit perfekter Technik & großartigem Sound
  • Hohe Lernkurve, Geduld ist Voraussetzung
  • Handheld-Modus kann bei langen Sessions unbequem werden

Vielen Dank an die Firma Supergiant Games für die Bereitstellung des Testmusters.

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