
Kirby Air Riders
Mit Kirby Air Riders meldet sich die rosafarbene Kugel in einem Genre zurück, in dem sie schon auf dem GameCube Kultstatus erlangt hat. Dieses Mal erhält sie mit der Power der Nintendo Switch 2 jene Bühne, die ein rasant-chaotisches Fun-Racing-Action-Spiel verdient. Wir haben uns wochenlang in die Arenen, Städte und luftigen Höhen gestürzt, haben Warp-Sterne modifiziert, Rivalen verwirbelt und Power Ups gefressen, bis die Reifen geglüht haben. Was wir erlebt haben, lest ihr in unserer ausführlichen Review.
Spielsystem: Drei Modi, unzählige Möglichkeiten
Schon beim Start merken wir, wie Kirby Air Riders euch an die Hand nimmt und gleichzeitig sofort ins Getümmel wirft. Ihr wählt euren Rider, definiert eure Maschine und werdet sogleich in eine Mischung aus Arena-Action und Hochgeschwindigkeitsrennen katapultiert. Dabei hat jedes Fahrzeug deutlich spürbare Eigenschaften hinsichtlich Beschleunigung, Angriffskraft, Wendigkeit, Gewicht und anderen Werten. Die Kombination aus Rider und Maschine beeinflusst das Handling derart stark, dass man sofort beginnt, mit Setups zu experimentieren.
Besonders spannend ist die Vielfalt der Modi. Air Ride setzt auf rasante Rennen, die auf intensives Boost-Management und cleveres Driften ausgelegt sind. Schnell wird klar, wie befriedigend der Moment ist, in einer perfekten Kurve den Turbo aufzuladen und anschließend mit voller Kraft vorbeizuziehen. Ebenso packend gestaltet sich das Einsaugen von Gegnern, das euch Zugriff auf bekannte Kirby-Fähigkeiten wie Feuer, Schwert oder Stacheln gewährt.
City Trial bereichert das Gesamtpaket mit einer offenen Overworld, die euch nach Power Ups suchen lässt. Ihr baut Werte wie Angriff oder Turbo schrittweise aus, bevor ein Minispiel darüber entscheidet, ob ihr alles richtig gemacht habt. Von Weitsprüngen bis hin zu punktgenauen Landungen wird hier alles abgefragt.
In Top Ride erlebt ihr den Kirby-Rausch von oben. Die Strecken sind kurz, explosiv und mit Perks versehen, die euch brennende Flügel, Eisattacken oder Bomben liefern. Dieser Modus wirkt so herrlich chaotisch, dass er problemlos jede Party auflockert – und dank der Vogelperspektive bleibt er stets übersichtlich.

Road Trip: Story, Progression und Kirby-Flair
Der Road Trip bildet das erzählerische Rückgrat des Spiels. Über elf Etappen erlebt ihr eine charmante Geschichte über die Maschinen und Rider, die auf Planet Pop auftauchen. Jede Etappe wird von Zwischensequenzen begleitet, die uns durchweg gut gefallen haben, da sie vollständig vertont und überraschend hochwertig inszeniert sind.
Spielerisch erinnert der Aufbau an ein Rogue-lite. Ihr durchlauft rund zehn Stopps pro Etappe, aus denen ihr jeweils drei Herausforderungen auswählt. Mal rast ihr in klassischen Air Ride Rennen, mal sammelt ihr Snacks, mal geht ihr in City Trial auf Schatzsuche. Zwischendurch wählt ihr Power Ups, die eure Maschine spürbar verbessern. Zusammen mit den kleinen Perks, zufälligen Bosskämpfen und stetig steigenden Leveln sorgt das für einen hervorragenden Flow. Außerdem lernt ihr durch die Story die Vielfalt der Spielmodi von Kirby Air Riders wirklich gut kennen.

Wir beendeten den Road Trip nach rund zweieinhalb Stunden auf Level 232 und mit über 150 gesammelten Power Ups – eine Zahl, die zeigt, wie stark die Progression im Story-Modus trägt. Wer im übrigen alle Zwischensequenzen sehen und alle optionalen Abzweigungen der Story kennenlernen möchte, braucht mehrere Durchläufe, wodurch sich zusätzlicher Wiederspielwert einstellt.
Gameplay: Turbo, Drifts, Wirbelangriffe
Bei all dem Inhalt steht das Gameplay im Mittelpunkt. Kirby Air Riders verbindet simples Grunddesign mit überraschender Tiefe. Obwohl ihr mit Analogstick und einer Turbo-Taste auskommt, entsteht eine ausgefeilte Steuerung, die präzises Driften, perfektes Timing und ein Gefühl für das Momentum belohnt.
Der Wirbelangriff, den ihr per Stickbewegung auslöst, lässt Rivalen durch die Luft trudeln und schafft Raum für taktische Manöver. Gleichzeitig beeinflussen Power Ups permanent eure Geschwindigkeit. Wer sich vorausschauend bewegt, sammelt Boni, zerstört Gegner oder nutzt Boost-Felder, um sich einen Vorsprung zu erarbeiten.
Durch die Abschnitte, die teils an Mario Kart World erinnern, vermitteln die Strecken ein Gefühl von Weite und Abwechslung. Ob ihr über Stangen durch den Himmel schwebt oder Achterbahn-Passagen durch dichte Wälder durchrast, das Spektakel bleibt konstant hoch.
Switch-2-Power trifft Stilfreude
Optisch nutzt Kirby Air Riders die Switch 2 bereits sehr überzeugend. Die Cutscenes wirken gestochen scharf und sind atmosphärisch inszeniert. Auch die Umgebungen der Rennen glänzen durch flüssige Animationen, klare Farben und dynamische Kamerafahrten. Einige Objekte und Charaktermodelle könnten etwas detaillierter sein, doch im Gesamtbild stört das kaum.
Die Performance ist ein echtes Highlight. Kein ernsthaftes Frame Dropping, stabile 60fps, keine Lags, kaum Ladezeiten und selbst im Online-Modus läuft alles rund. In einem derart schnellen Spiel ist das Gold wert.
Sound: Kirby-typische Leichtigkeit mit Action-Drive
Der Soundtrack könnte kaum passender sein. Die Musik greift typische Kirby-Motive auf, erweitert sie aber mit dynamischen Rennbeats, die euch kontinuierlich antreiben. Auch die Soundeffekte sitzen. Jeder KO, jeder Boost und jedes Einsaugen klingt vertraut und kraftvoll. Fans von Smash Bros werden sich besonders zuhause fühlen, da auch dortige akustische Signaturen durchschimmern.

Außerdem sind die ausgewählten Charaktere und auch die Cutscenes vertont, sodass ihr euch auf eine passende deutsche Synchronisation freuen dürft. In der Galerie könnt ihr sämtliche Tracks anhören oder weitere Musikstücke freischalten, was zweifellos ein nettes Detail für Sammler ist.
Kreativität auf hohem Niveau
Wer Spaß am Basteln hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Eure Maschinen lassen sich weitreichend anpassen. Neue Teile, Sticker oder Farben könnt ihr freischalten, im Shop kaufen oder sogar online mit anderen Spielern tauschen. Dass ihr eure Maschinen im Hangar ausstellen könnt, macht das Ganze noch persönlicher.
Zusätzlich gibt es Sticker, Icons, Rider, Maschinen, Bildkacheln und Meilenbelohnungen für absolvierte Spielherausforderungen in den Modi, die sich nach und nach freischalten. Allein für zusätzliche Maschinen (es gibt 22 Stück) und Charaktere, die Rider, lohnt sich das Dranbleiben. Die Puzzle, die ihr damit Schritt für Schritt füllt, sind echter Kirby-Traditionsstoff und erzeugen sofort nostalgische Freude.

Multiplayer: Lokal und online ein Volltreffer
Ob Couch-Gaudi oder Matches gegen die ganze Welt – Kirby Air Riders liefert. Die Online-Lobbys waren im Test zumindest abends schnell gefüllt, das Matchmaking funktionierte zuverlässig und die Rennen liefen absolut flüssig. Besonders die kurzen Matches von nur ein bis zwei Minuten Länge machen das Spiel perfekt für spontane Abende oder kurze Sessions zwischendurch.
Im lokalen Multiplayer bis zu vier Personen entfaltet das Game seinen traditionellen Party-Charme. Per LAN oder lokalem Spiel mit Einzel-Konsolen lassen sich dann auch bis zu 16 Personen miteinander auf die Maschinen bringen. Top Ride ist ideal für Einsteiger, City Trial eher für Adrenalinjunkies und Minispiel-Freunde, während Air Ride die perfekte Mischung aus Anspruch und Spaß bietet.
Negativ ist uns im Test allerdings der lokale 4-Spieler Modus mit 2 verbundenen Joy Con 2 und 2 COM Gegnern aufgefallen. Zwar könnt ihr die Computer Schwierigkeit hochstellen, bleibt ihr jedoch bei der Grundeinstellung, dann ist der Computer chancenlos. Hingegen würden wir mehrmals vom verbundenen Joy Con 2 (Spieler 2) geschlagen, obwohl wir mit Spieler 1 die Eingaben gemacht haben und Spieler 2 nur per Auto-Beschleunigung durch die Map geflogen ist. Das ist dann durchaus ernüchternd, weil der Anschein entsteht, dass regelmäßiger Boost nicht signifikant schneller macht gegenüber konstanter Geschwindigkeit ohne Boost (der kurzfristig, vor der Beschleunigung, verlangsamt).

Barrierefreiheit: Stärken und Schwächen
Das reduzierte Tastenlayout klingt zunächst einsteigerfreundlich, verlangt jedoch gutes Timing, schnelle Reaktionen und Lernbereitschaft. Eine alternative Taste für Turbo und Drift sorgt für etwas Komfort. Die Fahrschule ist dagegen lobenswert: Sie erklärt sämtliche Mechaniken, Modi und sogar den mächtigen Y-Angriff in verschiedenenen Bereichen und ist damit eines der ausführlichsten Tutorials, die wir je gesehen haben.
Wer jedoch empfindlich auf schnelle Bewegungen oder Kameraschwenks reagiert, sollte vorsichtig dosieren. Das Spiel ist wild, intensiv und kann bei längeren Sessions bei einigen Spielern Motion Sickness auslösen. Dafür bieten die Barrierefreiheit-Enstellungen immerhin Anpassungen wie ein fixiertes Bildraster, einen Cursor (im Kirby Icon) zur Orientierung, sowie eine Anpassung des Bildausschnitts und de Kamera. Farbanpassungen sind ebenfalls möglich, die übrigen Einstellungen wie anpassbare Tastenbelegung, invertierbare Sticks und Audioeinstellungen. Lobenswert ist zudem, dass benutzerdefinierte Profile angelegt werden können.
Fazit
Wer Funracer liebt, findet hier einen neuen Liebling. Kirby Air Riders zeigt eindrucksvoll, wie ein Fun-Racing-Spiel heute aussehen kann. Es ist laut, schnell, verspielt, prägnant designt, technisch überwiegend sauber und voller Überraschungen. Die Mischung aus drei starken Modi, einer guten Story-Kampagne, tiefgehendem Gameplay, vielseitigem Multiplayer und Sammelfreude macht das Paket überraschend vollwertig. Natürlich immer vorausgesetzt, ihr lasst euch auf die, trotz weniger Tasten, komplexe Steuerungslogik ein.
- Rasant, technisch sauber und extrem motivierend
- Drei starke Hauptmodi mit hohem Wiederspielwert
- Story-Modus mit hochwertiger Inszenierung
- Großartige Performance und flüssiges Online-Spiel
- Manche Figuren- und Objektmodelle simpel
- Motion Sickness Gefahr
- Steuerung trotz weniger Tasten ungewohnt komplex
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.




